mini|Schnellbus Niebüll–Flensburg mini|Regional-Schnellbus: Überlandbus Mercedes-Benz O 550 Integro
Ein Schnellbus, Expressbus, Eilbus, Direktbus, Durchlaufwagen oder DurchläuferwagenOmnibus Berlin – Die ersten Schnellbuslinien auf berliner-verkehrsseiten.de, abgerufen am 12. April 2023 ist ein beschleunigter Stadt- oder Regionalbus (Regiobus) im öffentlichen Personennahverkehr. Die Beschleunigung wird dabei weniger durch betriebliche oder bauliche Maßnahmen (wie beispielsweise Busspuren, Fahrkartenautomaten, freier Einstieg an allen Fahrzeugtüren, spezielle Ampelschaltungen) erreicht, sondern durch eine Haltestellen-Bedienung mit größeren Stationsabständen, außerdem durch die Benutzung von direkten Wegen und Schnellstraßen oder Autobahnen.
Verschiedene Konzepte mini|Erlangen: Eilbus der Linie 30E nach Nürnberg im Jahr 2006 Städteschnellbusse sind schnelle Regionalbus-Verbindungen mit wenigen Haltestellen, die zwei oder mehrere Städte im Takt miteinander verbinden. Es gibt oft hohe Qualitätsanforderungen, neben standardisierten Stadtbussen oder Regionalbussen werden daher auch Reisebusse eingesetzt. Die Linien werden teilweise über Autobahnen oder Schnellstraßen geführt, darauf weist auch die Bezeichnung Sprinterbus hin. Die Schnellbusse der Westfälischen Verkehrsgesellschaft mbH (WVG) weisen als Qualitätsmerkmale verbesserte Schallisolierung, hochwertige Bestuhlung, Musik- und Zeitungsservice auf. In Westfalen verkehren einige Linien werktags im Halbstundentakt und an Wochenenden stündlich. Direktbusse verbinden Städte, Stadtteile oder Wirtschaftszentren direkt miteinander und halten dabei nur an den wichtigsten Haltestellen. Es kann sich beispielsweise um beschleunigte Fahrten auf Regiobuslinien handeln. Ein Shuttlebus zum Flughafen oder Messegelände könnte ein Direktbus sein. Die Taktbedienung kann sich auf Hauptverkehrszeiten beschränken. Besondere Qualitäts- oder Komfortmerkmale weisen solche Linien oft nicht auf. CityExpress-Linien verbinden beispielsweise im Ruhrgebiet die Vororte der Großstädte im Takt mit den Stadtzentren. In kleineren Orten könnten sie als Pendelbusse Einkaufs- und Wohnzentren verbinden. Innerstädtische Schnellbusse fahren meist auf direktem Weg ins Zentrum und bedienen nur ausgewählte Haltestellen von z. T. parallel geführten Stadtbuslinien (Beispiel: Expressbusse in Berlin). In Hamburg waren (1972 bis 2019) Eilbusse eine zuschlagfreie Zwischenstufe zwischen den Stadtbuslinien und dem ab 1955 eingeführtem Schnellbussystem. Sie verbanden größere Wohngebiete oder Wirtschaftszentren meist nur zu den Hauptverkehrszeiten, oft nur in Lastrichtung, auf direktem Weg mit Schnellbahnhaltestellen ohne Bedienung aller Haltestellen dazwischen. Im Dezember 2019 wurden diese Verbindungen den neu eingeführten Expressbuslinien zugeordnet.
Die Bezeichnungen und Konzepte sind nicht vergleichbar festgelegt; es gibt keine festen oder geschützten Begriffe. Im Ausland sind Express- und Direktbusse verbreitet.
Abgrenzung der Systeme Im innerstädtischen Betrieb ähneln sich die Konzepte von Metrobussen und Schnellbussen in einigen Punkten: ergänzende Aufgabe zum Schnellbahnnetz, geradlinige Linienführung, direkte Bedienung des Zentrums oder eines Umsteigepunktes. Schnellbusse halten jedoch nur an ausgewählten Haltestellen und nutzen Schnellstraßen oder Stadtautobahnen. Sie können parallel zu normalen Stadtbussen geführt sein, die dann auch die Zwischenhaltestellen bedienen. Metrobusse bieten ein Grundangebot mit dichtem Takt und langen Betriebszeiten bis zum durchgehenden Tag- und Nachtbetrieb. Schnellbusse sind oft nur Ergänzungsangebote im Spitzenverkehr.
Stadtverbindende Schnellbusse übernehmen Qualitätskriterien von Fernbuslinien, wenn sie über größere Distanzen Schnellstraßen oder Autobahnen benutzen: Einsatz von Reisebussen, Komfortangebote (z. B. Radio per Kopfhörer, Zeitungen). Andererseits nutzen Fernlinien bisweilen die Bezeichnungen von regionalen Schnellbussen wie Direktbus, Expressbus oder CityExpress.
