300px|mini|St. Johannes und St. Kastulus

Moosburg an der Isar (amtlich Moosburg a.d.Isar) ist die älteste Stadt im oberbayerischen Landkreis Freising. Sie liegt 45 Kilometer nordöstlich von München und auf halber Strecke zwischen der Großen Kreisstadt Freising und der niederbayerischen Bezirkshauptstadt Landshut in einer Art Insellage zwischen der Isar und deren Nebenfluss Amper. Moosburg erhielt im Jahre 1331 das Stadtrecht. Heute ist es ein Mittelzentrum in der Region München.

Der Flughafen München ist 17 Kilometer Luftlinie entfernt und über die Autobahnausfahrt Moosburg-Süd an der A 92 zu erreichen. Als Regionalexpress-Haltepunkt im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) ist die Stadt ein beliebter Wohnort für 4755 Pendler nach München, Freising, Landshut und zum Flughafen München. Andererseits ist die Stadt als Standort verschiedener Industriebetriebe aber auch das Ziel von etwa 3100 Pendlern aus dem Umland und hat selbst 1718 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Neben chemischer, elektrotechnischer und der Nahrungsmittelindustrie gibt es in der Stadt auch eine Maschinenfabrik.

Geografie Lage Moosburg liegt am nordöstlichsten Ende der Münchner Schotterebene am Übergang zum Donau-Isar-Hügelland sowie zum Isar-Inn-Hügelland. Während das alte Stadtzentrum sowie weitere Teile der Stadt auf einem tertiären Höhenzug zwischen der Isar und der nördlich der Stadt einmündenden Amper liegen, wird das restliche Stadtgebiet durch die Auwälder der beiden Flüsse begrenzt; so gibt es im Süden des Stadtgebietes das Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg. Auch sonst ist das Stadtgebiet durch eine Vielzahl von Flüssen, Bächen und Kanälen geprägt. So fließen neben Isar und Amper auch die Sempt und der Mittlere-Isar-Kanal direkt an Moosburg vorbei. Hier befinden sich die Uppenbornwerke der Stadtwerke München. Die Speicherseen dieser Anlage bilden die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen. Durch das Stadtgebiet fließt der in die Amper mündende Mühlbach und der von diesem abgeleitete Schleiferbach. Darüber hinaus befinden sich auch Teile des Naturwaldes Auwälder an der mittleren Isar innerhalb oder in der Nähe der Stadt.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Das Kerngebiet der Stadt zwischen Isar und Amper gliedert sich in die Stadtteile Altstadt, Michaelivorstadt, Bonau, Westerberg und seit 1945 Neustadt. Zum Stadtgebiet gehören auch die eingegliederten Orte Thonstetten mit Grünseiboldsdorf und Moosham, Niederambach mit Oberambach, Feldkirchen und Kirchamper und Pfrombach mit Aich, welche zum Teil schon mitten im tertiären Hügelland liegen, so dass sich das Stadtgebiet von 14 auf über 43 km² vergrößerte.

Auf dem ehemaligen Gemeindegebiet Pfrombachs entstand zudem unmittelbar in Stadtnähe das Gewerbe- und Industriegebiet Degernpoint als neuer Stadtteil. Auch die Siedlung Uppenbornstraße gehört zum Stadtgebiet.

Nachbarorte Die Stadt befindet sich in unmittelbarer Grenzlage zwischen Nieder- und Oberbayern, den Landkreisen Freising, Erding und Landshut. Im Norden und Nordosten wird das Stadtgebiet von der Gemeinde Wang umschlossen. Im Osten grenzen die im Landkreis Landshut (Niederbayern) gelegenen Gemeinden Eching und Buch am Erlbach an. Im Süden die im Landkreis Erding gelegene Gemeinden Langenpreising und Berglern. Im Westen schließlich noch die im Landkreis Freising gelegenen Gemeinden Langenbach und Haag an der Amper.

Mittelzentrum Moosburg an der Isar ist als im Landesentwicklungsprogramm ausgewiesenes Mittelzentrum laut dortiger Festlegung der zentrale Ort für die Umlandgemeinden Hörgertshausen, Gammelsdorf, Nandlstadt, Mauern, Wang und Langenpreising, also für insgesamt über 33.000 Einwohner. Darüber hinaus ist es das, auch wegen der zentralen Einrichtungen, wie Schulen, vielfältiger Einkaufsmöglichkeiten und nicht zuletzt wegen der kurzen Entfernungen und guten Straßenanbindungen, teils auch für die Bewohner der Gemeinden Bruckberg, Buch am Erlbach und Vilsheim im Landkreis Landshut, Kirchberg, Wartenberg, Fraunberg und Berglern im Landkreis Erding sowie Langenbach, Haag an der Amper und Attenkirchen im Landkreis Freising, in Summe gut 30.000 Einwohner.

