Über die Stadt Braunschweig verstreut finden sich zahlreiche Denkmale und Denkmäler, Standbilder, Reliefs, Gedenksteine, und -tafeln, die im Laufe der Jahrhunderte zu unterschiedlichen Anlässen aufgestellt wurden. Einige dieser Werke sind allerdings mittlerweile aus verschiedenen Gründen (meist aufgrund von Kriegen) nicht mehr vorhanden.

Die zweifellos kunsthistorisch und stadtgeschichtlich wichtigsten Werke sind auch gleichzeitig die ältesten: Das nach seinem Erschaffer benannte „Imervard-Kreuz“ gilt als eine der bedeutendsten romanischen Skulpturen auf deutschem Boden. Der Braunschweiger Löwe ist die älteste erhaltene Großplastik des Mittelalters nördlich der Alpen und erster größerer figürlicher Hohlguss seit der Antike. Das Grabmal Heinrichs des Löwen und seiner zweiten Gemahlin Mathilde von England ist ebenfalls außergewöhnlich, da es zu den ersten Grabmälern gehört, bei denen ein naturalistischer Stil Einzug hielt.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird kontinuierlich gepflegt. Zur leichteren Orientierung dient eine chronologische Gliederung nach dem Datum der Entstehung bzw. Aufstellung:

12. Jahrhundert Imervard-Kreuz mini|hochkant|Imervard-Kreuz

Errichtet: um 1150 Anlass: unbekannt Entwurf: unbekannter „Meister Imervard“ (Inschrift: „IMERVARD ME FECIT“) Ausführung: „Meister Imervard“ Material: Holz Aufstellungsort: Braunschweiger Dom () Besonderheiten: Romanische Skulptur des gekreuzigten Christus in stark stilisierter, fast quadratischer Form. An der Rückseite des Kopfes befindet sich ein Reliquiengefäß. Status: noch am selben Ort

Braunschweiger Löwe mini|Braunschweiger Löwe

Errichtet: um 1166 Anlass: Demonstration der weltlichen Macht Heinrichs des Löwen Entwurf: unbekannt Ausführung: unbekannt Material: Bronze Aufstellungsort: ursprünglich auf dem Burgplatz vor dem Braunschweiger Dom und der Burg Dankwarderode, seit dem 9. Juli 1980 in der Burg () Besonderheiten: Der Braunschweiger Löwe ist die älteste erhaltene Großplastik des Mittelalters nördlich der Alpen und der erste größere figürliche Hohlguss seit der Antike; darüber hinaus ist er die einzige mittelalterliche Freiplastik, die (bis zum 9. Juli 1980) noch an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort stand. Status: Das Original befindet sich seither „einige Meter“ weiter in der Burg Dankwarderode. Auf dem Burgplatz, am alten Standort, befindet sich jetzt eine originalgetreue Kopie.

13. Jahrhundert Grabmal Heinrichs des Löwen und Mathildes mini|Grabmal Heinrichs des Löwen und Mathildes Errichtet: um 1230 Anlass: Tod Heinrichs des Löwen und seiner zweiten Frau Mathilde von England Entwurf: unbekannt Ausführung: unbekannt Material: Stein Aufstellungsort: Mittelschiff des Braunschweiger Doms () Besonderheiten: - Status: noch am selben Ort

14. Jahrhundert Stifter-Statue im Braunschweiger Dom mini|hochkant|Vermutliche Stifterstatue Heinrichs im Braunschweiger Dom; evtl. aber auch die Darstellung seines Sohnes, des späteren römisch-deutschen Königs und Kaisers Otto IV.Bernd Ulrich Hucker vermutet, dass es sich um die Darstellung Ottos aus einem unvollendet gebliebenen Grabmal für diesen handeln könne. Vgl.: Braunschweigisches Landesmuseum – Niedersächsische Landesmuseen Braunschweig (Hrsg.): Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum. Petersberg 2009, S. 289ff. Errichtet: um 1300 Anlass: Ehrung Heinrichs des Löwen Entwurf: unbekannt Ausführung: unbekannt Material: Stein Aufstellungsort: Im Braunschweiger Dom, rechts neben dem Chor () Besonderheiten: Es besteht Uneinigkeit darüber, ob es sich um ein Bildnis des Stifters des Domes, Heinrich den Löwen handelt oder um einen Roland Status: noch am selben Ort

