Der DHB-Pokal ist der wichtigste deutsche Handball-Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften. Er wird jährlich vom Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL) veranstaltet. Bis in die 1990er Jahre war der namensgebende Deutsche Handballbund (DHB) Veranstalter des Wettbewerbs. Der Name wurde aus Gründen der Tradition beibehalten.
In der DDR wurde bis 1991 der FDGB-Pokal ausgerichtet.
Modus
Neben dem laufenden Spielbetrieb in den Handball-Ligen wird der Pokalwettbewerb im Ausscheidungsverfahren bestritten. Es nehmen alle Bundesligisten (1. und 2. Liga) der Vorsaison teil, die weiteren Vereine qualifizieren sich über die regionalen Pokalwettbewerbe.
Der DHB-Pokal wurde bis 2012/13 in insgesamt sieben aufeinander folgenden K.-o.-Runden mit dem Endspiel als letzte ausgetragen. Bis 2011/12 erhielten in der ersten Runde alle 18 aktuellen Mannschaften der 1. Bundesliga, sowie einzelne unterklassige Vereine, ein Freilos. Im Wettbewerb 2012/13 stiegen die Bundesliga-Vereine erst in der dritten Runde ein. Nach einer Reduzierung der Anzahl der teilnehmenden Vereine gab es 2013/14 und 2014/15 eine Runde weniger. Nur die ersten sechs der Bundesliga-Vorsaison erhielten ein Freilos für die erste Runde.
In den Pokalwettbewerben 2015/16 bis 2019/20 wurde die erste Runde mit 64 Mannschaften einschließlich aller Bundesligisten in einer neuen Form durchgeführt: Jeweils vier Mannschaften bestritten in der Halle eines der unterklassigen Teams ein kleines Turnier mit Halbfinale und Finale, der Sieger kam in die zweite Runde. Für die Auslosung der Gruppeneinteilung wurden die Vereine entsprechend der Ligazugehörigkeit und Platzierung in der Vorsaison in Lostöpfe eingeteilt.
Ab 2021 gab es wieder den klassischen Modus mit wieder reduzierter Teilnehmerzahl von 44 bis 46 Teams. Die Bundesligisten stiegen im Sechzehntelfinale ein. 2024/25 und 2025/26 nahmen nur noch zehn Teams aus der Vorsaison der 2. Bundesliga teil, wodurch die Teilnehmerzahl auf 40 sank. 2026/27 wurde das Teilnehmerfeld auf 50 Teams erweitert und 10 Teams aus der Bundesliga treten wieder in der ersten Runde an. Seit 2023/24 sind die drei Erstplatzierten des vorangegangenen Pokalwettbewerbs für das Achtelfinale gesetzt.
Der DHB-Pokalsieger war bis 2011 in der folgenden Saison zur Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger berechtigt und nimmt nach der Europapokalreform seit 2012 am EHF-Pokal bzw. seit 2020 an der European League teil. Zudem spielt der aktuelle DHB-Pokalsieger zu Beginn der Folgesaison gegen den Deutschen Meister um den HBL-Supercup.
Finalspiele Von 1981 bis 1992 wurde das Finale des DHB-Pokals mit Hin- und Rückspiel in den jeweiligen Heimhallen der Finalisten ausgetragen.
Seit 1993 wird der DHB-Pokalsieger in einem Final Four ermittelt. Dabei werden die beiden Halbfinalbegegnungen und das Finale an einem Wochenende gespielt. Es nehmen die Sieger der Viertelfinal-Spiele teil.
Die Erstauflage des Final Four wurde 1993 in Frankfurt am Main ausgetragen. Von 1994 bis 2022 war Hamburg der regelmäßige Austragungsort, bis 2002 in der Sporthalle Hamburg, danach in der Barclays Arena. In der Multifunktionsarena entwickelte sich das Final Four zu einem Event und der Pokalwettbewerb gewann an Attraktivität bei Vereinen und Besuchern; über 25.000 Zuschauer verfolgten die Spiele an den beiden Tagen dort live. Seit 2023 wird das Finalturnier mindestens fünf Jahre in der fast 20.000 Zuschauer fassenden Kölner Lanxess Arena ausgetragen.REWE verlängert Partnerschaft mit der Handball-Bundesliga GmbH. In: liquimoly-hbl.de. 21. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022.
