Der Meidericher Spielverein 02 e. V. Duisburg (kurz: MSV Duisburg) ist ein Sportverein aus Duisburg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Der Verein wurde am 2. Juni 1902 unter dem Namen Meidericher Spiel-Verein in der damaligen Stadt Meiderich gegründet und am 28. September desselben Jahres in den Rheinisch-Westfälischen Spiel-Verband aufgenommen. Der Verein hat 13.403 Mitglieder (Stand: 28. September 2026) und gehört damit zu den mitgliederstärkeren Sportvereinen in Deutschland.

Der MSV Duisburg ist Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga in der Saison 1963/64 und wurde in der Premierensaison Vizemeister der Fußball-Bundesliga. Der Verein erreichte insgesamt viermal das Finale des DFB-Pokals und spielte einige Zeit auch international im UI-Cup sowie im UEFA-Cup und im Europapokal der Pokalsieger. Die Heimspiele der ersten Mannschaft werden in der Schauinsland-Reisen-Arena ausgetragen, die im Sportpark Duisburg liegt. Das Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum befindet sich an der Westender Straße im Stadtteil Meiderich.

Die Vereinsfarben des MSV Duisburg sind Blau-Weiß. Wegen des gestreiften Trikots wird die Mannschaft auch „die Zebras“ genannt. Nachdem der Verein lange Zeit (insgesamt 28 Spielzeiten, zuletzt in der Saison 2007/08) der Fußball-Bundesliga angehört hatte, spielte die erste Herrenmannschaft nach Abstiegen aus der 2. Bundesliga (zuletzt 2018/19) und der 3. Liga (2023/24) in der Saison 2024/25 in der viertklassigen Regionalliga West. Zur Saison 2025/26 stieg der MSV wieder in die 3. Liga auf.

Die Profifußballabteilung ist in die MSV Duisburg GmbH & Co. KGaA ausgegliedert, deren Kommanditaktionäre zu 59,9 Prozent der Verein und zu 40,1 Prozent Capelli Sport sind.msv-duisburg.de: Kapitalerhöhung: Capelli Sport und MSV bauen Vertrauensverhältnis weiter aus (28. Januar 2021), abgerufen am 31. Januar 2021Reviersport.de: Bedingungen für Lizenz, 5 Prozent des Vereins verkauft, 20. April 2017 Ihr persönlich haftender und zur Geschäftsführung berechtigter Komplementär ist die MSV Duisburg Verwaltungsgesellschaft mbH, deren Anteile allesamt der Verein hält.

Name und Fusionen mini|Historische Logos des MSV Duisburg Der MSV Duisburg wurde am 2. Juni 1902 als Meidericher Spiel⹀Verein in der drei Jahre später mit Duisburg und Ruhrort vereinigten Stadt Meiderich gegründet, zum 4. August desselben Jahres bei der lokalen Polizei-Verwaltung angemeldet und am 28. September in den Rheinisch-Westfälischen Spiel-Verband (heute Westdeutscher Fußballverband) aufgenommen. Im Juni 1905 schloss sich der Verein mit dem 1903 entstandenen Sportklub Viktoria Meiderich zum Meidericher Sportverein zusammen. Drei Jahre später wurde der alte Name wieder übernommen. Der Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Ruhrort als Meidericher Spielverein von 1902 e. V. erfolgte im Januar 1910.

Von 1919 bis 1923 bildeten die Meidericher Fußballer zusammen mit dem örtlichen Turnverein von 1880 den Großverein Meidericher TuS 1880. Nach Konflikten zwischen Turn- und Spielverbänden musste der Verein wieder aufgespalten werden. In der abgebrochenen Saison 1944/45 bildete der MSV eine Kriegsspielgemeinschaft mit dem Lokalrivalen SpVgg Meiderich 06.

Am 9. Januar 1967 erhielt der Verein den bereits zweieinhalb Jahre zuvor beschlossenen und heute noch gültigen Namen Meidericher Spielverein 02 e. V. Duisburg.

