Die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden e. V., kurz Dynamo Dresden, ist ein Fußballverein aus der sächsischen Landeshauptstadt Dresden.

Der Verein wurde am 12. April 1953 in der Schauburg gegründet und zählt mit 39.154 Mitgliedern (Stand: 30. Juni 2026) zu den 25 mitgliederstärksten Sportvereinen Deutschlands. Spielstätte ist das Rudolf-Harbig-Stadion am Großen Garten.

Dynamo Dresden ist mit 98 Europapokalspielen einer der erfolgreichsten und populärsten Vereine in der Geschichte des DDR-Fußballs. Er wurde in der DDR-Oberliga achtmal Meister und gewann siebenmal den FDGB-Pokal. Nach der Deutschen Wiedervereinigung spielte Dynamo von 1991 bis 1995 in der Fußball-Bundesliga. Im Jahr 1995 wurde der Verein wegen einer bisher einmaligen Lizenzverweigerung eines Erstligisten aufgrund fehlender Liquidität in Höhe von 10 Millionen Mark. In: Sportbuzzer. 4. Mai 2020, abgerufen am 30. Mai 2024. durch Missmanagement des damaligen Club-Präsidenten und nachgewiesenen Betrügers Rolf-Jürgen Otto in die Regionalliga zurückgestuft, kurzzeitig stieg er sogar in die vierte Liga ab. Derzeit spielen die „Schwarz-Gelben“ in der 2. Fußball-Bundesliga, nachdem sie zur Saison 2025/26 aus der 3. Liga aufgestiegen sind.

Die bekanntesten Spieler des Vereins sind der 100-fache DDR-Nationalspieler Hans-Jürgen Dörner, Europameister und Europas Fußballer des Jahres 1996 Matthias Sammer sowie der DFB-Pokalsieger und mehrfache Torschützenkönig der 1. Bundesliga Ulf Kirsten.

Geschichte SG Polizei / SV Deutsche Volkspolizei Dresden mini|Historische Tabellenplatzierungen von Dynamo Dresden im Fußball-Ligasystem der DDR und in Deutschland

Am 1. Oktober 1948 wurde die SG Polizei Dresden offiziell gegründet, wie weitere Polizeisportvereine in anderen ostdeutschen Städten in dieser Zeit auch.SG Dynamo Dresden DSC-Archiv, Vereinsgeschichte, mit den Daten 1948 und 1950 Sie bestand aber wahrscheinlich schon ab 1946. Sie spielte zunächst in der untersten 1. Kreisklasse Dresden (5. Liga) in den Saisons 1948/49 und 1949/50. Im Juni 1950 wurde vom Deutschen Sportausschuß entschieden, dass die SG Polizei Dresden ab der nächsten Saison 1950/51 in der Oberliga, der höchsten Spielklasse der DDR, spielen sollte.Vereinsgeschichte DSC-Archiv, über dem "1. Mai 1950"; auch mit Angaben zu Polizeisportvereinen in Dresden bis 1945 Sie sollte den Platz der SG Friedrichstadt einnehmen, die nach einer fragwürdigen Niederlage im letzten entscheidenden Spiel um die DDR-Fußballmeisterschaft von der Sportleitung aufgelöst worden war, woraufhin die meisten ihrer ehemaligen Spieler in den Westen gingen. (Die SG Polizei Dresden hatte zufälligerweise beim Vorspiel zu diesem letzten Meisterschaftsspiel am 16. April 1950 gegen Volkspolizei Plauen gespielt). Am 20. Juni wurde sie in SV Deutsche Volkspolizei Dresden umbenannt.

Der Chef der Deutschen Volkspolizei Kurt Fischer ordnete an, die besten Fußballer der VP-Fußballvereine im mittlerweile erstklassigen SV Deutsche Volkspolizei Dresden zu konzentrieren. Dazu wurden seit dem 28. Juli die 40 leistungsstärksten Spieler aus anderen VP-Fußballvereinen in Forst vier Wochen lang getestet.Geschichte der SV Dynamo mit einigen Einzelheiten zum 28. Juli 1950 Es wurden 17 Spieler aus 11 verschiedenen Städten ausgewählt und nach Dresden delegiert, darunter vier wichtige Leistungsträger aus der SV Deutsche Volkspolizei Potsdam. In ihrer ersten Saison spielte die SV Deutsche Volkspolizei Dresden in folgender Stammbesetzung:

Heinz Klemm (vorher SG DVP Leipzig) – Herbert Schoen (vorher SG DVP Potsdam), Manfred Michael (vorher SG DVP Potsdam) – Horst Beulig, Günter Usemann (vorher SG DVP Altenburg), Kurt Zernecke – Kurt Fischer, Otto Blochmann, Günter Schröter (vorher SG DVP Potsdam), Rudolf Möbius (vorher SG DVP Meißen), Johannes Matzen (vorher SG DVP Potsdam). Außerdem waren Karl-Heinz Holze (SG Volkspolizei Schwerin), Horst Kiesewetter, Herbert Maschke (SG Volkspolizei Dresden) ausgewählt worden.

