Riom-Parsonz (, veraltet und bis 1943 offiziell Reams und Präsanz) ist eine Ortschaft in der Gemeinde Surses, Kanton Graubünden.

Bis zum 31. Dezember 2015 war sie eine eigenständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 2016 fusionierte Riom-Parsonz mit den Gemeinden Bivio, Cunter, Marmorera, Mulegns, Salouf, Savognin, Sur und Tinizong-Rona zur neuen Gemeinde Surses.

Geographie mini|links|Riom (unten) und Parsonz (oben) mini|links|Riom mit der Burg Riom mini|links|Parsonz mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2016 mini|280px|Luftbild (1947) Die ehemalige Gemeinde liegt im Oberhalbstein am Nordostabhang des Piz Martegnas (). Die Gemeindegrenze bildete im Norden der Adont (inkl. Salaschigns), im Osten die Julia und das Forbesch-Arblatsch-Massiv, im Süden die Fuorcla Curtegns, die Fuorcla Starlera und die Fuorcla da Saletscha und im Westen Piz Alv, Piz Settember, Sur Carungas, Piz Cartas und Piz Martegnas. Somit lag fast das gesamte Skigebiet von Savognin auf Gemeindegebiet von Riom-Parsonz. Die ehemalige Gemeinde besass zwischen Cunter, Salouf und Albula/Alvra eine 2,77 km² grosse Exklave, deren Grenze von Burvagn westlich von Crap d'Uigls über Crap digls Anghels bis fast zur Motta Palousa verlief, dann an Tgant Ladrung vorbei bis zur Julia und dann via Cresta wieder zurück nach Burvagn. Der Tunnel "Crap Ses" befindet sich somit auf dem ehemaligen Gemeindegebiet von Riom-Parsonz. Eine zweite, nur 66 a grosse Exklave (Enklave der ehemaligen Gemeinde Cunter) befand sich nur gerade 160 m neben der grösseren Exklave bei einem Wäldchen neben der Hauptstrasse zwischen Burvagn und Vaznoz.

Der tiefste Punkt der ehemaligen Gemeinde liegt in der Exklave bei Tgant Ladrung unterhalb des Crap Ses und ist 995 m hoch. Der höchste Punkt ist der Piz Forbesch ().

Die grössten Siedlungen sind Riom, Parsonz () und Tigignas (). Daneben gibt es zahlreiche weitere Weiler und Gehöfte.

Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von über 56 km² können 2858 ha landwirtschaftlich genutzt werden, davon über 90 % nur als Maiensässen. Weitere 1679 ha sind Gebirge. Rund 10 km² – genau 1006 ha – sind von Wald und Gehölz bedeckt. Der Rest von 61 ha ist Siedlungsfläche.

Auf dem ehemaligen Gemeindegebiet liegt der Lai Lung.

Geschichte Die ehemalige Gemeinde entstand 1979 durch die Fusion der beiden Gemeinden Parsonz und Riom. 2016 schlossen sich alle Gemeinden des Oberhalbsteins zur Gemeinde Surses zusammen.

Wappen

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1980 1990 2000 2005 2014 Einwohner 263 297 327 335 304

Sprachen Bis ins späte 19. Jahrhundert sprachen alle Bewohner Surmeirisch, eine regionale Mundart des Rätoromanischen. Bis ins Jahr 1970 änderte sich daran wenig, auch wenn der Anteil der Rätoromanen von 99,0 % im Jahr 1880 auf 90,28 % im Jahr 1970 sank. Seit 1980 verliert die einheimische Sprache massiv an Boden. Daran ist vor allem die Zuwanderung von Deutschsprachigen beteiligt, in den letzten Jahren auch ein vermehrter Sprachwechsel. Die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in Riom-Parsonz Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000 Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl AnteilDeutsch 25 9,51 % 55 18,52 % 110 33,64 %Rätoromanisch 229 87,07 % 234 78,79 % 209 63,91 %Italienisch 9 3,42 % 3 1,01 % 6 1,83 %Einwohner 263 100 % 297 100 % 327 100 %

79,2 % der Einwohner verstehen noch Rätoromanisch, das alleinige Behördensprache ist.

Herkunft und Nationalität Von den 335 Bewohnern am Ende des Jahres 2005 waren 323 (= 96,42 %) Schweizer Staatsangehörige.

Kultur Seit 2006 findet in Riom das Origen Festival Cultural statt, dabei finden Aufführungen in der Burg Riom wie auch in der 2015 eröffneten Scheune von Sontga Crousch statt.Origen Festival Cultural Das Festival hat dafür im Januar 2018 den Wakkerpreis bekommen.

Sehenswürdigkeiten mini|x230px|Burg Rätia Ampla in Riom

Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, in Parsonz Katholische Pfarrkirche St. Laurentius 1979–1981: Mehrzweckhalle, Architekt: Monica Brügger 2006: Schulhaus, Architekt: Pablo HorváthSchulhaus Riom-Parsonz auf ETHorama 2006: Theaterburg, Architekt: Marcel Liesch mit Conzett Bronzini Gartmann Burg Rätia Ampla in Riom, 1227

Literatur Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. . Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Rüegger, Chur/Zürich 2003, ISBN 3-7253-0741-5.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Riom-Parsonz

Bundesinventar ISOS: Riom-Parsonz

Einzelnachweise

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