mini|Hubsi Kramar, 2012 Hubert „Hubsi“ Kramar (* 27. Juni 1948 in Scheibbs) ist ein österreichischer Schauspieler, Regisseur, Theaterproduzent und Aktionist.

Leben Nach der Matura 1969 unternahm Kramar viele Reisen, bevor er das Max Reinhardt Seminar, die Filmhochschule und das Dramatische Zentrum in Wien besuchteHubert Kramar bei der Agentur Jovanovic, abgerufen am 7. Januar 2022. Anschließend studierte er an der Harvard University postgradual Arts Administration. Es folgten Weiterbildungen bei Jerzy Grotowski in Polen, Jérôme Savary in Paris und La Mama in New York City.

Kramar hatte Engagements an der Wiener Staatsoper und dem Burgtheater sowie an deutschen Opern und Theatern. Ab 1979 gründete er mehrere eigene Theatergruppen wie das Theater Showinisten, Theater Direkt, TAT-Teata und WEARD t.atr. Er führte auch Regie im Theater Gruppe 80. Neben diversen theoretischen Schriften zum freien Theater unternahm er auch einige „Theater direkt Aktionen“ wie Hitler beim Opernball. Wegen seiner Kunst im öffentlichen Raum kam es zu Zensurmaßnahmen und diversen Gerichtsverfahren. Auf sein Konto gehen etwa 50 Inszenierungen, er schrieb etwa 30 eigene Theaterstücke und Performances. Kramar hatte 40 Fernseh- und Filmrollen als Schauspieler. Er wurde mit der Kainz-Medaille ausgezeichnet.

Politischer Aktionismus miniatur|hochkant|Hubert Kramar (2008) Kramar ist Sympathisant der linken Bewegung in Österreich und beteiligt sich immer wieder an Aktionen dieser Szene. Der breiteren Öffentlichkeit wurde er bekannt, als er im Jahr 2000 im Zuge einer Protestaktion gegen die schwarz-blaue Regierung mit NS-Uniform und Schnurrbart als Adolf Hitler kostümiert den Opernball besuchen wollte, und dabei festgenommen wurde. Die Wochenzeitung Falter berichtete darüber auf der Titelseite mit einem Foto der Festnahme und der Überschrift 2003 setzte er sich für den Erhalt des Ernst-Kirchweger-Hauses ein.Hubsi Kramar im Chat: Ich spiele gerne Christus und Hitler auf diepresse.com, abgerufen am 11. Mai 2014. 2004 kandidierte er bei der Europawahl symbolisch an zwanzigster Stelle für die LINKE Liste.

Am 23. Februar 2009 hatte Kramars „Keller-Soap“ Pension-Fritzl, eine satirische Farce über den Umgang der Medien mit Inzest und Gewalt in der Familie am Beispiel des Falles Josef Fritzl, im Wiener 3raum-Anatomietheater Premiere. Die Vorankündigung zu dem Stück löste, noch bevor es überhaupt geschrieben und sein Inhalt bekannt war, eine Welle von Anfeindungen in Boulevardmedien wie HeuteTageszeitung Heute. Ausgabe vom Dienstag 13. Jänner 2009, Seite 9 und der Kronen Zeitung sowie von Seiten der FPÖTages-Anzeiger: «Fritzl-Theater» erregt die Gemüter, 23. Jänner 2009 und in der Folge weltweites Medieninteresse aus. Zur ersten Vorstellung des Stückes, die nach der Kampagne der Wochen zuvor und mehreren Morddrohungen gegen Kramar unter Polizeischutz stattfand, kamen rund 120 Journalisten aus dem In- und Ausland.

Das Medieninteresse ebbte rasch ab, als sich herausstellte, dass das Stück keines über den Inzestfall in Amstetten, sondern über die Medienbranche ist. Die deutsche Zeitung Die Welt schrieb dazu, Kramar sei es Die Welt: So unterirdisch ist das Stück über Fritzl, 24. Februar 2009.

Am 16. März 2009, dem ersten Verhandlungstag gegen Josef F., inszenierte Kramar neben einer Reihe weiterer Aktionisten vor den versammelten Journalisten vor dem Landesgericht in St. Pölten einen weiteren Akt in der Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Umgang mit dem FallDer Standard: Aktionisten sorgen für makaberes Schauspiel, 16. März 2009. In Begleitung einer Schauspielerin und eines Schauspielers fuhr er in einer weißen Stretch-Limousine vor. Der Mann, mit blutroter Farbe um den Mund, trug am weißen Anzug befestigt nackte Baby-Puppen mit sichÖsterreich: Großer Wirbel bei Fritzl-Prozess, 16. März 2009 und Kramar sagte dazu: . Nach Angaben der Tageszeitung Österreich soll er auch wiederholt Pimmel, Pimmel! gerufen habenÖsterreich: Live-Ticker vom 16. März 2009, 10:35. Die Aktion erklärte er als Kritik an der um den Fall stattfindenden „Medienpornografie“ und „krankhaften Inszenierung“ .

Filmografie (Auswahl) 1972: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Folge 13) 1976: Fehlschuß 1976: Jakob der Letzte – Regie A. Corti 1976: Alpensaga – Liebe im Dorf 1977: Alpensaga – Der Kaiser am Lande 1983: Karambolage 1984: Tiger – Frühling in Wien 1986: Der Leihopa – Ordnung muß sein – oder? 1988: Feuersturm und Asche (Episode 7) 1988: Tatort – Moltke 1988: Eurocops – Die Bestie vom Bisamberg 1989: Gefährliches Comeback 1991: Die Strauß-Dynastie 1991: Der Fahnder – Zwei Schlüssel 1992: Brigada central 2: La guerra blanca – Érase una vez dos polis 1993: Schindlers Liste 1994: Kommissar Rex – Tanz auf dem Vulkan 1994: Der Salzbaron (5 Episoden) 1997: Projekt: Peacemaker … Kordech Guard 1997: Die Schuld der Liebe 1999: Kaisermühlen Blues – Der schwarze Engel 2000: Julia – Eine ungewöhnliche Frau 2003: Gori vatra – Feuer! (Gori vatra) 2004: Trautmann – Das Spiel ist aus seit 2005 und erstmals in Die schlafende Schöne: Tatort, als Polizeichef Ernst Rauter (siehe Hauptartikel: Eisner und Fellner) 2006: Kronprinz Rudolfs letzte Liebe 2007: Franz Fuchs – Ein Patriot 2008: Der Bibelcode 2009: Lourdes 2011: Better Dead Than Read 2022: Sayonara Loreley

Theaterrollen (Auswahl)

Auszeichnungen 1985 Kainz-Medaille, ein Förderpreis der Stadt Wien 1989 Deutscher Kleinkunstpreis (Sparte Kleinkunst) mit dem Theater Wilde Mischung 2003 Nestroy-Theaterpreis (beste Off-Produktion) mit Tina Leisch 2011 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien

Literatur

Weblinks

Agenturprofil bei der Agentur Jovanovic Offizielle Webpräsenz von Hubsi Kramar

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Träger der Kainz-Medaille Kategorie:Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Person (Scheibbs) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Mann