Soul Asylum ist eine US-amerikanische Alternative-Rock-Band, die 1983 in Minneapolis gegründet wurde und 1992 durch ihren Hit Runaway Train bekannt geworden ist.

Bandgeschichte Soul Asylum entstand 1983 als Nachfolger der 1981 von Dan Murphy (Gitarre), Karl Mueller (Bass) und Dave Pirner (Schlagzeug) in Minneapolis, Minnesota, gegründeten Band Loud Fast Rules; der Bandname war eine Anspielung auf den lauten und schnellen Hardcore Punk, den die Band spielte. Im Gründungsjahr von Soul Asylum kam Grant Young als Schlagzeuger in die Band; Pirner wechselte dafür an die Gitarre und übernahm den Gesang. Das erste Album der Band Say What You Will, Clarence... ...Karl Sold the Truck erschien 1984 auf dem Indie-Label Twin/Tone Records. Neben den ebenfalls aus den TwinCities stammenden und damals sehr erfolgreichen Bands Hüsker Dü (deren Mitglied Bob Mould das Album produziert hatteWieland Harms: The Unplugged Guitar Book 2. 1996, S. 10.) und The Replacements spielte Soul Asylum zunächst nur eine untergeordnete Rolle.

Nach zwei weiteren Veröffentlichungen und Tourneen bekam die Band 1988 einen Plattenvertrag beim Major-Label A&M und veröffentlichte dort zwei Alben, Hang Time und Soul Asylum and the Horse They Rode in On. Diese verkauften sich schlecht und die Band überlegte, sich aufzulösen. Erschwerend kam hinzu, dass sie durch ihren Majorvertrag und ihren langsamen Stilwechsel zu melodischeren Tönen die Reputation im Indie-Rock-Lager verloren hatten. Zeitweise spielten Dan Murphy und Dave Pirner auch bei der Minneapolis Supergroup Golden Smog mit.

1990 erhielt die Band einen neuen Plattenvertrag, diesmal bei Columbia Records. Wegen ihrer vorherigen kommerziellen Erfolglosigkeit gingen Murphy und Pirner als Murphy and Pirfinkle auf eine Akustik-Tour durch Nordamerika, während der sie auch neue Songs schrieben und spielten. Diese Songs wurden für das nächste Album der Band, Grave Dancers Union, aufgenommen, das 1992 erschien. Dieses Album war ein großer kommerzieller Erfolg und wurde mit einigen Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Die Single mit dem von Pirner komponierten und getexteten Lied Runaway Train, bei dem mehrere Westerngitarren zum Einsatz kommen, stieg in den US-Charts bis auf Platz 5 auf; das Album stieg in den Albumcharts bis Platz 11. In dem unter der Regie von Tony Kaye entstandenen Musikvideo zu Runaway Train, das sie in fast alle Hitparaden katapultiert hatte,Wieland Harms: The Unplugged Guitar Book 2. 1996, S. 10–12 (Runaway Train. Soul Asylum). waren Fotos von vermissten Kindern und Jugendlichen zu sehen. Einige der Vermissten wurden tatsächlich wiedergefunden und mit ihren Familien zusammengeführt. 1994 erhielt Soul Asylum für diese Single einen Grammy für den besten Rock-Song. Am 20. Januar 1993 spielte die ins Weiße Haus geladene Band auf der feierlichen Amtseinführung von US-Präsident Bill Clinton vor 1500 Ehrengästen.

Grant Young stieg nach den Aufnahmen zu Grave Dancers Union aus der Band aus und wurde durch Sterling Campbell ersetzt, der bereits auf dem Album einen Großteil der Schlagzeug-Parts eingespielt hatte. 1995 erschien das Nachfolgealbum Let Your Dim Light Shine, welches sich zwar bis auf Platz 6 der Albumcharts platzieren konnte, aber insgesamt kein so großer Erfolg wie der Vorgänger war. In dieser Zeit machte die Band, insbesondere Dave Pirner wegen seiner Beziehung zu Winona Ryder, auch in anderen Bereichen Schlagzeilen. Wegen dieser Affäre kamen auch Auflösungsgerüchte auf, die sich allerdings nicht bestätigten.

