Dorothee Hartinger (* 2. März 1971 in Regensburg) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben Dorothee Hartinger debütierte 1991 im ersten Jahr ihres Schauspielstudiums an der Otto Falckenberg Schule (1990 bis 1993), abgerufen am 27. Januar 2026 an den Münchner Kammerspielen als „Lucie“ in Goethes Stella (Regie: Thomas Langhoff).

Neben ihrem ersten Engagement am Schauspiel Frankfurt von 1994 bis 1998 besetzte sie der Regisseur Peter Stein bei den Salzburger Festspielen 1995/96 als „Anja“ in Tschechows Der Kirschgarten und 1996/97 ebendort als „Malchen“ in Raimunds Der Alpenkönig und der Menschenfeind. 1998 erfolgte der Ruf an das Thalia Theater, Hamburg sowie als „Ophelia“ zu den Domfestspielen Bad Gandersheim in Shakespeares Hamlet (Regie: Barbara Kroeger).

Von 1999 bis 2001 wurde Hartinger von Peter Stein zu seiner monumentalen Faust-Inszenierung (alle 12.110 Verse in 23 Stunden mit Aufführungen in Hannover, Berlin, Wien) geholt und erhielt 2001 für ihr „Gretchen“ den Deutschen Kritikerpreis für Theater.

Seit 2002 ist sie Ensemblemitglied am Burgtheater,Dorothee Hartinger beim Burgtheater Wien, abgerufen am 27. Januar 2026 tritt in Koproduktionen an den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen auf, gastierte auswärts als Fräulein Else von Arthur Schnitzler (Regie: Christian Tschirner) und wirkt mit ausgewählten Texten in klassischen Musikkonzerten in Wien, Langenlois und Regensburg. Am Konservatorium Wien Privatuniversität und dem Max Reinhardt Seminar unterrichtet sie das Fach Schauspiel. 2008 wurde ihr Porträt (von Erwin Wurm) in die Junge Porträtgalerie im großen Pausenfoyer des Burgtheaters aufgenommen.

Nachdem sie im deutschen Fernsehen bis 2007 als „Irmi Bartl“ in der Fernsehserie München 7 (Regie: Franz Xaver Bogner) zu sehen war, verkörperte sie „Rosi Specht“ in Bogners TV-Serie Der Kaiser von Schexing. 2021 in der Fernsehserie Vorstadtweiber, (5. Staffel) spielte sie die egozentrische Designerin Okka Lamarr.

Dorothee Hartinger ist seit 2009 Mutter einer Tochter.

Filmografie

Hörspiele 1992: Das Gespenst von Canterville nach Oscar Wilde – Virginia – Regie: Lilian Westphal, Produktion: Bayerischer Rundfunk 1994: Isidor Isidor von Werner Fritsch – Irmgard Ich/Sie/Beschwörungsstimme – Regie: Norbert Schaeffer, Produktion: Südwestfunk 1996: Vater unser von Harald Grill – Manuela – Regie: Irene Schuck, Produktion: Norddeutscher Rundfunk / Bayerischer Rundfunk 1999: Träumen Androiden nach Philip K. Dick – Priss – Regie: Marina Dietz, Produktion: Bayerischer Rundfunk 2004: Der Mann ohne Eigenschaften. Remix nach Robert Musil – Gerda – Regie: Klaus Buhlert, Produktion: Bayerischer Rundfunk / Der Hörverlag 2012: Der Kopf des Vitus Bering nach Konrad Bayer – Regie: Renate Pittroff, Produktion: Österreichischer Rundfunk 2012: Die schönen Tage von Aranjuez von Peter Handke – Erzählerin – Regie: Harald Krewer, Produktion: Hessischer Rundfunk / Österreichischer Rundfunk 2013: Käfergräber von Thomas Arzt – Regie: Andreas Jungwirth, Produktion: Österreichischer Rundfunk 2015: Ein dickes Fell nach Heinrich Steinfest – Ginette Rubinstein – Regie: Götz Fritsch, Produktion: Österreichischer Rundfunk / Südwestrundfunk 2015: Zu nahe von Elisa Minth – Friedhelmine – Regie: Alice Elstner 2022: Antigone – Regie: Harald Krewer 2023: Gemeinsame Kindheit – Mayröcker/Jandl mit Philipp Hauss

