Recycling-Codes werden zur Bestimmung von Materialien verwendet, um das Recyclingverfahren zu erleichtern. Die Codes bestehen aus einer Nummer und können auch ein Buchstabenkürzel tragen. Sie unterscheiden die Verpackungsmaterialien Kunststoffe, Papier- und Pappsorten, Metalle, Holzmaterialien, Textilien, Glassorten und Verbundstoffe. Das Dreieck als Symbolform ist nicht vorgeschrieben.

Entstehung Die Codierung der Materialien ist weltweit unterschiedlich. Das System wurde 1997 in der Europäischen Union gemäß der Richtlinie 94/62/EG über Verpackungen und Verpackungsabfälle durch Kommissionsentscheidung 97/129/EG eingeführt.Entscheidung der Kommission vom 28. Januar 1997 zur Festlegung eines Kennzeichnungssystems für Verpackungsmaterialien gemäß der Richtlinie 94/62/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Verpackungen und Verpackungsabfälle In Deutschland regelt seit 2019 das Verpackungsgesetz vom 5. Juli 2017 () Nummern und Abkürzungen zur Identifizierung von Verpackungsmaterial in § 6.§ 6 Kennzeichnung zur Identifizierung des Verpackungsmaterials Die Verordnung (EU) 2025/40 (Verpackungsverordnung) ersetzt die Richtlinie 94/62/EG und ist die aktuelle Rechtsgrundlage. Das chinesische System zur Identifizierung von Polymeren umfasst beispielsweise sieben verschiedene Klassifizierungen von Kunststoffen und 140 Identifizierungscodes. In der Schweiz gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, was auf einem Produkt oder dessen Verpackung bezüglich Entsorgung stehen muss. Es gibt auch keine Deklarationspflicht für Materialien. Bei Werbeaussagen (z. B. «Verpackung recyclingfähig») kommt das Lauterkeitsrecht zur Anwendung. Dieses schreibt vor, dass Informationen, die dem Kunden vermittelt werden, richtig und wahr sein müssen und nicht irreführend sein dürfen.

In einer alten Form als Recycling-Code sollte die symbolische Verwendung der zyklischen Pfeile seit den 1970er Jahren den Eindruck vermitteln, dass es sich um eine Rückführung in den Wiederverwertungskreislauf (Recycling) handelt. Vielmehr besteht der Code gesetzlich nur aus einer Nummer, die das Material kennzeichnet und eine Sortierung durch den Verbraucher ermöglichen soll. Zumeist wird darunter auch noch ein Kürzel angegeben, das die Werkstoffgruppe angibt. Weil dieses Kürzel variieren kann (z. B. PET aber auch PETE ist möglich), ist die Nummer das Ausschlaggebende.

alternativtext=Materialcode-Kennzeichnung auf einer Verpackung mit Abmessung|mini|Materialcode-Kennzeichnung auf einer Verpackung mit Abmessung

Die Kennzeichnungen für Kunststoffe (Nummern 01 bis 07) wurden unter der Bezeichnung SPI resin identification coding system 1988 erstmals von der Society of the Plastics Industry (SPI) veröffentlicht. Die Buchstabenkürzel für Kunststoffe basieren auf den genormten Kurzzeichen für Kunststoffe. Das Symbol wurde 2013 in ein einfaches Dreieck umgewandelt. Die ASTM begründet dies mit dem Fokus auf die Materialidentifikation und explizit nicht mit dem Recycling. Zitat: „By replacing the chasing arrows graphic – commonly associated with recycling – with an equilateral triangle, ASTM D7611 stressed the focus to the system’s core mission: resin identification and quality control prior to recycling.“

SPI Resin Identification Code (ASTM D7611, 2013) alternativtext=Materialcode-Kennzeichnung auf Karton|mini|Materialcode-Kennzeichnung auf Karton

Um den Sortieraufwand zu reduzieren, werden die Wertstoffe teilweise mit Unterstützung des Konsumenten vor der Wiederverwertung vorsortiert. Zu diesem Zweck haben viele Städte Recyclinghöfe zur Entsorgung von Wertstoffen eingerichtet. Diese können neben dem in Deutschland etablierten System „Grüner Punkt“ und dem Entsorgen von Altglas an den entsprechenden Sammelstellen genutzt werden.