Auf kürzeren Strecken werden gegenüber Regiobussen nur ausgewählte oder lediglich die wichtigsten Haltestellen bedient (z. B. Ortszentren). Da Regiobusse, die Haltestellen auf Anforderung / bei Bedarf bedienen, ist bei Überlandstrecken die Zeitersparnis nur im Spitzenverkehr von größerer Bedeutung oder wenn Schnellstraßen genutzt werden.
Anruflinien oder Anruf-Sammel-Taxis fahren Haltestellen nach Bedarf und auf kürzestem Wege an – wobei Umwege entstehen können, wenn mehrere Haltestellen anzufahren sind, die auf direktem Weg nicht erreicht werden können. Es werden also wie beim Schnellbus nur ausgewählte Haltestellen bedient und wenn möglich Schnellstraßen genutzt. Anrufbusse verkehren nur nach Bedarf, aber nach Fahrplan, bedienen auch nur die angeforderten Haltestellen und sind dadurch eine Art Schnellbus.
Deutschland Geschichte Allgemeines In den 1950er und 1960er Jahren wurden in Westdeutschland in vielen Orten zuschlagpflichtige Schnellbuslinien eingerichtet. Die Stadtwerke Frankfurt entwickelten beispielsweise ab 1951 ein kleines Netz. Die letzte Linie (nach Offenbach) wurde dort 1974 eingestellt.
Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) wurden ab 1987/1988 zuschlagfreie Städteschnellbus- (SB) und CityExpress (CE)-Linien eingeführt. Damit sollte eine leichtere Unterscheidung zu innerstädtischen Buslinien (mit dreistelligen Liniennummern) und zu damals ohne einheitlichen Takt bedienten Regionalbuslinien erreicht werden. Das Konzept übernahmen andere Verkehrsbetriebe – ähnliche Angebote gibt es heute zum Beispiel in Teilen Baden-Württembergs und Schleswig-Holsteins. Mittlerweile wurden im VRR einige CE-Linien in SB-Linien umbenannt (z. B. Oberhausen) oder wieder in das „normale“ dreistellige Liniennummernschema integriert (z. B. Essen).
In Hamburg hatten Schnellbusse eine besondere Geschichte; hier gab es bis 2021 noch vier Schnellbuslinien, die tariflich der 1. Klasse gleichgestellt waren. In der DDR gab es Eilbusse ohne besonderen Tarif etwa auf der Linie R360 zwischen Dresden und Zinnwald.
Schnellbus- und Expressbuslinien in Hamburg
In Hamburg war in den 1950er Jahren neben der U-Bahn die Straßenbahn das bevorzugte Verkehrsmittel. Aus dem Innenstadtbereich waren städtische Omnibuslinien aufgrund der Dichte der Bahnlinien desselben Verkehrsunternehmens (HHA) ferngehalten. Deren Stadtbusse hatten nahezu ausschließlich eine Zubringerfunktion zu den U- und Straßenbahnen. Da man jedoch zunehmend die Straßenbahn als Verkehrshindernis betrachtete und diese langsam „aus der Mode“ kam, bahnte sich politisch ein Wechsel an. Ein Ausbau des Omnibusnetzes begann schließlich mit einigen Sonderlinien zu Einheitstarifen und am 30. Oktober 1955 mit der ersten Schnellbuslinie (36: Blankenese – Hbf/ZOB) der Hamburger Hochbahn AG (HHA). Ende 1958 gab es bereits ein regelrechtes Schnellbusnetz mit sechs Durchmesserlinien und zwei Halbringlinien, das in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut wurde.
Die Busse fuhren zuerst nicht durch die Haupteinkaufsstraße Mönckebergstraße. Die Fahrwege entsprachen teilweise Linienwegen, die vor dem Krieg bereits von Kraftomnibussen bedient wurden (damals verkehrten ab der Innenstadt durchgehende Buslinien bis in einige AußenbezirkeArchiv Hamburger Nahverkehr: Stadt- und Verkehrspläne von 1928 und 1939). Ab Ende der 1950er Jahre wurden die Straßenbahnlinien nach und nach eingestellt und durch ein gebrochenes System mit Schnellbahnen (U- und S-Bahn) auf den Entwicklungsachsen und Feinverteilung durch Stadtbuslinien ersetzt. Schnellbusse sollten als Alternative dazu durchgehende Verbindungen ins Zentrum (und darüber hinaus) mit mehr Komfort als bei normalen Stadtbussen (bequemer Sitzplatz für jeden Fahrgast) und kürzere Fahrzeiten durch weniger Haltestellen bieten. Das Netz wurde daher zügig ausgebaut.
Im September 1968 kamen durch Umwandlung von zwei Kleinbus-Linien in Blankenese (bisher B6 und B8) und einer in Volksdorf Stadtteillinien als „Schnellbus“ (zum Schnellbustarif) hinzu. In Zusammenhang mit der Einführung des HVV-Tarifs erfolgte schließlich die Übernahme einer regionalen Linie in das HVV-Schnellbusnetz (vorher VHH-Linie 1, nun 21 Hbf/ZOB – Bergedorf – Geesthacht – Lauenburg, später Linie 31, heute Linie X80). Seit den 1970er Jahren wurden viele Schnellbuslinien(-Streckenabschnitte) aufgegeben bzw. durch einzelne Stadtbus-Linienabschnitte ersetzt.
