mini|Nina Kunzendorf (2011) Nina Kunzendorf (* 10. November 1971 in Mannheim) ist eine deutsche Schauspielerin. 2015 erhielt sie für ihre Darstellung im Spielfilm Phoenix den Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin.
Leben Herkunft, Ausbildung und Theater Nina Kunzendorf kam als Tochter einer Lehrerin und eines Arztes zur Welt und wuchs mit ihrer jüngeren Schwester in Mannheim auf. Nach dem Abitur am Ludwig-Frank-Gymnasium studierte sie von 1992 bis 1996 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg., abgerufen am 8. November 2021
Nach einem ersten Engagement am Nationaltheater Mannheim spielte sie von 1998 bis 2001 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 2001 wechselte Kunzendorf nach München und gehörte bis 2004 zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. 2004 erhielt sie gemeinsam mit Brigitte Hobmeier, Thomas Loibl und Stefan Sevenich den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Darstellende Kunst.
Film und Fernsehen Ihren ersten Kinoauftritt hatte Kunzendorf 1992 in Yılmaz Arslans Erstlingswerk Langer Gang über eine Gruppe körperlich behinderter Jugendlicher in einem Reha-Zentrum. Ihr Fernsehdebüt gab sie 2002 in Jo Baiers Nachkriegssaga Verlorenes Land an der Seite von Martina Gedeck und Monica Bleibtreu. Seitdem war sie in zahlreichen Fernsehproduktionen, darunter erneut unter der Regie Jo Baiers in Stauffenberg als Ehefrau der Titelfigur, Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg, und 2003 in Margarethe von Trottas Rosenstraße auf der Kinoleinwand zu sehen.
In Rainer Kaufmanns mehrfach preisgekröntem Drama Marias letzte Reise begleitete Kunzendorf als Krankenschwester Andrea eine todkranke Bäuerin und wurde dafür 2005 zusammen mit Monica Bleibtreu und Michael Fitz mit einem Sonderpreis des Bayerischen Fernsehpreises bedacht. Ebenfalls 2005 spielte sie in der Polizeiruf-110-Folge Der scharlachrote Engel das Opfer eines Gewaltverbrechens, das sich weigert, die von ihm erwartete Opferhaltung einzunehmen. Für ihre darstellerische Leistung wurde Kunzendorf 2006 zusammen mit ihren Schauspielkollegen Michaela May und Edgar Selge sowie Regisseur Dominik Graf und Drehbuchautor Günter Schütter mit dem Grimme-Preis mit Gold ausgezeichnet. 2006 wurden mit Sperling und die Katze in der Falle, Die Nachrichten und Marias letzte Reise drei weitere Filme, in denen Kunzendorf mitwirkte, für den Grimme-Preis nominiert.
2006 stand Kunzendorf für Andreas Kleinerts Film Hurenkinder, der in Hamburgs Medienwelt spielt, vor der Kamera. Im selben Jahr entstand unter der Regie von Lars Kraume Guten Morgen, Herr Grothe über den Alltag an einer deutschen Hauptschule. In Matti Geschonnecks zweiteiligem Thriller Entführt geriet Kunzendorf als Liane Bergmann in ein Netz aus Lügen, familiären Intrigen und offenen Rechnungen. 2010 übernahm sie in Niki Steins Drama um einen Scientology-Aussteiger, Bis nichts mehr bleibt, die Rolle der Ethik-Offizierin Helen Berg. Der Fernsehfilm In aller Stille, in dem Kunzendorf eine Polizistin am Ende ihrer Kraft spielt, entstand abermals in Zusammenarbeit mit dem Regisseur (Rainer Kaufmann) und der Drehbuchautorin (Ariela Bogenberger) von Marias letzte Reise sowie Michael Fitz als Schauspielkollegen.
2011 traten Nina Kunzendorf und Joachim Król als Tatort-Kommissare für den Hessischen Rundfunk die Nachfolge des Frankfurter Ermittlerteams Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf an.Nina Kunzendorf wird neue „Tatort“-Kommissarin bei daserste.de Nach fünf Folgen gab sie 2012 auf eigenen Wunsch die Rolle auf. 2013 hatte sie in einer anderen Rolle einen Gastauftritt als Kommissarin im Tatort des NDR in der Folge Mord auf Langeoog. (abgerufen am 15. April 2013)
2015 erhielt Kunzendorf für die Hauptrolle der Lene Winter in Christian Petzolds Spielfilm Phoenix den Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin. Im Januar 2021 war sie in der dritten Staffel der ARD-Historienserie Charité als Kinderärztin Ingeborg Rapoport in einer der Staffelhauptrollen zu sehen.Nina Kunzendorf als Dr. Ingeborg Rapoport. Rollenprofil auf Das Erste.
Kunzendorf ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.
