Vanina Catherine Ickx (* 16. Februar 1975 in Brüssel) ist eine belgische Rennfahrerin.

Karriere Vanina Ickx ist die Tochter des sechsfachen Le-Mans-Siegers und zweimaligen Formel-1-Vizeweltmeisters Jacky Ickx, interessierte sich anfänglich jedoch kaum für den Motorsport. Stattdessen investierte sie in ihrer Schulzeit den Großteil ihrer Freizeit in den Reitsport und nahm regelmäßig an Wettbewerben teil. Auch Jacky Ickx versuchte nicht, die Tochter für den Motorsport zu begeistern. So äußerte sich Vanina Ickx 2005 in einem Interview:

Erste Schritte im Motorsport Nach der Schule begann Ickx ein Studium der Biologie, parallel dazu gab sie trotz ihres Desinteresses ihr Debüt im Automobilsport. 1996 startete sie als Ersatzfahrerin im BMW Compact Cup. Ihren eigenen Angaben zufolge kam sie mehr zufällig zum Rennsport, als eine junge Frau im Fitness-Studio sie darauf ansprach, da sie selbst wegen einer Schwangerschaft nicht mehr in ihrem eigentlichen Team antreten könne, und fragte, ob Ickx sich dies mit Blick auf die Erfolge ihres Vaters nicht vorstellen könne.

Im selben Jahr startete sie auch beim ersten Langstreckenrennen, dem 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps. Es folgten mehrere Starts in diversen Tourenwagen, unter anderem 1998 beim 24-Stunden-Rennen mit ihrem Vater Jacky, den sie zudem auch als Copilotin bei der Rallye Paris-Dakar begleitete. Jedoch gab ihr der Vater mit den gewonnenen Erfahrungen mehr Freiraum, so äußerte sich Ickx zu der Beziehung 2005:

Bis 2000 nahm Ickx wegen ihres Studiums kaum an Rennen teil. Jedoch erhielt sie in diesem Jahr die Möglichkeit, mit einem Ferrari 360 Modena an einem Lauf der belgischen GT-Meisterschaft teilzunehmen. Darüber hinaus startete sie erneut beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps, das sie zusammen mit Anthony Beltoise und Thierry van Dalen in einem Tourenwagen von Peugeot mit einer Podiumsplatzierung beendete. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring verunfallte sie mit ihrem Honda S2000 kurz nach Mitternacht im Bereich Aremberg, kurz nachdem das Schwesterauto an der gleichen Stelle mit der Leitplanke kollidierte. Ickx saß gemeinsam mit Ellen Lohr, Sabine Schmitz und Tamara Vidali auf dem Auto. Im folgenden Jahr trat sie im Rennteam von Paul Belmondo bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans an, konnte das Rennen jedoch nicht zu Ende bringen. Auch beim Langstreckenrennen in Spa blieb sie in einem Porsche 996 GT3 RS von Freisinger Motorsport erfolglos. Bei Freisinger sollte sie zunächst auch 2002 einen Porsche fahren. So war sie beim 12-Stunden-Rennen von Sebring gemeldet, musste den Platz aber räumen und knüpfte Kontakte zum belgischen Automobilhersteller Gillet, für den sie 2002 in Spa antrat. Daneben überquerte Ickx in diesem Jahr den Ärmelkanal mit einem Leichtflugzeug und stellte später in ihrer Karriere einen Geschwindigkeitsweltrekord mit Ski auf einer Skisprungschanze auf. Ickx äußerte sich 2006 so zu den Beweggründen:

Le Mans Endurance Series und Belcar mini|Vanina Ickx beim 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps 2005

2003 startete sie neben den Langstreckenrennen von Le Mans und Spa-Francorchamps auch für zwei Meisterschaftsläufe in einem Monoposto der Formel Renault. 2004 versuchte sie sich in mehreren Serien. So startete sie regelmäßig mit einem Porsche 996 GT3 RS bei den Meisterschaftsläufen der Le Mans Endurance Series für T2M Motorsport, für die sie im Vorjahr bereits in Le Mans angetreten war. Daneben versuchte sie sich in der neu geschaffenen LMES-Begleitserie Formula X, die jedoch im Laufe des Jahres vorzeitig eingestellt wurde. Zudem startete sie als Damenteam mit Alexandra van de Velde auf einem Mini in der Belcar und beim 24-Stunden-Rennen von Zolder. Bis auf einen Podiumsplatz am Nürburgring blieb das Duo jedoch wenig erfolgreich. Daneben fuhr sie als Gaststarter im Markenpokal Porsche Supercup und bei mehreren Läufen der europäischen Ferrari Challenge. Ihr größter Erfolg 2004 war der G3-Klassensieg Porsche 996 GT3 Cup im 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps für das belgische Mühlner-Motorsport-Team. Ickx’ Programm blieb 2005 vielseitig, neben Gaststarts im Porsche Carrera Cup Deutschland, Seat Leon Supercopa Deutschland und drei Läufen der FIA GT-Meisterschaft für Gillet bildete die Le Mans Endurance Series und die Belcar ihr Hauptbetätigungsfeld. So wechselte sie sich in der Belcar erneut mit van de Velde am Steuer des Mini ab. Nach einem Klassensieg beim ersten Rennen auf dem Circuit Zolder konnte das Team an diesen Erfolg im Laufe der Saison allerdings nicht mehr anknüpfen. In der LMES hingegen erzielte sie mit João Barbosa und Martin Short mehrere Podiumsplatzierungen im Dallara SP1. So reflektierte sie am Jahresende über ihre Ergebnisse im Le-Mans-Prototyp:

