Um Erfolg (gelegentlich auch als DurchbruchDuden: Durchbruch. bezeichnet) handelt es sich, wenn jemand oder mehrere gemeinsam die gesetzten Ziele erreichen. Gegensatz ist der Misserfolg.

Allgemeines Als Ziele kommen bei Personen persönliche Ziele und bei Personenvereinigungen beispielsweise Unternehmensziele in Frage. Persönliche Ziele können materielle Ziele sein wie zum Beispiel Einkommen oder Karriere und emotionale bzw. immaterielle Ziele wie etwa Anerkennung oder Glück. Unternehmensziele wie Gewinnmaximierung oder Kostendeckung müssen der Förderung des Betriebszwecks dienen oder diesen ermöglichen. Werden diese Ziele erreicht, tritt Erfolg ein, der sich in einem Erfolgserlebnis niederschlägt. Zur Umsetzung von Zielen in Ergebnisse bedarf es der Umsetzungskompetenz.

Der Erfolg ist umso größer, je höher der Zielerreichungsgrad ist. Dieser wird durch die Effektivität (Wirksamkeit, Qualität der Zielerreichung) gemessen:Jürgen Schwarz, Messung und Steuerung der Kommunikations-Effizienz, 2013, S. 16 . Erfolg wird zuweilen im Hinblick auf den Zielansatz als Zielerreichungsgrad verstanden.Klaus-Dieter Fessmann, Organisatorische Effizienz in Unternehmungen und Unternehmungsteilbereichen, 1980, S. 213 f. Der totale Erfolg weist eine Zielerreichung von 100 % auf, der völlige Misserfolg ist durch keine Zielerreichung (0 %) gekennzeichnet. Erreicht etwa ein Akkordarbeiter die Zielvereinbarung von 30 Stück Bearbeitung pro Minute, so arbeitet er erfolgreich, liegt er darunter, nähert er sich dem völligen Misserfolg.

Begriffsentwicklung Das Substantiv Erfolg stammt nach Johann Christoph Adelung vom Verb „erfolgen“ ab, das die Folge, Konsequenz oder den Effekt des Handelns beschreibt.Johann Christoph Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1793, Sp. 1889 f. Das althochdeutsche „erfolgen“ bedeutete so viel wie „erreichen, sich erfüllen und zuteilwerden“. Erfolg ist deshalb die Wirkung, Handeln seine Ursache. Durch Handeln stellt sich mithin Erfolg oder Misserfolg ein.

Stand der Wissenschaft In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es zahlreiche Versuche, den Begriff des (subjektiv empfundenen) Glücks oder Erfolgserlebnisses zu operationalisieren und messbar zu machen. Ein Beispiel ist das Flow-Konzept von Csíkszentmihályi.Mihaly Csikszentmihalyi, Flow im Beruf. Das Geheimnis des Glücks am Arbeitsplatz, 2. Auflage, Stuttgart 2004. Demnach stellt sich eine Art Glücksgefühl ein, wenn die Fähigkeiten des Menschen in gleichem Maße wachsen wie die Herausforderungen. Steigen diese Anforderungen aber schneller als die Fähigkeiten, kommt es zu Stress oder sogar zum Burnout-Syndrom. Umgekehrt, wenn also Herausforderungen wesentlich niedriger sind als die Fähigkeiten, kommt es zur Langeweile. Fehlt es sowohl an Herausforderungen als auch an Kompetenzen, stellt sich ein Gefühl der Apathie ein.

Dieses Konzept ist die Basis für zahlreiche weitere Theorien des Erfolges, deren gemeinsamer Nenner es ist, Erfolg als die Fähigkeit zu interpretieren, gesetzte Ziele zu erreichen.Jens-Uwe Martens/Julius Kuhl, Die Kunst der Selbstmotivierung, 3. Auflage, Stuttgart 2009. Zur Operationalisierung dient das Konzept der Umsetzungskompetenz, mit dem man die Ausprägung der Fähigkeit messen kann, Absichten, Ziele und Kenntnisse in Ergebnisse umzuwandeln.

In der heutigen Forschung zur Erklärung des Phänomens Erfolg liegt der Schwerpunkt auf Fähigkeiten (Kompetenzen) und nicht auf Persönlichkeitsmerkmalen, Motiven oder verschiedenen Theorien der Intelligenz. Beispielsweise ist Empathie in Berufen wie Psychiater oder Verkäufer extrem wichtig, während ein Chirurg eher handwerkliche und ein Unternehmer analytische Fähigkeiten benötigt, um erfolgreich zu sein. In manchen Berufen ist das prozedurale Wissen von entscheidender Bedeutung. Mit anderen Worten: Von Fähigkeiten sollte man sinnvollerweise nur in Bezug auf bestimmte Aufgaben oder Ziele in einem konkreten Umfeld sprechen.Lyle M. Spencer, Competence at work: models for superior performance, John Wiley & Sons, 1993. Es geht also um die valide Diagnose und Entwicklung operationalisierter und somit messbarer Kompetenzen, die notwendig sind, um klar formulierte Ziele erreichen zu können. Beispiele sind Führungskompetenzen für Menschen mit Führungsverantwortung, Managementkompetenzen für Personen mit funktionsübergreifender Verantwortung oder Vertriebskompetenzen für Mitarbeiter im Marketing und Vertrieb. Als situationsunabhängig bzw. übergreifend gilt die Umsetzungskompetenz oder Willenskraft, fachlich auch Volition genannt.

