Die Pauraquenachtschwalbe (Nyctidromus albicollis), auch Pauraque genannt, ist ein Vogel aus der Familie der Nachtschwalben (Caprimulgidae).

Merkmale

Die 22 bis 28 Zentimeter lange Pauraquenachtschwalbe hat einen langen Schwanz und breite, abgerundete Flügel. Das Gefieder ist entweder grau-braun oder rötlich-braun gescheckt. Der hellbraune Augenring und Gesichtsstreifen kontrastieren mit dem rötlichen Gesicht. Das Männchen hat ein weißes Band an der Flügelspitze und weiße Außenfedern am Schwanz. Beim Weibchen sind diese Merkmale weit weniger ausgeprägt. Der Ruf des Vogels ist ein pur-wie.

Vorkommen Das Verbreitungsgebiet der Pauraquenachtschwalbe reicht von Süd-Texas und Mexiko südlich bis Bolivien und Nord-Argentinien. Er lebt an Waldrändern, in Sekundärwäldern und lockerem Gebüsch und nistet in offenerem Gelände.

Verhalten Tagsüber ruht die Pauraquenachtschwalbe am Boden oder in Nachtschwalbenmanier getarnt längs auf einem niedrigen Ast sitzend. In der Nacht jagt er in tiefem Patrouillenflug oder von einem Ansitz aus nach Käfern, Motten und Glühwürmchen. Die Pauraquenachtschwalbe hält sich mehr als andere Nachtschwalben am Boden auf; wird er gestört, läuft er manchmal eher davon, als dass er wegfliegt. Oft rastet er nachts auf der Straße.

mini|Gemälde einer Pauraquenachtschwalbe von Louis Agassiz Fuertes

Fortpflanzung links|mini|Gelege, Sammlung Museum Wiesbaden In einer flachen, natürlichen Bodenmulde in der Nähe niedrigwachsender Pflanzen werden zwei Eier ausgebrütet.

Unterarten Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Frogmouths, Oilbird, potoos, nightjars Nyctidromus albicollis insularis , 1898Edward William Nelson (1898), S. 9 kommt auf den Marias-Inseln vor. Nyctidromus albicollis merrilli , 1888George Burritt Sennett (1888), S. 44. ist vom südlichen Texas bids ins nordöstliche Mexiko verbreitet. Nyctidromus albicollis yucatanensis , 1901Edward William Nelson (1901), S. 171. kommt im westlichen und östlichen Mexiko inklusive der Halbinsel Yucatán bis ins zentrale Guatemala vor. Nyctidromus albicollis gilvus , 1902Outram Bangs (1902), S. 82. ist im zentralen und östlichen Panama und dem nördlichen Kolumbien verbreitet. Nyctidromus albicollis albicollis (, 1789)Johann Friedrich Gmelin (1789), S. 1030. kommt vom südlichen Guatemala bis ins nordwestliche Peru, dem östlichen Kolumbien und Venezuela über die Guyanas und Brasilien vor. Nyctidromus albicollis derbyanus , 1838John Gould (1828), Tafel 12 & Text. ist in Bolivien, dem zentralen und südlichen Brasilien, in Paraguay und dem nordöstlichen Argentinien verbreitet.

Nyctidromus albicollis intercedens , 1929Ludlow Griscom (1929), S. 4. und Nyctidromus albicollis obscurus , 1915Charles Barney Cory (1915), S. 301 werden heute als Synonyme zu Nominatform betrachtet.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Pauraquenachtschwalbe erfolgte 1789 durch Johann Friedrich Gmelin unter dem wissenschaftlichen Namen Caprimulgus albicollis. Als Verbreitungsgebiet gab er Cayenne an. 1838 führte John Gould mit N. a. derbyanus die für die Wissenschaft neue Gattung Nyctidromus ein. Dieser Name leitet sich von »nykti-, nyx, nyktos « für »Nacht« und »-dromos, trekhō « für »Renner, Läufer, rennen« ab.Nyctidromus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname albicollis ist ein Wortgebilde aus lateinisch „weiß“ und , das von „Hals, Nacken“ abgeleitet ist.albicollis. The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Derbyanus ist Edward Smith-Stanley, 13. Earl of Derby (1775–1851) gewidmet, merrilli James Cushing Merrill (1853–1902). Yucatanensis bezieht sich auf Yucatán. Gilvus hat seinen Ursprung in gilvus. The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, insularis in insularis. The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, intercedens in .intercedens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und obscurus in .obscurus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay zehn Bälge, gesammelt durch Hans Krieg (1888–1970), Michael Mathias Kiefer (1902–1980), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Kelletshofer in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa und in Nueva Germania, zur Verfügung. Laubmann sah für Paraguay die Unterart N. a. derbyanus. In der Literatur betrachtete er Colonia Risso durch Tommaso SalvadoriTommaso Salvadori (1895), S. 14, Sapucai durch Charles ChubbCharles Chubb (1910), S. 267 und Trinidad durch Elsie NaumburgElsie Margaret Binger Naumburg (1930), S. 140. als Nachweise für Paraguay. Außerdem erwähnte er Ibiyaú del ybiyaúFélix de Azara (1805), S. 538–541. von Félix de Azara für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 4–5.

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Englischsprachige Webseite mit Fotos

Einzelnachweise

Kategorie:Nachtschwalben