Naturschutzgebiete Terrasse bei Niederhummel (Geotop-Nummer 178A001) Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg (NSG-00246.01)

Geschichte mini|Moosburg im Jahre 1644 mini|Das Moosburger Rathaus (erbaut 1867) Die historische Altstadt liegt auf einer Landzunge, die von zwei in diesem Bereich fast parallel verlaufenden Flüssen – der Amper und der Isar – gebildet wird. Unmittelbar nordnordöstlich von Moosburg mündet die Amper in die Isar. Beide Flüsse waren über Jahrtausende wichtige natürliche Handelswege. Der natürliche Schutz, den die Flüsse mit ihren einst wesentlich größeren Auen bildeten, wurde durch den Moosburger Siedlungshügel verstärkt, auf dem sich die spätere Stadt entwickelte. Funde aus der Altstadt bezeugen die Anwesenheit von Menschen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Auch aus dem Umland sind etliche, teils größere Gebiete mit vorgeschichtlichen Siedlungsspuren bekannt, die von der Jungsteinzeit bis in die keltische Latènezeit reichen. In römischer Zeit war das Gebiet ländlich geprägt, Siedlungsspuren, insbesondere mittelkaiserzeitliche Brandgräberfelder und eine mutmaßliche Villa Rustica, fanden sich unter anderem nördlich, westlich und südwestlich der modernen Stadt. Grabungen im Stadtgebiet haben die frühe Bedeutung der Moosburger Region bestätigt. Besonders südlich der Isar konnten durch Grabungsbefunde und Luftbildarchäologie Reste eines umfangreichen römischen Straßennetzes gesichert werden. Hier verlief entlang der Isar eine Straße von der Donau zur überregional bedeutenden Handelsstraße zwischen Salzburg und Augsburg.

Mittelalter und Frühe Neuzeit Die Klostersiedlung „Mosabyrga“ wurde um 770 erstmals urkundlich erwähnt. Die Mönche Albin und Rhenobot brachten um 800 die Reliquien des heiligen Kastulus nach Moosburg. Die Witwe des Ostfrankenkönigs Karlmann Liutswind wählte die Abtei Moosburg zu ihrem Witwensitz. 895 gelangte das bisherige Reichskloster in den Besitz des Bistums Freising.

1021 wurde das Benediktinerkloster aufgelöst und ein Chorherrenstift gegründet. Ein Großbrand vernichtete 1207 das gräfliche Schloss und große Teile des Münsters. Das Kastulusmünster wurde 1212 geweiht. 1281 erlosch das Grafengeschlecht der Moosburger.

1329 übernahm Moosburg den Landgerichtssitz vom Amt Inkofen.Kommission für bayerische Landesgeschichte: Historischer Atlas von Bayern – Teil Altbayern – Landgericht Moosburg, München 1950 Im Jahre 1331 erhielt Moosburg das Stadtrecht. 1403 war Baubeginn für Stadtmauer und Stadttore. 1599 wurde das Moosburger Chorherrenstift an die Landshuter Martinskirche verlegt. Am 26. April 1632 wurde Moosburg im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden erobert und 1634 geplündert. 1702 wurde fast die Hälfte der Stadt durch einen Großbrand zerstört, ein erneutes Feuer suchte die Stadt 1865 heim.

19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mini|Ansicht Mitte des 19. Jahrhunderts Nach der Säkularisation der Klöster wurde Moosburg 1803 zum Sitz eines Landgerichts und damit ein selbstständiger Verwaltungsbezirk im damaligen Isarkreis, der später zum Regierungsbezirk Oberbayern wurde. Das Landgericht Moosburg umfasste das Gebiet des heutigen nördlichen Landkreises Freising und die angrenzenden Gemeinden von Schweitenkirchen über Wolnzach und Obersüßbach bis Bruckberg. 1858 wurde Moosburg durch die Eröffnung der Eisenbahnstrecke München-Landshut an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1862 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Landgerichtsbezirk Kranzberg zum neu gebildeten Bezirksamt Freising (1939 umbenannt in Landkreis Freising). 1867 bis 1899 erfolgte der Abbruch der drei mittelalterlichen Stadttore. 1906 kam es zur Gründung des Tonwerks Moosburg, des Vorläufers der Süd-Chemie (jetzt „Clariant“).