Mit dem vierten Tabellenplatz 1951 und dem zweiten Platz 1952 konnte sich die Dresdner Elf auf Anhieb als Spitzenmannschaft etablieren und 1952 sogar den FDGB-Pokal gewinnen.

Erste Jahre als SG Dynamo Dresden Am 12. April 1953, wenige Tage nach der Gründung der zentralen Sportvereinigung Dynamo, wurde die Sportgemeinschaft in einer Gründungsversammlung im Dresdner Filmtheater Schauburg in SG Dynamo Dresden umbenannt. Zugleich wurde sie in die SV Dynamo, die Sportorganisation der inneren Sicherheitsorgane der DDR (MfS, Volkspolizei, Zoll), eingegliedert. Der 12. April 1953 gilt seither als offizielles Gründungsdatum der SG Dynamo Dresden. Im selben Jahr gewann Dynamo seine erste DDR-Fußballmeisterschaft durch ein 3:2 n. V. gegen die BSG Wismut Aue.

Im November 1954 wurde die Mannschaft von Dynamo Dresden komplett nach Berlin delegiert, um dort unter dem Namen SC Dynamo Berlin eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen.Die neue Fußballwoche (Fuwo), 1954, Nr. 47, S. 3: 3 neue Clubs: Dynamo, Rotation, Einheit, 23. November 1954, abgerufen am 25. August 2021 Die Dresdner SG Dynamo wurde am 1. Januar 1955 für die zuvor aufgelöste Fußballabteilung des SC DHfK Leipzig in die sogenannte I. Liga, die zweithöchste Spielklasse der DDR, eingestuft, musste aber am Saisonende in die neu geschaffene II. DDR-Liga absteigen. Nach nur zwei Spielzeiten konnte auch hier die Klasse nicht gehalten werden; 1957 spielte der Verein nur noch in der viertklassigen Bezirksliga, womit diese Saison den sportlichen Tiefpunkt markierte. Darauf folgten der direkte Wiederaufstieg und ein Jahr später die Rückkehr in die DDR-Liga. Als Erster der Saison 1961/62 stieg die SGD wieder in die Oberliga auf, musste aber bereits 1963 wieder absteigen. Dem direkten Wiederaufstieg 1964 folgte 1968 der erneute Sturz in die Zweitklassigkeit. Nach der erneuten direkten Rückkehr 1969 konnte sich Dynamo Dresden in der Oberliga etablieren und blieb dort bis zu deren Auflösung 1991.

Dynamo Dresden wurde mit der Entscheidung des DTSB-Bezirksvorstandes am 5. August 1968 zum Leistungszentrum im Bezirk Dresden erklärt. Dies bedeutete, dass der Verein die Suche nach Spielern in der gesamten Region fortsetzen konnte.

1970er Jahre links|mini|Dynamo Dresden vor dem Europapokalspiel beim FC Bayern München am 24. Oktober 1973

Den Trainerposten bei Dynamo hatte im Juni 1969 Walter Fritzsch übernommen. Der berühmte Dresdner Kreisel kam in Schwung. Damit begann die bis heute glanzvollste Ära der Vereinsgeschichte, in deren Verlauf Dynamo Dresden neben dem 1. FC Magdeburg zur dominierenden Mannschaft im DDR-Vereinsfußball aufstieg. Dabei gelang Dynamo in den Spielzeiten 1969/70 bis 1979/80 trotz der Konkurrenz durch die anderen, ähnlich stark geförderten DDR-Fußballclubs elfmal in Folge ein Platz unter den besten drei Mannschaften der Tabelle, was zur Teilnahme am Europapokal-Wettbewerb berechtigte.

mini|Die Meistermannschaft von 1976

In der Saison 1970/71 erreichte Dynamo nach 1953 souverän seine zweite Meisterschaft, wenige Wochen später gewann es ebenfalls zum zweiten Mal das Pokalfinale und erreichte somit das erste Double der Geschichte des DDR-Fußballs. Weitere Meistertitel folgten 1973 (Wahl zur DDR-Mannschaft des Jahres) sowie in den drei aufeinander folgenden Spielzeiten 1976, 1977 und 1978. Im Jahr 1977 gewannen die Dresdner neben der Meisterschaft wiederum den Pokalwettbewerb. Darüber hinaus standen sie 1975 im Pokalfinale, verloren dort allerdings gegen die BSG Sachsenring Zwickau im Elfmeterschießen, wobei der Zwickauer Torhüter Jürgen Croy das entscheidende Tor selbst schoss.