Erster Titelsponsor der Veranstaltung war die Hamburger Sparkasse, von 2005 bis 2007 wurde das Wochenende unter dem Namen Haspa Final Four ausgetragen. Die Lufthansa übernahm 2008 das Titelsponsoring; bis 2013 hieß das Turnier Lufthansa Final Four. 2014 fand die Endrunde ohne Titelsponsor statt. Ab 2015 war die Lebensmittelkette Rewe der Titelsponsor des REWE Final4. Der Vertrag lief zunächst bis 2017, wurde dann bis 2020 und anschließend bis 2024 verlängert. Seit 2025 sponsert Lidl das Finalturnier.Namenswechsel im DHB-Pokal: HBL beschließt neue Partnerschaft. In: kicker.de, 23. Oktober 2024.
Im Jahr 2005 wurde zum ersten Mal ein Spiel um den 3. Platz ausgetragen, da die Möglichkeit bestand, dass sich beide Finalteilnehmer, die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel, über die Handball-Bundesliga für die Champions League qualifizieren. Vor dem Finale am Sonntag gewann die HSG Nordhorn gegen Frisch Auf Göppingen und qualifizierte sich für den Europapokal der Pokalsieger. Das Gleiche passierte nochmal im Jahr 2010, als sich der TuS N-Lübbecke gegen den VfL Gummersbach durchsetzte.
DHB-Pokalsieger In den Jahren 1998 bis 2000 gewann der THW Kiel als erster Verein in Deutschland den DHB-Pokal dreimal nacheinander. Danach gelang dies der SG Flensburg-Handewitt von 2003 bis 2005 und wieder dem THW Kiel von 2007 bis 2009 und von 2011 bis 2013. Seitdem gab es jährlich wechselnde Sieger. JahrVereinJahrVereinJahrVereinJahrVerein1975TSV Grün-Weiß Dankersen1988TUSEM Essen2001VfL Bad Schwartau2014Füchse Berlin1976TSV Grün-Weiß Dankersen1989TV Großwallstadt2002TBV Lemgo2015SG Flensburg-Handewitt1977VfL Gummersbach1990TSV Milbertshofen2003SG Flensburg-Handewitt2016SC Magdeburg1978VfL Gummersbach1991TUSEM Essen2004SG Flensburg-Handewitt2017THW Kiel1979TSV Grün-Weiß Dankersen1992TUSEM Essen2005SG Flensburg-Handewitt2018Rhein-Neckar Löwen1980TV Großwallstadt1993SG Wallau/Massenheim2006HSV Hamburg2019THW Kiel1981TuS Nettelstedt1994SG Wallau/Massenheim2007THW Kiel2020TBV Lemgo1982VfL Gummersbach1995TBV Lemgo2008THW Kiel2022THW Kiel1983VfL Gummersbach1996SC Magdeburg2009THW Kiel2023Rhein-Neckar Löwen1984TV Großwallstadt1997TBV Lemgo2010HSV Hamburg2024SC Magdeburg1985VfL Gummersbach1998THW Kiel2011THW Kiel2025THW Kiel1986MTSV Schwabing1999THW Kiel2012THW Kiel2026Füchse Berlin1987TV Großwallstadt2000THW Kiel2013THW Kiel2027
DHB-Pokal-Endspiele JahrSiegerLogoErgebnisseLogoFinalist1975TSV Grün-Weiß Dankersen30x30px15:1430x30pxTSV 1896 Rintheim1976TSV Grün-Weiß Dankersen30x30px13:1230x30pxSG Dietzenbach1977VfL Gummersbach30x30px16:1430x30pxTV Hüttenberg1978VfL Gummersbach30x30px14:1130x30pxTV Hüttenberg1979TSV Grün-Weiß Dankersen30x30px19:1445x45pxTHW Kiel1980TV Großwallstadt31x31px17:1530x30pxTuS Nettelstedt1981TuS Nettelstedt-Lübbecke30x30px15:19 / 22:1730x30pxVfL Günzburg1982VfL Gummersbach30x30px18:19 / 18:1231x31pxTV Großwallstadt1983VfL Gummersbach30x30px15:14 / 23:1630x30pxTUSEM Essen1984TV Großwallstadt31x31px17:20 / 20:1430x30pxReinickendorfer Füchse1985VfL Gummersbach30x30px20:16 / 30:1931x31pxTV Großwallstadt1986MTSV Schwabing32x32px32:29 / 16:1830x30pxVfL Gummersbach1987TV Großwallstadt31x31px16:15 / 21:2230x30pxTuRU