Theater Festspiele Gmunden/St Pölten Der Reigen-nach A.Schnitzler / Schauspielerin-Regie: F.X. Mayr

Festspiele Reichenau 2011: Drei Schwestern von Anton Čechov – Natascha – Regie: Maria Happel 2007: Der Schwierige von Hugo von Hofmannsthal – Antoinette Hechingen – Regie: Christopher Widauer

Salzburger Festspiele 2006: Die Unvernünftigen sterben aus von Peter Handke – Paula Tax – Regie: Friederike Heller 2002: Das Maß der Dinge von Neil LaBute – Jenny – Regie: Igor Bauersima 1996: Der Alpenkönig und der Menschenfeind von Ferdinand Raimund – Malchen – Regie: Peter Stein 1995: Der Kirschgarten von Anton Čechov – Anja – Regie: Peter Stein

Burgtheater

2026 Der irrende Planet von R. Walser – Regie: B.Frey 2026 Richard,der Dritte von W Shakespeare – Königin Margret, Mörder, Hastings – Regie: W.Menardi 2025: Der Fall McNeal von Ayad Akhtar – Stephanie Banic – Regie: Jan Bosse 2024: Die Verwandlung – Regie: Lucia Biehler 2023: Sommernachtstraum – Puck – Regie: Barbara Frey 2023: Der Raub der Sabinerinnen – Rosa – Regie: Anita Vulesica 2023: Die Eingeborenen von Maria Blut – Regie: Lucia Biehler 2022: Das weite Land – Frau Wal – Regie: Barbara Frey 2021: Am Ende Licht – Regie: Lilja Ruprecht 2021: der Fiskus – Nele – Regie: Anita Vulesica 2020: Antigone – Eurydike – Regie: Lars-Ole Walburg 2020: Der Leichenverbrenner – Regie: Niki Habjan 2019: Das Zelt – Regie: Herbert Fritsch 2019: Edda – Regie: Thorleifur Örn Arnarsson 2019: Volksvernichtung – Frau Wurm – Regie: Niki Habjan 2018: Europa flieht nach Europa – Europa – Regie: Franz Xaver Mayr 2018: Mephisto – Lotte Lindenthal – Regie: Bastian Kraft 2017: Hamlet, Ophelia und die Anderen von Stephan Lack – Gertrud – Regie: Cornelia Rainer 2017: Die Komödie der Irrungen von William Shakespeare – Adriana – Regie: Herbert Fritsch 2016: Die Wiedervereinigung der beiden Koreas von Joël Pommerat – Regie: Peter Wittenberg 2016: Torquato Tasso von Johann Wolfgang Goethe-Leonore Sanvitale-Regie:M.Lawerenz 2015: Der eingebildete Kranke von Molière – Belinde – Regie: Herbert Fritsch 2015: Dosenfleisch von Ferdinand Schmalz – Beate – Regie: Carina Riedl 2015: Bei Einbruch der Dunkelheit von Peter Turrini – Claire – Regie: Christian Stückl 2014: Die lächerliche Finsternis von Wolfram Lotz – Regie: Dušan David Pařízek 2014: Wunschloses Unglück von Peter Handke – Maria Handke – Regie: Katie Mitchell 2013: König Lear von William Shakespeare – Regan – Regie: Peter Stein 2013: Die Tigerin von Walter Serner – Regie: Sarantos Zervoulakos 2013: Die Marquise von O. von Ferdinand Bruckner – Marquise – Regie: Yannis Houvardas 2012: Die Wand von Marlen Haushofer (Fassung: Dorothee Hartinger) – Regie: Christian Nickel 2012: Der Komet von Justine del Corte (Uraufführung) – Anna – Regie: Roland Schimmelpfennig, Justine del Corte 