Die Fliege ist ein kanadisch-US-amerikanischer Science-Fiction-Horror-Thriller des kanadischen Regisseurs David Cronenberg nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von George Langelaan. Derselbe Stoff wurde bereits 1958 verfilmt, siehe dazu Die Fliege. Der Film war ein finanzieller Erfolg und machte Cronenberg zu einem bekannten und erfolgreichen Regisseur des Body Horror.

Handlung Der Wissenschaftler Seth Brundle hat ein Gerät zur Teleportation konstruiert, mit dem er Gegenstände von einem Ort zum anderen versetzen kann. Er lernt die Journalistin Veronica kennen, der er seine Erfindung präsentiert. Bald interessiert sich auch ihr Chef und ehemaliger Liebhaber Stathis Borans für die Story, die Seth Brundle noch geheim halten will, da lebende Versuchstiere sich bisher nicht teleportieren lassen, ohne elendig zu verenden, und auch teleportiertes Fleisch nicht so schmeckt wie es sollte. Veronica begleitet seine Versuche mit der Kamera und die beiden werden ein Paar.

Nach der erfolgreichen Teleportation eines Pavians entschließt sich Seth dazu, sich selbst zu teleportieren, ohne zu bemerken, dass sich eine Fliege mit ihm in der Teleportationsbox befindet. Auf der anderen Seite angekommen verlässt er die Box allein. Anfangs verfügt er über übermenschliche Kräfte und will auch Veronica davon überzeugen sich teleportieren zu lassen, was sie ablehnt. Um eine andere Freundin zu suchen, die sich teleportieren lässt, geht er in eine Kneipe und fordert den Begleiter einer Unbekannten zum Armdrücken auf, was für den Kontrahenten in einer schmerzhaften Niederlage endet. Doch auch die Fremde will sich nicht teleportieren lassen.

Veronica taucht auf, um Seth mitzuteilen, dass die Borsten auf seinem Rücken laut Laboranalyse nicht menschlich sind. Auch Seth beginnt sich Sorgen zu machen, da sich seine Haut verändert und ihm die Fingernägel ausfallen, und befragt seinen Computer. Dieser zeigt an, dass ein Mensch und eine Stubenfliege teleportiert wurden, die der Computer zu einem Wesen verschmolzen hat, so dass Brundle nun anteilig die DNS einer Fliege hat.

Seths Mutation beschleunigt sich zunehmend und er verliert Körperteile wie Ohren, Geschlechtsteil und Zähne. Nahrung kann er nur noch aufnehmen, indem er eine Verdauungsflüssigkeit auf sein Essen spuckt. Veronica bemerkt, dass sie schwanger ist, wobei nicht klar ist, ob das Kind vor oder nach der Teleportation entstanden ist. Da Brundle kaum noch menschliche Züge besitzt und kein Mitgefühl für andere Menschen mehr verspürt, möchte sie das Kind nicht austragen.

Seth ist Veronica gefolgt und entführt sie aus dem Krankenhaus, wo die Abtreibung vorbereitet wurde. Sein Ziel ist es, den Anteil seiner menschlichen DNA wieder zu erhöhen, indem er sich und Veronica durch Teleportation genetisch verbindet. Vergeblich versucht sie sich zu wehren, während das Fliegenmonster rasant seine Erscheinung verändert. Besessen von der Idee, mit ihr und dem Kind zu einem einzigartigen, völlig neuen Geschöpf zu verschmelzen, schließt er Veronica in eine Teleportationsbox ein. Stathis versucht sich ihm in den Weg zu stellen, doch das Fliegenmonster amputiert ihm mittels Verdauungssekret eine Hand und einen Fuß. Der Countdown für die Teleportation nähert sich dem Ende und Seth begibt sich in seine Box, als es Stathis gelingt, die Verbindungskabel zur Box mit einem Gewehr zu zerschießen. Die Brundlefliege durchbricht die Glas Box, wird aber in diesem Moment teleportiert, mit der Box selbst verschmolzen und kriecht extrem entstellt aus der anderen Teleportationsbox. Veronica nimmt das Gewehr und erschießt weinend das Wesen, nachdem es sich selbst die Waffe an den Kopf geführt und sie flehend angesehen hat.

Entstehung mini|Regisseur David Cronenberg Mel Brooks’ Produktionsfirma Brooksfilms finanzierte den Film nach langen Verhandlungen mit 20th Century Fox, während Fox den Verleih übernahm. Die Produktionsvorbereitung dauerte über zwei Jahre. Die Umsetzung begann, als im Vorstand von 20th Century Fox eine personelle Umstrukturierung stattfand.Dokumentarfilm Featurette, 7 Minuten, enthalten im Bonusmaterial „Special Features“ unter „Promotional Materials“ der blu-Ray Disc Die Fliege, 2008, Twentieth Century Fox Home Entertainment, im Vertrieb von The Walt Disney Company, München Während dieser turbulenten Phase war Die Fliege einer der wenigen in Planung befindlichen Filme, die nicht dem Rotstift zum Opfer fielen. Nachdem man Robert Bierman als Regisseur verpflichtet hatte, auf den der Produzent Stuart Cornfeld durch den Kurzfilm The Rocking Horse Winner aufmerksam geworden war, kam die Tochter von Bierman bei einem Arbeitsunfall ums Leben, weshalb Bierman aus der Produktion ausstieg. Gleichzeitig stieg Cronenberg aus der Produktion von Total Recall aus und übernahm die Regie von Die Fliege. Cronenberg verlangte eine Gage von 750.000 Dollar und erhielt nach Verhandlungen mit Barry Diller, einem Manager von 20th Century Fox, sogar eine Million Dollar. Zusammen mit Charles Edward Pogue schrieb er das Drehbuch um und realisierte den Film.

Die Dreharbeiten fanden mit Cronenbergs eigenem Filmteam in Toronto statt, u. a. im Stadtteil Kensington Market in Toronto. Etliche seiner bisherigen Spielfilme hatte Cronenberg szenenweise oder komplett in seiner kanadischen Heimatstadt Toronto gedreht.

Die Filmmusik spielte das London Philharmonic Orchestra ein.

Als Tiertrainer diente das Team von Steve Martin’s Working Wildlife.

Während sich der erste Film von 1958 ziemlich werktreu an die literarischen Vorlage hält, stellt der zweite Film von 1986 eine freie Interpretation dar.Einblendung szenenbezogener Fakten „Trivia Track“ als Special Feature, enthalten im Bonusmaterial der blu-Ray Disc Die Fliege, 2008, Twentieth Century Fox Home Entertainment, im Vertrieb von The Walt Disney Company Germany, München Im Gegensatz zur ersten Verfilmung wird die Mutation hier als kontinuierlicher Prozess dargestellt und Brundle verliert nicht nur das menschliche Aussehen, sondern auch seine Psyche verändert sich. Im Gegensatz zum Original empfindet er die Veränderungen zunächst als positiv. Für Cronenberg war es wichtig, dass sich der Wissenschaftler präzise artikuliert, um den Prozess seiner Mutation für die Zuschauer erfahrbar zu machen. Deshalb entsteigt Brundle dem Teleporter nicht sofort als vollständiger Fliegenmensch, stattdessen wird man Zeuge seiner allmählichen körperlichen und seelischen Veränderung.Audiokommentar von Regisseur David Cronenberg, enthalten im Bonusmaterial der blu-Ray Disc Die Fliege, 2008, Twentieth Century Fox Home Entertainment, im Vertrieb von The Walt Disney Company, München Im Laufe der Verwandlung verliert Brundle seine Stimme, weshalb er seinen sprachgesteuerten Computer nicht mehr bedienen kann und seine heile Welt in sich zusammenstürzt. Mit diesem Spannungsbogen wollte Cronenberg Tragik erzeugen und den Zuschauer berühren. Außerdem vergleicht Cronenberg die Liebesgeschichte zwischen Brundle und Veronica Quaife mit dem Volksmärchen Die Schöne und das Biest. mini|Hauptdarsteller Jeff Goldblum und Geena Davis Der Film besteht aus einer kleinen Besetzung mit den drei Hauptfiguren Seth Brundle, Veronica Quaife und Stathis Borans, ergänzt durch einen Pavian. In Die Fliege gestaltete David Cronenberg das Verhältnis zwischen den drei Hauptfiguren als Dreiecksbeziehung. Für die charakterliche Gestaltung von Brundle zog Cronenberg Inspiration aus dem Buch Die Doppelhelix von James Watson, in Bezug auf dessen exzentrisches Wesen. Den Nachnamen Brundle entlehnte Cronenberg, der Fan von Motorsport ist, dem Rennsportfahrer Martin Brundle. Ironischerweise schildert Brundle auf dem Beifahrersitz der Journalistin, dass ihm in Autos schlecht wird und er durch sein Projekt seine Reisekrankheit umgehen will. Die Figur des überheblichen Publizisten Stathis Borans wurde nach Lou Stathis benannt, dem Herausgeber des Fantasy-Comic-Magazins Heavy Metal, da Stathis das filmische Schaffen von Cronenberg häufig positiv besprach. Nachdem Cronenberg John Getz im Thriller Blood Simple – Eine mörderische Nacht gesehen hatte, engagierte er ihn für die Rolle von Borans. Bei dem kräftigen Kerl, gegen den Brundle im Armdrücken antritt, handelt es sich um den Schwergewichtsboxer George Chuvalo, denn neben Motorsport gehört auch Boxsport Cronenbergs Leidenschaften. Der Schmuckhändler, der Brundle die Halskette für Veronica verkauft, ist der Requisiteur des Films.

Um dem Film Düsternis zu verleihen und zur Erzeugung von Angst setzte Kameramann Mark Irwin optische Kontraste wie helle und dunkle Beleuchtung oder tiefe Schatten ein. was in der Szene zur Geltung kommt, als Brundle in seinem nachtdunklen Loft Turnübungen macht und im Hintergrund durch mehrere Fenster ein gleißendes Licht dringt. Für die Szene, in der Brundle akrobatische Kunststücke vollführt, wurden Turner als Double engagiert. Mit dieser Einstellung wollte Cronenberg die Agilität, Stärke und Flinkheit einer Fliege zum Ausdruck bringen.

In ersten Zeichnungen sahen die Teleporter wie Duschkabinen beziehungsweise Telefonzellen aus, was verworfen wurde. In seiner heimischen Garage hatte Regisseur Cronenberg ein Motorrad des Modells Ducati 450 Desmo, das ihn und Kulissen-Designerin Carol Spier auf die Idee brachte, den Teleportern das Aussehen von zwei Zylinderkolben mit Kühlrippen zu geben. Zur Veranschaulichung baute das Team den Motor von Cronenbergs Motorrad aus und in einem größeren Maßstab nach. Im Inneren der Teleporter verwendete das Team einen blauen Argon-Laser. Nach den Dreharbeiten wurde der Teleporter als Requisite für Ausstellungen nach Tokio, Thessaloniki und Paris verschickt und im Royal Ontario Museum in Toronto ausgestellt, der Heimatstadt Cronenbergs. Für die wissenschaftlich anmutenden Grafiken, die über den Computerbildschirm laufen, verwendete der Designer Lee Wilson die Zeichenprogramme NEOchrome und Degas Elite auf einem Atari 1040 STE.