Zillis-Reischen () ist eine politische Gemeinde der Region Viamala des Kantons Graubünden in der Schweiz. Die Gemeinde ging 1875 hervor aus der Fusion der politischen Gemeinden Zillis und Reischen.
Geographie mini|Burg Haselstein Die beiden Dörfer Zillis und Reischen liegen östlich des Hinterrheins und gehören zum Schams. Reischen liegt am Hang, das Dorf Zillis im Talgrund. Zur Gemeinde gehört auch der Talgrund zur linken Seite des Rheins. Das Traversiner Tobel bildet die Nord-, die Gebirgskette um den Piz Curvér () die Ostgrenze der Gemeinde. Nebst den beiden Dörfern gehören Spegnet () und Nasch () sowie etliche Einzelhöfe zur Gemeinde.
Vom gesamten Gemeindegebiet von beinahe 25 km² sind 1048 ha bewaldet und 559 ha Gebirge. Neben 45 ha Siedlungsfläche gibt es 794 ha landwirtschaftlich nutzbaren Boden, von denen 654 ha als Maiensässen bewirtschaftet werden.
Geschichte Zillis weist eine alte Besiedlung auf. Dies belegen Funde aus der Römerzeit und eine Kirchenanlage von 500 n. Chr. Der Ort ist gleichzeitig Hauptort der ganzen Region Schams. Nach 1530 wurde die Reformation eingeführt. Seit 1875, als sich die Gemeinde Reischen (1125 ha, 66 Einwohner) mit Zillis (1317 ha, 330 Einwohner) zusammenschloss, gibt es die Gemeinde Zillis-Reischen.
→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Zillis → siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Reischen
Wappen
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1870 1900 1950 1980 1990 2000 2005 2010 2012 2014 20162020 Einwohner 396 263 276 252 312 330 368 448 424 410 391389
Sprachen Ursprünglich sprachen die Bewohner Sutselvisch, eine rätoromanische Mundart. Bis um 1850 war die Gemeinde einsprachig, doch nahm der Anteil der Romanischsprachigen bis 1910 auf 78 Prozent ab. 1940 waren die Romanen nur noch eine knappe Mehrheit von 56 Prozent. Danach beschleunigte sich der Sprachwandel hin zum Deutschen immer mehr. Heute ist Deutsch einzige Behördensprache, obwohl noch 30 Prozent der Einwohnerschaft Romanisch verstehen.
Sprachen in Zillis-Reischen Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000 Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Deutsch 136 53,97 % 229 73,40 % 263 79,70 % Rätoromanisch 104 41,27 % 72 23,08 % 42 12,73 % Einwohner 252 100 % 312 100 % 330 100 %
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.9|Kirche St. Martin in Zillis
Bekanntestes Bauwerk ist die Kirche Sankt Martin Zillis aus dem 12. Jahrhundert mit der ältesten bemalten Felderdecke Europas. Wohnhaus in Reischen Oberhalb Reischen stehen die Ruinen der Burg La Tur und die von privat wieder aufgebaute Burg Haselstein.Burg Haselstein Eintrag auf der Webseite Pro Castellis.ch. Abgerufen am 4. März 2021. Drei Kilometer von Zillis entfernt liegt die Schlucht Viamala.
Literatur Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5.
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Zillis-Reischen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Schams
Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ort am Hinterrhein