2012: Winterreise von Elfriede Jelinek – Regie: Stefan Bachmann 2011: Eine Sommernachts-Sexkomödie von Woody Allen – Adrian – Regie: Matthias Hartmann 2011: Die Kommune von Thomas Vinterberg – Mona – Regie: Thomas Vinterberg 2010: Lieber Schön von Neil LaBute (europäische Erstaufführung) – Charly – Regie: Alexandra Liedtke 2010: Richard II. von William Shakespeare – Königin Isabel – Regie: Claus Peymann 2009: Eine Familie von Tracy Letts – Karen – Regie: Alvis Hermanis 2008: Die Rosenkriege (gekürzte Fassung der York-Tetralogie = Heinrich VI. und Richard III.) von William Shakespeare – John Holland, Rutland, Königin Elisabeth – Regie: Stephan Kimmig 2007: Das Haus des Richters von Dimitré Dinev – Wera, Erzieherin – Regie: Niklaus Helbling 2007: Schwarze Jungfrauen von Feridun Zaimoglu / Günter Senkel – Regie: Lars-Ole Walburg 2006: Viel Lärm um nichts von William Shakespeare – Hero – Regie: Jan Bosse 2006: Die Unvernünftigen sterben aus von Peter Handke – Paula Tax – Regie: Friederike Heller 2006: Boulevard Sevastopol von Igor Bauersima / Réjane Desvignes (Uraufführung) – Anna – Regie: Igor Bauersima 2005: Der Bus (Das Zeug einer Heiligen) von Lukas Bärfuss – Erika – Regie: Thomas Langhoff 2005: Ernst ist das Leben (Bunbury) von Oscar Wilde (deutsche Fassung von Elfriede Jelinek nach einer Übersetzung von Karin Rausch) – Gwendolen Fairfex – Regie: Falk Richter 2004: Mozarts Werke Ges.m.b.H. von Franz Wittenbrink – Fabrikarbeiterin – Regie: Franz Wittenbrink 2004: Baumeister Solness von Henrik Ibsen – Hilde Wangel – Regie: Thomas Ostermeier 2004: Bérénice de Molière von Igor Bauersima – Henriette d’Angleterre – Regie: Igor Bauersima 2003: Bambiland von Elfriede Jelinek (Uraufführung) – Soldat – Regie: Christoph Schlingensief 2003: Was ihr wollt oder zwölfte Nacht von William Shakespeare – Viola – Regie: Roland Koch 2003: Anatol von Arthur Schnitzler – Süßes Mädel, Bianca – Regie: Luc Bondy 2003: Oblomow von Iwan Gontscharow – Olga – Regie: Stephan Müller 2003: Elektra von Hugo von Hofmannsthal – Chrysothemis – Regie: Joachim Schlömer 2002: Das Maß der Dinge von Neil LaBute – Jenny – Regie: Igor Bauersima 2002: Gilgamesch von Raoul Schrott – Shamhat – Regie: Theu Boermans 2002: Fräulein Else von Arthur Schnitzler – Fräulein Else – Regie: Christian Tschirner

Burgfestspiele Perchtoldsdorf 2005: Tartuffe von Molière – Elmire – Regie: Michael Sturminger

Faustprojekt Hannover, Berlin, Wien 1999–2001: Faust 1. und 2. Teil von Johann Wolfgang Goethe – Gretchen, Sirene, Rosenknospe, Elfe, Volksgemurmel, sowie im großen Umzug und im Chor der Trojanerinnen – Regie: Peter Stein 2000: Don Juan kommt aus dem Krieg von Ödön von Horváth – Schauspielerin etc. – Regie: Klaus Michael Grüber 2001: Pancomedia von Botho Strauß – Sylvia Kessel – Regie: Peter Stein