Ab 2001 führte der HVV ein neues, qualitativ hochwertiges Busnetz aus „Metrobuslinien“ ein, in dem die am stärksten nachgefragten Stadtbuslinien aufgingen. Die Bezeichnungen der besonderen Buslinien in Hamburg: Linien 1–19 (radial) und 20–29 (tangential) sind Metrobuslinien, Linien 31–39 waren Schnellbuslinien, Linien 47, 48 und 49 waren Kleinbuslinien zum Schnellbustarif. Es gab einen besonderen Kurzstreckentarif und Zusatztickets zu Einzel-, Tages- und Zeitkarten für die Schnellbus-Nutzung. Die Zusatztickets gelten auch in der 1. Klasse der Regionalzüge im HVV-Bereich. 2018 wurden die beiden als „Schnellbus“ betrieben Quartierbuslinien (48 und 49) im Blankeneser Treppenviertel als Linien 488 und 588 in den Stadtbustarif integriert. 2020 gab es einschließlich der Regional-Schnellbuslinie nur noch die vier Linien 31, 34, 36 und 37. Im Dezember 2021 wurden die letzten HVV-Schnellbus-Linien ein- bzw. umgestellt.
Seit Dezember 2019 gibt es zuschlagfreie Expressbuslinien, die sich zusammensetzen aus: einer Verbindung der Großwohnsiedlung Osdorfer Born mit der Hamburger City als Linie X3, die im langen Mittelteil auf gleicher Strecke wie die Metrobuslinie 3 verläuft, aber nur die wichtigsten Haltestellen bedient direkten tangentialen Verbindungen zwischen den Bezirkszentren Bergedorf Bf. und Harburg (Linie X30) bzw. Wandsbek (Linie X32) bevorzugt über Autobahnen bzw. Schnellstraßen, außerdem ab Dezember 2024 zwischen Poppenbüttel und Bergedorf (Linie X27) der bisherigen Schnellbuslinie 35, die von der Hamburg-Messe mit einer geänderten Führung als X35 zwischen der Neustadt und Rahlstedt Ost über die Steinstraße, Berliner Tor, Hamm Nord und Jenfeld mit sehr großen Haltestellenabständen geführt wird die Verbindung von Sandbek über Neugraben und Neuwiedenthal nach Finkenwerder zum Airbus-Werk an dessen Arbeitstagen mit jeweils vier Fahrten in Lastrichtung (früh morgens hin, nachmittags zurück) als Line X40 der bisherigen Eilbuslinie E86, die unverändert an Arbeitstagen des Airbus-Werks jetzt als Linie X86 zwischen Bahnhof Hamburg-Altona und dem Fähranleger Teufelsbrück in dichtem Takt ohne Halt verkehrt, morgens in beiden Richtungen, nachmittags bis 18:30 Uhr im 7½-Minuten-Takt sowie zwei weiteren Fahrten im 30-Minuten-Abstand nur von Teufelsbrück nach Altona Die bisherige Eilbuslinie E69 zwischen Bf. Ahrensburg und Siek verkehrt nun als Linie 869 montags bis freitags morgens drei und nachmittags vier Fahrten stündlich in beiden Richtungen über die Schnellstraße.
Für die Schnellbuslinien wurden bis in die Gegenwart meist besondere Fahrzeuge mit größerem Komfort beschafft. Sie besaßen in den 1960er Jahren zunächst Oberlicht-Fenster (Dachrand-Verglasung), Gardinen, Plüschsitze und Luftfederung. Seit ab 1968 die damals neu entwickelten VÖV-Standard-Linienbusse eingesetzt wurden, die in Hamburg zunächst als 9,6-m-Wagen von den Herstellern Büssing und Magirus-Deutz stammten (siehe dazu auch Magirus-Deutz-Standardbus), haben sie einen größeren Sitzteiler, auch hatten sie keine Sitzplätze entgegen der Fahrtrichtung und keinen Platz für Kinderwagen. Ab Ende der 1990er Jahre wurden Niederflurbusse mit Platz für Rollstühle und Kinderwagen eingesetzt. Ab 2005 wurden von der HHA auch besondere Citaro-Busse mit einflügeliger Vordertür (nur Einstieg mit Fahrausweiskontrolle) eingesetzt. Zur besseren Unterscheidung erhielten die Schnellbusse seit etwa 1960 eine besondere Lackierung (1960er bis 1980er Jahre Rosa/Weiß, 1990er und 2000er Jahre Weiß mit rotem Streifen, die letzten Wagen waren Weiß mit rot/gelben Reflektorstreifen bzw. roten und grauen Streifen).