Rodels () ist ein Dorf und eine ehemalige Gemeinde in der politischen Gemeinde Domleschg, die im Kreis Domleschg in der Region Viamala im Schweizer Kanton Graubünden liegt. 2015 fusionierte Rodels mit den Gemeinden Almens, Paspels, Pratval und Tomils zur neuen Gemeinde Domleschg.

Geographie Das Strassendorf liegt auf einer Terrasse östlich des Hinterrheins am Westabhang der Stätzerhornkette. Zur ehemaligen Gemeinde gehört auch die Fraktion Nueins. Nachbargemeinden waren Pratval, Cazis, Paspels und Almens. Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von 168 ha ist genau die Hälfte landwirtschaftlich nutzbar. Weitere 59 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt. Dazu kommen 18 ha Siedlungsfläche und 7 ha unproduktive Fläche.

Geschichte mini|links|Rodels mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2015 Im Unterdorf machte man einen bronzezeitliche Grabfund. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Rodels als ad Rautine erwähnt. Zu dieser Zeit war Rodels eine geschlossene Dorfsiedlung mit einem grossen Meierhof des Churer Domkapitels mit bedeutendem Ackerbau. 1527 erfolgte der Auskauf der Herrschaftsrechte.

Rodels unterstand kirchlich St. Lorenz in Paspels. Mitte des 12. Jahrhunderts ist eine Kapelle in Rodels erwähnt, 1697 die Pfarrkirche St. Christophorus und Jacobus der Ältere. Mit Ausnahme der führenden Familie Jecklin blieb Rodels katholisch.

Viehwirtschaft und Ackerbau waren die wichtigsten Erwerbsquellen. Bis 1851 bestand eine Nachbarschaft der Gerichtsgemeinde Ortenstein (im Boden). Die ab 1832 vorgenommene Rheinkorrektion führte zu Landgewinn in der Talebene. 1883 wurde die Querverbindung zur Italienische Strasse, 1895 bis 1897 die Talstrasse, 1896 Station Rodels-Realta der Rhätischen Bahn und 1967 der kantonale Forstgarten, in dem unter anderem wertvolles Saatgut für Wälder gewonnen wird, gebaut. Bis am 31. Dezember 2014 war Rodels eine eigene politische Gemeinde.

Wappen

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1803 1850 1900 1950 1970 1980 1990 2000 2005 2014 Einwohner 106 135 147 178 152 155 222 281 271 269

Sprachen Ursprüngliche Sprache der Bevölkerung war Sutselvisch, eine bündnerromanische Mundart. Doch bereits im späten 19. Jahrhundert setzte ein Sprachwandel hin zum Deutschen ein. Während 1880 noch 62 % der Einwohnerschaft Romanisch sprach, waren es 1900 nur noch 52 %. Bereits 1910 war die ehemalige Gemeinde mit 59,12 % Deutschsprachigen und 40 % Romanischsprachigen gekippt. Der Schrumpfungsprozess des Romanischen ging in gebremstem Tempo bis 1980 weiter. In den 1980er-Jahren setzte ein letzter Rückgang ein, der dazu führte, dass Romanisch heute nur noch von geringer Bedeutung ist.

Dies zeigt auch die folgende Tabelle:

Sprachen in Rodels Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000 Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl AnteilDeutsch 125 80,65 % 204 91,89 % 255 90,75 %Rätoromanisch 25 16,13 % 10 4,50 % 11 3,91 %Italienisch 5 3,23 % 5 2,25 % 5 1,78 %Einwohner 155 100 % 222 100 % 281 100 %

Zwar verstehen noch 7,9 % der Einwohner Romanisch, doch ist heute Deutsch einzige Behördensprache.

Herkunft und Nationalität Von den Ende 2005 271 Bewohnern waren 260 (= 96 %) Schweizer Staatsangehörige.

Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche SS. Christophorus und Jakobus d. Ä. Haus von Blumenthal

Literatur 200 Jahre Kanton Graubünden. Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich 2003, ISBN 3-7253-0741-5 Das Domleschg/La Tumleastga. Chur 2005, ISBN 3-905342-26-X Mathias Kundert: Der Sprachwechsel im Domleschg und am Heinzenberg (19./20. Jahrhundert). Kommissionsverlag Desertina, Chur 2007, ISBN 978-3-85637-340-5. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. .

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Domleschg

Rodels Tourismus (Foto) auf graubuenden.ch.

Einzelnachweise

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