Urmein () ist eine politische Gemeinde der Region Viamala des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie Urmein ist ein Haufendorf am Heinzenberg und liegt westlich von Thusis. Südlich des Dorfs fliesst der Nolla durch ein tief eingeschnittenes Tobel, und westlich davon erhebt sich der Glaser Grat (2124 m). Jenseits des Nollatobels steigt das Gemeindegebiet bis in die Nähe des Zwölfihorns (2280 m) an. Zu Urmein gehört das Feriendorf Oberurmein (1527–1609 m).

Vom gesamten Gemeindegebiet von 435 ha sind 172 ha bewaldet und 34 ha Gebirge. Der landwirtschaftlich nutzbare Boden umfasst 204 ha, von denen nur ein kleiner Teil als Maiensässen bewirtschaftet werden. Die restlichen 25 ha sind Siedlungsfläche.

Geschichte 1156 wurde der Ort als Hof de Ormen erwähnt. Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte Urmein als Teil des Grosshofes Flerden dem Kloster Cazis. Landesherren waren bis 1337 die Vazer, dann die Werdenberger sowie Rhäzünser, ab 1475 der Bischof von Chur. Die durchgreifende Germanisierung ging vom höher gelegenen Tschappina aus. mini|links|hochkant=0.75|Reformierte Kirche Urmein

Kirchgenössig waren die Bewohner Urmeins in Portein. Die Reformation wurde 1530 bis 1540 eingeführt. 1670 löste sich Urmein mit Flerden von Portein; die Kirche Urmein wurde 1720 bis 1722 gebaut. Seit 1725 ist Urmein eine eigene Kirchgemeinde. Die letzten bischöflichen Rechte wurden 1709 ausgekauft. Bis 1851 bildete Urmein eine Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Heinzenberg und gehörte bis 2000 zum Bezirk Heinzenberg.

Starke Rutschungen gefährden das Gebiet der Nolla unter dem Dorf. Die Fahrstrasse nach Thusis wurde 1900/1901 angelegt. Bis in die 1970er Jahre betrieben die Einwohner neben der Viehwirtschaft auch etwas Ackerbau. Die Melioration mit Aussensiedlungshöfen erfolgte nach 1960. Die Konzentration der Ferienhäuser in Oberurmein ermöglichte im Dorfkern die Erhaltung des traditionellen Erscheinungsbilds.

Wappen

Bevölkerung + Bevölkerungsentwicklung Jahr 1803 1850 1900 1950 1980 1990 2000 2005 2016 2020 Einwohner 158 133 89 90 76 81 81 98 147 150

Sprachen Ursprünglich sprachen die Bewohner Sutselvisch, eine bündnerromanische Mundart. Im Mittelalter wechselten sie unter dem Einfluss der Walser von Tschappina zum Deutschen. Bis 1970 gab es durch Zuwanderung aus den romanischsprachigen Nachbardörfern eine sprachliche Minderheit. Seither ist die Gemeinde einsprachig. Dies belegt auch folgende Tabelle:

+Sprachen in Urmein Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000 Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl AnteilDeutsch 73 96,05 % 79 97,53 % 80 98,77 %Rätoromanisch 2 2,63 % 2 2,47 % 0 0,00 %Einwohner 76 100 % 81 100 % 81 100 %

Herkunft und Nationalität Von den Ende 2005 98 Bewohnern waren 95 Schweizer Staatsangehörige.

Sehenswürdigkeiten Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche.

Literatur Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5 Mathias Kundert: Der Sprachwechsel im Domleschg und am Heinzenberg (19./20. Jahrhundert). Kommissionsverlag Desertina, Chur 2007, ISBN 978-3-85637-340-5. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. .

Weblinks

Gemeinde Urmein auf gemeindeverwaltung.net Urmein (Fotos) auf viamala.ch

Einzelnachweise

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