Thalia Theater Hamburg 1999: Der Kuß des Vergessens von Botho Strauß – Sybille – Regie: Nicolai Sykosch 1999: Showdown Iphigenie von Sarah Khan – Iphigenie – Regie: Ute Rauwald 1998: Wie es euch gefällt von William Shakespeare – Celia – Regie: Jürgen Flimm 1998: Die Frau vom Meer von Henrik Ibsen – Hilde – Regie: Peter Mussbach

Domfestspiele Bad Gandersheim 1998: Hamlet von William Shakespeare – Ophelia – Regie: Barbara Kröger

Schauspiel Frankfurt 1998: Wassa Schelesnowa von Maxim Gorki – Ludmilla – Regie: Peter Eschberg 1998: Troerinnen von Euripides – Athene – Regie: Peter Eschberg 1997: Peer Gynt von Henrik Ibsen – Aase – Regie: Tom Kühnel und Robert Schuster 1997: Der reizende Reigen von Werner Schwab – Regie: Amélie Niermeyer 1997: Die Glasmenagerie von Tennessee Williams – Laura – Regie: Thomas Schulte-Michels 1997: Zurüstungen für die Unsterblichkeit von Peter Handke – Wandererzählerin – Regie: Hans Hollmann 1997: Warten auf Godot von Samuel Beckett – Knabe – Regie: Tom Kühnel und Robert Schuster 1996: Was ihr wollt von William Shakespeare – Viola – Regie: Amélie Niermeyer 1996: Weismann und Rotgesicht von George Tabori – Ruthi – Regie: Jessica Steinke 1996: Der Theatermacher von Thomas Bernhard – Tochter – Regie: Peter Eschberg 1995: Der Talisman von Johann Nestroy – Salome – Regie: Peter Eschberg 1995: Der Prinz von Homburg von Heinrich von Kleist – Natalie – Regie: Amélie Niermeyer 1995: New York – New York von Marlene Streeruwitz – Lulu – Regie: Thirza Bruncken 1994: Krankheit oder Moderne Frauen von Elfriede Jelinek – Frau – Regie: Anselm Weber 1994: Geh ma halt a bisserl unter – Liederabend – Regie: Peter Lerchbaumer 1994: Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht / Kurt Weill – Lucy – Regie: Hans Hollmann 1994: Baumeister Solness von Henrik Ibsen – Hilde Wangel – Regie: Peter Eschberg 1994: Tartuffe von Molière – Marianne – Regie: Jürgen Gosch

Kammerspiele München 1991: Stella von Johann Wolfgang Goethe – Lucie – Regie: Thomas Langhoff

Auszeichnungen 2023 Einladung zum Berliner Theatertreffen: „Die Eingeborenen von Maria Blut“ 2019 Aufnahme in die Akademie der schönen Künste 2015: Einladung zum Theatertreffen Berlin mit „Die lächerliche Finsternis“ 2006: Einladung Zum Theatertreffen Berlin mit „Viel Lärm um nichts“ 2005: Kulturpreis Bayern der E.ON Bayern AG 2005: Bronzener Pinter (Wiener Theaterpreis) 2001: Deutscher Kritikerpreis für Theater 2023: Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Beste Nebenrolle für „Der Raub der Sabinerinnen“

Literatur Eva Corino: Eva Corino geht durch die Stadt und fragt. In: Berliner Zeitung. Berlin, 24. Juni 2000. Reinhard Wenigierek: Draußen ist alles Abgrund. In: Die Welt. Berlin, 3. Juli 2001. Sibylle Fritsch: Spielen für das Gute und Schöne. In: Salzburger Nachrichten. Salzburg, 19. Februar 2005. Klassik-Treffpunkt. Interview mit Otto Brusatti im ORF Kulturcafe, Ö1, Wien, 1. April 2006.