Der Bodensee-Radweg ist ein rund 260 Kilometer langer Radfernweg entlang der Ufer des Bodensees. Er wurde 1983 durchgehend beschildert und gilt mit über 220.000 Radfahrern pro Jahr als einer der beliebtesten Radwege Europas. mini|Jubiläum: Bodensee-Radweg in Konstanz (Fahrradstraße) mini|Schild des Bodensee-Radweges in Kreuzlingen mini|Schild des Bodensee-Radweges in Fußach

Verlauf Der Bodensee-Radweg umläuft den gesamten Bodensee inklusive Untersee und Überlinger See. Für eine kürzere Route wird der Überlinger See durch die Autofähre Konstanz–Meersburg überquert oder der Untersee nicht umrundet. Der Radweg führt durch alle Städte entlang des Bodenseeufers.

Auf der Schweizer Seite fällt der Bodensee-Radweg mit dem Rheinradweg – genauer mit dessen schweizerischem Abschnitt, der Rhein-Route – zusammen. Der Bodensee-Rundweg führt demgegenüber manchmal ufernäher, manchmal aber auch oberhalb des Sees und ist oftmals nicht für Radfahrer geeignet oder erlaubt. Zum größten Teil führt der Bodensee-Radweg durch nur leicht hügeliges oder gänzlich flaches Gebiet.

In Konstanz beginnend, ergeben sich im Uhrzeigersinn folgende Etappen:

Konstanz → Steckborn → Stein am Rhein, 29 km mini|Konstanz ist sehr fahrradfreundlich. mini|hochkant|Rathaus Steckborn

Konstanz < 7,5 km > Ermatingen < 9 km > Steckborn < 6 km > Mammern <6,5 km > Stein am Rhein

Von Konstanz geht es direkt in die Schweiz (oder alternativ zuerst auf die Insel Reichenau und von dort mit dem Schiff nach Ermatingen). Am Untersee entlang verläuft der Radweg über Ermatingen, Salenstein, Steckborn, Mammern und Eschenz nach Stein am Rhein.

Sehenswürdigkeiten In Ermatingen: die paritätische (kath./ev.) Kirche St. Albin, das Schloss Wolfsberg, das Gasthaus Adler aus dem 13. Jahrhundert, der Kehlhof, Stad am See mit alten Fischerhäusern und das Zollhaus In Salenstein: die fünf Schlösser Arenenberg, Eugensberg, Salenstein, Schloss Louisenberg im Ortsteil Mannenbach-Salenstein und Schloss Hubberg im Ortsteil Fruthwilen In Steckborn: Altstadt mit Rathaus, Stadtkirche (1766) und der Turmhof mit Heimatmuseum In Mammern: Schlosskapelle, Ruine Neuburg und die Wallfahrtskirche Klingenzell In Stein: Altstadt mit Marktplatz und Rathaus, Stadtteil Burg mit Resten von Türmen und Mauern des römischen Kastells Tasgetium, die Burg Hohenklingen, das ehemalige Kloster St. Georgen und das Museum Lindwurm

Variante (ca. 39 km): Ab Stein am Rhein über Diessenhofen, Feuerthalen, Flurlingen und Laufen nach Neuhausen am Rheinfall. Durch Schaffhausen, Büsingen am Hochrhein und Gailingen zurück nach Stein.

Stein am Rhein → Radolfzell → Konstanz, 43 km mini|Das Obertor der Altstadt in Radolfzell

Stein am Rhein < 9 km > Gaienhofen < 13 km > Radolfzell < 10 km > Allensbach < 11 km > Konstanz

Nach Stein am Rhein verlässt der Radwanderer bei Ennetbruck die Schweiz und kommt nach Deutschland zurück. Bei Öhningen beginnt die Halbinsel Höri – der Gottesgarten am See. Über Wangen, Hemmenhofen, Gaienhofen und das Naturschutzgebiet am Zeller See gelangt man nach Radolfzell. 826 gründete hier Bischof Radolf von Verona eine Niederlassung; der Namensteil -zell zeugt von der Geistlichkeit der Siedlung. An der Halbinsel Mettnau vorbei geht die Fahrt weiter nach Allensbach, vielen durch das Institut für Demoskopie bekannt. Gegenüber der Gemüseinsel Reichenau und am Fuße des Bodanrücks folgt der Bodensee-Radweg dem seit 1973 als „Europareservat“ und seit 1976 als „Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung“ eingestufte Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried über Petershausen zurück nach Konstanz.

