Aschach (grabfeldisch: Öschich) ist ein Gemeindeteil des Marktes Bad Bocklet im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen in Bayern. Die Gemarkung Aschach hat eine Fläche von 7,106 km². Sie ist in 1525 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4659,52 m² haben.

Geographische Lage Das Dorf, ehemals ein Markt, liegt zwei Kilometer westlich von Bad Bocklet und neun Kilometer nördlich von Bad Kissingen am Fuße der Rhön. In Aschach mündet der gleichnamige Bach in die Fränkische Saale.

Die durch Aschach verlaufende Staatsstraße 2430 mündet westwärts in die Staatsstraße 2290 nach Lauter und Burkardroth. Die durch Aschach verlaufende Staatsstraße 2292 führt nordwärts nach Hohn und Steinach sowie südwärts über Großenbrach über die Bad Kissinger Stadtteile Kleinbrach und Hausen nach Bad Kissingen. Über die Kreisstraße KG 16 ist Aschach ostwärts mit Bad Bocklet verbunden. Durch Aschach führt der Fränkische Marienweg.

Geschichte Ortsgeschichte Anfänge Es wird vermutet, dass bereits während der römischen Kaiserzeit und im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. das heutige Aschacher Gebiet von Alamannen besiedelt wurde.Herbert Schultheis: Bad Bocklet – Geschichte der Ortsteile Aschach und Großenbrach

Die Entstehungszeit des Ortes selbst ist unsicher. Als erster dokumentarischer Beleg könnte eine Urkunde von 867 gelten, durch die eine Person namens Betilo dem Kloster Fulda mehrere Felder in Ascha schenkte. Aschach existierte möglicherweise bereits vorher; mit dem in Fuldaer Urkunden mehrfach genannten „Ascaha“ ist jedoch wahrscheinlich nicht Aschach gemeint. Der erste sichere Nachweis Aschachs ist eine Urkunde aus dem Jahr 1244, die die Schenkung der Mühle an der Saale an das Kloster Frauenroth durch Otto von Botenlauben dokumentiert und am Standort des heutigen Aschach die Existenz einer Siedlung belegt.

Der Name Aschach (Ascha, Aschaw, Waldaschach) kommt von dem keltischen Ascaha und bedeutet Eschenwasser.

Aus dem Dorf Aschach bildeten sich bald zwei Teile: der eine Teil mit dem Namen Achach bildete sich um die Kirche, der andere Teil mit dem Schloss als Zentrum hieß Neuseß. Der Name des letzteren wandelte sich zu „Nuseß“ (1413), „Newsezs zu Ascha“ (1458) und „Neuses bei Ascha“ (1512). Der erste bekannte Schultheiß von Aschach war Paul Herterich (Ersterwähnung 1582). Die erste bekannte Dorfordnung von 1612 stammt aus der Zeit von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, ist aber wahrscheinlich die Weiterentwicklung einer älteren Dorfordnung. Eine größere Bedeutung hatte das Ruggericht, mit dem jedes Jahr zu Kathedra Petri am 22. Februar die Gemeinderechnung abgelegt, aktuelle Gesetzesbestimmungen verkündet sowie u. a. Dorfmeister, Feld- und Waldhüter ernannt wurden.

Mittelalter mini|200px|Die Pfarrkirche St. Trinitatis von Aschach Im Jahr 1165 errichteten die Henneberger das Schloss Aschach zunächst als Burganlage. Der früheste Nachweis für die Existenz der Saalmühle datiert auf das Jahr 1244; der erste namentlich bekannte Müller war Kaspar Krauß (um 1583).

Für den Beginn des 14. Jahrhunderts ist ein Aschacher Plebanus unbekannten Namens für den Ort, der anfangs Teil der Pfarrei Brend (Bestandteil von Brendlorenzen, einem heutigen Stadtteil von Bad Neustadt an der Saale) war, überliefert. Dieser ließ im Auftrag des Würzburger Bischofs Wolfram Wolfskeel von Grumbach den Kirchenbann über Graf Heinrich von Henneberg aufheben, um die Freilassung des in Haft befindlichen Geistlichen Heinrich von Rieneck zu erreichen. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bestand die zur Diözese Würzburg sowie zum Archidiakonat und Kapitel Münnerstadt und möglicherweise auch für einige Jahrzehnte zum Kloster Bildhausen gehörende Pfarrei Aschach aus den Filialen Burkardroth, Stangenroth und Wollbach.