DTM mini|links|Ickx in Brands Hatch 2006 Gemäß ihrer Erkenntnis reduzierte Ickx 2006 ihr Programm zwar zunächst auf nur eine Serie, unterzeichnete aber dann doch einen Vertrag bei Futurecom TME für die DTM. In der DTM-Saison 2006 pilotierte sie einen Audi A4 aus dem Jahr 2004. Mit dem zwei Jahre alten Fahrzeug war sie gegenüber den aktuellen und Vorjahresmodellen so gut wie chancenlos und fuhr meist als Letztplatzierte dem Feld hinterher. In der Saison 2007 erhielt sie zwar einen A4 aus dem Jahr 2005, blieb damit aber weiter erfolglos und sammelte bis zum Jahresende keine Punkte. Dabei war sie auch den meisten der wechselnden Teamkollegen wie Ex-Formel-1-Fahrer Nicolas Kiesa (2006) oder Adam Carroll (2007) unterlegen.

Le Mans Series mini|Ickx beim 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps 2010 Nach dem Rücktritt aus der DTM am Ende der Saison 2007 erhielt sie im Jahr 2008 erneut ein Cockpit beim Team Rollcentre Racing von Martin Short. In der mittlerweile umbenannten Le Mans Series startete sie nun mit unterschiedlichen Teamkollegen bei den 1000-km-Läufen in einem Pescarolo 01. Sie konnte nicht an die Leistungen von 2005 anknüpfen, beendete aber dennoch zwei der fünf Läufe in den Top 10. Daneben gewann sie das 12-Stunden-Rennen von Spa der belgischen Tourenwagenserie. Die 24-Stunden von Zolder der belgischen GT-Meisterschaft beendete sie unter anderem mit Teamkollegin Alexandra van de Velde auf dem vierten Gesamtrang.

mini|Ickx auf dem Sachsenring 2011 Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten und des Rückzugs von Rollcentre aus der Le Mans Series musste sich auch Ickx nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen. So erhielt sie bei Creation Autosportif die Möglichkeit, erneut beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu starten. Daneben trat sie mit einem erdgasgetriebenen VW Scirocco in der VLN an. Mit dem gleichen Wagen startete sie zudem beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, das sie auf dem 17. Gesamtrang und als Siegerin ihrer Klasse beendete. Diesen Erfolg konnte sie 2010 wiederholen, verbesserte sich dabei im Gesamtklassement auf den 16. Platz. In der Le Mans Series unterzeichnete sie 2010 bei Signature-Plus und fuhr nun einen geschlossenen Lola-Aston Martin LMP1. Während das Team aus Ickx, Franck Mailleux und Pierre Ragues in den Meisterschaftsläufen, an denen auch die Werksteams von Peugeot, Audi und Aston Martin teilnahmen, keine Erfolge verbuchen konnte, beendeten sie die Rennen gegen die fest eingeschriebenen Le-Mans-Series-Teams in der Algarve und auf dem Hungaroring auf dem Podium der leistungsstärksten Prototypenklasse. Da Ickx auch in den weiteren Rennen in die Punkte fuhr, beendete sie die Saison als Vizemeisterin der Team- und Fahrerwertung der Le Mans Series.

Teilnahme an Motorsportserien seit 2011 In der Saison 2011 wechselte Ickx in die FIA-GT1-Weltmeisterschaft und pilotierte zusammen mit Christoffer Nygaard einen Ford GT. Anschließend beendete sie ihre Profi-Karriere.Vanina Ickx est passée des GT à la … Up !, dhnet.be vom 18. Januar 2016, abgerufen am 16. Dezember 2021

Seither hat Ickx vereinzelt an verschiedenen Motorsportevents und -serien teilgenommen. So ging sie 2017 im "Race of Legends" des Audi Sport TT cup an den Start und pilotierte 2018 einen Gillet Vertigo im Pikes Peak International Hill Climb. 2023 fuhr sie in einem Ford Falcon Sprint einen zweiten Platz beim Oldtimerrennen Spa Six Hours ein. Auf derselben Rennstrecke nahm sie im selben Jahr auch am 25-Stunden-Rennen des Fun Cup teil.

2025 fuhr sie gemeinsam mit Marta García für Iron Dames in der GT3-Klasse im Le Mans Cup. Das Duo fuhr einen Rennsieg in Silverstone in der GT3-Klasse ein, sie schlossen die Saison auf Klassenrang 4 ab.

Statistik

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 2001 Chrysler Viper GTS-R Ausfall Unfall 2003 T2M Motorsport Porsche 996 GT3 RS Rang 27 2005 Rollcentre Racing Dallara SP1 Rang 16 2008 Rollcentre Racing Pescarolo 01 Rang 11 2009 Creation Autosportif Creation CA07 Rang 24 2010 Signature-Plus Lola-Aston Martin LMP1 Ausfall Unfall 2011 Lola B09/60 Rang 7

Einzelergebnisse in der DTM Saison Team Hersteller 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Punkte Rang 2006 Futurecom TME x20px|Audi Audi 0 — 15 16 18 DNF 13 18 DNF DNF 16 11 2007 Futurecom TME x20px|Audi Audi 0 — 15 DNF 15 17 DNF DNF DNS 19 13 18

Weblinks

Vanina Ickx bei Speedsport

Einzelnachweise

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