Selenograd (, wörtlich: „Grünstadt“) ist einer von zwölf Moskauer Verwaltungsbezirken (Okrugs), geographisch aber ein eigenständiges städtisches Siedlungsgebiet. Es bildet eine Enklave innerhalb der Oblast Moskau. Selenograd liegt rund 37 km nordwestlich des Moskauer Stadtzentrums, außerhalb des Autobahnrings, und hat Einwohner (Stand ).

thumb|left|Ein Wohngebiet in Selenograd (Stadtteil Krjukowo) thumb|left|„Bajonette“ – Mahnmal für Helden des Zweiten Weltkriegs Selenograd gilt als „russisches Silicon Valley“. Es wurde ab 1958 als „Sozialistische Stadt“ auf einem bis dahin bewaldeten Gebiet erbaut, erhielt 1963 die Stadtrechte und war bis 1991, als es Verwaltungsbezirk von Moskau wurde, für ausländische Besucher unzugänglich. In Selenograd wurden die bedeutendsten Mikrochip- und Laser- sowie Mikro- und Nanoelektronik-Produktionsstätten der Sowjetunion errichtet. Mehrere Forschungsinstitute haben ebenfalls ihren Sitz hier, so vor allem die Nationale Forschungsuniversität für Elektronische Technologie (MIET). Das Unternehmen Sitronics wurde in Selenograd gegründet und unterhält eine Produktionsstätte vor Ort und mehrere Tochtergesellschaften der staatlichen Roselektronika haben ihren Sitz in Selenograd. Außerdem ist Selenograd Sitz einer wichtigen Wirtschaftshochschule, der MSABA mit einem eigenen Hochschulinkubator.

Im südwestlichen Teil von Selenograd liegt der Ortsteil Krjukowo an Stelle des gleichnamigen Dorfes, das 1941 eine wichtige Rolle in der Schlacht um Moskau spielte, da hier die deutsche Wehrmacht beim Vormarsch auf die Hauptstadt auf heftigen Widerstand stieß und gestoppt werden konnte. Etwas östlich von Selenograd befindet sich der Moskauer Flughafen Scheremetjewo. Selenograd ist an die Autobahn Moskau–Twer–Sankt Petersburg ebenso angeschlossen wie an die entsprechende Bahnlinie.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1970 72.599 1979 129.820 1989 158.294 2002 215.727 2010 221.7122012 223.5842013 226.4772014 229.9262015 232.4892016 237.8972017 239.861 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Der Verwaltungsbezirk gliedert sich in die fünf Rajons Krjukowo, Matuschkino, Sawjolki, Silino und Staroje Krjukowo.

Städtepartnerschaften Tulsa (Vereinigte Staaten) Unterschleißheim (Deutschland)

Söhne und Töchter von Selenograd

Marija Pewtschich (* 1987), Journalistin und Bürgerrechtlerin Matwei Jelissejew (* 1993), Biathlet

Einzelnachweise

Weblinks

Offizielle Website des Verwaltungsbezirkes (russisch) Selenograder Sehenswürdigkeiten (russisch) Selenograd im Moskauer Webportal (deutsch)

Kategorie:Verwaltungsbezirk von Moskau

Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1963