Ghiselin Danckerts auch: Ghiselinus Danckerts, Dankers oder Dankerts; (* um 1510 in Tholen, Zeeland; † um 1567 in Rom?) war ein niederländischer Sänger, Komponist und Musiktheoretiker.
Leben Bereits um 1535, nachweislich ab 1537 stand Danckerts in Diensten des musikliebenden Großmeister des Hospitals von S.Lazaro Pier Luigi Carafa († um 1547) in Neapel, der auch als „granmaestro Carafa“ bezeichnet wurde. Er war Priester und kam ursprünglich aus der Diözese Lüttich. Am 27. März 1538 wurde er als Kantor der Sixtinischen Kapelle aufgenommen. Bartholomaeus Crottus, der bis 1523 Leiter der päpstlichen Kapelle und der Direktor dieser Einrichtung war, leitete persönlich die Aufnahmezeremonie. Dafür versammelten sich alle Kantoren in der kleinen Kapelle und der Magister legte dem neuen Kantor das übliche Chorhemd an und dieser leistete anschließend den Treueeid.
Am 29. November 1539 erhielt der neue Kantor eine Pfründe im Wert von 18 Dukaten von der Kirche von Werken, einem Dorf in Westflandern, das damals zur Diözese Tournai gehörte.
Danckerts diente dort zur Zeit der Päpste Paul III., Julius III., Marcellus II., Paul IV. und Pius IV. ohne Unterbrechung bis 1565 als Sänger. Er wurde mehrfach „abbas“ und „punctator“ des Sängerkollegiums. Die Wahl in diese hohen Ämter zeugt von seinen administrativen Fähigkeiten und dem Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde. Allerdings gab es auch Streitigkeiten mit seinen Kollegen, so geriet er beispielsweise am 27. Februar 1547 mit dem Priester Jean-François Félix in einem heftigen Wortgefecht aneinander, in dem beide an beleidigenden Worten sparten. Dieser Vorfall wurde protokolliert.
Im Jahr 1551 wurde er gemeinsam mit Bartholomeus Escobedo ausgewählt, um im theoretischen Streit zwischen Nicola VicentinoPeter Niedermüller: Vicentino, Nicola. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. (Artikelvorschau, mgg-online.com). und Vicente LusitanoMichael Meyer: Lusitano, Vicente. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. (Artikelvorschau, mgg-online.com). ein Urteil abzugeben. Das Originalmanuskript kam in die Biblioteca Vallicelliana in Rom.
Er führte im Jahr 1559 als „punctator“ die Bücher der Kapelle, die sehr detailliert über das tägliche Leben der päpstlichen Sänger in diesem Jahr berichten. Am 25. Juli 1563 suchte er aus gesundheitlichen Gründen die Thermen von Tibur (Tivoli) auf und am 31. August 1565 erfolgte sein Ausschluss aus dem Chor durch eine von Pius IV. eingesetzte Kommission aus Kardinälen, die eine Reform der Kapelle durchführen sollten. In der Begründunge wurde angegeben, er Anschließend sind keine Einträge zu seiner Person mehr verzeichnet.
Werke (Auswahl) Von Danckerts sind zwei Motetten, zwei Madrigale sowie drei Kanons erhalten, wobei er in seiner Kompositionstechnik ausschließlich der alten niederländischen Schule folgte und sich allen damaligen „Modernismen“ verweigerte. Ave maris stella (Kanon) Crucem sanctam subiit (Kanon) Missa de Beata Virgine Il primo libro de madrigali a quattro, cinque e sei voci
Literatur
Weblinks Ghisilinus [Ghiselin] Danckerts {Paul III–Pius V} (englisch) Richard Sherr: Danckerts, Ghiselin. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. (Artikelvorschau, mgg-online.com).
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Renaissance) Kategorie:Komponist (Niederlande) Kategorie:Komponist (Kirchenmusik) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 16. Jahrhundert Kategorie:Mann