mini|Verschiedene Golfschläger: Holz, Putter und Eisen (nicht maßstabsgerecht, das Holz ist deutlich voluminöser) Ein Golfschläger ist ein Sportgerät, mit dem beim Golf ein Ball auf den Spielbahnen eines Golfplatzes vom Abschlag bis ins Loch befördert wird.

Jedes „Loch“ eines Golfplatzes hat in der Regel eine andere Länge (d. h. die Entfernung vom Abschlagpunkt zum Zielpunkt, dem eigentlichen Loch, in dem der Golfball am Ende zu liegen kommt) und eine andere Gelände-Charakteristik, so dass der Ball bei jedem Golfschlag unterschiedlich weit und je nach Gelände steil, flach, aufwärts oder abwärts geschlagen werden muss, und deshalb unterschiedliche Anforderungen an die Flugkurven bestehen. Da sich seit Beginn des Golf-Sportes zeigte, dass es einfacher war, verschiedene Schläger zu verwenden, als unterschiedliche Schlagbewegungen zu erlernen, wurde mit der Zeit eine Vielzahl von Schlägern unterschiedlicher Bauart entwickelt.

Allgemeines Grundlegende Informationen, deren Kenntnis als Voraussetzung für die Ausübung des Sports an sich betrachtet werden kann, finden sich im Hauptartikel zum Golfsport. Die Schläger unterscheiden sich dabei untereinander durch den Aufbau, den Schlägerloft (Neigung der Schlagfläche) und die Schaftlänge. Im Englischen werden Golfschläger umgangssprachlich oft auch als clubs bezeichnet.

Ein typisches Golfbag eines durchschnittlichen Spielers könnte folgende Schläger beinhalten: Holz 1 (auch Driver genannt), Holz 3 (Fairwayholz) Hybrid / Rescue 22° Eisen 3–9 Pitching Wedge, Sand Wedge, Lob Wedge Putter

Bei vorgabewirksamen Golfrunden darf ein Spieler maximal 14 Schläger mit sich führen, ein Verstoß gegen diese Regel wird mit Strafschlägen bzw. Lochverlusten belegt bis hin zur Disqualifikation, wenn der Verstoß wissentlich geschah. Bei der Zusammenstellung der Schläger ist aber jeder Golfer völlig frei. Man hat bei Profi-Turnieren schon zwei Driver oder vier Wedges in Golfbags gesehen, im Amateurbereich finden sich gelegentlich zwei Putter oder eine Beschränkung auf wenige Eisen zugunsten von mehr Hölzern oder Hybrid/Rescue-Schlägern.

Die Schläger sind auf der Bodenplatte markiert, um das einfache Erkennen in einer Golftasche, in der sie mit dem Kopf nach oben stehen, zu erleichtern. Während die Eisen meist durchnummeriert sind, können sowohl Hölzer als auch Wedges davon abweichen. So kann der Driver mit einer 1 aber auch mit einem D oder der Angabe des Lofts markiert sein. Wedges können sowohl mit P (Pitching Wedge) und S (Sand Wedge) als auch dem Loft markiert werden.

In den Golfregeln werden für Schläger feste Grenzwerte bezüglich Eigenschaften wie Länge, Gewicht oder Form definiert. Gelegentlich werden diese technischen Vorgaben auch geändert, um mit neuen Entwicklungen Schritt zu halten. Zum Beispiel wurden im Jahr 2009 von der R&A und der USGA neue Regeln für „Grooves“ (die horizontalen Rillen auf dem Schlägerblatt) beschlossen: alle Eisen mit 25° Loft oder höher (d. h. etwa vom Eisen 5 aufwärts) dürfen ab 2011 von den Herstellern nur mehr mit weniger aggressiven „Grooves“ produziert werden. Die Rillen dürfen nicht mehr so scharfkantig und nicht mehr so tief sein. Ab 2014 dürfen nur mehr solche Eisen auf der Pro-Tour verwendet werden, ab 2024 gilt diese Regelung auch bei Amateur-Turnieren. Der Grund für diese Regeländerung war eine (statistische) Erkenntnis, dass nämlich die Quote der Fairway-Treffer vom Abschlag keine signifikante Auswirkung auf den Score hatte, da die Spieler mit den bis dato erlaubten Eisen auch aus dem (Semi-)Rough durch die aggressiven Grooves genügend Spin produzieren konnten, um den Ball auf dem Grün zum Halten zu bringen.

Diese Regelungen zur Bauweise bzw. Gestaltung der Golfschläger sind in den offiziellen Golfregeln im Anhang II „Form von Schlägern“ definiert. Siehe auch R&A Equipment Rules für aktuelle Regeln.

