Die Afrikaschnäpper (Platysteiridae) bilden eine 27 Arten und drei Gattungen umfassende Familie von Singvögeln, die in Afrika südlich der Sahara vorkommt. Sie wurde früher als Unterfamilie der Fliegenschnäpper angesehen. Die Lappenschnäpper wurden früher der Gattung Dyaphorophyia, jetzt aber Platysteira zugeordnet.K. Y. Njabo, R. C. Bowie, M. D. Sorenson: Phylogeny, biogeography and taxonomy of the African wattle-eyes (Aves: Passeriformes: Platysteiridae). In: Molecular phylogenetics and evolution. Band 48, Nummer 1, Juli 2008, S. 136–149, , PMID 18291681.
Merkmale Afrikaschnäpper sind kleine Vögel (8 bis 16 cm lang) mit einem überwiegend schwarz-weißen Gefieder. Einige Gefiederpartien können auch grau sein und besonders die Weibchen zeigen auch gelbliche oder kastanienbraune Gefiederbereiche. Der Kopf ist relativ groß, der Schnabel kurz bis mittellang. Flügel und Schwanz sind mittellang bis kurz. Lappenschnäpper haben bunte Hautlappen um die Augen und viele gemeinsame Merkmale mit den Wollschnäppern, wie lange, flauschige Bürzelfedern, die über dem Rücken aufgestellt werden können, sowie durch Flügelschlag erzeugte Töne und halbmelodische Gesänge.
Lebensraum und Lebensweise Afrikaschnäpper kommen in Wüsten, Savannen, offenen Wäldern, Mangroven und Bergwäldern vor. Sie ernähren sich von Insekten und anderen kleinen Gliederfüßern. Insekten werden meist in Flug gefangen, der Erdschnäpper sucht seinen Nahrung auf dem Boden. Afrikaschnäpper sind monogam und oft hilft ein dritter erwachsener Vogel bei der Jungvogelaufzucht, wahrscheinlich ein Junges einer vorigen Brut. Das Nest ist napfförmig und wird aus feinem Pflanzenmaterial gebaut, mit Spinnweben verflochten und mit Moosen und Flechten getarnt und gepolstert. Das Gelege besteht in der Regel aus einem bis drei Eiern. Beide Eltern bauen das Nest und brüten, Weibchen brüten normalerweise aber länger und werden dabei vom Männchen gefüttert. Die Nestlinge schlüpfen nach 17 bis 18 Tagen und werden nach etwa 16 Tagen flügge. Danach werden sie noch mehrere Monate lang von den Eltern gefüttert.
mini|Kapbatis – Batis capensis mini|Weißflankenbatis – Batis molitor mini|Erdschnäpper – Lanioturdus torquatus
Gattungen und Arten Wollschnäpper – Batis , 1833 Kapbatis – Batis capensis (, 1766) Ruwenzoribatis – Batis diops , 1905 Woodward-Batis – Batis fratrum , 1900 Ituribatis – Batis ituriensis , 1921 Lawson-Batis – Batis occulta , 1984 Margaretenbatis – Batis margaritae , 1934 Gabunbatis – Batis minima , 1855 Kongobatis – Batis minor , 1901 Angolabatis – Batis minulla , 1874 Kurzschwanzbatis – Batis mixta , 1889 Weißflankenbatis – Batis molitor , 1836 Heuglin-Batis – Batis orientalis , 1871 Däumlingsbatis – Batis perkeo , 1907 Priritbatis – Batis pririt (, 1818) Senegalbatis – Batis senegalensis (, 1766) Fahlbatis – Batis soror , 1903
Lanioturdus , 1838 Erdschnäpper – Lanioturdus torquatus , 1838
Lappenschnäpper – Platysteira , 1829 Halsband-Lappenschnäpper – Platysteira hormophora (, 1901) Weißbürzel-Lappenschnäpper – Platysteira castanea , 1843 Weißbrauen-Lappenschnäpper – Platysteira tonsa , 1911 Bandlappenschnäpper – Platysteira laticincta , 1926 Schwarzkehl-Lappenschnäpper – Platysteira peltata , 1850 Weißstirn-Lappenschnäpper – Platysteira albifrons , 1873 Bindenlappenschnäpper – Platysteira cyanea (, 1776) Orangebauch-Lappenschnäpper – Platysteira concreta , 1855 Glanzlappenschnäpper – Platysteira blissetti , 1872 Schwarznacken-Lappenschnäpper – Platysteira chalybea , 1897 Jamesonlappenschnäpper – Platysteira jamesoni , 1890
Einzelnachweise David W. Winkler, Shawn M. Billerman, Irby J. Lovette: Bird Families of the World: A Guide to the Spectacular Diversity of Birds. Lynx Edicions (2015), ISBN 978-84-941892-0-3, S. 368–369.
Weblinks
Afrikaschnäpper auf montereybay.com (englisch)