mini|hochkant|Hasekuras Porträt während seiner Mission in Rom 1615 von Claude Deruet, Galleria Borghese, Rom. mini|hochkant|Replik der japanischen Galeone San Juan Bautista, in Ishinomaki, Japan. mini|Hasekuras Wappen (Links: aus seiner Einbürgungsurkunde als römischer Bürger. Mitte: aus Scipione Amatis Geschichte des Königreiches von Voxu. Rechts: Flagge der Replik seines Schiffes im Museum von Sendai) Hasekura Tsunenaga (; * 1571; † 1622) war ein Samurai und Gefolgsmann von Date Masamune, dem Daimyō von Sendai. Er führte zwischen 1613 und 1620 eine Gesandtschaft nach Mexiko und dann nach Europa. Danach kehrte er nach Japan zurück. Hasekura war der erste offizielle Gesandte Japans in Amerika, und er war der erste Mensch, der zwischen Frankreich und Japan Beziehungen herstellte.
Leben Vom Leben Hasekura Tsunenagas ist sonst wenig bekannt, außer dass sein Rufname Rokuemon () war und er ein Veteran der japanischen Invasionen in Korea unter Toyotomi Hideyoshi in den Jahren 1592 und 1597 war.
Spanische Annäherungsversuche Die Spanier begannen nach den Reisen des Andrés de Urdaneta im 16. Jahrhundert über ihre Basis auf den Philippinen mit transpazifischen Reisen zwischen Mexiko („Neu-Spanien“) und China. Manila wurde 1571 endgültig zu ihrer Basis in Asien.
Spanische Schiffe erlitten regelmäßig wegen schlechten Wetters an den Küsten Japans Schiffbruch, wodurch erste Kontakte zu diesem Land entstanden. Die Spanier wollten das Christentum in Japan verbreiten und ihren wirtschaftlichen Einfluss erweitern. Anstrengungen der Spanier, ihren Einfluss in Japan auszubauen, trafen auf den entschiedenen Widerstand der Jesuiten, die hier bereits seit 1549 missionierten, wie auch der Portugiesen und der Holländer, die beide keine Beteiligung Spaniens am Japanhandel wünschten.
1609 kam die spanische Galeone San Francisco auf ihrem Weg von Manila nach Acapulco in schlechtes Wetter und sank vor der Küste der Präfektur Chiba nahe Tokio. Die Seeleute wurden gerettet und freundlich behandelt, der Kapitän Rodrigo de Vivero traf sich sogar mit Shogun Tokugawa Ieyasu. Am 29. November 1609 wurde ein Vertrag unterzeichnet, nach dem die Spanier eine Faktorei in Ostjapan errichten durften, Bergbauspezialisten aus Mexiko nach Japan kommen sollten und es spanischen Schiffen erlaubt sein sollte, Japan bei Notwendigkeit zu besuchen. Eine japanische Gesandtschaft sollte an den spanischen Hof geschickt werden.
Das Gesandtschaftsprojekt Kontext Der Franziskaner Luis Sotelo, der in der Gegend von Edo (Tokio) missionierte, überzeugte den Shogun, ihn als Botschafter nach Neu-Spanien (Mexiko) zu schicken. 1610 segelte er mit den zurückkehrenden spanischen Seeleuten und 22 Japanern an Bord des japanischen Kriegsschiffes San Buena Ventura, das von dem englischen Abenteurer William Adams für den Shogun gebaut worden war, ab. In Nueva España traf sich Luis Sotelo mit dem Vizekönig Luis de Velazco, der zustimmte, einen Botschafter nach Japan zu schicken. Für diese Aufgabe wurde der berühmte Entdecker Sebastián Vizcaíno ausgewählt. Er bekam zusätzlich die Aufgabe, die sagenhaften Gold- und Silberinseln zu erforschen, die man östlich von Japan glaubte.
Vizcaino traf 1611 in Japan ein und hatte viele Treffen mit dem Shogun und anderen Feudalherren. Diese Treffen wurden durch seinen geringen Respekt für die japanischen Sitten, den wachsenden Widerstand der Japaner gegen die katholische Missionierung und die Intrigen der Holländer gegen die spanischen Bestrebungen überschattet. Vizcaino verließ Japan schließlich auf der Suche nach der „Silberinsel“, erlitt aber durch schlechtes Wetter schwere Schäden und wurde zur Rückkehr nach Japan gezwungen.
