mini|Johann Georg Specht Johann Georg Specht (* 20. Dezember 1721Hin und wieder wird auch 1720 als Geburtsjahr genannt. Hier handelt es sich um den Erstgeborenen, der jedoch kurz nach der Geburt starb. Nach Brauch und Sitte erhielt der Zweitgeborene den gleichen Namen – meist den des Paten (siehe Literatur Bilger 1977, Seite 13) in Lindenberg im Allgäu; † 30. Dezember 1803) war Baumeister des Spätbarock und gehörte der sogenannten Vorarlberger Bauschule oder den Meistern des Vorarlberger Münsterschemas an.

Leben Er lernte sein Handwerk beim Vorarlberger Baumeister Peter Thumb (siehe Wallfahrtskirche Birnau).

Specht plante und baute im Allgäu und in Oberschwaben eine große Zahl von Bauwerken. Dazu zählen auch Wasserwerke, Brücken, Mühlen, Wohn- und Ökonomiegebäude sowie Schlösser und Kirchen.

Sein Hauptwerk fand er 1771 in der Wiblinger Klosterkirche St. Martin, die er zwar plante und begann, aber nicht fertigstellen durfte. Der bayerische Baumeister, Maler und spätere kurtrierische Hofmaler Januarius Zick hatte bereits vor 1783 das Vertrauen des Auftraggebers erworben und erreicht, dass er selbst mit dem Weiterbau beauftragt und Specht entlassen wurde.

Ehrungen In seiner Geburtsstadt Lindenberg im Allgäu wurde die Baumeister-Specht-Straße nach ihm benannt.

Werke 1746–1748: Schloss in Ratzenried. Anbau N-Flügel und N-Turmsiehe Burgeninventar 1748–1750: verschiedene Bauten am Schloss (Ökonomiegebäude) in Ratzenried. 1750: Erweiterung des Klosters Löwenthal (heute Stadtgebiet von Friedrichshafen) 1751: Kirche in Siggen, Pfarrhof in Herlazhofen, Wasserwerk in Vollmaringen 1752: Umbau des dreiteiligen Schlosses zu einem Gesamtwerk, Bau der Kirche und Umbau des Pfarrhofes in Amtzell 1752–1753: Kirchenumbauten in Baisingen (heute Ortsteil von Rottenburg am Neckar) und Gründringen (heute Ortsteil von Nagold) 1755–1756: Schloss Rimpach und Kapelle St. Leonhard in Rimpach (heute Stadtgebiet von Leutkirch, Ortsteil Friesenhofen) 1758: Pfarrhof in Siggen 1760: Bogenbrücke bei Mäuchen bei Opfenbach 1762: Pfarrkirche in Amtzell 1764: verschiedene Brücken, Bau der alten Pfarrkirche (Aureliuskirche) in Lindenberg im Allgäu 1765: Pfarrhof in Heimenkirch, Feldkapelle in Mittelbiberach, Schlosskapelle in Rimpach (heute Stadtgebiet von Leutkirch, Ortsteil Friesenhofen), Kirche in Eglofs (–1766) 1766–1769: Schloss Kleinlaupheim in Laupheim 1767: Turm der Kirche in Niedersonthofen (heute Gemarkung in der Gemeinde Waltenhofen) 1771: Pfarrkirche in Wiggensbach bei Kempten, Turmkuppel in Lindau 1771–1778: Klosterkirche in Wiblingen 1778: Thurn- und Taxis’sche Posthalterei in Kempten 1780–1782: Bauten an Ökonomiegebäuden im Kloster Irsee 1786: Plan für Kirche St. Blasius in Weiler 1786–1789: Schloss Neutrauchburg bei Isny 1792: Pfarrkirche St. Gallus in Scheidegg bei Lindenberg im Allgäu 1793: Ruhlandser Brücke bei Opfenbach 1796: Kirche in Scheidegg 1801: Ziegelstadel in Lindenberg im Allgäu

Literatur Ein Allgäuer Barockbaumeister. Johann Georg Specht. (Allgäuer Heimatbücher, 6), Verlag für Heimatpflege, Kempten (Allgäu) 1977. Bilger, Hugo; Scheller Ludwig: Ein Baumeister des Allgäus am Ende der Barockzeit: Johann Georg Specht. Zeichnungen von Günther Scheller. Verlag für Heimatpflege, Kempten (Allgäu) 1977. Reihe „Allgäuer Heimatbücher“, 79. Band.

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Bemerkungen, Einzelnachweise

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