Stefan Horngacher (* 20. September 1969 in Wörgl) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer und derzeitiger Skisprungtrainer. Von April 2019 bis März 2026 war er Bundestrainer der deutschen Skisprungnationalmannschaft. Zuvor war er von 2016 bis 2019 Trainer der polnischen Nationalmannschaft.

Werdegang Als Skispringer Horngacher wuchs in Tirol in Bad Häring auf, wo er in den 1970er Jahren auf Kinderbeinen seinen Idolen – darunter Toni Innauer – auf selbsterbauten Schanzen nacheiferte und später in Wörgl im Verein systematisch zu trainieren begann. Er besuchte die Internatsschule für Schisportler Stams.

Mit der österreichischen Springermannschaft gewann er bei den Olympischen Spielen 1994 und 1998 jeweils die Bronzemedaille. Sein bestes Einzelresultat bei Olympischen Spielen war der fünfte Platz beim Springen von der Großschanze in Salt Lake City 2002.

Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1991 im Val di Fiemme wurde er mit der Mannschaft zusammen mit Ernst Vettori, Andreas Felder und Heinz Kuttin Weltmeister. Gold gewann er auch bei den Weltmeisterschaften 2001 in Lahti, beim erstmals ausgetragenen Mannschaftsbewerb von der Normalschanze. Dazu kam eine Bronzemedaille in Lahti und zwei weitere bei den Weltmeisterschaften 1993 in Falun und 1999 in der Ramsau, jeweils im Mannschaftsspringen von der Großschanze.

Horngacher konnte im Weltcup 1991 das Skifliegen am Kulm und 1999 das Springen in Zakopane gewinnen. Zudem war er viermal mit der österreichischen Mannschaft bei Teamspringen im Weltcup erfolgreich.

Als Skisprungtrainer Nach seiner Karriere wurde Horngacher Nachwuchstrainer, erst in Österreich, wo er unter Hannu Lepistö arbeitete, und später in Polen, wo er Co-Trainer von Heinz Kuttin war. Ab Anfang 2006 war er Stützpunktleiter in Hinterzarten und trainierte dort im Auftrag des Deutschen Skiverbandes (DSV) die Nachwuchsmannschaft. Zudem unterstützte er zwischenzeitlich Martin Schmitt, der sich noch in der Saison 2005/06 in einem schweren Leistungstief befand, als persönlicher Trainer. 2008 übernahm er den B-Kader des DSV. Im Sommer 2011 gab er die Verantwortung für diesen an Ronny Hornschuh ab, weil er von Bundestrainer Werner Schuster zum Co-Trainer des Weltcupteams berufen wurde.

Am 24. März 2016 gab der polnische Skiverband bekannt, Horngacher als Nachfolger des zurückgetretenen Chef-Trainers Łukasz Kruczek eingestellt zu haben. Drei Jahre später gab Horngacher seinen Rücktritt als polnischer Nationaltrainer bekannt. In seiner Amtszeit konnte Polen neben dem Team-Weltmeistertitel 2017 auch Bronze bei den Olympischen Winterspielen 2018 gewinnen. Zudem wurde Kamil Stoch Olympiasieger und Dawid Kubacki 2019 Weltmeister.

Am 3. April 2019 gab der Deutsche Skiverband offiziell die Verpflichtung Horngachers als Bundestrainer bekannt, der Werner Schuster als Bundestrainer ablöste. Nach den Olympischen Winterspielen 2026 verließ Horngacher den Deutschen Skiverband.

Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 24. Jänner 1991 Flugschanze 2. 16. Jänner 1999 Großschanze

Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 24. Jänner 1993 Großschanze 2. 5. März 1994 Großschanze 3. 13. Jänner 2002 Großschanze 4. 27. Jänner 2002 Großschanze

Grand-Prix-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 5. September 2001 Großschanze 2. 8. September 2001 Großschanze

Statistik Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 1990/91 4. 179 1991/92 29. 24 1992/93 8. 78 1993/94 20. 183 1995/96 34. 134 1996/97 36. 120 1997/98 13. 546 1998/99 8. 813 1999/00 8. 624 2000/01 8. 566 2001/02 12. 434

Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 1994 39. 265 1996 35. 22 1997 10. 117 1998 24. 54 1999 16. 55 2000 12. 184 2001 3. 257

Schanzenrekorde Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis Trondheim 133,0 m(HS: 140 m) 9. März 1999 9. März 1999 Oberstdorf 127,5 m(HS: 137 m) 29. Dezember 2000 29. Dezember 2000

Auszeichnungen (Auszug) 1994: Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich 1998: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2018: Kavalierkreuz des Verdienstorden der Republik Polen

Privates Horngacher ist verheiratet und hat drei Kinder, ein Kind stammt aus seiner ersten Ehe. Er wohnt mit seiner Familie in Titisee-Neustadt. Sein Sohn Amadeus (* 28. August 2007) ist ebenfalls als Skispringer aktiv.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Skispringer (SC Wörgl) Kategorie:Skisprungtrainer (Österreich) Kategorie:Skisprungnationaltrainer (Polen) Kategorie:Skisprungnationaltrainer (Deutschland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Österreich) Kategorie:Weltmeister (Skispringen) Kategorie:Träger des Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Republik Polen (Ritter) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1994 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1998 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2002 Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1969 Kategorie:Mann