Scheid () ist ein Dorf und eine ehemalige politischen Gemeinde in der politischen Gemeinde Domleschg im Kreis Domleschg in der Region Viamala des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Scheid bildete von 2009 bis 2014 mit Feldis/Veulden, Trans und Tumegl/Tomils die Gemeinde Tomils und ist seit 2015 Teil der neuen Gemeinde Domleschg.

Geographie mini|links|Der Ortsteil Purz Die frühere Bergbauerngemeinde liegt östlich des Hinterrheins auf einer Höhenterrasse. Die östliche Grenze des Gebiets wurde von einer Bergkette zwischen dem Fulhorn () im Süden und dem Dreibündenstein () im Norden gebildet. Westlich davon liegt ein weiterer markanter Berg, die Tgom Aulta (). Die ehemalige Gemeinde bestand aus den Ortsteilen Purz (deutsch: Oberscheid, ) und Sched (deutsch: Unterscheid, ), dem Weiler Laschignas () und diversen Gehöften und Maiensässen. Nachbargemeinden waren Trans, Tumegl/Tomils, Rothenbrunnen, Feldis/Veulden, Domat/Ems, Malix und Churwalden. Vom gesamten Gebiet von 1230 ha waren 533 ha landwirtschaftlich nutzbar, der grösste Teil davon als Maiensässe. Daneben war eine beinahe gleich grosse Fläche von 516 ha von Wald und Gehölz bedeckt. Im Osten des Gebiets erheben sich Gebirge, welche 155 ha unproduktive Fläche ausmachten. Der Rest von 26 ha war Siedlungsfläche.

Geschichte mini|links|170px|Reformierte Kirche Scheid mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2009 Scheid wurde im 12. Jahrhundert als de Side erstmals urkundlich erwähnt. Ein Hof gehörte im Spätmittelalter den Grafen von Werdenberg, dann den von Juvalt. Der Auskauf der Herrschaftsrechte erfolgte 1527. Kirchlich gehörte Scheid bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zur Pfarrei Tumegl/Tomils. Die Kirche St. Simeon wird erstmals 1447 erwähnt. Die Reformation setzte sich nach 1600 endgültig durch. Bis 1654 bestand eine Pfarrgemeinschaft mit Feldis/Veulden.

1596 nahmen die Ausserdomleschger Dörfer die Ausscheidung ihres jeweiligen Gemeindebannes vor. Bis 1851 war Scheid eine Nachbarschaft und bildete mit Feldis und Trans die Gerichtsgemeinde „im Berg“. Diese führte mit den Gemeinden „im Boden“, alle zum Hochgericht Ortenstein gehörig, langjährige und zum Teil blutige Streitigkeiten (Tomilser Handel 1766).C. Jecklin: Scheid. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 6, Paul Attinger, Neuenburg 1931. S. 154 (PDF Digitalisat)

Die Fahrstrasse nach Tumegl/Tomils wurde 1901 bis 1904 gebaut. Die wichtigsten Erwerbsquellen waren Viehwirtschaft und Ackerbau. Der erste Sektor stellte 2005 88 Prozent der Arbeitsplätze. 2002 wurde in der Primarschule Rätoromanisch als zweite Unterrichtssprache durch Italienisch ersetzt. Seit 2007 besuchen die Kinder von Scheid die Schule in Rhäzüns.

Wappen

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1803 1850 1900 1950 1980 1990 2000 2005 2007 2008 Einwohner 219 222 156 154 116 115 139 145 148 151

Sprachen Ursprünglich sprach die Bevölkerung Sutselvisch, eine bündnerromanische Sprache. Noch 1880 war die damalige Gemeinde mit 98 % Romanischsprachigen beinahe einsprachig. Dies blieb bis 1970 so (1910 97 %, 1941 92 %, 1970 94 % Romanischsprachige). Seither setzte der Niedergang des Romanischen ein – doch blieben die Romanen bis 1980 in der Mehrheit. Ein rasanter Sprachwechsel erfolgte, wie folgende Tabelle belegt:

Sprachen in Scheid Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000 Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl AnteilDeutsch 44 37,93 % 72 62,61 % 110 79,14 %Rätoromanisch 69 59,48 % 42 36,52 % 27 19,42 %Einwohner 116 100 % 115 100 % 139 100 %

Herkunft und Nationalität Von den Ende 2005 145 Bewohnern waren 144 Schweizer Staatsangehörige.

Sehenswürdigkeiten

Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche.

Literatur Das Domleschg/La Tumgleastga. Chur 2005. ISBN 3-905342-26-X Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich 2003. ISBN 3-7253-0741-5 Mathias Kundert: Der Sprachwechsel im Domleschg und am Heinzenberg (19./20. Jahrhundert). Kommissionsverlag Desertina, Chur 2007, ISBN 978-3-85637-340-5. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. .

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Domleschg Scheid Tourismus (Foto) auf viamala.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Domleschg Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Geographie (Domleschg GR) Kategorie:Gemeindeauflösung 2008