Dieselbe Struktur in Bezug auf Polymere findet sich in der Norm ASTM D7611.ASTM D7611 / D7611M-19, Standard Practice for Coding Plastic Manufactured Articles for Resin Identification Außerdem gibt es für Kunststoffe eine chinesische Norm mit einer weitaus feineren Unterteilung der verschiedenen Polymere.Standardization Administration of the People’s Republic of China (SAC) GB16288, 2008. Marking of plastics products. Chinese Standard Publishing House, Beijing; 2008, zitiert nach E. J. Hunt, C. Zhang, N. Anzalone, and J. M. Pearce. Polymer Recycling Codes for Distributed Manufacturing with 3-D Printers, Resources, Conservation and Recycling 97, S. 24–30 (2015).

Material-Nummern + Material-Nummer Kürzel Name des Werkstoffs Verwendung/Recycling zu 50px|klasse=skin-invert-image|1-PETE PET oder PETE Polyethylenterephthalat Polyesterfasern, Folien, Flaschen für Lebensmittel und andere Flüssigkeiten, Lebensmittelverpackungen 50px|klasse=skin-invert-image|2-HDPE PE-HD oder HDPE Polyethylen High-Density Kunststoffflaschen, Abfalleimer, Kunststoffrohre, Kunstholz 50px|klasse=skin-invert-image|3-V PVC Polyvinylchlorid Fensterrahmen und Rohre 50px|klasse=skin-invert-image|4-LDPE PE-LD oder LDPE Polyethylen Low-Density Kunststofftaschen, Eimer, Seifenspenderflaschen, Kunststofftuben, Folien 50px|klasse=skin-invert-image|5-PP PP Polypropylen Stoßstangen, Innenraumverkleidungen, Industriefasern, Lebensmittelverpackungen, DVD- und Blu-ray-Hüllen, Blumentöpfe 50px|klasse=skin-invert-image|6-PS PS Polystyrol Spielzeug, Pflanztrays, Videokassetten, CD-Hüllen, Koffer, Schaumpolystyrol, Lebensmittelverpackungen 50px|klasse=skin-invert-image|7-OTHER O (OTHER) Andere Kunststoffe wie Polycarbonat (PC), Polyamid (PA), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polylactide (PLA), u. a. Die Nr. 7 ist weder in der deutschen Verpackungsverordnung noch in der europäischen Verpackungsrichtlinie definiert. 50px|klasse=skin-invert-image|20-PAP PAP Wellpappe Verpackungen 50px|klasse=skin-invert-image|21-PAP Sonstige Pappe Verpackungen 50px|klasse=skin-invert-image|22-PAP Papier Zeitungen, Zeitschriften etc. 50px|klasse=skin-invert-image|40-FE FE Stahl Stahl 50px|klasse=skin-invert-image|41-ALU ALU Aluminium Aluminium und Aluminiumlegierungen 50px|klasse=skin-invert-image|50-FOR FOR Holz 50px|klasse=skin-invert-image|51-FOR Kork Korken (in Flaschen), Dämmmaterial, Bodenbeläge 50px|klasse=skin-invert-image|60-TEX TEX Baumwolle 50px|klasse=skin-invert-image|61-TEX Jute 50px|klasse=skin-invert-image|70-GL GL Farbloses Glas „Neues“ Glas 50px|klasse=skin-invert-image|71-GL Grünes Glas 50px|klasse=skin-invert-image|72-GL Braunes Glas 80 Verbundstoffe: C/Xmit X=Abkürzung des Hauptbestandteils Papier und Pappe/verschiedene Metalle 81 Papier und Pappe/Kunststoff 82 Papier und Pappe/Aluminium 83 Papier und Pappe/Weißblech 50px|klasse=skin-invert-image|84 C/PAP Papier und Pappe/Kunststoff/Aluminium 85 Papier und Pappe/Kunststoff/Aluminium/Weißblech 50px|klasse=skin-invert-image|90 C/LDPE Kunststoff/Aluminium 50px|klasse=skin-invert-image|91 C/LDPE Kunststoff/Weißblech 92 Kunststoff/verschiedene Metalle 95 Glas/Kunststoff 96 Glas/Aluminium 97Glas/Weißblech 98 Glas/verschiedene Metalle

Siehe auch Unicodeblock Verschiedene Symbole

Weblinks Deutschland: Verpackungsgesetz

Einzelnachweise

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