Der Turn- und Sportverein Bayer Dormagen 1920 e. V. ist mit ca. 4000 Mitgliedern der größte Sportverein in Dormagen und einer der größten im Rhein-Kreis Neuss.
Genauso wie der TSV Bayer 04 Leverkusen ist der TSV Bayer Dormagen ein Werksclub der Bayer AG und das Unternehmen ist Großsponsor des Vereins. 1920 wurde der Verein unter dem Namen Turn- und Sportverein Bayer Dormagen e. V. gegründet. Die Vereinsfarben sind blau-weiß. Die Sportstätten befinden sich nahe oder auf dem dortigen Werksgelände der Bayer AG.
Die wohl bekannteste Abteilung dieses Vereins ist seine Handballmannschaft, die unter dem Namen TSV Dormagen bis zum Ende der Saison 2009/10 in der 1. Handball-Bundesliga spielte. Von 2010 bis 2012 spielte die Mannschaft unter dem Namen Dormagener Handball-Club Rheinland.
Der Sportverein hat viele unterschiedliche Sportarten, die er seinen Mitgliedern anbieten kann: Basketball, Fechten, Leichtathletik, Breitensport, Schwimmen, Tauchen, Handball, Fußball, Judo, Ju-Jutsu, Boxen, Volleyball, Turnen und Triathlon.
Sportanlage Außenanlage Auf dem Sportgelände befindet sich eine Hauptkampfbahn nach internationalem Standard, die im Jahre 2010 neu angelegt wurde. Dazu gehört auch noch eine Wettkampfanlage für die leichtathletischen Wurfdisziplinen, wie Kugelstoßen, Diskus und Speer. Direkt daneben liegen zwei Kleinspielfelder mit Kunstrasenbelag, die vorwiegend von Freizeit- und Kindergruppen zu Trainingszwecken genutzt werden können. Ebenso gibt es auf der Anlage einen Kunstrasenplatz, welcher die am stärksten genutzte Spiel- und Trainingsfläche für Fußball ist. Abgerundet wird die Außenanlage noch von einer großen Beachanlage mit zwei Feldern für Volleyball sowie einem Feld für Handball und Fußball.
Hallen Das TSV Bayer Sportcenter wird ausschließlich von den Handballern genutzt. Die Halle hat eine Kapazität für 3002 Zuschauer (1.956 Sitz- und 1046 Stehplätze) und wird auch für nicht-sportliche Veranstaltungen genutzt, wie zum Beispiel Konzerte oder Jubilarfeiern. Die Halle 1 wurde im September 1980 zum Zeitpunkt des 60-jährigen Vereinsjubiläums fertiggestellt. Neben der Spielfläche liegt eine 60-Meter-Sprintbahn, die im Zuge des Neubaus der Leichtathletikhalle hinzugefügt wurde. Im Obergeschoss befindet sich das Judozentrum. Neben der Geschäftsstelle liegt Halle 2. Diese Halle wurde sechs Jahre nach dem Bau der ersten Halle fertiggestellt und wird in nur für Fechten, Basketball und Volleyball genutzt. Seit 1991 bietet die neue Leichtathletikhalle optimale Trainingsbedingungen. Auf zwei Hochsprung- und zwei Weitsprunganlagen sowie in einem Wurfkäfig für die Technikschulung im Diskuswurf kann optimal trainiert werden.
Abteilung Handball
Geschichte 1949 wurde die Abteilung Handball gegründet und zunächst wurde neben dem Hallenhandball auch Feldhandball angeboten. Der Handballsport unter freiem Himmel wurde aber nur bis ins Jahr 1976 praktiziert, danach konzentrierte man sich voll auf das Spiel in der Halle.
Die erste Hallenhandballsaison fand 1959/60 statt. Bis zur Saison 1975/76 kämpfte der TSV in den unteren Ligen und arbeitete sich immer weiter nach oben, bis er dann in der Saison 1974/75 den Aufstieg in die Regionalliga schaffen sollte. Von diesem Zeitpunkt an spielte der Verein nur noch in den ersten drei Ligen.
1982/83 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga, 1987/88 spielte man das erste Mal in der 1. Bundesliga, die man erst wieder in der Saison 1997/98 nach zwei Relegationsspielen verlassen musste. Nach dem direkten Wiederaufstieg stieg man nach zwei Saisons wieder in die 2. Bundesliga ab. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten begann man daraufhin die Saison 2001/02 freiwillig in der Regionalliga West. Schon nach einer Saison stieg der Verein wieder in die 2. Bundesliga auf. Der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang nach zwei vergeblichen Anläufen in der Relegation zum Ende der Saison 2007/08.
Am 21. Mai 2007 wurde bekannt, dass die Bayer AG als Hauptsponsor der Profi-Handball-Mannschaft des TSV aussteigen und sich künftig ganz auf den Fußball spezialisieren will. Sowohl für die Fans als auch für die Mannschaft selbst kam diese Ankündigung offenbar überraschend. Die Männer-Mannschaft wurde mit dem TSV Dormagen selbstständig und wurde später in DHC Rheinland umbenannt.
Nachdem auch der neu gegründete DHC Rheinland finanzielle Probleme aufwies und die Lizenz für die 2. Bundesliga zurückgab, startete zur Saison 2012/13 wieder der TSV Bayer Dormagen in der Drittklassigkeit. Gleich in der ersten Saison sicherte sich der TSV die Meisterschaft in der 3.Liga West. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war aber nicht zulässig, aufgrund der Lizenzrückgabe in der vorherigen Saison. abgerufen am 27. November 2013. In der folgenden Saison 2013/14 konnte der TSV sich wiederholt die Meisterschaft bereits am vorletzten Spieltag sichern und steigt damit zum sechsten Mal innerhalb von 31 Jahren in die 2. Bundesliga auf.Handballforum Dormagen: abgerufen am 10. Mai 2014.
Die größten Erfolge des TSV Bayer Dormagen sind der 5. Platz in der Bundesliga in den Jahren 1987/88 und 1990/91, die Finalniederlagen im DHB-Pokal und im IHF-Pokal in der Saison 1992/93 und das Erreichen des Halbfinals im Europapokal der Pokalsieger in der Spielzeit 1993/94.
In der Ewigen Tabelle der deutschen Handball-Bundesliga rangiert der Verein auf Platz 19.
Nachwuchsförderung Zwei Jahre vor dem freiwilligen Rückzug in die Regionalliga (2000/01), begann der TSV Bayer Dormagen seine Nachwuchsförderung im Bereich Handball strukturell aufzubauen. Praktisch aus dem Nichts entstand eine umfassende Talentförderung. Zusammen mit den örtlichen Schulen, insbesondere dem Norbert-Gymnasium (Dormagen), wurden Kooperationen vereinbart und Talentsichtungsgruppen installiert. Mit dem Teilinternat Dormagen (seit 1997) und seit dem 1. August 2008 mit dem Sportinternat Knechtsteden, bestehen für junge Handballtalente Möglichkeiten, ihre schulische und sportliche Laufbahn ideal aufeinander abzustimmen. Dadurch konnte die Handballabteilung den Status des Landesleistungsstützpunktes und DHB-Stützpunktes erreichen. Mittlerweile gilt die kontinuierliche Nachwuchsförderung des TSV Bayer Dormagen, die über einen exzellenten Trainerstab verfügt, zu den Besten in ganz Deutschland.
Die größten sportlichen Erfolge in den vergangenen Jahren sind mehrfache Mittelrhein- und westdeutsche Meistertitel sowie die deutsche Vizemeisterschaft der B-Jugend im Jahre 2006. Im Jahr 2012 gewann die Dormagener B-Jugend erstmals den deutschen Meistertitel. Die Nachwuchsarbeit wurde auch von externer Seite mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Grünen Band der Dresdner Bank und dem Jugendzertifikat der Toyota-HBL.
Interessant ist dabei die vielfältige Nachwuchsförderung am Standort Dormagen. Neben dem Handball werden insbesondere das Säbel-Fechten, die Leichtathletik, das Schwimmen (alle beim TSV Bayer Dormagen) und das weibliche Ringen (AC Ückerath) gefördert. In diesen Sportarten zählen die Dormagener Talente zu Deutschlands Besten.
Spielstätte Seit dem März 2002 finden alle Handballspiele im 3002 Zuschauer (1.956 Sitz- und 1046 Stehplätze) fassenden TSV-Sportcenter statt. Die Kosten der Halle, mehr als 6 Millionen Euro, wurden maßgeblich von der Bayer AG, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dormagen getragen. Die Halle ist baugleich mit der Bayer-Sporthalle in Wuppertal und der Halle Berg Fidel in Münster.
Saisonbilanzen seit 2000 Saison Spielklasse Platz Sp S U N Tore Diff. Punkte 2000/01 1. Bundesliga 17 38 12 2 24 888:981 −93 26:50 2001/02 Regionalliga West 1 30 30 0 0 924:615 +309 60:0 2002/03 2. Bundesliga Süd 12 34 14 2 18 893:948 −55 30:38 2003/04 2. Bundesliga Süd 4 34 21 3 10 910:853 +57 45:23 2004/05 2. Bundesliga Süd 3 34 23 2 9 1015:903 +112 48:20 2005/06 2. Bundesliga Süd 2 36 27 5 4 1121:932 +189 59:13 2006/07 2. Bundesliga Süd 2 34 23 6 5 1024:886 +138 52:16 2007/08 2. Bundesliga Süd 1 34 29 2 3 1060:865 +195 60:8 2008/09 1. Bundesliga 16 34 7 5 22 871:1027 −156 19:49 2009/10 1. Bundesliga 16 34 6 2 26 891:1058 −167 14:54 2010/11 1. Bundesliga 16 34 8 0 26 848:1006 −158 16:52 2011/12 2. Bundesliga 19 38 13 1 24 990:1039 −49 19:49 2012/13 3. Liga West 1 28 22 1 5 870:736 +134 45:11 2013/14 3. Liga West 1 30 25 3 2 957:742 +215 53:7 2014/15 2. Bundesliga 16 38 13 1 24 942:1022 −85 25:51 2015/16 2. Bundesliga 20 40 9 3 28 955:1059 −104 21:59 2016/17 3. Liga West 4 30 18 3 9 860:832 +28 39:21 2017/18 3. Liga West 2 30 23 2 5 918:732 +186 48:12 2018/19 2. Bundesliga 13 38 15 3 20 1053:1071 −18 33:43 2019/20 2. Bundesliga 10 24 12 0 12 675:663 +12 24:24 2020/21 2. Bundesliga 7 36 17 4 15 976:954 +22 38:34 2021/22 2. Bundesliga 16 38 13 5 20 974:1016 −42 31:45 2022/23 2. Bundesliga 15 36 15 1 20 997:1011 −14 31:41 2023/24 2. Bundesliga 16 34 10 2 22 968:1021 −53 22:46 2024/25 2. Bundesliga 9 34 15 1 18 1067:1066 +1 31:37 2025/26 2. Bundesliga 14 34 9 5 20 1114:1124 −10 23:45
Kader 2026/27 NummerNamePositionGeburtsjahrNationseit16Nick DeekensTW2003202620Christian Ole SimonsenTW200020212Luca KristRL/RM200520243Jakob LeunRR200320267Krischa LeisRR200520239Florian BoehnertRM2004202212Marvin LandauRA2007202413Kaj KriescherRA2004202414Moritz KösterRL/RM2002202417Felix BöckenholtLA2005201824Peter StrosackRA1994202330Julius BahnsRL2006202131Daniel KoppRR2008202334Max SchmidtRL/RM2005202447Paul SchollLA2006201149Linus LeitzRL/RM2008201752Driek MandersKM2004202655Frederik SondermannKM2005202066Julius HeinKM2006202571Malte AdamRM20072021TrainerJulian Bauer19942024
Transfers zur Saison 2026/27 ZugängeNationNameabgebender Verein Nick Deekens Istres Provence Handball Driek Manders Bevo HC Paul Scholl eigene Jugend Jakob Leun Saase³Leutershausen HandballStand: 29. Mai 2026 AbgängeNationNameaufnehmender Verein Jan Schmidt Handball Sport Verein Hamburg Louis Oberosler Bergischer HC, Leihende Luis Pauli TVE Bad Münstereifel Finn Schroven SC DHfK Leipzig Handball Vinzent Bertl SV 04 Plauen-Oberlosa, September 2026Stand: 25. August 2026
Bekannte ehemalige Spieler
Trainer der 1. Mannschaft Nationalität Namerp-online.de: Elf Trainer hatten in 16 Jahren das Sagen, abgerufen am 7. Mai 2014. Bemerkung Amtszeit Petre Ivănescu26 Spiele1986–1988Nedeljko Vujinović13 Spiele1988 Werner Enders39 Spiele1988–1990 Arno Ehret26 Spiele1990 Hans-Dieter Schmitz123 Spiele1991–1994 Kristján Arason60 Spiele1995–1996 Christian Fitzek18 Spiele1997 Hans-Joachim Gossow32 Spiele1997–1998 Peter Pysall30 Spiele1998–2000 Guðmundur Guðmundsson59 Spiele1999–2001 Kai Wandschneider351 Spiele2001–2011 Richard Ratka72 Spiele2011–2012 Jörg Bohrmann 2012–2016 Tobias Plaz 2016–2016 Alexander Koke 2016–2017 Ulli Kriebel 2017–2018 Duško Bilanović 2019–2022 Peer Pütz 2022–2022 Matthias Flohr 2022–2024 Julian Bauer 2024–
Weitere Senioren-Mannschaften Zurzeit nehmen neben der ersten Mannschaft noch zwei weitere Herrenmannschaften und elf männlichen Jugendmannschaften am Ligenspielbetrieb teil., abgerufen am 18. Mai 2019. Die Leistungsmannschaften der A-Jugend, B-Jugend und C-Jugend spielen dabei seit Jahren in den höchsten Leistungsklassen ihrer Altersgruppen., abgerufen am 18. Mai 2019.
2. Mannschaft „U23“ Die Zweitvertretung spielt zurzeit in der 3. Liga.
3. Mannschaft „U21“ Das Team von Jens Hentschel und Markus Annas schaffte in der Saison 2010/11 mit einer stark verjüngten Truppe den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Nach dem Klassenerhalt in der darauffolgenden Saison stieg das junge Team in der Saison 2012/13 als Meister in die Kreisliga auf. Der zweite Aufstieg innerhalb von 3 Jahren ist etwas ganz Besonderes, denn die jüngste Herrenvertretung des TSV spielt somit in der höchsten Klasse im Kreis Köln/Rheinberg. Die erste Saison in der Kreisliga schloss das Team auf dem 4. Tabellenplatz ab.
Doch nicht nur auf der Platte machte die Mannschaft in der Vergangenheit auf sich aufmerksam. Besonders durch die Teilnahme an den Karnevalszügen in Dormagen und Zons verschaffte man sich weiterhin eine große Fanbase.