mini|Augusto Genina (1920)

Augusto Genina (* 28. Januar 1892 in Rom, Italien; † 18. September 1957 ebenda) war ein italienischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben Genina brach sein Ingenieursstudium ab, um für die Zeitschrift Il Mondo Theaterkritiken zu schreiben. Auf Anraten von Aldo De Benedetti verfasste er einige Filmideen und sandte sie Produktionsgesellschaften; so begann seine Filmarbeit 1912 als Drehbuchautor für Ugo Falenas Romeo und Julia (mit Gustavo Serena und Francesca Bertini). Im selben Jahr debütierte er auch als Regieassistent von Falena; sein erster Film in Eigenregie entstand 1913 in Spanien. Zahlreiche Werke folgten; er schuf so zum Beispiel einen Klassiker des italienischen Films, Cirano de Bergerac 1922. Von 1927 bis 1936 drehte er auch zehn Filme in Deutschland, mehrere davon waren Produktionen der Nero-Film AG. Auch in Frankreich und Österreich war Genina tätig. Bedeutende Werke wie Quartier Latin und Miss Europa (Prix de beauté) entstanden.

1936 kehrte Genina in sein Heimatland zurück, wo er den in der Afrikafrage regierungsunterstützenden Squadrone bianco drehte und auch weitere propagandistische Filme verantwortete, darunter die mit insgesamt zwei weiteren Hauptpreisen – den ersten erhielt besagter Squadrone bianco 1936 – bei den Filmfestspielen von Venedig, dem Coppa Mussolini, ausgezeichneten L’assedio dell’Alcazar 1940 und Bengasi 1942, für deren Drehbücher er ebenfalls zuständig war.

Nach dem Krieg war es einige Jahre ruhig um Genina, bevor er 1949 mit der Verfilmung der Geschichte von Maria Goretti, Cielo sulla palude, hinter die Kamera zurückkehrte. Seine weiteren Filme sind von geringerem Interesse.

Sein Cousin war der Regisseur Mario Camerini. Er war lange Zeit mit der Schauspielerin Carmen Boni liiert, heiratete aber schließlich Betty Becker.Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano, I Registi, Gremese 2002, S. 200/201

Filmografie (Auswahl) 1915: Gelosia 1917: Eldflugan (Lucciola) 1919: Lucrezia Borgia 1920: Das Weib und der Leichnam (La donna e il cadavere) 1923: Cyrano von Bergerac (Cirano di Bergerac) 1925: Mutter, verzeih mir (Il focolare spento) 1927: Blutende Herzen (Addio Giovinezza!) 1927: Die weiße Sklavin 1927: Die Gefangene von Shanghai 1927: Der Sprung ins Glück 1928: Das Mädchen der Straße 1928: Liebeskarneval 1928: Quartier Latin 1930: Miß Europa (Prix de beauté) 1931: Sünden um Mitternacht 1935: Vergiß mein nicht 1936: Blumen aus Nizza 1936: Die weiße Schwadron (Lo squadrone bianco) 1937: Frauenliebe – Frauenleid 1937: Nächte in Neapel (Naples au baiser de feu) 1939: Ins blaue Leben 1939: Castelli in aria (italienische Version von Ins blaue Leben) 1940: Alkazar (L’assedio dell’Alcazar) 1942: Bengasi 1949: Himmel über den Sümpfen (Maria Goretti) (Cielo sulla palude) 1951: Die Leidenschaftliche (L’edera) 1952: Hemmungslos – drei verbotene Geschichten (Tre storie proibite) 1954: Magdalena – Tagebuch einer Verlorenen (Maddalena) 1955: Frou-Frou, die Pariserin (Frou-Frou)

Literatur 1989: Sergio Grmek Germani, Vittorio Martinelli: Il cinema di Augusto Genina. Edizioni biblioteca dell’immagine, Udine.

Weblinks

Augusto Genina bei mymovies (italienisch)

Einzelnachweis

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Italiener Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann Kategorie:Mario Camerini