Daxberg (im lokalen Dialekt: Doxbaisch) ist ein Ortsteil des Marktes Mömbris in der Metropolregion FrankfurtRheinMain im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg im Freistaat Bayern.

Geographie Lage Das Dorf Daxberg liegt im Vorspessart im Kahlgrund und hat eine Gemarkungsfläche von 271,69 Hektar (ca. 19 Hektar Wald und 253 Hektar Ackerfläche). Auf einer Höhe von befindet sich Daxberg oberhalb der Täler von Kahl, Reichenbach, Steinbach und Weibersbach. Im Süden liegt das Dorf Breunsberg und nordöstlich befindet sich Schimborn.

Der topographisch höchste Punkt der Dorfgemarkung, die zugleich etwa dem Gebiet der Altgemeinde Daxberg entspricht, befindet sich am Gipfel des Glasberges / Daxberges, nördlich des Ortes mit . Der niedrigste liegt am Reichenbach auf . Der nördlichste Punkt der Dorfgemarkung befindet sich am Sendemast am Glasberg, der südlichste liegt etwa am Abzweig der Straße nach Schimborn. Im Osten reicht die Gemarkung bis zum Waldrand am oberen Ende des Folzbachtals in der Nähe der Grabhügel. Der westlichste Punkt befindet sich ungefähr dort, wo der Steinbach in den Reichenbach mündet.

Gemarkung Die Gemarkung Daxberg hat eine Fläche von 2,711 km². Sie ist in 943 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2874,98 m² haben.

Folgende Gemarkungen grenzen an das Ortsgebiet von Daxberg:

Geschichte Daxberg mini|Handtasche mit Initialen, Perlenhäkelarbeit um 1920 aus Daxberg Erste Besiedlungen sind um 2000 - 800 v. Chr. durch Hügelgräberfunde in der Daxberger Gemarkung belegt. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort um 1265 im Nekrolog des Stifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg als „Dasbach“ (wahrscheinlich in Richtung Schimborn am Daxberger Bach, heute Weibersbach, gelegen), später dann 1554 als „Daxbergk“, 1594 als „Taxberg“ und schließlich 1625 als „Daxberg“.

Im Jahr 1633 gab es im Ort sechs Mannschaften (Familien) und fünf Herdstätten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg um 1650 lebte nur noch ein Henrich Thieterich. Um 1674 gab es wieder vier Häuser mit ihren Besitzern.

Ältester nachgewiesener Straßenname ist die nach dem um 1674 im Daxberger Meßbuch genannten Hofbeständer (Hofverwalter) „Wolf Fickert“ benannte Fickertskluft. Diese wurde im Laufe der Jahre umgewandelt in Vikarskluft und zuletzt 1972 durch den Markt Mömbris in Vikarstraße.

Um 1700 lebten die Einwohner vom Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte (Butter, Eier, Käse und Obst), die sie zu Fuß auf den Wochenmarkt in Aschaffenburg trugen und feilboten. Später kamen das Perlenhäkeln und die Zigarrenherstellung in Heimarbeit und in Fabriken bis ins Jahr 1970 dazu.

Das Daxberger Terrain, das seit 982 zum Erzstift und späteren Kurfürstentum Mainz gehörte, wurde nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 ein Teil des neu gebildeten Fürstentums Aschaffenburg unter Fürstprimas von Dalberg. 1814 fiel es als vorheriges Departement des Großherzogtums Frankfurt an Bayern.

Die Gemeinde Daxberg gehörte zum Bezirksamt Alzenau, das am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 der Landkreis Alzenau in Unterfranken.

Als Auswirkung des Zweiten Weltkriegs wurde am 12. Mai 1944 der Absturz einer Boeing B-17 „Flying Fortress“ in Ortsnähe genannt. Am Ostermontag, dem 2. April 1945 besetzte die amerikanische Armee den Ort.

Die ehemals selbständige Gemeinde wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Mömbris im neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg eingegliedert.

Die Einheimischen wurden in der Umgebung oft „Doxbejscher Plagge“ genannt, wobei der Ausdruck "Plagge" womöglich von "Plage" abzuleiten ist.

Alter Daxberger Hof Dieser Hof, in der Fickertskluft gelegen, gilt als eigentlicher Ursprungsort von Daxberg. Das freiadlige Domänengut gehörte einst den Herren von Gonsrod, den Herren von Lauter und den Herren von Vorburg.

Daxberger Hof oder Glashof Der neue Daxberger Hof, auch Glashof genannt, gehörte zu den Besitzungen des Grafen von Schönborn. Er wurde als Forsthof um 1600 oberhalb des Ortes Daxberg auf einer Höhe von errichtet und statistisch als eigener Ort geführt. Im Jahre 1830 lebten elf Einwohner in einem Wohnhaus. Um 1970 ging dieser Hof durch Verkauf der Gebäude und Grundstücke in Privatbesitz über.