Privates Nina Kunzendorf lebt in Berlin mit ihren beiden Kindern, die sie aus einer Beziehung mit ihrem Schauspielkollegen Stephan Bissmeier hat.Nina Kunzendorf privat: So genießt die „Charité“-Doktorin ihr Familienglück nach Drehschluss. news.de, 12. April 2021, abgerufen am 6. Dezember 2022 Ab 2012 unterhielt sie eine Beziehung zum Regisseur Stefan Kornatz.Schauspielerin Nina Kunzendorf ist frisch verliebt. t-online.de, 7. Februar 2012, abgerufen am 6. Dezember 2022 Bei den Dreharbeiten zur 2022 veröffentlichten RTL-Dramaserie Das Haus der Träume lernte sie den Schauspieler Samuel Finzi näher kennen, mit dem sie seither liiert ist.
Filmografie
Als Sprecherin
2024: Die Legenden von Paris (Fernsehserie in vier Teilen von ARTE)
Theater Nationaltheater Mannheim 1996–1998: Ritter, Dene, Voss von Thomas Bernhard – Regie: Barbara Frey 1996–1998: Der Kirschgarten von Anton Tschechow – Regie: Bruno Klimek 1996–1998: Antigone von Sophokles – Regie: Jasmin Hoch
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1998–2001: Jeff Koons von Rainald Goetz – Regie: Stefan Bachmann 1998–2001: Schlachten! von Tom Lanoye, Luk Perceval – Regie: Luk Perceval
Kammerspiele München 2001–2003: Orestie von Aischylos – Regie: Andreas Kriegenburg 2001–2004: Alkestis von Euripides – Regie: Jossi Wieler 2003–2004: Miss Sara Sampson von Gotthold Ephraim Lessing – Regie: Stephan Rottkamp 2003–2005: Anatomie Titus Fall of Rome von Heiner Müller – Regie: Johan Simons 2004–2006: Mittagswende von Paul Claudel – Regie: Jossi Wieler 2005–2007: Die zehn Gebote nach Dekalog von Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Piesiewicz – Regie: Johan Simons 2009–2010: Das letzte Band / Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts von Samuel Beckett, Peter Handke – Regie: Jossi Wieler (in Kooperation mit den Salzburger Festspielen 2009)
Schaubühne Berlin 2017–2019: Lenin von Milo Rau & Ensemble, Regie: Milo Rau (Uraufführung, 2017) 2018–2019: Shakespeare's Last Play von Dead Centre, Regie: Ben Kidd und Bush Moukarzel (2018)
Hörspiele und Hörbücher (Auswahl) Kunzendorf ist im Verlauf ihrer Karriere bereits für verschiedene Verlage tätig gewesen, so etwa für Random House Audio, Argon Verlag, Hörbuch Hamburg, der Audio Verlag & BookBeat:
Polar von Albert Ostermaier, Hessischer Rundfunk 2007, mit Peter Matić, Wolfgang Michael und Wolfram Koch (abgerufen am 6. Juni 2010) Ein Elefant für die Prinzessin von Linda Groeneveld, Argon Verlag, 2013, ISBN 978-3-7373-6593-2 Der Liebhaber von Marguerite Duras, Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR) Hörbuch Hamburg, ISBN 978-3-95713-064-8 Endgültig von Andreas Pflüger, Deutschland Random House Audio 2016, ISBN 978-3-8371-3402-5 Niemals von Andreas Pflüger, Deutschland Random House Audio 2017, ISBN 978-3-8371-3574-9 The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen? von A. J. Finn, Christoph Göhler (Übersetzer), Random House Audio 2018, ISBN 978-3764506414 Geblendet von Andreas Pflüger, Deutschland Random House Audio 2019, ISBN 978-3-8371-4393-5 Missing Robert (5-teilige Horror-Serie) von Hendrik Efert und Beate Stender, Viertausendhertz und WDR Mein drittes Leben von Daniela Krien, Diogenes Verlag, 2024, ISBN 978-3-257-69582-3 Kalte Füße von Francesca Melandri, 2024, Podcast von NDR Kultur und Bayern 2
Auszeichnungen 2004 – Bayerischer Kunstförderpreis in der Sparte Darstellende Kunst 2005 – Bayerischer Fernsehpreis für Marias letzte Reise 2006 – Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Polizeiruf 110: Der scharlachrote Engel 2009 – Hessischer Fernsehpreis als Beste Darstellerin für Tatort – Neuland 2010 – Sonderpreis Schauspiel beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden für In aller Stille 2011 – Grimme-Preis für In aller Stille 2011 – Jupiter Award in der Kategorie Beste TV-Darstellerin für Bis nichts mehr bleibt 2011 – Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für In aller Stille 2012 – Goldene Kamera als Beste deutsche Schauspielerin für Liebesjahre, Tatort 2012 – Grimme-Preis für Liebesjahre 2015 – Deutscher Filmpreis Beste weibliche Nebenrolle für Phoenix 2016 – Bayerischer Fernsehpreis als Beste Schauspielerin in den Kategorien Fernsehfilme / Serien und Reihen für Nacht der Angst
Weblinks
(mit Fotogalerie) Agenturseite von Nina Kunzendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Darstellender Künstler (Mannheim) Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau