mini|Gabelstapler mini|hochkant|Elektrostapler Still RX 20 mit seitlicher Batterieentnahme durch Niederhubwagen EXU mini|Manitou-Gabelstapler im Hafen von Pors-Éven, Bretagne mini|Teleskoplader und mittlerer Gabelstapler Gabelstapler oder Hubstapler gehören zu den Flurförderzeugen und dienen dem innerbetrieblichen Warenumschlag und Transport. Im Gegensatz etwa zu einfachen Hubwagen haben sie einen eigenen Antrieb und ein Hubgerüst, um Stapel zu bilden oder Lagerregale zu bedienen.
Die gebräuchlichsten Hublasten liegen zwischen ein und acht Tonnen. Hubhöhen bis zu sechs Meter sind üblich. Es sind jedoch auch weit größere Fahrzeuge erhältlich; die Tragkraft von Gabelstaplern kann je nach Größe und Gewicht über 70 Tonnenhttps://www.kalmar.de/equipment/stapler/super-heavy-forklift/ betragen, Hubgerüste können auf bis zu zwölf Meter ausgelegt sein, um Hochregale bedienen zu können. Grundsätzlich gestatten die Berufsgenossenschaften in Deutschland nur Stapel- und Einlagerungsvorgänge bis zehn Meter Höhe, an denen Menschen durch Flurfördermittel direkt beteiligt sind; Ausnahmeregelungen sind möglich. In Hochregallagern mit entsprechend hohen Deckenhöhen werden (deshalb) – häufig bereits computergesteuerte – Regalförderer verwendet. Sie sind fest mit dem Regalsystem verbunden und sind im Gegensatz zu den Flurfördermitteln durch den Einlagerungsvorgang nicht umsturzgefährdet; außerdem brauchen sie weniger Platz und können die Ware in der Regel schneller und präziser einlagern, vor allem wenn sie automatisiert sind. Sie übernehmen die einzulagernde Ware von den Flurförderfahrzeugen und lagern sie ein.
Gabelstapler sind insbesondere für den Transport von Paletten ausgelegt. Wesentliches Element des Gabelstaplers ist seine Hubeinheit, die aus Hubmast und Gabelträger besteht. Der Gabelträger trägt (in der Regel) zwei in ihrem Abstand verstellbare stählerne Zinken, die üblicherweise mit einem Hydraulikzylinder über einen Flaschenzug mit einer Laschenkette auf und ab bewegt werden können. Manche Gabeln sind auch als Schlitten quer beweglich oder der Abstand der Gabelstaplerzinken zueinander kann hydraulisch verändert werden. Die Zinken werden Gabel genannt und geben dem Gabelstapler seinen Namen.
Der erste Gabelstapler wurde von Mitarbeitern des Unternehmers Eugene Clark im Jahre 1924 entwickelt. Aus dieser Erfindung heraus entstand die Clark Material Handling Company, die noch heute existiert.logisticshalloffame.net: EUGENE BRADLEY CLARKClark Material Handling Company: History Heute wird ein Großteil der Gabelstapler in Asien gefertigt, wobei bestehende Qualitätsstandards durch die Verwendung europäischer und japanischer Bauteile (Nissan- oder Cummins-Motoren, Okamura-Getriebe, Iskra-Hydraulik, Hoesch-Profile, ZF-Getriebe, Metalrota-Rollen, Steuerungen von Curtis Instruments) eingehalten werden.
In größeren Lagern kommen Staplerleitsysteme zum Einsatz, die für eine optimale Disposition der Fahrzeuge sorgen sollen.
Abgrenzung und Unterscheidung
Weitere motorbetriebene Flurförderzeuge sind zum Beispiel elektrisch angetriebene Hubwagen, Geräte zum Containerumschlag oder fahrerlose Transportfahrzeuge.
Ähnliche Aufgaben können auch andere Fahrzeuge – insbesondere Radlader und Traktoren – durch entsprechende Anbaugeräte (insbesondere Gabelzinken) wahrnehmen. Diese Fahrzeuge werden – als Einschränkung der breiteren Sichtweise der Lagerlogistiktheorie – von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung nicht den Flurförderzeugen zugerechnet.
Besondere Stapler wie Teleskoplader und Reach-Stacker benötigen in der Regel eine weitergehende zusätzliche Schulung für die Fahrer.
