Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 18. Wiener Gemeindebezirks Währing
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A mini|Anton-Baumann-Park: Währinger Wasserturm mini|Blick auf den Aumannplatz Abt-Karl-Gasse (Währing), benannt 1887 (Datum möglicherweise falsch) nach dem Benediktiner Alexander Karl (1824–1909), Abt des Stiftes Melk, Mitglied der liberalen Verfassungspartei im Herrenhaus (ab 1876), Mitglied des niederösterreichischen Landtags (1878–1908). Er kümmerte sich vorrangig um die wirtschaftlichen Belange von Stadt und Stift Melk und sorgte durch einen Konviktsbau für eine Vergrößerung des Gymnasiums. Die Gasse hieß ursprünglich Untere Quergasse und von 1864 bis 1887 Karlsgasse. Alsegger Straße (Gersthof), 1878 benannt nach dem Namen einer Weingartenried, die urkundlich schon 1241 erwähnt wurde Die Ried Alsegg liegt zwischen Pötzleinsdorf und Dornbach und zählt zu den prominenten Lagen des Wiener Weinbaus. Die Straße hieß zuvor Bachgasse. Anastasius-Grün-Gasse (Währing), 1876 benannt nach dem Politiker und Schriftsteller Anastasius Grün (eigentlich Anton Alexander Graf von Auersperg, 1806–1876), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (1848), Mitglied des Krainer Landtags (1861–1867), Mitglied des Herrenhauses (ab 1861). Er war als politischer Lyriker ein einflussreicher und gefeierter Vertreter der österreichischen liberalen politischen Poesie und galt als Vorkämpfer für die Freiheit in der Zeit des Vormärz. Angelegt wurde die Gasse während der Gründung des Cottageviertels. Anna-Figl-Weg (Pötzleinsdorf), 2008 benannt nach der Friseuse und Telefonistin Anna Figl (1926–2005), Bezirksrätin in Währing (1967–1997, ÖVP), ehrenamtliche Mitarbeiterin im Bezirksmuseum Währing. Anna-Frauer-Gasse (Währing), 1894 benannt nach Anna Frauer (1765–1848); sie unterstützte die Schule in Weinhaus, spendete Beiträge zur Erhaltung und Verschönerung des ehemaligen Währinger Friedhofs (heute Währingerpark), und errichtete mehrere Stiftungen zur Unterstützung von Armen.Anna Frauer auf root.riskommunal.net (PDF; 36 kB), abgerufen am 15. April 2010 Anton-Frank-Gasse (Währing), benannt 1894 nach dem Kaffeesieder Anton Frank (1835–1880); er hat das Stadtbild in Währing mitgeprägt und maßgeblich zum Häuserbau im Cottageviertel beigetragen.Anton Frank in Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00742-9, S. 124 Antonigasse (Währing), 1894 benannt; Benennung unklar, möglicherweise nach Anton Klettenhofer (1815–1897), Bürgermeister von Währing (1864–1871 und 1873–1882); siehe auch Klettenhofergasse und Theresiengasse. Nach einer anderen Version bezieht sich die Benennung auf eine Statue des heiligen Antonius von Padua. Argauergasse (Währing), 1895 benannt nach dem Kaufmann Karl Argauer (1817–1890), Gemeinderat. Aumannplatz (Währing, Weinhaus), 1913 benannt nach dem Geistlichen Ignaz Aumann (1816–1896), Pfarrer von Währing; er hinterließ ein Vermögen für den Bau einer Kirche. Das Vorhaben konnte aber wegen des Ersten Weltkriegs nicht realisiert werden.