Der deutsche Sporthistoriker Hanns Leske hat die Dynamo Dresden als drittprivilegiertesten Fußballclub bzw. Sportgemeinschaft im DDR-Fußball eingestuft. Am 5. August 1968 wurde Dynamo Dresden vom Bezirksvorstand des DTSB zum Bezirksleistungszentrum des Bezirks Dresden erklärt. Damit konnte die Sportgemeinschaft auf die besten Spieler des gesamten Region zurückgreifen. Der Bezirk Dresden war einer der bevölkerungsreichsten Bezirke der DDR. SG Dynamo Dresden und BFC Dynamo waren beide ausgewiesene Leistungsschwerpunkte Fußball des SV Dynamo. Zum Einzugsgebiet der Dynamo Dresden gehörten auch Trainingszentren (TZ) und Sportgemeinschaften des SV Dynamo. Der SV Dynamo betrieb Trainingszentren (TZ) in der ganzen DDR. Die Trainingszentren wurden je nach Einzugsgebiet entweder der Dynamo Dresden oder dem BFC Dynamo zugeordnet. Der deutsche Sportjournalist Horst Friedemann behauptet, dass die SV Dynamo-Sportgemeinschaften Eisleben und Halle/Neustadt zum Einzugsgebiet der Dynamo Dresden gehörten. Sie befanden sich unterhalb der „Südlinie“, wo Dynamo Dresden Zugriff hatte. Insgesamt hatte die Dynamo Dresden 35 „Partnervereine“, darunter auch Trainingszentren (TZ). Ihre Aufgabe bestand hauptsächlich darin, die besten Spieler zu scouten und sie dann nach Dresden zu schicken.

Im Europapokal erreichte Dresden in den 1970er Jahren viermal das Viertelfinale und warf dabei unter anderem Benfica Lissabon, Atlético Madrid, den FC Porto und Juventus Turin aus dem Wettbewerb.

Gegen den FC Bayern München fand im Herbst 1973 das wohl berühmteste Duell in der EC-Historie von Dynamo Dresden statt. In zwei hochklassigen Spielen, die überhaupt das erste Aufeinandertreffen zweier Mannschaften aus der DDR und der Bundesrepublik im Europapokal-Wettbewerb markierten, setzte sich letztlich das westdeutsche Star-Ensemble äußerst knapp mit 4:3 und 3:3 durch.

1980er Jahre mini|Die Meistermannschaft von 1989

Nach der Saison 1977/78 wurde Erfolgstrainer Fritzsch verabschiedet und Gerhard Prautzsch übernahm dessen Amt. In der Oberliga begann anschließend die zehnjährige Dominanz des Konkurrenten BFC Dynamo aus Berlin. Dynamo Dresden hielt sich mit den Pokalgewinnen 1982, 1984 und 1985 – jeweils mit Finalsiegen über den BFC – schadlos.

Dynamo Dresden war eine Diensteinheit der Volkspolizei. Die Spieler von Dynamo Dresden hatten den Rang eines Volkspolizisten, nach dem sie bezahlt wurden. Eduard Geyer z. B. war Major der Volkspolizei. Die Spieler trugen Uniformen und sogar einen Stahlhelm. Allerdings hatten die Spieler normale Berufs- bzw. Studienabschlüsse und waren nicht in den Sicherheitsorganen tätig. Viele Politiker und Funktionäre in der DDR interessierten sich intensiv für den Fußball und nutzten ihre Kontakte und Ressourcen, um für ihre Lieblingsmannschaft zu werben und das Ansehen ihres Bezirks oder ihrer Organisation zu steigern. Laut Spieler Hans-Jürgen Dörner wurde Dynamo Dresden von drei Politikern unterstützt, die dem Verein halfen, eine Spitzenmannschaft zu bleiben. Einer von ihnen war Hans Modrow, langjähriger SED-Erster Sekretär der Bezirksleitung im Bezirk Dresden. Ein anderer war Manfred Scheler, Vorsitzender des Rates des Bezirkes Dresden. Scheler war ein begeisterter Fan von Dynamo Dresden, der seine Kontakte aktiv nutzte, um Spielern knappe Güter und Dienstleistungen, wie ein Auto, eine Wohnung oder einen Klempner zur Verfügung zu stellen. Ein Dritter war Generalleutnant Willi Nyffenegger, langjähriger Chef der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei (BDVP) Dresden. Dynamo Dresden wurde auch von Stasi-Generalmajor Horst Böhm, Leiter der Bezirksverwaltung Dresden der Stasi, unterstützt. Böhm beteiligte sich an der Ernennung und Entlassung von Trainern und Spielerverträgen. Böhm war Fördermitglied von Dynamo Dresden. Ein weiterer begeisterter Unterstützer von Dynamo Dresden war der langjährige Zweite Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden, Lothar Stammnitz.