mini|hochkant|Königin Ranavalona II. Ranavalona II. (* 1829; † 13. Juli 1883) war von 1868 bis 1883 Herrscherin des Königreichs Madagaskar.

Sie folgte ihrer Cousine Rasoherina am 2. April 1868 auf den Thron und war eine Witwe von Radama II. Ranavalona hatte den Premierminister Rainilaiarivony geehelicht, der, wie bereits bei ihrer Vorgängerin, die Geschicke des Landes aus dem Hintergrund als graue Eminenz leitete.

Ranavalona konvertierte vor ihrer Thronbesteigung 1868 zum Christentum und bestimmte den Protestantismus zur Staatsreligion. Ihre Regentschaft ist geprägt von einer rasanten Verwestlichung des Inselreiches, einhergehend mit einer engen Kooperation mit britischen Missionaren, Wirtschaftswachstum, dem Bau von Schulen und dem Beginn einer ersten Kodifikation des Rechts, aber auch dem Aufkeimen von Konflikten mit der Kolonialmacht Frankreich.

Kurz vor ihrem Tod bestimmte Ranavalona II. die „junge Witwe und Christin von untadelhaftem Rufe“ Najasindahety zu ihrer Nachfolgerin, die unter dem Namen Ranavalona III. den Thron bestieg:

Der Tod der Königin wurde am Tage ihres Todes durch Kanonenschüsse öffentlich verkündet. Drei Tage später, am 16. Juli 1883, wurde sie in Ambohimanga, der alten Hauptstadt Madagaskars, beigesetzt.

Literatur Dagmar Bechtloff: Madagaskar und die Missionare: technisch-zivilisatorische Transfers in der Früh- und Endphase europäischer Expansionsbestrebungen (= Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte: Beihefte, 158. Ausgabe). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-07873-8, S. 206–207. Guida M. Jackson, Guida Myrl Jackson-Laufer: Women Rulers Throughout the Ages: An Illustrated Guide. ABC-CLIO, Santa Barbara (Kalifornien) 1999, ISBN 1-57607-091-3, S. 344.

Einzelnachweise

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