B Bäckenbrünnlgasse (Währing), 1911 benannt nach einer Quelle („Brünnl“), die 1880 versiegte. Nach einer Sage soll sich ein Bäckerlehrling über einen Brunnen gebeugt haben, um zu trinken, bückte sich zu tief, fiel in den Brunnen und ertrank. Die Gasse ist ein Verbindungsweg zwischen Gersthofer Straße und Severin-Schreiber-Gasse und großteils eine Stiegenanlage. Bastiengasse (Gersthof, Pötzleinsdorf), 1874 benannt nach Karl Bastien (1860–1888), Bürgermeister von Gersthof. Batkagasse (Pötzleinsdorf), 1960 benannt nach dem tschechisch-österreichischen Musikwissenschaftler, Musikkritiker und Librettisten Richard Batka (1868–1922); er lehrte Musikgeschichte an der Wiener Musikakademie (1909–1914). Weiters verfasste er musikhistorische und musikästhetische Schriften, schuf Libretti und betätigte sich als Übersetzer musikalischer und literarischer Texte aus dem Tschechischen, Polnischen, Italienischen und Französischen. Bauernweg (Pötzleinsdorf), nicht amtliche Bezeichnung. Baumschulweg (Pötzleinsdorf), nicht amtliche Bezeichnung. Bischof-Faber-Platz (Gersthof), 1894 benannt nach dem Bischof und Humanisten Johann Fabri (auch Faber, eigentlich Johann Heigerlin, 1478–1541); er war ab 1523 Diplomat und Ratgeber des späteren Kaisers Ferdinand I. Im Jahr 1530 wurde er Bischof von Wien, war hier als eifriger Prediger tätig und verfasste zahlreiche polemische Schriften. Er gründete den Studentenkonvikt „St. Nikolaus“ in Wien. Siehe auch die Heigerleinstraße im 16. Bezirk Ottakring und 17. Bezirk Hernals. Blaselgasse (Pötzleinsdorf), 1925 benannt nach dem Schauspieler und Theaterdirektor Karl Blasel (1831–1922); in den Jahren 1885 bis 1900 leitete Blasel nacheinander das Theater in der Josefstadt, das Carltheater, das Theater auf der Wieden und das Etablissement Colosseum. Blumengasse (Währing), benannt (Datum unbekannt) nach der einst blumenreichen Umgebung. Hieß von 1938 bis 1945 Wohlrabgasse. Brunnenstubenweg (Pötzleinsdorf), 1993 nach der dort gelegenen Kleingartensiedlung „Brunnenstube“ benannt.Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00742-9, S. 483 Buchleitengasse (Pötzleinsdorf), 1914 benannt nach einem Flurnamen, der schon 1642 als die Lang Buchleuthen erwähnt wurde. Eine Leite ist ein Berghang, der in diesem Fall offensichtlich mit Buchen bestanden war. Buchleitenweg (Pötzleinsdorf), nicht amtliche Bezeichnung. Büdingergasse (Pötzleinsdorf), 1929 benannt nach dem Historiker Max Büdinger (1828–1902), Professor der allgemeinen Geschichte an der Universität Wien (1872–1900). Er verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, so z. B. die „Österreichische Geschichte bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts“ (1858). Seine am stärksten Aufsehen erregende Arbeit war 1859 der Beweis, dass die von Tschechen für identitätsstiftend gehaltene Königinhofer Handschrift eine Fälschung war. Die Gasse hieß 1942–1945 Hans-Hirsch-Gasse nach dem Historiker Hans Hirsch. Bürgermeisterweg (Pötzleinsdorf), nicht amtliche Bezeichnung.
C Canongasse (Währing), 1894 benannt nach dem Maler Hans Canon (eigentlich Johann Strašiřipka, 1829–1885), Historien- und Porträtmaler des Historismus und der Wiener Ringstraßenzeit und Zeitgenosse von Hans Makart. Er orientierte sich an den alten Meistern, besonders an Peter Paul Rubens und Tizian. Neben seinen Ölbildern schuf Canon auch eine Reihe von Monumentalbildern an öffentlichen Gebäuden der Ringstraßenzeit. Chamissogasse (Währing), 1927 benannt nach dem deutschen Naturforscher und Dichter Adelbert von Chamisso (ursprünglich Louis Charles Adélaïde de Chamissot de Boncourt, 1781–1838). Obwohl seine Muttersprache Französisch war, gelang es ihm, auf Deutsch bleibende Werke zu schaffen, darunter „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ (1814) und das Gedicht „Das Riesenspielzeug“ über die Burg Nideck im Elsass. Als Naturforscher beschäftigte er sich vor allem mit der Botanik; über 150 Pflanzenarten und auch einige Tierarten wurden ihm zu Ehren benannt. Colloredogasse (Währing), 1894 benannt nach dem Unternehmer und Politiker Ferdinand Graf von Colloredo-Mannsfeld (1777–1848); im Jahr 1809 nahm er als Major eines Landwehrbataillons an den Schlachten von Aspern und Wagram teil. Ab 1822 war er Abgeordneter im niederösterreichischen Herrenstand und brachte das Steuerwesen des Landes in Ordnung. 1844 gründete Colloredo die erste Zuckerfabrik Österreichs in Dürnkrut. Weiters war er Präsident der Ersten österreichischen Spar-Casse (1826), Präsident des Niederösterreichischen Gewerbevereins und während der Revolution von 1848 zeitweise Kommandant der Akademischen Legion. Die Gasse hieß davor Stefanigasse. Cottagegasse (Währing), 1886 benannt nach dem Villenviertel Wiener Cottage. Das Währinger und Döblinger Cottageviertel gehört zu den feinsten und teuersten Wohngegenden Wiens. Es liegt auf der Türkenschanze, zur Hälfte im 18. und zur Hälfte im 19. Wiener Gemeindebezirk. Czartoryskigasse (Gersthof), 1894 benannt nach dem Kunstsammler und früheren polnischen Offizier Fürst Konstantin Adam Czartoryski (1773–1860); er nahm am Feldzug Napoleons gegen Russland teil und zeichnete sich in der Schlacht bei Moskau aus. 1816 wurde er Generaladjutant des russischen Kaisers Alexander I.; bald zog er sich dann vom öffentlichen Leben zurück. Er ließ sich 1828 in Wien nieder, wo er sich als Mäzen betätigte und in seinem Czartoryski-Schlössel im Währinger Bezirksteil Weinhaus eine wertvolle Gemäldesammlung anlegte. Die Gasse hieß früher Mandelgasse.