Historische Schlägerbezeichnungen Früher waren die Schläger nicht durchnummeriert, da es von jedem Typ Schläger zunächst nur eine Ausführung gab. Die klassische Ausstattung im 19. Jahrhundert und davor bestand aus:

Play Club (Driver) Brassie (Holz 2) Spoon (Holz 3) Mid Iron (Eisen 2) Mashie (Eisen 5) Niblick (Eisen 9) Putter

Später kamen dazu: Baffie (Holz 4) Cleek (Eisen 1) Mid Mashie (Eisen 3) Mashie Iron (Eisen 4) Spade Mashie (Eisen 6) Mashie Niblick (Eisen 7) Lofter (Eisen 8) Jigger, Pitching Niblick oder Lofting Iron (Wedge)

Die heutigen Entsprechungen in Klammern sind nicht immer genau, beispielsweise konnte ein Jigger durchaus den Loft eines Eisen 4 haben, er wurde jedoch aufgrund seines kurzen Schaftes für Annäherungsschläge benutzt und kommt somit von der Benutzung her einem Wedge nahe.

Aufbau eines Golfschlägers Die drei Hauptkomponenten, aus denen ein Golfschläger aufgebaut ist, sind Schlägerkopf, Schaft und Griff. Dazu kommt noch das sogenannte Ferrule, das aber von untergeordneter Bedeutung ist. Der Schlägerkopf hat an der Oberseite das sogenannte Hosel, dies ist das Verbindungsstück, in das der Schaft eingesetzt wird. Fest verbunden werden Schaft und Kopf dann mit einem Klebstoff, in der Regel Epoxidharz. Der Griff wird am anderen Ende des Schaftes mit Hilfe eines Doppelklebebandes aufgezogen. Man verwendet ein leicht verdunstendes Lösungsmittel, um den Griff leichter auf den Schaft zu stecken und um ihn gerade auszurichten. Der Griff darf sich verjüngen, aber an keiner Stelle eine Einwölbung oder Auswölbung aufweisen. Seine Durchmesser dürfen an keiner Stelle größer als 44,45 mm sein.

Schlägerkopf Sowohl Hölzer als auch Eisen sind auf der Schlagfläche zumeist mit Rillen versehen, welche als Grooves bezeichnet werden. Sie sollen die Rotationsgeschwindigkeit (den Spin) des Balles erhöhen und im Rough einen besseren Ballkontakt erzielen. Insbesondere beim Driver wird jedoch immer häufiger auf Grooves verzichtet.

Holz Hölzer (englisch: woods) werden in der Regel für Schläge vom Abschlag oder Fairway verwendet (seltener bei guter Lage des Balls auch aus dem halbhohen Gras, dem Semi-Rough). Sie zeichnen sich durch einen großen, tropfen- bis birnenförmigen Schlägerkopf aus, der hohl ist und zumeist ein Volumen zwischen 150 und 460 cm³ aufweist. Ursprünglich wurden diese Schläger mit Köpfen und später mit Inlays aus Holz (Persimmon) versehen. Im Laufe der Entwicklung ist das Holz aus den Schlägern verschwunden und heute werden Legierungen von hochwertigen, leichten und elastischen Metallen verwendet (Titan, Aluminium, aber auch Kevlar, Stahl oder Kunststoffe). Zu einem Standardschlägersatz gehören in der Regel drei Hölzer (genannt Holz 1, 3, 5 oder 7). Mit aufsteigender Zahl steigt dabei der Loft, wohingegen Schaftlänge und Volumen des Schlägerkopfes sinken. Üblich sind Lofts zwischen ca. 9 bis 18° (bei reinen Fairway-Hölzern bis zu 25°) bei einer Schaftlänge von ca. 40 bis 45 Zoll.

Schlägerköpfe für Hölzer weisen, gerade beim Driver, eine sehr große Schlagfläche auf. Diese erleichtert es den Ball zu treffen, was besonders beim Abschlag wichtig ist, da hier die höchsten Schwunggeschwindigkeiten und somit auch die größten Ungenauigkeiten erreicht werden. Das große Volumen des Kopfes erlaubt es, den Schwerpunkt nach hinten und unten zu verlagern, was für eine schnell ansteigende Flugkurve sorgt. Moderne Driver werden deshalb oft mit einer Krone aus sehr leichtem Kunststoff gefertigt, so dass prozentual mehr Gewicht in die Bodenplatte gelegt werden kann. Insgesamt wiegt ein Driverkopf etwa 200–210 Gramm, die Fairwayhölzer 3 und 5 sind dann in der Regel um jeweils 10 Gramm schwerer.