Sehenswürdigkeiten In Öhningen: das Chorherrenstift, die Wallfahrtskirche Schienen, die etwa 60 km² große Halbinsel Höri und das Heimatmuseum im Fischerhaus in Wangen In Radolfzell: die Altstadt mit Münster, Rathaus und Ritterschaftshaus, das Scheffelschlösschen, das Wasserschloss Möggingen, die Mettnau mit Naturschutzhaus und das Österreichische Schlösschen In Allensbach: der Wildpark Bodanrück, das Heimatmuseum am Rathausplatz, die Pfarrkirche St. Nikolaus und das Schloss Hegne mit Grab der Seligen Schwester Ulrika Auf der Reichenau: das 724 gegründete und auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnete Kloster, das Münster St. Maria und Markus, das Heimatmuseum und die Kirchen St. Georg bzw. St. Peter und Paul Im 767 ha großen Wollmatinger Ried sind um die 300 Vogelarten zu beobachten; außerdem sind zahlreiche Orchideen- und mehrere Enzianarten zu finden

Konstanz → Überlingen, 40 km mini|Radweg am Bodanrück: Ohne E-Bike muss man hier auch mal schieben. mini|Radweg vor Überlingen: Hier ist nicht viel Platz für Idylle – Augen zu und durch.

Konstanz < 6 km > Mainau < 8 km > Wallhausen < 5,5 km > Langenrain < 10 km > Bodman-Ludwigshafen < 11,5 km > Überlingen

Aus der Konstanzer Innenstadt geht es über die alte Rheinbrücke. Hier beginnt die seit dem 1. April 1939 gültige Rheinkilometrierung: Ihr Nullpunkt liegt oberhalb der alten Brücke (Seezeichen mit weißem Globus) und endet mit Kilometer 1036,20 westlich von Hoek van Holland. Vorbei am ehemaligen Freizeitbad Jakob, heute Bodenseetherme, geht hinüber zum Fährhafen in Staad; die hier fahrenden Fähren nach Meersburg verkürzen die Radstrecke um 54 Kilometer! Wer die Fähre nicht nutzen möchte, folgt dem Radweg Richtung Überlingen und kommt zur Blumeninsel Mainau. Nach Litzelstetten, Dingelsdorf und Wallhausen müssen einige Höhenmeter überwunden werden: Der Weg führt hinauf auf den Bodanrück. Der Abfahrt nach Bodman-Ludwigshafen folgt der Radweg auf der anderen Seite des Überlinger Sees über Sipplingen, Hödingen und Goldbach nach Überlingen.

Sehenswürdigkeiten Auf der Mainau: das Schloss mit dem Garten, Gärtnerturm und Schmetterlingshaus Bei Langenrain: Marienschlucht hinunter zum Seeufer. Die Schlucht selbst ist für Radfahrer nicht passierbar (Treppen), der Uferweg von Wallhausen über die Marienschlucht nach Bodman ist für Radfahrer verboten. In Bodman-Ludwigshafen: das Gräfliche Schloss, das Aachried und das Schloss Frauenburg In Sipplingen: das ehemalige Franziskanerinnenkloster St. Ulrich, der ehemalige Spitalhof, die Bodensee-Wasserversorgung, das Postamt und das Rathaus In Überlingen: Altstadt mit Befestigungsanlagen, die Franziskanerkirche, das Münster und der Stadtgarten

Überlingen → Friedrichshafen, 31 km mini|Steinzeithaus Schussenried im Pfahlbaumuseum

Überlingen < 8 km > Unteruhldingen < 5 km > Meersburg < 5 km > Hagnau < 13 km > Friedrichshafen

Überlingen verlässt der Radler Richtung Osten durch den Vorort Nußdorf und unterhalb der Wallfahrtskirche Birnau am ehemaligen Kloster Maurach vorbei durch Seefelden nach Unteruhldingen, Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen mit seinem Pfahlbaumuseum. Von hier führt der Weg in die Stadt Meersburg. Durch das Weindorf Hagnau und am Schloss Kirchberg vorbei geht es durch Immenstaad, Fischbach, Manzell und Seemoos zum Friedrichshafener Stadtbahnhof. In diesem Abschnitt wird der Bodensee-Radweg mit stark frequentierten Wanderwegen gebündelt, was an verkehrsreichen Tagen das Vorankommen auf dieser Route für Radfahrer verlangsamt oder erschwert.

Sehenswürdigkeiten In Uhldingen-Mühlhofen: die Wallfahrtskirche Birnau, das historische Gasthaus Zum Sternen, die Kapelle St.-Wolfgang, die Ortskapelle und das Pfahlbaumuseum mit Funden und Nachbauten von Pfahldörfern aus der Stein- und Bronzezeit In Meersburg: die Burg Meersburg mit Museum mit Arbeits-, Schlaf- und Sterbezimmer von Annette von Droste-Hülshoff, die Bibelgalerie, das Weinbaumuseum Vineum Bodensee, das Neue Schloss und das Zeppelinmuseum In Hagnau: Alter Torkel, das Kleine Museum und die Pfarrkirche St. Johann Baptist In Immenstaad: die drei Schlösser Kirchberg, Helmsdorf und Hersberg, das Schwörerhaus, der Apfelweg und die spätgotische Pfarrkirche mit Wehrturm