Einige Wissenschaftler weisen auch auf die Möglichkeit hin, etwas Erreichtes als Erfolg zu betrachten, selbst wenn man es niemals zum Ziel hatte. Von Werner Kirsch stammt in dieser Hinsicht das Beispiel, dass er einen Nobelpreis als Erfolg ansehen würde, selbst wenn er diesen aus realistischen Gründen niemals in sein persönliches Zielsystem aufnehmen würde. Vor diesem Hintergrund werde klar, dass Aussagen über Erfolg grundsätzlich vom Wertesystem des Beurteilenden abhängen. Erfolg wäre also ein Resultat eigenen Handelns, das auf Basis der eigenen Werte als positiv beurteilt wird. Somit lässt sich „Erfolg als das Erreichen selbst definierbarer Ziele“Cyrille H. Timwo Monthe, Success Value Management. Irrlehre verstehen und kluges Management umsetzen. 1. Auflage, Baar 2017, S. 93, ISBN 978-3-033-06442-3 neu definieren.

Auch die in der westlichen Gesellschaft verbreitete Verbindung von Erfolg und dem Erreichen von propagierten Idealen besitzt einen Zusammenhang. So wird als erfolgreicher nicht der Wohlhabende angesehen, der aufgrund äußerer Umstände (Erbschaft, Lottogewinn) Luxusautos, Villen oder gesellschaftliches Ansehen erkaufen kann. „Erfolgreich ist, wer Erfolg hat“Napoleon Hill, Denke nach und werde reich, 1966, S. 46 in Geschäft, Politik oder privaten Beziehungen. Prinzipiell kann Erfolg als ein Beitrag zur Steigerung der Überlebensfähigkeit eines natürlichen, sozialen oder künstlichen Systems angenommen werden.

Arten des Erfolgs Als Arten des Erfolgs sind zu unterscheiden:

Nach der Zielrichtung Der Teilerfolg, der jedoch das Ziel nicht vollständig, sondern nur teilweise erreicht. Der Achtungserfolg, welcher relativ zum Primärziel hinter diesem zurückbleibt, aber dennoch aufgrund seiner absoluten Leistungshöhe von einer bezüglichen Betrachtergruppe als überdurchschnittlich („achtbar“) empfunden wird. Die Betrachtergruppe ist meistens eine Teilmenge der Bevölkerung, die unmittelbaren Bezug zum Ereignis hat, z. B. Sportinteressierte. Wenn etwa ein Kandidat zwar eine Wahl verliert, aber – gemessen an seinen Wahlchancen – ein relativ gutes Ergebnis erzielt oder wenn eine Mannschaft einen Rang im Turnier erreicht, der über den von ihr erwarteten (z. B. aufgrund einer Rangliste) hinausgeht. Der Heilerfolg als das gewollte Ergebnis einer medizinischen Therapie. Der Scheinerfolg als ein Ergebnis, das zunächst als Erfolg wahrgenommen wird, sich jedoch im Nachhinein als Misserfolg erweist. Siehe auch Pyrrhussieg.

Nach dem Bezug zu Menschen Der persönliche ErfolgVgl. etwa Vera F. Birkenbihl: Der persönliche Erfolg. mvg Verlag. als positives Resultat der Aktivitäten des Menschen hinsichtlich der Erfüllung seiner persönlichen Ziele. Der Führungserfolg als persönlicher Erfolg der Führungskraft. Dieser schlägt sich im Führungszeugnis des Vorgesetzten und in seinem Karriereerfolg nieder. Die Realisierung von Zielen im Rahmen von Zielvereinbarungen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern nach dem Vorschlag von Peter Drucker aus dem Jahr 1954.Peter Drucker: The Practice of Management. Harper Business, New York 1993.