Sportliche Entwicklung Von der Gründung 1902 bis 1925 Saisondaten 1902–1925 Liga Saison Platz Tore Punkte III. Bezirk, 3. Klasse 1902/03 5 11:13 1-15 III. Bezirk, 3. Klasse 1903/04 2 17:17 7-5 III. Bezirk, 3. Klasse 1904/05 1 56:14 20-4 IV. Bezirk, 2. Klasse 1905/06 2 36:30 15-13 III. Bezirk, 2. Klasse 1906/07 5 8:44 0-16 III. Bezirk, 2. Klasse 1907/08 – Disqualifikation III. Bezirk, B Klasse 1908/09 2 63:27 22-6 III. Bezirk, B Klasse 1909/10 1 k. A. k. A. III./IV. Bezirk, A Klasse 1910/11 4 62:40 18-4 A. Klasse rhein. Nordkreis 1911/12 5 30:25 10-14 A. Klasse rhein. Nordkreis 1912/13 3 53:26 18-10 A. Klasse Ruhrkreis 1913/14 1 88:13 36-0 Ruhrkreis Ruhrbezirk 1914/15 3 13:19 7-9 Ruhrkreis Duisburg 1915/16 3 51:34 22-10 Ruhrkreis Duisburg 1916/17 6 24:52 18-20 Ruhrkreis Duisburg 1918/19 7 19:27 10-18 Kreisliga rhein. Nordkreis 1919/20 2 49:22 28-12 Kreisliga Duisburg 1920/21 4 23:26 20-16 Kreisliga Duisburg 1921/22 1 38:6 30-6 Gauliga Niederrhein 1922/23 2 45:17 23-7 Gauliga Niederrhein 1923/24 4 73:35 39-21 Gauliga Niederrhein 1924/25 3 46:21 19-11 Nach ersten Freundschaftsspielen war der Verein schon 1902/03 als Teilnehmer der III. Klasse (auch C-Klasse, seinerzeit die unterste Spielklasse) beim Start des Ligabetriebs in Westdeutschland dabei. Gespielt wurde auf einem Feld, das im Schatten der Zeche Westende an der damaligen Friedrich-Wilhelm-, der heutigen Westender Straße lag. Im dritten Jahr konnte der Verein seinen ersten Aufstieg in die B-Klasse feiern, in der er offenbar sogleich den 2. Platz erreichte. Das folgende Spieljahr endete aber desaströs und wohl ohne jeden Punktgewinn, einen Abstieg verhinderte nur der Ausschluss anderer Teams, ebenso wie 1907/08, als man selbst disqualifiziert wurde. Gerade auch Dank erster Förderer hatte sich der MSV jedoch früh als Fußballverein etabliert, und auch deshalb konnte er bereits 1909 um den Aufstieg in die A-Klasse kämpfen. Nach einer 1:3-Niederlage im entscheidenden Spiel gegen den Turn-Club Essen mussten die Aufstiegsträume allerdings vorerst begraben werden.

Doch schon ein Jahr später, im Jahr 1910, konnte der langersehnte Aufstieg in die A-Klasse gefeiert werden, in der die erste Saison als 4., hinter dem Lokalrivalen VfvB Ruhrort, abgeschlossen werden konnte. Für die nächste Saison hatte sich der Verein den Aufstieg in die höchste Spielklasse, die sogenannte „Zehnerliga“, zum Ziel gesetzt, da er einen starken Nachwuchs besaß. Dieses Unterfangen gelang jedoch nicht, da das entscheidende Spiel gegen den VfvB Ruhrort nur 1:1 endete. Dafür konnte in der Saison 1912/13 der Gewinn des Dr.-Haßlacher-Pokals gefeiert werden. Die Saison 1913/14 ist die bis dahin erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Die erste Mannschaft gewann alle zwölf Spiele und hatte am Ende ein Torverhältnis von 88:13 Toren, wodurch der Aufstieg in die Zehnerliga geschafft wurde.

Von nun an konnte sich der Meidericher SV mit den traditionsreichen Mannschaften Essener TB, Duisburger SV oder Preußen Duisburg messen, doch aufgrund des Krieges geriet der Fußball erst einmal in den Hintergrund. Um sich auf die erste Saison in der Kreisliga Ruhrkreis vorzubereiten, testete man gegen starke Gegner, wie den Bonner FV (4:0), TB Essen (5:4) oder den Duisburger SpV (2:3), doch das Highlight war der 19:2-Sieg gegen den TC Gelsenkirchen, der noch ein Jahr zuvor in der Zehnerliga spielte. Obwohl ein Großteil der Mitglieder des MSV den Kriegsdienst versah, konnten die Zebras 1915 durch einen 5:0-Finalsieg über den FC Eppenhausen den Kriegspokal des Westdeutschen Spielverbandes im Ruhrkreis gewinnen.

Nach dem Krieg hatte der MSV das Ziel, in die Gauliga aufzusteigen, doch in den Folgejahren, in denen auch die Jugendabteilung der Meidericher gegründet wurde, belegte er hintere Plätze. Um aufzusteigen, holte man Karl Lebzelter als ersten Trainer an die Westender Straße. Dank einer neuen Ligaeinteilung konnte der Meidericher SV 1922/23 am Spielbetrieb der Gauliga Niederrhein teilnehmen, der 16 Mannschaften angehörten, so dass die erste Saison über zwei Jahre ausgespielt wurde.