15. Jahrhundert 17 Statuen am Altstadtrathaus mini|Das Altstadtrathaus Errichtet: Figuren um 1455 aufgestellt, das Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert (erste urkundliche Erwähnung 1253) Anlass: Ehrung ottonischer und welfischer Kaiser, Könige und Herzöge Entwurf: Hans Hesse d.J. Ausführung: Hans Hesse Material: Stein Aufstellungsort: Ost- und Südfassade des Altstadtrathauses () Besonderheiten: ottonische und welfische Kaiser, Könige und Herzöge mit ihren Frauen (König Heinrich I. und Mathilde die Heilige, Kaiser Otto I. und Adelheid von Burgund, Kaiser Otto II. und Theophanu, Kaiser Otto III. und Sophia, Lothar von Süpplingenburg ohne Richenza von Northeim, Kaiser Otto IV. und Beatrix von Schwaben, Herzog Heinrich der Löwe und Mathilde von England, Wilhelm von Lüneburg und seine Gemahlin Helena, Herzog Otto das Kind und Mathilde). Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude vollständig aus, jedoch blieben die Fassaden fast unbeschädigt erhalten. Status: noch am selben Ort

17. Jahrhundert Stechinelli mini|hochkant|Stechinelli

Errichtet: wahrscheinlich 1690 Anlass: Angebliche Darstellung Francesco Maria Capellinis, genannt „Stechinelli“. Entwurf: unbekannt Ausführung: unbekannt Material: Stein Aufstellungsort: In der Fassade des Stechinelli-Hauses in Braunschweig (). Besonderheiten: Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später wieder restauriert. Status: wieder am selben Ort

18. Jahrhundert Denkmal für Herzog Leopold mini|hochkant|Denkmal für Herzog Leopold Errichtet: zwischen 1785 und 1787 Anlass: Ehrung Herzog Leopolds von Braunschweig-Lüneburg Entwurf: Johann Heinrich Oden Ausführung: Johann Heinrich Oden das Denkmal und Christian Friedrich Krull für das Medaillon Material: Stein Aufstellungsort: im Garten des Hauses der Freimaurerloge Carl zur gekrönten Säule (Logengarten) in der Leopoldstraße Besonderheiten: Status: Muss 1929 noch am ursprünglichen Aufstellungsort gewesen sein. Das Denkmal steht heute leicht beschädigt in den Schlossgärten in Blankenburg (Harz). Es ist inzwischen restauriert worden.

19. Jahrhundert Obelisk auf dem Löwenwall mini|hochkant|Der Obelisk auf dem Löwenwall

Errichtet: 13. August 1823 Anlass: Ehrung der in den Befreiungskriegen gefallenen Braunschweigischen Herzöge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm. Entwurf: Architekt Peter Joseph Krahe (Obelisk), Bildhauer Johann Gottfried Schadow (Löwen) Ausführung: „Fürstlich Braunschweigische Hüttenwerke“ in Zorge im Harz (Guss dauerte von 1819 bis 1822). Material: Gusseisen (angeblich aus erbeuteten französischen Kanonen) und Gold, Sockel mit überlebensgroßen Löwen an jeder der vier Ecken. Aufstellungsort: Löwenwall () Besonderheiten: Erstes Denkmal der Neuzeit in Braunschweig – d. h. seit der Errichtung des Braunschweiger Löwen um das Jahr 1166. Status: noch am selben Ort

Olfermann-Denkmal mini|hochkant|Olfermann-Denkmal Errichtet: 18. Oktober 1832 Anlass: 10. Todestag Johann Elias Olfermanns, Braunschweigischer Offizier in den Befreiungskriegen und nach dem Tode des „Schwarzen Herzogs“ Führer der Braunschweigischen Truppen in der Schlacht bei Waterloo. Entwurf: unbekannt Ausführung: unbekannt Material: Sandstein Aufstellungsort: auf dem Nußberg in Braunschweig Besonderheiten: Status: noch am selben Ort

Schill-Denkmal mini|Schill-Denkmal

Errichtet: 19. März 1837 Anlass: Ehrung Ferdinand von Schills (gefallen in Stralsund) und der 14 Unteroffiziere seines Regiments, die im Juli 1809 an der Stelle des Denkmals von französischen Truppen erschossen worden waren. Stifter: König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen Entwurf: Heinrich Friedrich Uhlmann Ausführung: unbekannt Material: Stein (Sockel) und Metall (Eisernes Kreuz) Aufstellungsort: Schillstraße, Ecke Leonhardplatz () Besonderheiten: Das Denkmal entstand auf Initiative des Schriftstellers Friedrich Karl von Vechelde. Schills Kopf wurde am 24. September 1837 in der Gruft unter dem Denkmal beigesetzt, wo auch die 14 Unteroffiziere bestattet worden waren. Status: noch am selben Ort

Obelisk in Ölper mini|hochkant|Obelisk in Ölper Errichtet: 15. Oktober 1843 Anlass: Gedenken an das Gefecht bei Ölper am 1. August 1809 Entwurf: Ausführung: Material: Eisen Aufstellungsort: Ölper Besonderheiten: Um den Sockel des Obelisken verläuft ein Relief mit vier Löwen (evtl. ein Zitat des Obelisken vom Löwenwall). Status: noch am selben Ort