Die Mission Der Shogun entschloss sich, in Japan eine Galeone zu bauen, um Vizcaino und eine japanische Gesandtschaft, die von Br. Luis Sotelo begleitet wurde, zurück nach Nueva España zu bringen. Date Masamune, der Daimyo von Sendai, wurde mit der Leitung des Projektes beauftragt. Dieser ernannte einen seiner Gefolgsleute, Hasekura Tsunenaga, als Leiter der Mission. Die Galeone, ursprünglich von den Japanern Date Maru genannt, später von den Spaniern San Juan Bautista, baute man in nur 45 Tagen mit Unterstützung technischer Experten des Bakufu, 800 Schiffbauern, 700 Schmieden und 3000 Zimmerleuten. Zum Kapitän des Schiffes San wurde der Samurai Yokozawa Shogen bestimmt. Ziele der japanischen Gesandtschaft waren ein Handelsabkommen mit der spanischen Krone und den Papst zu treffen. Br. Sotelo hebt in seiner eigenen Erzählung der Reise die geistliche Dimension der Mission hervor:
Die Schreibweise Faxecura Rocuyemon folgt dabei der damaligen japanischen Aussprache (Mitteljapanische Sprache) mit // als , // als [] und ein freies // als [].
Transpazifische Reise Nach der Fertigstellung lief das Schiff am 28. Oktober 1613 nach Acapulco in Mexiko aus. Es waren rund 180 Personen an Bord, darunter 10 Samurai des Shogun (ausgewählt vom Marineminister Mukai Shogen Tadakatsu), 12 Samurai aus Sendai, 120 japanische Händler, Seeleute und Diener sowie etwa 40 Spanier und Portugiesen. Das Schiff kam nach etwa dreimonatiger Reise am 25. Januar 1614 in Acapulco an und die Gesandtschaft wurde mit großem Zeremoniell empfangen. Das Ziel der Mission war jedoch, nach Europa weiterzureisen. Die Gesandtschaft verbrachte einige Zeit in Mexiko und fuhr dann an Bord der Flotte von Don Antonio Oquendo nach Veracruz. Die Flotte lief dann am 10. Juni nach Europa aus. Hasekura musste den größten Teil seiner japanischen Begleiter zurücklassen, die in Acapulco auf seine Rückkehr warten sollten.
Reise nach Europa Spanien mini|links|hochkant|Hasekura im Gebet, nach seiner Konversion in Madrid 1615 Die Flotte traf am 5. Oktober 1614 in Sanlúcar de Barrameda ein.
„Die Flotte kam, nach der Überwindung einiger Gefahren und Stürme, schließlich sicher am 5. Oktober im Hafen von Sanlúcar de Barrameda an, wo der Herzog von Medina-Sidonia die Ankunft erwartete. Er sandte ihnen Kutschen entgegen, um sie zu ehren, empfing sie und hatte diesen heidnischen Männern eine prachtvolle Unterkunft vorbereitet.“.«Se llegó por fin a salvo, después de algunos peligros y tempestades al puerto de Sanlúcar de Barrameda el 5 de Octubre, donde residiendo el Duque de Medina Sidonia y avisado del arribo, envió carrozas para honrarlos, recibirlos y acomodar en ellas al Embajador y a sus gentiles hombres, habiéndoles preparado un suntuoso alojamiento; y después de haber cumplido con esta obligación como correspondía, y de regalarlos con toda liberalidad, a instancias de la ciudad de Sevilla hizo armar dos galeras, las cuales llevaron a los embajadores a CORIA, donde fueron hospedados por orden de la dicha Ciudad por Don Pedro Galindo, veinticuatro, el cual se ocupó con gran diligencia en tener satisfecho el ánimo del Embajador con todos los placeres y regalos posibles, procurando este entretanto que preparasen ropas nuevas a su séquito y ayudantes para resplandecer con más decoro y pompa a la entrada en Sevilla. Mientras se resolvía esta cuestión, la Ciudad determinó enviar a Coria a Don Diego de Cabrera, hermano del padre Sotelo, a Don Bartolomé López de Mesa, del hábito de Calatraba, a Don Bernardo de Ribera, a Don Pedro Galindo y a multitud de jurados y otros caballeros para que en su nombre besaran la mano al Embajador y lo felicitaron por su llegada a salvo. Sobre esto, quedó el Embajador contentísimo, agradeció mucho a la Ciudad que por su generosidad se complacía en honrarle, y departió con los dichos caballeros mostrando mucha prudencia en su trato». «A veintiuno de Octubre del dicho año la Ciudad hizo otra demostración de la mayor cortesía para el recibimiento del Embajador y del Padre Sotelo mandando carrozas, cabalgaduras y gran número de caballeros y de nobles que lo escoltaron formando una