Frühestens mit der Entstehungszeit des Schlosses Aschach entstand das Amt Aschach; der erste bekannte Aschacher Amtsmann ist mit Hermann von Wenkheim für das Jahr 1320 und die erste urkundliche Erwähnung eines Aschacher Zentgerichts (als Cent Aschaw) für das Jahr 1355 bekannt. Der Fürstbischof verfügte über die Fraiß (das Recht, über Leben und Tod zu urteilen) und setzte die Centgrafen ein, die die Schöffen ernannten. Für das Jahr 1422 sind auf Grund von Grenzstreitigkeiten dieser Zeit die Ämter Schildeck (Geroda) und Trimburg als Nachbarämter von Aschach bekannt. Das Amt wurde im Jahr 1804 wegen der Umstrukturierung der Landämter aufgelöst und Aschach im Gegenzug mit einem Rentamt Kissingen-Aschach entschädigt, das allerdings im Jahr 1865 nach Kissingen verlegt wurde.

Laut einer Inschrift an der Aschacher St.-Trinitatis-Kirche entstand diese im Jahr 1447. Ob es vorher schon einen Kirchenbau in Aschach gegeben hat, ist nicht sicher erwiesen.

Aschach zu Beginn der Neuzeit Im Zuge des Bauernaufstandes von 1525 wurde Aschach hauptsächlich vom Bildhäuser Haufen, zu dem sich Bauern um das Münnerstädter Kloster Bildhausen zusammengeschlossen hatten, bedroht. Dem Aschacher Amtsmann Eyring von Rotenhan, der für das Kloster Hausen, das Kloster Frauenroth und das Schloss Aschach zuständig war, gelang es, die Aufständischen zur Aufgabe zu bewegen, woraufhin der Würzburger Fürstbischof Konrad II. von Thüngen versprach, auf die Forderungen der Bauern einzugehen. Dennoch besetzten die aufständischen Bauern das Schloss Aschach und steckten es in Brand; Amtsmann Eyring von Rotenhan sowie acht weitere Adelige wurden nach Schweinfurt verschleppt.Max H. Van Freeden: Graf-Luxburg-Museum des Bezirks Unterfranken: Schloss Aschach bei Bad Kissingen, Verlag Schnell & Steiner München/Zürich, 1982 Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes wurden im Zuge des vom Fürstbischof durchgeführten Strafgerichts im Fürstbistum Geldstrafen gegen 411 Untertanen des Amtes Aschach verhängt sowie Bauern des Amtes Trimberg zum Wiederaufbau u. a. des Schlosses Aschach herangezogen.

Der zwischen 1552 und 1554 von Markgraf Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach initiierte Markgräflerkrieg hatte auch Auswirkungen auf Aschach, als das Schloss Aschach laut einer Inschrift über dem Eingang des Hauptgebäudes am 9. November 1553 von Alcibiades in Brand gesteckt und dabei vollständig zerstört wurde. Dies war der Anlass zum kompletten Neuaufbau des Schlosses Aschach in seiner heutigen Konzeption.

Das Taufregister von Aschach besagt, dass der von 1580 bis 1588 in Aschach tätige Pfarrer Heinrich Niemant etwa sechs seiner Söhne taufte. Dies lässt vermuten, dass er Lutheraner war und sich die Aschacher Bevölkerung dementsprechend möglicherweise der Konfession ihres Geistlichen zuwandte. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunns Gegenmaßnahmen zur Wiederherstellung des Katholizismus im Ort konnten sich nur allmählich durchsetzen. Zu dieser Zeit gehörten auch Großenbrach sowie der Ortsteil Neuses zur Pfarrei Aschach. In den 1590er Jahren war der Aschacher Pfarrer auch für Bocklet zuständig; später traf dies auch für Haard, Hausen und Nüdlingen zu.

Der früheste bekannte urkundliche Nachweis für einen Lehrer in Aschach für die Kinder aus Aschach und Großenbrach stammt aus dem Jahr 1584, doch ist es möglich, dass bereits die Henneberger Grafen Lehrerstellen im Ort finanzierten. Die erste Schulstiftung im Ort wurde mit Testament des Jahres 1594 von Würzburger Domvikar Nikolaus Grob gegründet, der ein Vermögen von 300 Gulden zur Verfügung stellte, um aus den Zinsen von 15 Gulden für 5 Gulden einen Lehrer zu finanzieren, während die restlichen 10 Gulden für kirchliche und schulische Zwecke vorgesehen waren. Eine weitere Finanzierungsquelle waren im Jahr 1643 die Zinsen aus den von Sebastian Herterich zur Verfügung gestellten zwanzig Gulden. Ab Anfang des 17. Jahrhunderts ist neben dem Lehrer auch ein Kantor belegt, der zusätzlich die kirchliche Organistenstelle versah.