Betriebswirtschaftslehre Erwin Geldmacher definierte 1929 den betriebswirtschaftlichen Erfolg als Unterschied zwischen Ertrag und Verbrauch, deshalb ist der Unternehmenserfolg der Unterschied zwischen Ertrag und Aufwand, Betriebserfolg der Unterschied zwischen Zweckertrag und Kosten.Erwin Geldmacher, Grundbegriffe und systematischer Grundriss des betrieblichen Rechnungswesens, in: ZfhF, 1929, S. 6 f. Betriebswirtschaftlicher Erfolg ist das Ergebnis der Tätigkeit eines Unternehmens, das durch Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung festgestellt wird.Rüdiger Pieper (Hrsg.), Lexikon Management, 1992, S. 105 In der Bilanz zeigt sich der Erfolg durch Vergleich des Eigenkapitals zu Anfang und am Ende des Geschäftsjahres, korrigiert um Entnahmen/Kapitalherabsetzung und Einlagen/Kapitalerhöhung.Rüdiger Pieper (Hrsg.), Lexikon Management, 1992, S. 105 Erfolg ist im externen Rechnungswesen der Saldo von Aufwand und Ertrag, im internen Rechnungswesen der Saldo aus Kosten und Umsatzerlösen.Wolfgang Becker/Stefan Lutz, Gabler Kompakt-Lexikon Modernes Rechnungswesen, 2007, S. 67 Diese Salden können positiv oder negativ ausfallen. Erfolg ist damit betriebswirtschaftlich ein neutraler Begriff wie „Ergebnis“ – anders als das umgangssprachliche Wort. So werden die Begriffe Betriebserfolg oder Betriebsergebnis etwa gleich häufig verwendet. Verbucht wird der Erfolg auf Erfolgskonten, die als Aufwands- oder Ertragskonten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Diese stellt eine Erfolgsrechnung dar, die den Unternehmenserfolg erfasst. Sie nimmt eine Erfolgsspaltung vor, um die Erfolgsquellen untersuchen zu können. Die Erfolgsabweichung ist die Differenz zwischen dem geplanten und dem tatsächlichen Erfolg, die sich aus der Erfolgsanalyse ergibt.

Unternehmerischer Erfolg ist das Ziel zur Sicherung der langfristigen Ertragskraft, wobei als Erfolgsmaßstab der Ertrags- oder Kapitalwert des Unternehmens dient.Hans-Dieter Kleinhückelskoten/Günter Schnetkamp, Erfolgsfaktoren für Marketingstrategien, in: Manfred Bruhn (Hrsg.), Handbuch des Marketing, 1989, S. 258 ff. Ob und inwieweit dieser Erfolg erreicht werden kann, hängt von den vorhandenen Erfolgsfaktoren ab. Das sind Einflussgrößen, die den Erfolg eines Unternehmens bestimmen.Ottmar Schneck (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 1998, S. 215 f.

Erfolgsmaßstäbe Der Erfolg als positive Ausprägung einer oder mehrerer betriebswirtschaftlicher Kennzahl, die über das Wirtschaften in einer bestimmten Periode Auskunft geben. Typische Kennzahlen sind hier Gewinn, Return on Investment oder Shareholder Value. Diese Erfolgsbestimmung bezieht sich auf das Ergebnis einer vergangenen Rechnungsperiode und kann damit für die Zukunft nur kurzfristige Aussagen liefern. Der Erfolg im Sinne des langfristigen Überlebens eines Unternehmens. Diese aus der Systemtheorie stammende Auffassung sieht Erfolg in der Erreichung des grundlegendsten Ziels eines Betriebes, dem Überleben. Um dies zu gewährleisten, wird in Anlehnung an Aloys Gälweiler eine Betrachtung und Entwicklung der Erfolgspotenziale oder Ertragskraft eines Unternehmens gefordert.Aloys Gälweiler, Strategische Unternehmensführung, 1990, S. 26 Der Erfolg lässt sich in der Betriebswirtschaftslehre unterschiedlich ermitteln: Nach Handelsrecht (HGB) kann der Erfolg ein Gewinn (Ertrag > Aufwand) oder Verlust (Ertrag < Aufwand) sein. In der Kostenrechnung ist der Erfolg der Betriebsgewinn (Leistungen > Kosten). Beim steuerpflichtigen Erfolg (EStG, AO) sind erfolgswirksame Betriebseinnahmen größer als die abzugsfähigen Betriebsausgaben.

Manche Autoren wie Kaplan und NortonRobert S. Kaplan/David P. Norton. The Balanced Scorecard, Boston 1996. schlagen vor, den Erfolg des Unternehmens mit Kennzahlensystemen, wie zum Beispiel der Balanced Scorecard, zu messen. Diese Kennzahlen sind in der Regel aus den Interessen und Erwartungen der Stakeholder abgeleitet und betrachten das Unternehmen aus der Kunden-, Mitarbeiter-, Prozess- und Finanzperspektive. Dabei misst man Frühindikatoren des wirtschaftlichen Erfolges bzw. „weichen Faktoren“, wie zum Beispiel der Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, eine größere Bedeutung als früher zu.John H. Fleming et al.: Manage Your Human Sigma. In: Harvard Business Review, Juli-August 2005.

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