Gabelstapler können nach folgenden Kriterien unterschieden werden:
Antriebsart: Diesel-, Elektro- und Gasmotoren (d. h. Ottomotoren die mit Auto- oder Erdgas betrieben werden), sowie erste Antriebe mit Brennstoffzellen Radzahl: dreirädrig als Drehschemellenkung oder vierrädrig mit doppeltem Drehschemel oder Achsschenkellenkung mit Pendelachse Fahrrichtungen: Zweiwegstapler, Vierwegstapler (Stapler mit Steuerbarkeit aller Räder) Unterfahrbarkeit: radunterstützt, freitragend, Schubmast Bediener-, Sitzposition bzw. Bedienungsstand (Deichselführung, Steh- oder Sitzstapler mit Quer-, Seit- oder Frontsitz) Mit oder ohne Überrollbügel Bauweise des Hubmastes: Einfach- bis Vierfachmast als Innen-, Außen- und Mittelmast; Teleskopausführung Bereifung: Lufträder, Vollgummi, Superelastik durch Hohlräume in einer Gummieinlage unter der Laufschicht (siehe Gabelstapler-Reifen) Sicherheitsaspekten: brand- und explosionsgeschützte Stapler nach EU-Bestimmungen EN 1755 und die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU
Technik mini|hochkant|Gabelstapler mit Flüssiggas Gabelstapler werden in der Regel durch einen mitfahrenden Bediener gesteuert und mit einem Verbrennungs- oder Elektromotor angetrieben. Die Verbrennungsmotoren arbeiten mit einem Propan/Butan-Gemisch (Flüssiggas), Dieselkraftstoff oder Erdgas. Benzingetriebene Gabelstapler kommen in der EU praktisch nicht mehr vor.
Elektrische oder mit Gas betriebene Gabelstapler dürfen auch in Innenräumen arbeiten. In der Schweiz dürfen Stapler mit Verbrennungsmotor nur nach gründlicher Abklärung in Innenräumen verwendet werden.
Die Kraft zum Kippen, Heben und teilweise dem Lenken wird hydraulisch übertragen, beim Fahrantrieb von Geräten mit Verbrennungsmotor auch mit Strömungsgetriebe.
Antriebe mit Elektromotor vermeiden Schadstoffemissionen. Sie benötigen eine Traktionsbatterie, deren Masse in diesem Fall zum Schwerpunktausgleich beiträgt. Oft werden daher Bleibatterien in Stahltrögen, meist mit einer Nennspannung von 80 Volt, eingesetzt.
Es werden Gleichstrom- und Drehstrommotoren mit Umrichter eingesetzt. Der Motor dient auch als generatorische Bremse.
Gabelstapler haben eine Hecklenkung mit sehr großem Lenkeinschlag zum Erreichen eines geringen Wendekreises. Bei dreirädriger Bauweise ist hinten ein Drehschemel mit einem (manchmal zwei) Rädern verbaut. Dadurch entspricht der Wendekreis der Fahrzeuglänge, die Fahrzeuge wenden auf der Stelle; bei Volleinschlag drehen sich die Vorderräder in entgegengesetzte Richtung.
Bei den vierrädrigen Staplern sind die hinteren Räder in der Regel durch eine pendelnde Starrachse verbunden, die in einem Punkt mit dem Stapler tragend fixiert ist. Dadurch kann der Stapler auch unebene Flächen befahren.
Allerdings ergibt sich bei diesen beiden Bauweisen lediglich ein Standsicherheitsdreieck, wodurch eine höhere Kippgefahr besteht als beim Fahrzeug mit Standsicherheitsviereck, da der eigene Schwerpunkt näher an den seitlichen Kippkanten liegt. Auch die Pendelachse hat nur einen Auflagepunkt.
Neuere Bauarten (z. B. Still RXE 16) verwenden zwei parallel stehende Drehschemmel zur Lenkung; dadurch wird eine höhere Standfestigkeit erreicht (Standraute) und eine ähnliche Wendigkeit wie bei dreirädrigen Fahrzeugen.
Um die Standsicherheit zu verbessern, haben die meisten Gabelstapler keine Achsfederung. Bei vierrädrigen Staplern mit Pendelachse können jedoch Schwingungsdämpfer oder sogar Versteifungen angebracht sein, die ein Schwanken verhindern sollen. Die Federung übernehmen spezielle Gabelstapler-Reifen sowie ein gefederter Fahrersitz, der auf das Gewicht des Fahrers eingestellt werden kann.
Bedienung Gabelstapler werden über Pedale und Handhebel bedient. Da sie fast ausnahmslos synchronisierte Automatikgetriebe haben, gibt es im Wesentlichen zwei Bedienungssysteme.
Das erste hat ein rechtes Fahr- und ein linkes Bremspedal und die Fahrtrichtung wird über einen Handhebel angewählt, der sich meistens am Lenkrad befindet. (Dieser Fahrrichtungsgeber kann sich aber zum Beispiel auch am ersten Hebel, der Bedieneinheit für das Hubgerüst befinden, damit der Fahrer die Hand an den Schalthebeln lassen kann.) Das zweite hat für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt jeweils ein eigenes Pedal; dies gilt insbesondere für Gabelstapler des Herstellers Linde. Bei diesem System entfällt der richtungsgebende Schalter.
Ist bei der erstgenannten Variante trotzdem ein drittes Pedal verbaut, handelt es sich entweder um eine Feststellbremse oder bei Verbrennungsmotoren um ein sogenanntes Inchpedal. Es sorgt dafür, dass der Stapler bei Stillstand seine volle hydraulische Kraft für die Stapelvorgänge nutzen kann. Charakteristisch kommt dieses Pedal damit einem Kupplungspedal nahe, wird vom Fahrer aber eher als zusätzliche Bremse wahrgenommen, die gerne während der Stapelvorgänge eingesetzt wird, da sie in der Regel mit weniger Kraftaufwand als die eigentliche Bremse und weniger umständlich als die Feststellbremse betrieben werden kann.
Bedienhebel Die Bedienhebel für das Hubgerüst und andere Vorrichtungen zur Lastaufnahme befinden sich in der Regel rechts vom Fahrer. Die ersten beiden Hebel fahren den Hubmast aus und neigen ihn. Weitere Hebel steuern eventuell angeschlossene dynamische Anbaugeräte, die mit den Hydrauliksystem verbunden wurden und dem Stapler zusätzliche Funktionen und Möglichkeiten verleihen.
Insbesondere ist es üblich, über den dritten Hebel einen Seitenschieber zu betreiben, der den Gabelrücken (mit den daran befestigten Gabelzinken) nach links und rechts steuert. Für Gabelstapler gibt es – ähnlich wie für Bagger und Radlader – eine Vielzahl von Anbaugeräten, die in der Regel über diesen dritten oder einen vierten Hebel gesteuert werden können.
Bei einigen Gabelstaplern wird statt dieser Steuerhebel – die vorwärts und rückwärts gezogen werden – ein Steuerstick ähnlich einem Joystick verwendet, bei dem jeweils einer die Funktion von zwei klassischen Steuerhebeln übernimmt. Dadurch wird dem Fahrer der Handwechsel erspart.
Auch werden Multifunktions-Joysticks verwendet; d. h. auf einem einzigen Joystick befinden sich Tasten und Kipphebel für die Ansteuerung weiterer Anbaugeräte oder sonstige Funktionen.
Lenkung
Gängige Frontgabelstapler haben überwiegend ein Lenkrad (in der Regel mit Lenkknauf) oder einen Joystick. Insbesondere bei Seitenschubmaststaplern werden als Lenkräder mangels Platz die Lenkradbauformen „Mini“ und „Midi“ eingesetzt. Bei Minilenkrädern liegt die linke Handfläche auf dem Kurbelknopf, während der dazugehörige Arm auf einer Armlehne ruht, die sich den Bewegungen des Fahrers anpassen kann. Bei Midilenkrädern kann die gesamte Lenkeinheit ergonomisch angepasst werden.
Die Lenkung ist in der Regel auch bei Lenkrädern hydraulisch unterstützt und lenkt das Hinterrad (oder die Hinterräder) weit stärker ein, als das etwa bei einem Personenkraftwagen möglich ist. Daraus ergibt sich die große Wendigkeit eines Staplers. Seit einigen Jahren setzen Unternehmen vermehrt auch auf eine elektrische Lenkung, die eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs ermöglicht.
Ein üblicher Stapler benötigt meistens nur seine eigene Fahrzeuglänge zum Wenden und dreht dabei bei vollständigem Lenkeinschlag mehr oder minder um den kurveninneren Vorderreifen. Bei Vierwegestaplern könne alle Räder gelenkt werden, wodurch der Stapler ohne Wendemanöver auskommt. Wegen dieser Fahreigenschaften stellen Gabelstapler für Fußgänger und die Fahrer anderer Fahrzeuge eine Gefahr dar, da diese – unter anderem bei Versuchen, nahe an einem Gabelstapler vorbeizukommen – vom ausschwenkenden Heck, plötzlichen Richtungsänderungen und sonstigen, anderen Fahrzeugen nicht möglichen Fahrmanövern überrascht werden können.
Sitz
Der Sitz des Fahrers ist nicht immer in Richtung einer Vorwärtsfahrt montiert; bei Seitenschubmaststaplern ist der Sitz um 90 Grad gedreht angebracht und der Fahrer muss zum Beispiel bei Vorwärtsfahrten nach rechts und bei Rückwärtsfahrt nach links blicken. Einige Staplersitze lassen sich (mit Pedalen und Hebeln) eingeschränkt nach links und rechts drehen; fortgeschrittene Stapler können sogar die gesamte Fahrerkabine um 360 Grad drehen.