Im September 1939, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wurde im Norden Moosburgs das Kriegsgefangenenlager STALAG VII A errichtet, das am 29. April 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit wurde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs waren dort und in seinen Nebenlagern 80.000 Kriegsgefangene vieler Nationalitäten interniert, es gilt deshalb als größtes Kriegsgefangenenlager innerhalb Deutschlands. Wie viele Menschen dort ermordet wurden, ist bis heute unklar. Im Friedhof Oberreit gibt es eine kleine Gedenkstätte. Das Museum zum Lager ist wöchentlich zwei Stunden geöffnet. Nach Kriegsende wurde dort das Civilian Internment Enclosure No. 6 eingerichtet. Dieses US-Internierungslager war für deutsche Zivilisten vorgesehen, die für ihre Tätigkeit während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Ab 1948 entstand auf dem Gelände der Moosburger Stadtteil Neustadt, der zunächst überwiegend von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen besiedelt war. 1949 wurde der Neubau der 1945 von der Waffen-SS gesprengten Isarbrücke fertiggestellt.

Im Jahr 1965 erhielt die Stadt den heutigen Namen „Moosburg an der Isar“. 1971 wurde vom damaligen Stadtrat im Rahmen der Gebietsreform in Bayern entschieden, auch weiterhin im Landkreis Freising und damit in Oberbayern zu verbleiben und nicht – wie das benachbarte Bruckberg – nach Niederbayern zu wechseln. 2002 erfolgte die Schließung des Kreiskrankenhauses Moosburg, 2006 die der Moosburger Zweigstelle des Amtsgerichts Freising.

Im Jahr 2010 wurde in Moosburg erstmals ein Festspiel aufgeführt („Die verbotene Stadt“), welches unter der Schirmherrschaft des bayerischen Ministerpräsidenten stand und sich mit der Geschichte der historisch bedeutsamen Stadt auseinandersetzte.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Thonstetten (mit Grünseiboldsdorf und Moosham) eingegliedert. Am 1. Januar 1976 kam Niederambach (mit Oberambach, Feldkirchen und Kirchamper) hinzu. Pfrombach (mit Aich) folgte am 1. Januar 1978. Die Siedlung Uppenbornstraße der Gemeinde Wang, vorher zur aufgelösten Gemeinde Volkmannsdorferau gehörend, rundete die Reihe der Eingliederungen am 1. Mai 1978 ab.

Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung von Moosburg (frühere Zahlen zur Vergleichbarkeit auf die heutigen Stadtgrenzen umgerechnet) hat sich seit der ersten Volkszählung von 1840 wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner (V) 1840 2.643 (V) 1871 3.459 (V) 1900 3.970 (V) 1925 5.093 (V) 1939 6.169 Jahr Einwohner (V) 1950 10.023 (V) 1961 11.310 (V) 1970 13.050 1980 13.236 (V) 1987 14.251 Jahr Einwohner 1990 15.243 1995 16.273 2000 16.607 2005 17.276 2006 17.284 Jahr Einwohner 2007 17.492 2008 17.430 2009 17.487 2010 17.554 2011 16.852 Jahr Einwohner 2012 16.971 2013 17.363 2014 17.654 2015 17.837 2016 18.181 Jahr Einwohner2018 19.2062020 19.4642022 19.8322023 20.027

(jeweils zum 31. Dezember / (V): Tag der Volkszählung)

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 14.476 auf 18.510 um 4.034 Einwohner bzw. um 27,9 %.

Politik Stadtrat Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014, 2020 und 2026 führten zu folgenden Ergebnissen:

+ Sitzverteilung Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014 20202026 CSU 9 10 768 Grüne 2 3 465 Freie Wähler 5 6 544 FRESH–––22 SPD 6 5 322 AfD–––12 Die Linke – – 111 ÖDP – – 11– FDP–––1– UMB 2 – 3–– Gesamt 24 24 242424+ Stimmenanteile Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014 20202026 CSU 37,8 % 41,2 % 30,2 % 25,7 %32,9 % Grüne 9,3 % 14,4 % 17,0 % 23,7 %19,8 % Freie Wähler 19,5 % 25,0 % 19,9 % 19,3 %18,0 % FRESH – – – 6,9 %10,2 % AfD – – – 5,7 %9,0 % SPD 25,1 % 19,3 % 12,5 % 9,9 %6,2 % Die Linke – – 2,8 % 2,8 %3,9 % ÖDP – – 3,2 % 3,5 %– FDP – – – 2,6 %– UMB 8,3 % – 14,4 % –– Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 %100 % Wahlbeteiligung: 60,05 %61,9 %

Bürgermeister