An Kathedra Petri des Jahres 1601 veräußerte die Pfarrei Aschach unter Pfarrer Christoph Grospitsch 31 Morgen und 25 Gerten Ackerfläche, was laut Verkaufsurkunde ein schlechter Handel war; der Verkaufserlös wurde mit Zinsen verliehen. Noch im Jahr 1746 bezog die Pfarrei Aschach laut Memorale 426 Gulden aus den verkauften Äckern.

Im Dreißigjährigen Krieg erreichten die Truppen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf am 12. Oktober 1631 Aschach. Er übergab das Schloss Aschach sowie das Amt Aschach an Oberst Graf Brandenstein als Geschenk. Das Amt Aschach war eines von mehreren Ämtern, die im Winter ein Regiment Reiterei und zwei Regimenter Fußvolk beherbergen mussten und außerdem 20.000 Taler zu zahlen hatten.Würzburger Chronik (Neue Ausgabe bei Bonitas Bauer), Band 2, S. 231Reinhard Weber: Würzburg und Bamberg im Dreißigjährigen Krieg, Würzburg 1979

Ein ausführlicher Bericht über den Dreißigjährigen Krieg befindet sich in der von Pfarrer Karl Rützel und Gymnasialprofessor Ludwig Böhm verfassten Geschichte des Marktes Aschach in Unterfranken. Demzufolge wurden im Jahr 1633 auf Grund der Umstände vier der fünf Paare auswärts getraut. Landpfarrer Valentin Katzenberger musste vor den Unruhen fliehen,Archiv des histor. Vereins VIII, 1. H., 1 ff. der Aschacher Centgraf March kam in den Kämpfen um. Im Jahr 1634 konnten die schwedischen Angreifer zurückgeschlagen werden. Am 31. August 1634 brach die Pest aus, vor der der Kissinger Stadtpräfekt mit seiner Familie in Aschach Schutz suchte. Im Jahr 1638 hatte sich die Lage in Aschach nach Krieg, Pest und Hungersnot soweit beruhigt, dass der Würzburger Kammersekretär Pet Brückner dort einen Kuraufenthalt nahm. Im September 1639 musste sich die Aschacher Bevölkerung erneut gegen einfallende, Vieh raubende schwedische Truppen wehren. Im Juni 1640 konnte die Aufstellung von Wachposten am Amtskeller weitere Überfälle verhindern. Um den 10. August desselben Jahres passierten die Reiterkompagnien von Johann von Sporck den Ort. Auf Grund der Besetzung des Schlosses Aschach durch schwedische Soldaten blieb der Ort jedoch von Plünderungen verschont. Dadurch begünstigt, suchten Einwohner aus den umliegenden Dörfern und auch Kissingen und Bischofsheim Zuflucht in Aschach; weitere Ströme von Flüchtlingen folgten Ende März 1646 sowie im Februar 1647. Im Jahr 1648 kam es in Aschach zu Plünderungen, bei denen viele Einwohner des Ortes misshandelt und getötet wurden. Viele Aschacher suchten Schutz in den Wäldern. Ein Knabe aus Aschach, der sich im Wald verirrt hatte, wurde nach sechs Wochen tot aufgefunden. Einige Aschacher flüchteten in entferntere Orte, ebenso flohen viele Auswärtige nach Aschach. Von diesen heirateten einige in Aschach und ließen ihre Kinder dort taufen.

Ein im Aschacher Gemeindearchiv überlieferter Extractus aus der bey der Aschacher amts repositur verwahrten Pfarreybeschreibung vom Jahr 1669 belegt für diese Zeit die Existenz eines zweigeschossigen Pfarrhauses, jedoch fehlte eine Straße zum Pfarrhof. Der Bau des Pfarrhauses wurde nach Aussage der damaligen Bürgermeister von Aschach und Großenbrach zu zwei Dritteln durch Aschach und zu einem Drittel durch Großenbrach finanziert. Der Antrag von Pfarrer Melchior Beck, Bocklet an Bau- und Reparaturmaßnahmen des Pfarrhauses finanziell zu beteiligen, wurde zunächst genehmigt, die Genehmigung dann aber wieder zurückgenommen. Im Jahr 1858 erfolgten größere Baumaßnahmen am Pfarrhaus, das 1968/69 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Durch Dekret des Würzburger Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg vom 14. November 1698 war es Aschach erlaubt, fünf Märkte im Jahr abzuhalten, und zwar am Fastnachtssonntag, am Sonntag nach Trinitatis, am Sonntag nach Kiliani, am Sonntag nach Michaelis sowie am Sonntag nach Mariä Opferung. Aus diesem Anlass entstand die Bezeichnung „Markt Waldaschach“.