Düsseldorf1988TUSEM Essen30x30px25:18 / 28:2130x30pxSG Wallau/Massenheim1989TV Großwallstadt31x31px21:21 / 21:1830x30pxVfL Gummersbach1990TSV Milbertshofen30x30px16:12 / 17:1745x45pxTHW Kiel1991TUSEM Essen30x30px21:16 / 17:2030x30pxTV Niederwürzbach1992TUSEM Essen30x30px20:19 / 19:20 (5:4 i. S.)30x30pxSG Flensburg-Handewitt1993SG Wallau/Massenheim30x30px24:2126pxTSV Bayer Dormagen1994SG Wallau/Massenheim30x30px17:1430x30pxSG Flensburg-Handewitt1995TBV Lemgo30x30px24:1830x30pxHSV Düsseldorf1996SC Magdeburg30x30px20:1830x30pxTUSEM Essen1997TBV Lemgo30x30px28:23 (14:11)31x31pxHSG Dutenhofen/Münchholzhausen1998THW Kiel45x45px30:15 (11:6)30x30pxTV Niederwürzbach1999THW Kiel45x45px28:19 (14:9)30x30pxTBV Lemgo2000THW Kiel45x45px26:25 n. V. (20:20, 11:11)30x30pxSG Flensburg-Handewitt2001VfL Bad Schwartau30x30px26:22 (10:13)31x31pxHSG Wetzlar2002TBV Lemgo30x30px25:23 (9:10)30x30pxSC Magdeburg2003SG Flensburg-Handewitt30x30px31:30 n. V. (27:27, 16:12)30x30pxTUSEM Essen2004SG Flensburg-Handewitt30x30px29:23 (14:8)30x30pxHSV Hamburg2005SG Flensburg-Handewitt30x30px33:31 (16:13)45x45pxTHW Kiel2006HSV Hamburg30x30px26:25 (9:10)30x30pxRhein-Neckar Löwen2007THW Kiel45x45px33:31 (15:19)30x30pxRhein-Neckar Löwen2008THW Kiel45x45px32:29 (17:18)30x30pxHSV Hamburg2009THW Kiel45x45px30:24 (15:12)22pxVfL Gummersbach2010HSV Hamburg25px34:33 n. V. (33:30; 30:30; 15:15)30x30pxRhein-Neckar Löwen2011THW Kiel45x45px30:24 (16:13)30x30pxSG Flensburg-Handewitt2012THW Kiel45x45px33:31 (15:15)30x30pxSG Flensburg-Handewitt2013THW Kiel45x45px33:30 (12:16)30x30pxSG Flensburg-Handewitt2014Füchse Berlin30x30px22:21 (11:11)30x30pxSG Flensburg-Handewitt2015SG Flensburg-Handewitt30x30px27:27 n. V. (24:24, 11:11), 5:4 i. S.30x30pxSC Magdeburg2016SC Magdeburg30x30px32:30 (14:12)30x30pxSG Flensburg-Handewitt2017THW Kiel45x45px29:23 (13:12)30x30pxSG Flensburg-Handewitt2018Rhein-Neckar Löwen30x30px30:26 (13:11)36x36pxTSV Hannover-Burgdorf2019THW Kiel45x45px28:24 (14:13)30x30pxSC Magdeburg2020TBV Lemgo30x30px28:24 (15:12)30x30pxMT Melsungen2021 Abgesagt wegen COVID-19-Pandemie2022THW Kiel45x45px28:21 (12:13)30x30pxSC Magdeburg2023Rhein-Neckar Löwen30x30px31:31 n. V. (27:27, 16:13), 5:3 i. S.30x30pxSC Magdeburg2024SC Magdeburg30x30px30:19 (13:11)30x30pxMT Melsungen2025THW Kiel45x45px28:23 (10:9)30x30pxMT Melsungen2026Füchse Berlin30x30px42:33 (22:17)30x30pxBergischer HC
Erfolgreichste Vereine RangLogoVereinTitelFinaleTiteljahre1.45x45pxTHW Kiel13161998, 1999, 2000, 2007, 2008, 2009, 2011, 2012, 2013, 2017, 2019, 2022, 20252.30x30pxVfL Gummersbach581977, 1978, 1982, 1983, 19853.30x30pxSG Flensburg-Handewitt4132003, 2004, 2005, 20154.31x31pxTV Großwallstadt461980, 1984, 1987, 19895.30x30pxTBV Lemgo451995, 1997, 2002, 20206.30x30pxSC Magdeburg381996, 2016, 20247.30x30pxTUSEM Essen361988, 1991, 19928.30x30pxTSV Grün-Weiß Dankersen (GWD Minden)331975, 1976, 19799.30x30pxRhein-Neckar Löwen252018, 202310.30x30pxHSV Hamburg242006, 201011.30x30pxSG Wallau/Massenheim231993, 199411.30x30pxFüchse Berlin232014, 202613.30x30pxTuS Nettelstedt-Lübbecke12198114.32x32pxMTSV Schwabing11198614.30x30pxTSV Milbertshofen11199014.30x30pxVfL Bad Schwartau112001
Einzelnachweise