Friedrich-Wilhelm-Eiche

mini|Die Friedrich-Wilhelm-Eiche Errichtet: 18. Juni 1850 (Baum anlässlich der Waterloo-Feier gepflanzt), das Gitter mit herzoglichem Wappen wurde am 1. August 1859, 50. Jahrestag des Gefechts bei Ölper, hinzugefügt. Offizielle Einweihung am 1. August 1861. Anlass: Ehrung des „Schwarzen Herzogs“. Unter dem Baum soll er in der Nacht auf den 1. August 1809 gerastet haben, bevor er mit seinen Truppen in das Gefecht bei Ölper zog. Entwurf: Friedrich Maria Krahe Ausführung: Theodor Julius Heinrich Strümpell (* 1818; † 1890) Material: Holz und Eisen Aufstellungsort: Am Neuen Petritor () Besonderheiten: Aufschrift: „Hier lagerte Herzog Friedrich-Wilhelm von Braunschweig-Oels in mitten seiner Krieger in der Nacht auf den 1. August 1809.“ Status: noch am selben Ort

Lessing-Denkmal mini|Lessing-Denkmal

Errichtet: 20. September 1853 Anlass: Ehrung Gotthold Ephraim Lessings Entwurf: Ernst Rietschel Ausführung: Georg Ferdinand Howaldt Material: Sockel aus Harzer Granit, Figur aus Bronze Aufstellungsort: Lessingplatz () Besonderheiten: Das überlebensgroße Denkmal war bereits 1849 bei Rietschel in Auftrag geben worden. Für Braunschweig war dieses Denkmal die erste Darstellung eines Menschen und zudem das erste Standbild das keinen Monarchen darstellte. Das Gesicht wurde von Christian Friedrich Krull nach einer Portraitbüste Lessings gestaltet. Das gesamte Denkmal wurde allein durch private Spenden finanziert. Während des Zweiten Weltkrieges war es ausgelagert und wurde erst 1947 wieder an seinen angestammten Standort gebracht. Status: noch am selben Ort

Braunschweiger Quadriga mini|Braunschweiger Quadriga (2009) auf dem Mittelbau des Braunschweiger Schlosses

Errichtet: 1858–1863, 1865–1868 und 2008 Anlass: Neubau bzw. Erweiterung des Braunschweiger Schlosses Entwurf: Ernst Rietschel Ausführung: Georg Ferdinand Howaldt (Treibarbeit 1858–1863 und 1865–1868), Gießerei Emil Kosicki in Posen (2006–2008) Material: Kupfer 1858–1863 und 1865–1868, Bronze 2006–2008 Aufstellungsort: auf dem Mittelbau der Braunschweiger Schlossfassade () Besonderheiten: Die 3. Version der Quadriga wurde nach der vollständigen Verschrottung der Überreste der 2. Version im Rahmen des Abrisses des Schlosses im Jahre 1960, nach einem 1:3-Original-Modell Rietschels angefertigt. Status: Vom Original aus dem Jahre 1863 ist lediglich der Kopf übrig geblieben, der im Städtischen Museum besichtigt werden kann. Seit dem Frühjahr 2007 sollte die 3. Version der Quadriga auf dem Neubau des Braunschweiger Schlosses stehen. Statische Probleme verzögerten den geplanten Termin jedoch bis ins Jahr 2008, als die „größte Quadriga Europas“ im Oktober schließlich wieder auf das Schloss zurückkehrte.

Büste von Wilhelm Erdmann Florian von Thielau mini|hochkant|Von Thielau Errichtet: nach 1865 (?) Anlass: Ehrung des Braunschweigischen Staatsmannes Wilhelm Erdmann Florian von Thielau (1800–1865) Entwurf: signiert fecit Friedrich August Theodor Howaldt Ausführung: Georg Ferdinand Howaldt Material: Kupfer Aufstellungsort: Domfriedhof Besonderheiten: Sockelaufschrift „Die Kaufleute & Fabrikanten Braunschweigs“ (offenbar die Initiatoren des Denkmals). Status: noch am selben Ort

Heinrichsbrunnen mini|hochkant|Heinrichsbrunnen

Errichtet: 4. Juli 1874 Anlass: Ehrung Heinrichs des Löwen Entwurf: Adolf Breymann Ausführung: Georg Ferdinand Howaldt Material: Bronze Aufstellungsort: Hagenmarkt () Besonderheiten: Die Brunnenschalen stammen von Ludwig Winter, die Drachen und Löwen sind wiederum von Breymann. Ein früherer Brunnen an dieser Stelle aus dem Jahre 1407 wurde 1814 während der Befreiungskriege eingeschmolzen, um daraus Kanonen zu gießen. Status: noch am selben Ort

Reiterstandbild von Herzog Friedrich Wilhelm

mini|Der „Schwarze Herzog“