Einwohnerentwicklung Es kann von einer stetig wachsenden Einwohnerentwicklung gesprochen werden. Im Jahr 1946 wurden Flüchtlinge und Ausgebombte bis zu ihrem Wegzug um 1950 aufgenommen.

Jahr Einwohnende 1625 6 Familien 1650 1 Person 1674 4 Familien 1712 12 Familien 1808 128 1814 142 1830 159 1834 178 1871 192 1880 220 Jahr Einwohnende 1900 228 1910 278 1919 318 1925 303 1939 339 1946 411 1950 365 1961 368 1970 525 1971 542 Jahr Einwohnende 1981 587 1986 637 1991 687 2001 708 2005 726 2012 745 2017 742 2019 731 2024 750

Politik Bürgermeister der Gemeinde Daxberg Es gab schon seit etwa 1700 Bürgermeister, Maires oder Schultheiße in Daxberg, deren Namen jedoch nicht oder nur teilweise überliefert sind. Im „Staats Calender“ für das Großherzogtum Frankfurt wird im Jahr 1812 ein Conrad Schmitt als Maire von Daxberg genannt. Als Adjunct fungierte ein Georg Geis. Der erste namentlich genannte Schultheiß war ein gewisser Alois Kremer, der von 1881 bis 1882 der Gemeinde vorstand. Sein Wohnhaus trägt heute noch als Hausnamen, die Bezeichnung „Altschultesse“. Ihm folgte von 1882 bis 1911 der Daxberger Landwirtssohn Johann Denk. Während seiner Amtszeit wurde 1894 ein Schulgebäude errichtet. Von 1912 bis 1924 regierte der Landwirt Alois Geis. Als 1924 erneut die Bürgermeisterwahl anstand, wurde Geis dabei ertappt, wie er sich durch Manipulationen an der Wahlurne Wahlbetrug zuschulden kommen ließ. Die manipulierte Wahlurne soll sich heute in einem Museum in München befinden. Während der Amtszeit von Geis erhielt Daxberg im Jahre 1923 einen eigenen Friedhof sowie ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Von 1925 bis 1945, 24 Jahre lang, war der Landwirt Franz Josef Denk (SPD), der Bruder von Johann Denk Bürgermeister. Als zweiter Bürgermeister fungierte der Gastwirt und Bauunternehmer Jacob Kraus (NSDAP). Von 1945 bis 1948 leitete der von der amerikanischen Militärbehörde eingesetzte Kolonialwarenhändler Adam Muck die Geschicke der Gemeinde. Ihm zur Seite stand Andreas Alig als Zweiter Bürgermeister. Der Schreinermeister Andreas Alig (SPD) war von 1948 bis 1967 erster frei gewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg. Er verwaltete zusätzlich die Poststelle in Daxberg und war Vorstand des Sängerkreises Daxberg, des VdK Ortsverbandes Daxberg/Breunsberg und aktiver Fußballspieler beim Sportverein Rot-Weiß Daxberg. Beim Bau des Abwasserkanals legte er selbst mit Hand an. Während seiner Amtszeit entstand ein neues Baugebiet, sämtliche Straßen erhielten neue Beläge, Wasserleitung und Kanal wurden verlegt. Die Verbindungsstraßen von Daxberg nach Breunsberg und von Daxberg zur Heimbacher Mühle wurden gebaut. Ein Sportplatz mit Vereinsheim wurde errichtet. Als Zweiter Bürgermeister stand ihm Alois Noe zur Seite. Der Bäckermeister und spätere Posthauptschaffner Benno Bauer (CSU) war von 1968 bis zum 31. Dezember 1971 der letzte Bürgermeister der Gemeinde Daxberg. Während seiner Amtszeit wurde der Friedhof erweitert, ein Leichenhaus gebaut und wurden vier Hektar Ackerland in Bauland umgelegt. 1969 wurde ein Ehrenmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges errichtet. Bauer wurde nur 52 Jahre alt und war bis zu seinem plötzlichen Tod am 21. Januar 1981 als Organist in der Heiligkreuz-Kirche in Daxberg tätig. Als Zweiter Bürgermeister fungierte von 1966 bis 1971 Erich Glaser (SPD), der 1969 den Daxberger SPD-Ortsverein gründete. Am 1. Januar 1972 verlor Daxberg die Selbständigkeit durch Eingliederung in den Markt Mömbris.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler mini|Dorfkapelle mini|Kapelle Maria am Wäldchen in Daxberg Die im Jahr 1939 durch Bischof Matthias Ehrenfried geweihte Heiligkreuz-Kirche ist die letzte Kirche der Diözese Würzburg, die unter den damaligen Machthabern des Dritten Reiches errichtet werden durfte. Sie ist ausgestattet mit einem holzgeschnitzten Kreuzweg, einer wertvollen Weihnachtskrippe und einem Altarkreuz, geschaffen von Holzbildhauer Heinrich Wohlfahrt aus Groß-Steinheim, sowie den Statuen des Heiligen Christophorus und der Gottesmutter, die im Gröden in Südtirol hergestellt wurden. Die beiden Wandfresken über den ehemaligen Seitenaltären, geschaffen von Willi Wolf aus Würzburg, wurden 1975 übermalt. Neben der Kirche steht die Dorfkapelle aus dem Jahr 1858. Errichtet wurde sie durch Georg Wombacher, der durch diese Stiftung den Daxberger Bürgern einen würdigen Gebetsraum zum Abhalten der Nachmittags- und Abendandachten verhelfen wollte. Nachdem die Kapelle zwischenzeitlich als Feuerwehrhaus zweckentfremdet worden war, sind keine Einrichtungsgegenstände aus der Entstehungszeit mehr vorhanden. Die Dorfkapelle wurde renoviert und konnte 1988 durch eine Wiedereinweihung in ihre ursprüngliche Bestimmung zurückgeführt werden. Im Innern befindet sich ein Gefallenen-Ehrenmal mit Pieta von Bildhauer Hans Huschka. Eine Kapelle neueren Datums ist die Kapelle Maria am Wäldchen, gestiftet von der Familie Hans Fath und geweiht am 22. August 1999 durch Weihbischof Helmut Bauer. Weithin sichtbar ist das Lucas-Kreuz auf der Daxberger Höhe an der Weggabelung Daxberg/Schimborn/Breunsberg. Es wurde aus Miltenberger Sandstein von Steinmetz Hermann Reichert aus Aschaffenburg geschaffen und 1970 von seinem Stifter, Kommorant Pfarrer Karl Lucas, eingeweiht. Ein im Jahr 1979 durch Bäckermeister Johann Bauer errichteter Holzbildstock steht vor dem Eingang zum Daxberger Friedhof. Dieser Bildstock wurde im Jahr 2009 erneuert. Im Friedhof selbst steht ein Sandsteinkreuz von 1921; auf ihm sind die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges eingraviert. Die Funde und Grabungsergebnisse mehrerer Grabhügel aus der Hallstattzeit sind im Heimatmuseum in Gunzenbach sowie in den Prähistorischen Staatssammlungen in München und in Berlin ausgestellt.