cabalgata de gran solemnidad. Saliendo el Embajador de Coria, vio con sumo placer el honor que se le había preparado, la pompa de los caballeros y la gran cantidad de gente que lo acompañó durante su camino hacia Sevilla». «Cerca de Triana y antes de cruzar el puente, se multiplicó de tal manera el número de carrozas, caballos y gentes de todo género, que no bastaba la diligencia de dos alguaciles y de otros ministros de la justicia para poder atravesarlo. Finalmente compareció el Conde de Salvatierra. Asistente de la Ciudad, con gran número de titulados y con los restantes veinticuatro y caballeros; y el embajador desmontando de la carroza, montó a caballo con el Capitán de su guardia y Caballerizo, vestido sobriamente, a la usanza del Japón, y mostrando al Asistente lo obligado que quedaba de la mucha cortesía y honores que la Ciudad se servía de usar con él, fue puesto en medio del dicho Asistente y Alguaciles Mayores y prosiguiéndose la cabalgata con increíble aplauso y contento de la gente, por la Puerta de Triana se dirigieron al Alcalzar Real.» (Scipione Amati, Historia del regno di Voxu, 1615)
„Der japanische Botschafter Hasekura Rokuemon, entsandt von Joate Masamune, dem König von Boju, zog in Sevilla am 23. Oktober 1614 ein. Er wurde von 30 Japanern mit Schwertern begleitet, ihrem Hauptmann der Wache und zwölf Bogenschützen und Hellebardieren mit farbigen Lanzen und Zeremonienschwertern. Der Hauptmann der Wache war Christ und wurde Don Thomas genannt, er war der Sohn eines der japanischen Märtyrer.“"Miércoles 23 de octubre de 1614 años entró en Sevilla el embaxador Japon Faxera Recuremon, embiado de Joate Masamune, rey de Boju. Traía treinta hombres japones con cuchillas, con su capitán de la guardia, y doce flecheros y alabarderos con lanças pintadas y sus cuchillas de abara. El capitán era christiano y se llamaba don Thomas, y era hijo de un mártyr Japón. Venía a dar la obediencia a Su Santidad por su rey y reyno, que se avía baptizado. Todos traían rosarios al cuello; y él venía a recibir el baptismo de mano de Su Santidad. Venía en su compañía fray Luis Sotelo, natural de Sevilla, religioso de San Francisco recoleto. Salieron a Coria a recebirlo por la Ciudad, el veinticuatro don Bartolomé Lopez de Mesa, y el veinticuatro don Pedro Galindo; y junto a la puente los recibió la Ciudad. Entró por la puerta de Triana, y fué al Alcázar, donde la Ciudad lo hospedó, y hizo la costa mientras estubo en Sevilla. Vido la Ciudad, y subió a la Torre. Lunes 27 de octubre de dicho año por la tarde, el dicho embaxador, con el dicho padre fray Luis Sotelo, entró en la Ciudad con el presente de su rey con toda la guardia, todos a caballo desde la puente. Dió su embaxada sentado al lado del asistente en su lengua, que interpretó el padre fray Luis Sotelo, y una carta de su rey, y una espada a su usanza, que se puso en el archibo de la Ciudad. Esta espada se conservó hasta la revolución del 68 que la chusma la robó. La embaxada para su magestad el rey don Felipe Tercero, nuestro señor, no trataba de religión, sino de amistad.(Biblioteca Capitular Calombina 84-7-19 .Memorias…, fol.195)"
Die japanische Gesandtschaft traf sich am 30. Januar mit König Philipp III. in Madrid. Hasekura übergab dem König einen Brief von Date Masamune sowie ein Vertragsangebot. Der König antwortete, dass er tun wolle, was er könne, um diese Bitten zu erfüllen. Hasekura wurde am 17. Februar vom Hofgeistlichen getauft und erhielt den Taufnamen Felipe Francisco.
Frankreich mini|hochkant|Darstellung von Hasekuras Besuch in einem europäischen Buch des 17. Jahrhunderts Nach einer Reise quer durch Spanien segelte die Gesandtschaft auf drei Spanischen Fregatten über das Mittelmeer nach Italien. Wegen schlechten Wetters waren sie gezwungen, einige Tage im französischen Hafen Saint-Tropez Schutz zu suchen, wo sie vom lokalen Adel empfangen wurden und unter der Bevölkerung großes Aufsehen erregten. Der Besuch der japanischen Gesandtschaft ist in der Stadtchronik verzeichnet als geführt von „Philip Francis Faxicura, Botschafter zum Papst von Date Masamunni, König von Woxu in Japan“.