In der Folge wurde es um die Band etwas ruhiger. Sie veröffentlichten ein weiteres Album, eine Best-Of-Sammlung und ein Livealbum. Da sie mit dem Filmregisseur Kevin Smith befreundet sind, waren sie auch auf den Soundtracks seiner Filme, insbesondere Chasing Amy zu hören. Auch zum Soundtrack von Clerks – Die Ladenhüter steuerten sie mit Can’t Even Tell einen eigenen Song bei, außerdem noch den Golden Smog Song Superstar. Dave Pirner brachte 2002 sein erstes und bisher einziges Soloalbum Faces and Names heraus.

2004 wurde bekannt, dass Bassist Karl Mueller an Kehlkopfkrebs litt. In der Folge kam es zu einigen Benefizkonzerten für ihn, damit er seine Arztrechnungen bezahlen konnte. Auf einem dieser Konzerte in Minneapolis im Oktober 2004 spielten einige der berühmtesten Namen der Twin Cities: Paul Westerberg, die Gear Daddies und Bob Mould, der für zwei Songs mit seinem ehemaligen Partner bei Hüsker Dü, Grant Hart, auf der Bühne stand. Da Mueller zum Zeitpunkt des Konzertes in relativ guter Verfassung war, stand er auch mit Soul Asylum auf der Bühne. Später nahmen sie gemeinsam noch ein Album auf; jedoch kehrte der Krebs zurück und Mueller starb im Juni 2005.

Im Juni 2006 erschien das Album The Silver Lining, welches 8 Jahre nach der Veröffentlichung von Candy from a Stranger neues Material enthielt. Das Album wurde noch vor Muellers Tod aufgenommen, so dass die Bassparts noch von ihm eingespielt wurden. Am Schlagzeug arbeitete als neues Mitglied der Band Michael Bland mit.

Diskografie

Studioalben

Livealben

Weitere Livealben 2004: After the Flood: Live from the Grand Forks Prom, June 28, 1997 2023: The Complete Unplugged NYC ’93

Kompilationen 1986: Time’s Incinerator 1998: The Candy Sampler 2000: Black Gold: The Best of Soul Asylum 2001: Runaway Train 2006: Closer to the Stars: Best of the Twin Tone Years 2007: Welcome to the Minority – The A&M Years 1988–1991 2011: Playlist: The Very Best of Soul Asylum

EPs 1989: Clam Dip & Other Delights 2013: No Fun Intended 2020: Born Free

Singles

Weitere Singles 1985: Tied to the Tracks 1988: Sometime to Return 1988: Cartoon 1988: Standing in the Doorway 1990: Spinnin’ 1990: Easy Street 1993: Summer of Drugs 1993: Sexual Healing 1994: Can’t Even Tell 1998: I Will Still Be Laughing 1998: Close 2006: Stand Up and Be Strong 2012: Gravity 2016: Supersonic 2016: Doomsday 2020: Dead Letter 2020: If I Told You 2020: Got It Pretty Good

Musikvideos Black Gold Easy Street I Will Still Be Laughing Just Like Anyone Misery Promises Broken Runaway Train Without a Trace Somebody to Shove

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1993: für die Single Runaway Train

1995: für das Album Let Your Dim Light Shine

1993: für die Single Runaway TrainPlatin-Schallplatte

1994: für das Album Grave Dancers Union 2022: für die Single Runaway Train

2× Platin-Schallplatte

1993: für das Album Grave Dancers Union 1995: für das Album Let Your Dim Light Shine 2021: für die Single Runaway Train

Quellen

Weblinks

Offizielle Website (englisch)

Musikbeispiele

Kategorie:Rockband Kategorie:Indie-Band Kategorie:US-amerikanische Band