Vereine Freiwillige Feuerwehr Daxberg 1876 e. V. Die Freiwillige Feuerwehr Daxberg wurde 1876 gegründet. 1989 feierte man etwas verspätet das 110-jährige Gründungsfest mit der Weihe eines neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 8, das einen ehemaligen Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei als Feuerwehrfahrzeug ersetzte. Im Jahr 1995 wurde die Fahnenweihe gefeiert. Die Freiwillige Feuerwehr hat 85 Mitglieder, sie besteht aus der aktiven Feuerwehr, die dem Kommandanten unterstellt ist, und dem Feuerwehrverein, der die Aufgabe hat, für den finanziellen Grundstock zu sorgen. Die Freiwillige Feuerwehr Daxberg unterhält seit dem Jahre 1990 eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Daxberg im Landkreis Unterallgäu, die zur Gemeinde Erkheim gehört. Im Mai 2013 wurde das LF 8 durch ein bundeseigenes Katastrophenschutzfahrzeug LF-KatS ersetzt. Gesangverein Sängerkreis Daxberg 1919 e. V. Im Jahr 1919 wurde der Sängerkreis Daxberg als gemischter Chor gegründet. Bereits 1922 zur Fahnenweihe war aus dem gemischten Chor ein reiner Männerchor entstanden. Im Kriegsjahr 1939 wurden die meisten aktiven Sänger zum Militärdienst einberufen, so dass der Männerchor wieder auseinanderfiel. Der Chorgesang wurde durch die Initiative der damaligen Lehrerin Poppek von den Frauen als Kirchenchor weitergeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand wieder ein gemischter Chor, der mit 25 aktiven sowie 70 passiven Mitgliedern weiterhin den Chorgesang fördert. Der Sängerkreis hatte seine größten Erfolge um 1987 mit Chor- und Orchesterkonzerten unter seinem damaligen Dirigenten Franz-Peter Huber, dem jetzigen Domkapellmeister am Fuldaer Dom. Der Chor umrahmt mit seinem Gesang örtliche Veranstaltungen, Gottesdienste, Feste, Jubiläen und nimmt an Kreischorkonzerten, Freundschaftssingen und Chorwochenenden teil. Der Verein ist Mitglied im Maintal-Sängerbund. SV. Rot-Weiß Daxberg 1946 e. V.