Die Jahre bis zum Zweiten Weltkrieg Saisondaten 1925–1945 Liga Saison Platz Tore Punkte Bezirksklasse Niederrhein 1925/26 4 107:46 37-23 Bezirksklasse Niederrhein 1926/27 2 50:34 22-6 Bezirksklasse Niederrhein 1927/28 2 48:26 20-8 Bezirksklasse Niederrhein 1928/29 1 48:22 22-6 Bezirksliga Niederrhein 1929/30 3 42:26 21-11 Bezirksklasse Niederrhein 1930/31 1 65:19 29-3 Bezirksklasse Niederrhein 1931/32 1 73:22 38-6 Bezirksklasse Niederrhein 1932/33 2 31:23 22-14 Bezirksklasse Gruppe 3 1933/34 3 65:24 32-12 Bezirksklasse Gruppe 4 1934/35 4 65:34 27-27 Bezirksklasse Gruppe 4 1935/36 7 31:47 24-28 Bezirksklasse Gruppe 5 1936/37 8 33:38 17-27 Bezirksklasse Gruppe 3 1937/38 8 25:30 13-23 Bezirksklasse Gruppe 3 1938/39 9 33:48 18-22 Bezirksklasse Gruppe 1 1939/40 3 84:59 35-21 Bezirksklasse Gruppe 1 1940/41 4 60:43 31-21 Bezirksklasse Gruppe 2 1941/42 3 88:50 36-20 Bezirksklasse Gruppe 1 1942/43 4 49:35 19-17 Bezirksklasse Gruppe 2 1943/44 4 80:41 21-11 Bezirksklasse Gruppe 2 1944/45 - 13:4 5-1 Ab der Saison 1925/26 spielten die Meidericher in der Bezirksklasse Niederrhein, wo sie das erste Jahr als 4. beendeten. In der Folgesaison spielte die Mannschaft um den Gruppensieg, doch das Entscheidungsspiel, das 15.000 Zuschauer sahen, ging gegen den Duisburger FV 08 mit 2:3 verloren, und so blieb nur die Vizemeisterschaft. Als die Zebras in der Spielzeit 1927/28 wieder nur Vizemeister wurden, erhielten sie den Beinamen „ewiger Zweiter“, doch im Jahr darauf wurde der MSV Gruppensieger und qualifizierte sich für die Endrunde um die Niederrheinmeisterschaft, Gegner war die SpVgg. Oberhausen. Nachdem Hin- und Rückspiel keinen Sieger ergeben hatten (6:1 und 0:1), musste ein Entscheidungsspiel ausgetragen werden, doch dieses endete 0:0 nach Verlängerung, so dass noch ein zweites Entscheidungsspiel stattfinden musste. Dank eines 3:2-Sieges wurde der Meidericher SV Niederrheinmeister und durfte an der westdeutschen Meisterschaft teilnehmen.

Nach fünf Siegen in den sechs Spielen der Vor- und Endrunde schaffte der Verein den Sprung ins Endspiel um die westdeutsche Meisterschaft, das allerdings mit 1:2 gegen den FC Schalke 04 verloren ging. Dennoch qualifizierte sich die Mannschaft für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, doch sie scheiterte schon in der ersten Runde am Hamburger SV mit 2:3. Die Leistungen sorgten dafür, dass die Zebras als Titelkandidat in die Saison 1929/30 gingen, am Ende wurden sie aber nur Dritter. Dafür wurden sie ein Jahr später erneut Niederrheinmeister (5:1 und 5:5 gegen die SpVgg. Sterkrade) und nahm wieder an der westdeutschen Meisterschaft teil. Hier scheiterte der Meidericher Spielverein allerdings in der Endrunde an Fortuna Düsseldorf, Alemannia Aachen und am VfB Bielefeld 03. Dennoch spielte man mit den SF BW Barmen den dritten westdeutschen Vertreter in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft aus. Durch einen 4:2-Sieg schaffte der MSV den Sprung in die Endrunde, doch auch in diesem Jahr war schon in der ersten Runde Schluss, er unterlag dem TSV 1860 München mit 1:4. Im Folgejahr wurden die Meidericher schon wieder Niederrheinmeister, diesmal wurde der Duisburger FV 08 in drei Spielen bezwungen. In der Endrunde um die westdeutsche Meisterschaft scheiterte die Mannschaft im Halbfinale am FC Schalke 04. Nach der verpatzten westdeutschen Meisterschaft schaffte der Meidericher SV noch einmal den 2. Platz in der Bezirksliga Niederrhein, doch nach einer neuen Ligaeinteilung im Jahr 1933 mussten die Zebras in der Bezirksliga antreten.