D mini|Straßenschild Dänenstraße Ecke Peter-Jordan-Straße mini|Straßenschild Dr. Heinrich Maier-Straße mit Zusatztafel
Dänenstraße (Währing), 1930 benannt zur Erinnerung an das Königreich Dänemark, das dem hungernden Wien nach dem Ersten Weltkrieg geholfen hat. Die Straße hieß ursprünglich Meridiangasse, dann bis 1919 Dänenplatz. Dempschergasse (Währing), 1894 benannt nach dem Geistlichen Johann Dempscher (1723–1733), Pfarrer von Währing; er ließ den Pfarrhof auf eigene Kosten erbauen. Die Gasse hieß vorher Andreasgasse und ursprünglich Obere Quergasse. Denkmalweg (Pötzleinsdorf), nicht amtliche Bezeichnung. Dittesgasse (Währing), 1894 benannt nach dem deutschen Pädagogen Friedrich Dittes (1829–1896), Direktor des städtischen Lehrerpädagogiums in Wien (ab 1868), Mitglied des österreichischen Reichsrats (ab 1873). Er setzte sich mit Nachdruck und Erfolg für eine freisinnige Gestaltung des Schulwesens ein und versuchte, den Einfluss des Klerus auf die Schulen zurückzudrängen. Der Ditteshof in Döbling ist ebenfalls nach ihm benannt. Dr.-Heinrich-Maier-Straße (Pötzleinsdorf), 1949 benannt nach dem Priester Heinrich Maier (1908–1945), Kaplan in der Pfarrkirche Gersthof. In der Zeit des Nationalsozialismus gründete er gemeinsam mit Anderen die Widerstandsgruppe Maier-Messner-Caldonazzi. Die Gruppe wurde verraten und Maier 1944 verhaftet und 1945 hingerichtet. Siehe auch den Walter-Caldonazzi-Platz im 13. Bezirk Hietzing. Die Straße hieß vor 1874 Feldgasse, von 1874 bis 1938 nach Julie von Ladenburg Julienstraße und wurde von der NS-Diktatur Ulmer Straße benannt. Dürwaringstraße (Pötzleinsdorf), 1912 benannt nach dem gleichnamigen Bach. Mit dem Dürwaringbach hat sich im Bereich des Schafbergbades südlich der Ladenburghöhe ein letzter, offen verlaufender Quellbach des Währinger Baches erhalten, der unterhalb von Alt-Gersthof in den Währinger Bach mündet.
E mini|Die Edmund-Weiß-Gasse beim Sternwartepark mini|Erndtgasse Eckpergasse (Pötzleinsdorf), 1903 benannt nach Matthias Eckper († 1599), Inhaber der Grundherrschaft in Pötzleinsdorf. Edelhofgasse (Währing), 1864 benannt nach einem ehemaligen Adelssitz „Edelhof“. Hieß davor Neue Gasse. Edmund-Weiß-Gasse (Währing, Weinhaus), benannt 1918 nach dem Astronomen Edmund Weiss (1837–1917), Professor für Astronomie an der Universität Wien (ab 1869), Direktor der Universitätssternwarte in Währing (1883–1909). 1892 publizierte er den populären Sternatlas „Atlas der Sternwelt“. Der Mondkrater Weiss ist ebenfalls nach ihm benannt. Die Verkehrsfläche hieß davor Spöttelgasse. Eduardgasse (Währing), ca. 1864/1871 benannt, Benennung unklar; möglicherweise nach dem Unternehmer Eduard Astleithner (Lebensdaten unbekannt). Erndtgasse (Gersthof), 1888 benannt nach dem Hafnermeister Franz Bernhard Erndt (1836–1909); Besitzer des Gersthofer Schlosses, Gemeinderat in Gersthof; er trat den Grund für die Anlage der Gasse unentgeltlich ab.
F mini|Felix Dahn Feistmantelstraße (Währing), 1897 benannt nach dem Forstwirt Rudolf von Feistmantel (1805–1871), Sektionsrat in der Hofkammer für Münz- und Bergwesen (ab 1838), Leiter der Staatsforstverwaltung (ab 1851). 1852 war Feistmantel maßgeblich an der Neufassung der österreichischen Forstgesetze beteiligt. Die Straße hieß davor Hochschulstraße.