Aufgrund der sehr hohen Schlagfläche wird der Driver praktisch nur für Abschläge verwendet, bei denen man den Golfball auf ein Tee legen darf. Nur sehr gute Spieler benutzen in absoluten Ausnahmefällen den Driver auch vom Fairway, da der Ball so nur unterhalb des Sweet Spot (idealer Treffpunkt, liegt auf Höhe des vertikalen Schwerpunkts) getroffen werden kann. Daraus resultiert dann eine sehr niedrige Flugbahn.

Die Fairwayhölzer 3, 5 usw. werden gelegentlich beim Abschlag verwendet und ebenfalls aufgeteet, jedoch niedriger, da sie niedrigere Schlagflächen und somit tiefer liegende Sweet Spots haben als der Driver. Prinzipiell sind Fairwayhölzer jedoch eher für möglichst lange Schläge vom Fairway optimiert.

Eisen Die Eisen (englisch: irons) werden für die mittellangen Schläge im Bereich von 70 bis 180 m eingesetzt. Sie haben einen eher trapezförmigen Schlägerkopf, der nur selten komplett hohl ist. Häufig ist er jedoch rückseitig ausgehöhlt oder mit einer Art Delle oder Schlitz versehen. Bei der Herstellung von Schlägerköpfen für Eisen unterscheidet man zwischen geschmiedeten und gegossenen Köpfen. Das Schmieden ist aufgrund der manuellen Arbeit relativ teuer, Schlägerköpfe aus der Massenproduktion werden deshalb gegossen. Die Verfechter von geschmiedeten Köpfen schätzen diese jedoch aufgrund eines subjektiv besseren Schlaggefühls. Üblich sind Lofts zwischen ca. 20° bis 45° bei einer Schaftlänge von ca. 35 bis 39 Zoll.

Bezüglich der Bauform unterscheidet man zwischen Blades und Cavity Backs. Letztere haben eine größere Schlagfläche und eine periphere Gewichtung (meist durch eine ausgehöhlte Rückwand realisiert), was zu einer größeren Fehlerverzeihung führt. Damit ist gemeint, dass nicht exakt mittig getroffene Bälle dennoch kaum an Länge verlieren und vergleichsweise richtungsstabil sind. Blades bieten eine bessere Rückmeldung bei Fehlschlägen.

Eisenschläger bieten im Vergleich zu den Hölzern eine höhere Ballkontrolle und können auch aus schwierigeren Lagen (halbhohes Gras, Semirough) eingesetzt werden. Zu einem Standardschlägersatz gehören die Eisen 3 bis 9, wobei eine höhere Zahl auch einen höheren Loft, aber eine geringere Schaftlänge anzeigt.

Das Eisen 1 ist heutzutage nicht mehr üblich und im Handel auch nur schwer zu bekommen. Das Eisen 2 wird nur noch von wenigen Herstellern produziert. Während vor einigen Jahren Eisenschläger-Sets noch beim Eisen 3 anfingen, findet man heutzutage vermehrt Sets, die mit dem Eisen 4 beginnen. Das Argument der Industrie ist, dass Amateurspieler ohnehin vermehrt zu Hybrid-Schlägern greifen, weil diese einfacher zu spielen sind als lange Eisen. Einige Experten wie Tom Wishon bemängeln hingegen, dass aus Marketinggründen („mit unserem Eisen 7 schlagen Sie länger als mit jedem anderen“) einfach nur die Lofts verringert wurden, so dass ein heutiges Eisen 4 im Grunde mit einem früheren Eisen 2 identisch ist.

Hybrid- oder Rescue-Schläger

Hybrid- oder Rescue-Schläger (englisch: rescue-Rettung) sind erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts aufgekommen und eine Mischung aus Eisen- und Holzschläger. Sie werden zumeist als Ersatz für ein Eisen oder Holz gewählt. Material, Schaftlänge, Loft und Lie-Winkel sind ähnlich denen des entsprechenden Eisens, die Bauform ist hingegen voluminöser und ähnelt oft mehr der eines Holzes. Diese Schlägerart kommt häufig im Semi-Rough und auf dem Fairway zum Einsatz. Ein Hybrid-Schläger bietet einen Kompromiss zwischen der Länge eines Holzes und der Genauigkeit eines Eisens und wird von vielen Spielern als leichter spielbar eingestuft als ein Holz. Üblich sind Lofts von ca. 14° bis 35° bei einer Schaftlänge von ca. 37 bis 41 Zoll.

Wedges mini|Einige Wedges