mini|Werner Wölbern bei einer Lesung in seiner ehemaligen Schule, dem St.-Viti-Gymnasium Zeven Werner Wölbern (* 9. November 1961 in Zeven) ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.

Leben und Wirken Herkunft und Ausbildung Werner Wölbern wuchs mit zwei Brüdern, darunter der heutige SPD-Politiker Bernd Wölbern, im niedersächsischen Wohnste auf. Als Kind spielte er dort Theater und wurde dann Mitglied der Theater-AG des St.-Viti-Gymnasiums Zeven, die von seinem Deutschlehrer Jürgen Behn geleitet wurde. Seine Schauspielausbildung absolvierte er von 1984 bis 1988 an der Folkwang Universität der Künste in Essen.Werner Wölbern beim Schauspiel Hannover, abgerufen am 8. September 2022

Berufliche Laufbahn Es folgten Engagements an Theatern in Heilbronn, Esslingen, Köln und Düsseldorf, bevor er 1995 an das Thalia Theater in Hamburg wechselte, wo er u. a. unter der Regie von Jürgen Flimm, Sven-Eric Bechtolf und Martin Kušej große Rollen spielte. Von 1999 bis 2004 war er festes Ensemble-Mitglied des Wiener Burgtheaters und setzte dort v. a. seine künstlerische Zusammenarbeit mit Martin Kušej fort, weitere Regisseure waren Luc Bondy und Andrea Breth, mit der er nachfolgend auch bei den Salzburger Festspielen zusammen arbeitete.Profil auf der Website des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg 2005 kehrte er nach Hamburg zurück und war wieder Ensemble-Mitglied am Thalia Theater, arbeitete hier u. a. mit Stephan Kimmig und David Bösch. Seit 2008 ist Wölbern freischaffend tätig, unter anderem am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Deutschen Theater Berlin, am Schauspielhaus Bochum, in München am Residenztheater als „Faust“ in der Inszenierung von Kušej und (2021/22) am Staatstheater Hannover als Dorfrichter Adam in Kleists Der zerbrochne Krug. 2023/24 spielte er in der Inszenierung von Roger Vontobel „Macbeth“ bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und am Stadttheater Bern.

2006 inszenierte Wölbern Katzelmacher von Rainer Werner Fassbinder. Die Inszenierung des Essener Grillo-Theaters wurde beim Schauspielschultreffen 2006 mit dem Ensemblepreis ausgezeichnet. Weitere Inszenierungen: Seid nett zu Mr. Sloane, Staatsschauspiel Stuttgart, 2007, Shrink (Thomas Huber), UA, 2008, Altonaer Theater.

In Film und Fernsehen war er unter anderem in dem Filmdrama Herz (Regie: Horst Szerba) sowie in vielen Episodenrollen – u. a. in den Fernsehreihen Tatort, Polizeiruf 110, Wilsberg, Das Duo, Ein Fall für zwei, Marie Brand und Schimanski – zu sehen.

Ab Herbst 2009 spielte er den Staatsanwalt Wärmelskirchen in der TV-Serie Der Dicke mit Dieter Pfaff – später: Die Kanzlei - und von 2018 bis 2024 die wiederkehrende Nebenrolle des Staatsanwalts Bachmann im Frankfurter Tatort (Janneke und Brix). Er war auch in der Netflix-Serie Dark sowie in Babylon Berlin (Sky und ARD) – als „Gustav Stresemann“ – zu sehen.

Wölbern wirkte in der Vergangenheit auch an zahlreichen Hörbüchern und Hörspielen mit, unter anderem 2012 als Erzähler im Hörspiel Ulysses nach James Joyce, dem mit einer Laufzeit von mehr als 22 Stunden bis dahin längsten Hörspiel des Südwestrundfunks und einer der aufwändigsten Hörspielproduktionen der ARD.

Von 2007 bis 2026 war Werner Wölbern Professor für „Rollen- und Szenenstudium“ an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.Werner Wölbern bei der HfMDK, abgerufen am 27. April 2022 Seit April 2026 ist er wieder freiberuflich tätig und widmet sich ausschließlich künstlerischen Aufgaben, u. a. an der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg/Düsseldorf, an den Bühnen der Stadt Bern sowie in TV und Hörfunk.

Persönliches Wölbern hat zwei Söhne und ist mit der Theater-Schauspielerin Anne Schieber verheiratet. Er lebt in Hamburg.

Auszeichnungen 2009: Auszeichnung 3sat-Preis (gemeinsam mit Birgit Minichmayr und Nicholas Ofczarek)Meldung auf Nachtkritik.de vom 17. Mai 2009 2000 und 2002: Nominierung Nestroy-Theaterpreisoffizielle Homepage zum Nestroy-Preis

Werk Filmografie (Auswahl)