Friedrichshafen → Bregenz, 33 km mini|Eligiuskapelle, Pfarrkirche und Kressbronner Rathaus

Friedrichshafen < 5 km > Eriskirch < 3 km > Langenargen < 5 km > Kressbronn < 3 km > Nonnenhorn < 3 km > Wasserburg < 5 km > Lindau < 9 km > Bregenz

Der Radfahrer verlässt die Zeppelinstadt Friedrichshafen vom Stadtbahnhof her in östlicher Richtung. Nach dem Eriskircher Ried überquert man auf einer historischen Holzbrücke in Eriskirch die Schussen. Durch die Ortsteile Schlatt und Moos gelangt der Radwanderer bei Schwedi in die Gemeinde Langenargen, überquert die aus dem Allgäu kommende Argen auf der zweitältesten Kabelhängebrücke Deutschlands und durchfährt danach die Kressbronner Ortsteile Gohren, Schnaidt und Tunau. Am Kressbronner Strandbad – dem größten Naturstrandbad am Bodensee – und dem Seegarten vorbei geht es ins bayerische Nonnenhorn und Wasserburg. Über Reutenen, am Schloss Allwind vorbei und durch Schachen erreicht der Radfahrer die Stadt Lindau. Nach Durchfahrung der Lindauer Stadtteile Reutin und Zech geht es über die Leiblach, die hier die deutsch-österreichische Staatsgrenze bildet nach Lochau im Bundesland Vorarlberg. Direkt am See entlangfahrend gelangt man in die Landeshauptstadt Bregenz am Fuße des Pfänders.

Sehenswürdigkeiten In Friedrichshafen: das Zeppelin Museum, die ehemalige Klosterkirche des Klosters Hofen (Schlosskirche), das Zeppelindenkmal, das Schulmuseum und die Uferpromenade In Eriskirch: das Eriskircher Ried – das größte Naturschutzgebiet am nördlichen Bodenseeufer – mit Naturschutzzentrum im Bahnhof und die historische Holzbrücke In Langenargen: das Amtshaus, die Pfarrkirche St. Martin, die Kabelhängebrücke und das Schloss Montfort In Kressbronn: die Ausstellung historischer Schiffsmodelle im Schlössle, die Hofanlage Milz, die barocken Kapellen, der Bauernpfad und ein Maislabyrinth In Nonnenhorn: der 400 Jahre alte Weintorkel (ältester Kelter der Seeregion), die spätgotische St.-Jakobus-Kapelle (am Jakobusweg), die Steine der Seegfrörnen, das Dorfmuseum In Wasserburg: die Münzstätte am Wasserburger Bühl, das Gerichtshaus, die Halbinsel mit der Pfarrkirche St. Gallus und St. Georg und dem Schloss In Lindau: das Alte Rathaus, der Seehafen, das Haus zum Cavazzen, die Maximilianstraße (Fußgängerzone), Stifts- und Stephanskirche, der Diebesturm und die Stadtbefestigung In Bregenz: das Alte Rathaus, das Festspiel- und Kongresshaus, der Martinsturm, Pfänder mit Alpenzoo und Greifvogelwarte, der Radtunnel, das vorarlberg museum, das Kunsthaus Bregenz und das Theater am Kornmarkt

Bregenz → Rorschach, 30 km Bregenz < 4 km > Hard < 10 km > Fußach < 8 km > Rheineck < 8 km > Rorschach

Ab Bregenzer Bahnhof geht es an der Seebühne vorbei Richtung Bregenzer Ach, die über die 2011 neu errichtete Fahrrad- und Fußgängerbrücke überfahren wird. Durch Hard gelangt man nach Überfahrung des Rheins in das Naturschutzgebiet Rheindelta, vorbei am Rohrspitz, und überquert am Alten Rhein die Staatsgrenze in die Schweiz. Von dort verläuft der Radweg an Rheineck und am Buchberg vorbei durch nach Rorschach. (Variante: Ab Rheinbrücke durch Höchst bis zum Grenzübergang am Alten Rhein)

Sehenswürdigkeiten mini|Fahrräder vor der Markthalle von Hundertwasser in Altenrhein

Bei Höchst: die Naturschutzgebiete Rohrspitz und Rheinspitz Bei Rheineck: der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein mit Fliegermuseum Altenrhein Die Markthalle in Altenrhein von Friedensreich Hundertwasser (Eintritt gegen Gebühr) In Rorschach: die Pfarrkirche Sankt Kolumban und Konstantius, das Kloster Mariaberg, das Kornhaus und die Rorschach-Heiden-Bergbahn

Rorschach → Konstanz, 40 km mini|Häuserreihe in der Arboner Untertorgasse

Rorschach < 8 km > Arbon < 10 km > Romanshorn < 21 km > Kreuzlingen < 1 km > Konstanz