Bühnenrollen (Auswahl) 1988: Die Glasmenagerie von Tennessee Williams als Tom (Theater Heilbronn) 1989: Der Selbstmörder von Nicolai Erdman als Semjon (Württembergische Landesbühne Esslingen) 1991: Die Räuber von Friedrich Schiller als Franz Moor (Schauspielhaus, Bühnen der Stadt Köln) 1993: Der Kindermörder von Oliver Reese als Jürgen Bartsch (Düsseldorfer Schauspielhaus) 1997: Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare als Puck (Thalia Theater, Hamburg) 1998: Romeo und Julia von William Shakespeare als Tybalt (Thalia Theater, Hamburg) 1999: Weh dem, der lügt! von Franz Grillparzer als Atalus (Burgtheater Wien) 2001: Edward II. von Christopher Marlowe als Edward II. (Thalia Theater Hamburg) 2002: Das weite Land von Arthur Schnitzler als Dr. Mauer (Salzburger Festspiele) 2003: Glaube und Heimat von Karl Schönherr als Rott (Burgtheater Wien) 2004: King Arthur von Purcell als Grimbald (Salzburger Festspiele) 2006: Schlaf von Jon Fosse als Der mittelalte Mann (Burgtheater Wien) 2005: Mein Kampf von George Tabori als Shlomo Herzl (Thalia Theater, Hamburg) 2006: Sommergäste von Maxim Gorki als Suslow (Thalia Theater, Hamburg) 2007: Die Katze auf dem heißen Blechdach von Tennessee Williams als Gooper (Thalia Theater, Hamburg) 2007: Ersatzbank von Albert Ostermaier als Uwe (Thalia Theater, Hamburg) 2007: Maria Stuart von Friedrich Schiller als Graf Leicester (Thalia Theater, Hamburg) 2008: Der Weibsteufel von Karl Schönherr als Der Mann (Burgtheater Wien) 2009: Baumeister Solness von Henrik Ibsen als Halvard Solness (Schauspielhaus Hamburg) 2010: Das Interview von Theo van Gogh als Pierre Peters (Hamburger Kammerspiele) 2011: Die Ängstlichen und die Brutalen von Nis-Momme Stockmann als Eirik (Deutsches Theater Berlin) 2011: Gyges und sein Ring von Friedrich Hebbel als Kandaules (Residenztheater München) 2013: Die Nibelungen von Friedrich Hebbel als Hagen Tronje (Schauspielhaus Bochum) 2014: Faust von J.W. Goethe als Faust (Residenztheater München) 2014: Onkel Wanja von Anton Tschechow als Onkel Wanja (Schauspielhaus Bochum) 2017: Kampf des Negers und der Hunde von Bernard-Marie Koltès als Horn (Schauspielhaus Bochum/Schauspiel Frankfurt) 2017: Orestie von Aischylos als Agamemnon (Schauspielhaus Bochum) 2019: Faust von J.W. Goethe als Faust (Burgtheater Wien) 2020: Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist als Dorfrichter Adam (Schauspiel Hannover) 2022: Nibelungen-Festspiele in Worms als Wotan 2023/24: Macbeth von William Shakespeare als Macbeth (Ruhrfestspiele Recklinghausen und Stadttheater Bern) 2025: Der Kreidekreis von Alexander Zemlinsky als Tschu-Tschu (Sprechrolle), Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf

Hörbücher und Hörspiele (Auswahl) 1997: Dagmar Scharsich: Radieschen von unten – Regie: Corinne Frottier (NDR) 1998: Bruno Schulz: Wie Jakub, mein Vater, sich von uns wegverwandelte – Bearbeitung, Regie und Musikcollage: Heinz von Cramer (Familiendrama – HR) 1999: Ken Follett: Die Säulen der Erde (Alfred) – Regie: Leonhard Koppelmann (Hörspiel in 9 Teilen – WDR) 1999: Dagmar Scharsich: Salve! (Friedrich von Hitzleben) – Regie: Barbara Plensat (Kriminalhörspiel – NDR) 2001: Freddy: Ein wildes Hamsterleben – Regie: Burkhard Ax (WDR/NDR), Rolle: Erzähler 2002: Der Steppenwolf 2002: Prometheus 2004: Der Doppelgänger 2004: Die Großtaten eines jungen Don Juan 2004: Noëlle Renaude: Madame Ka. – Regie: Christiane Ohaus (Hörspielfeature – RB) 2005: Wendekreis des Krebses 2006: Buddha: Der Pfad der Vervollkommnung 2006: Mein Leben mit Mozart 2007: Woyzeck – Regie: Leonhard Koppelmann (Hörspiel, SWR) 2008: Worte der Weisheit 2008: Die Kinder der 6. Dämmerung 2008: Doktor Faustus, Thomas Mann – Regie: Leonhard Koppelmann (Hörspiel, HR/BR) 2009: Das Geisterhaus, Isabelle Allende 2009: Der Schlafwandler (Regie: Klaus Buhlert), Hermann Broch 2010: Und das Licht scheint in der Finsternis von Lew Tolstoi, Regie: Elisabeth Panknin, Bearbeitung (Wort): Gerhard Ahrens, DLF 2010: Die Serapions-Brüder (Regie: Klaus Buhlert), E.T.A. Hoffmann 2012: Ulysses (Regie: Klaus Buhlert), James Joyce 2013: Pete Dexter: Deadwood – Regie: Leonhard Koppelmann (Hörspiel (2Teile) – DKultur) 2016: Franz Kafka, Das Schloss. Hörspiel in 12 Teilen. Rolle: Beobachter vom Schloss, Regie: Klaus Buhlert (BR Hörspiel und Medienkunst)

Weblinks

Agenturprofil Werner Wölberns

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Zeven) Kategorie:Burgschauspieler Kategorie:Ensemblemitglied des Schauspiels Hannover Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann