mini|Lage der Gemeinde in der Provinz Treviso mini|Blick vom Kastell auf die Stadt mini|Die Via XX Settembre mini|Die Sala dei Battuti Conegliano (auf venezianisch: Conejàn) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) zu Füßen der Colli Veneti am Fluss Monticano in der Provinz Treviso. Zusammen mit Valdobbiadene bildet es die Heimat des Prosecco und beherbergt die traditionsreiche Weinbauschule von Conegliano. Conegliano ist Ausgangspunkt der „Prosecco-Straße“, die über die Dörfer des Quartier di Piave bis nach Valdobbiadene führt.
Geschichte Die Stadtgründung geht auf wohlhabende Venezianer zurück, die sich in der Hügellandschaft Sommerresidenzen errichteten. Ab dem 12. Jahrhundert entstand im Norden der Stadt das Kastell, von dem nur mehr Reste bestehen. Im ehemaligen Wachtturm ist heute das Museo Civico untergebracht.
Sehenswürdigkeiten „Contrada Granda“ ist die traditionelle Bezeichnung der Hauptstraße im historischen Zentrum von Conegliano. Sie führt von der Via XX Settembre über die Piazza Cima zur Via Beato Marco Ongaro. Neben zahlreichen Palästen finden sich hier der Dom und die Scuola dei Battuti.
Die Scuola dei Battuti ist zwischen die Palazzi der Contrada eingefügt. Die Fassade fällt durch neun spitzbogige Pfeilerarkaden sowie die biblische Gestalten und Szenen darstellenden Fresken von Pozzoserrato (1593) auf. Im Obergeschoss befindet sich die Sala dei Battuti mit Freskenzyklen von Francesco da Milano (1511) und Pozzoserrato (Ende des 16. Jahrhunderts).
Der dreischiffige Dom steht unmittelbar hinter der Scuola. Das Eingangsportal ist unter den Arkaden zu finden.
Ebenfalls in der historischen Altstadt, in der Via Cima unweit des Domes steht die Casa museo di Giovanni Battista Cima, das ehemalige Wohnhaus des Malers Cima da Conegliano, ein Renaissancebau. Das Museo degli Alpini widmet sich der Geschichte der italienischen Gebirgsjäger.Museo degli Alpini in Conegliano (it.), aufgerufen am 3. Oktober 2015
mini|K. und k. Soldaten in Coneglianos Synagoge, 1917 Synagoge von 1719 Mörderischer Verfolgung in Süddeutsch- und dem Rheinland entronnene aschkenasische Juden erhielten 1398 als erste ihrer Religionsgemeinschaft Aufenthaltstitel für Conegliano, italienische Juden zogen bald hinzu und stellten schließlich die Mehrheit.Federico Luzzatto, „La comunità ebraica di Conegliano Veneto ed i suoi monumenti“, in: La Rassegna mensile di Israel, Dritte Folge, Bd. 22, Nr. 2 (Februar 1956), S. 72–80, hier S. 72. Die Synagogengemeinde wechselte vom aschkenasischen (also deutschen) zum italienischen Gebetsbrauch. Im Jahre 1637 ließ die Republik Venedig die Juden Coneglianos in ein Ghetto zwingen und jeweils nachts einschließen, wo dann eine neue Synagoge entstand,Miriam Magall, Jerusalem – heilige Stätten der Juden, Paderborn und München: Fink, 12010, S. 91. ISBN 978-3-7705-5039-5. die 1701–1719 errichtet wurde.Pietro Panzarino, „Lo spettacolo della sinagoga di Conegliano … a Gerusalemme: Viaggio in Terra Santa“ (12. Oktober 2017), auf: Oggi Treviso; abgerufen am 6. Dezember 2022. Berühmt war die Gemeinde für ihre Jeschivah, als deren Rosch Rabbi Nathan Ottolengo (dessen Name auf die Herkunft seiner Familie aus Ettlingen verweist) wirkte. Aus Anlass seines Todes wurde 1652 ihm zu Gedenken ein Torahschrein gestiftet, der als Teil des synagogalen Inventars bis heute besteht.
mini|2009: Via Caronelli mit Nachfolgebau (unter dem Dach mit durchgehendem Balkon) der abgerissenen Synagoge Viele Juden Italiens, die in kleineren Orten lebten, hatten nach ihrer Emanzipation 1861 im Zuge der Arbeitsmigration und Binnenwanderung des 19. Jahrhunderts ihre Heimat verlassen, so auch Conegliano. Um 1900 war die Synagoge verwaist, letztmals feierten dort Soldaten aus Österreich-Ungarns Heer im Ersten Weltkrieg während der Piaveschlachten im Tischri (September / Oktober) 1918 Schabbat und Jom Kippur, begleitet vom k. und k. Feldrabbiner Harry Deutsch,David Cassuto () und Angelo Mordechai Piattelli (), “Gli Italkim di Rechov Hillel (dal 1952 a oggi)”, in: La Rassegna mensile di Israel, Bd. 80, Nr. 2/3 (Mai-Dezember 2014) ‘L'Italia in Israele: Il contributo degli ebrei italiani alla nascita e allo sviluppo dello Stato d'Israele’, S. 183–196, hier S. 183. bevor der Bau weiter verfiel.
Die 1945 gegründete Synagogengemeinde Chevrat Jehudej Italjah li-Fʿullah Ruchanit () in Jerusalem beschloss für ihre zu errichtende Gebetsstätte, das Intérieur einer verwaisten italienischen Synagoge wiederzuverwenden. Federico Luzzatto brachte dazu im Kreis der späteren Gemeindegründer schon 1944 die Synagoge Coneglianos ins Gespräch.Angelo Mordechai Piattelli () im Auftr. der Chevrat Jehudej Italjah li-Fʿullah Ruchanit, , in: The Italian Jewish Cultural Centre in the Heart of Jerusalem, Ruhama Bonfil (; Hrsg.), Jerusalem: , 2014, S. 41–52, hier Seitenzahl wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. Keine ISBN. Der Vorstand der Comunità ebraica di Venezia, die die Liegenschaften der aufgelösten Synagogengemeinde Conegliano betreute, und Venedigs Hauptrabbiner Elio Toaff, dessen Bruder Renzo Toaff seit 1946 einer der Parnassim (Vorsteher) der Chevrat Jehudej Italjah war, genehmigten am 7. Oktober 1948 die Übergabe des Inventars der Synagoge.
Das gesamte barocke Intérieur und alles Inventar der Synagoge wurden 1949 geborgen und würden sicher verpackt 1951 verschifft, während sie selbst 1950 abgerissen wurde. Intérieur und Inventar wurden 1951/1952 im Tempio Italiano in Jerusalem eingebaut, der dadurch, was die Ausstattung angeht, die älteste Synagoge der heiligen Stadt wurde,Adreina Contessa, , in: The Italian Jewish Cultural Centre in the Heart of Jerusalem, Ruhama Bonfil (; Hrsg.), Jerusalem: , 2014, S. 53–68, hier S. 57. Keine ISBN. nachdem nichtjüdische arabische Eroberer des Jüdischen Viertels der Altstadt in ihrem Zerstörungsfuror dort 1948 und 1949 systematisch 34 Synagogen, darunter alle historisch bedeutenden der Stadt, vernichtet hatten.David Green, “This Day in Jewish History Hurva Synagogue Reduced to Rubble” (27. Mai 2013), in: הָאָרֶץ; abgerufen am 4. Januar 2023.
Veranstaltungen Jedes Jahr im Juni findet im Zentrum von Conegliano die Dama Castellana statt, eine lebendige Dame-Partie mit historischen Kostümen aus der Renaissance. Im September wird in mehreren traditionellen Lokalen die sogenannte Enodama gespielt. Auch hier handelt es sich um ein Dame-Spiel, dabei werden die Steine durch mit Weißwein und Rotwein gefüllte Gläser ersetzt.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt
Niccolo Roccabonella (14./15. Jh.), Arzt und Autor einer Kräuterbuch-Handschrift Giovanni Battista Cima genannt Cima da Conegliano, (1459–1518), Maler der Renaissance Francesco Beccaruzzi (* um 1492; † um 1563), Maler Maddalena Montalban (1820–1869), bedeutendste Republikanerin und Streiterin für Venedigs Unabhängigkeit Luigi Tezza (1841–1923), Ordensgeistlicher und Ordensgründer; Seliger Friederike Koch von Langentreu (1866–1941), österreichische Malerin, Grafikerin und Keramikerin Ugo Cerletti (1877–1963), Psychiater und Neurologe Elio Bartolini (1922–2006), Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur Clara Colosimo (1922–1994), Schauspielerin Andrea Barro (1931–2018), Radrennfahrer Maurizio Sacconi (* 1950), Politiker (Il Popolo della Libertà) Giorgio Fabris (* 1953), Regisseur, Filmproduzent und Schriftsteller Luca Zaia (* 1968), Politiker, ehemaliger Landwirtschaftsminister und seit 2010 Präsident von Venetien Renzo Furlan (* 1970), Tennisspieler Mauro Sartori (* 1970), Basketballspieler und - manager Marzio Bruseghin (* 1974), Radrennfahrer Alessandro Del Piero (* 1974), Fußballspieler Mauro Da Dalto (* 1981), Radrennfahrer Marco Donadel (* 1983), Fußballspieler Fabrizio Crestani (* 1987), Rennfahrer Sacha Modolo (* 1987), Straßenradrennfahrer Alessandra Patelli (* 1991), Ruderin Andrea Vendrame (* 1994), Radrennfahrer Federico Guzzo (* 2001), Radrennfahrer Alessandro Borgo (* 2005), Radrennfahrer
Mit Beziehung zur Stadt Bon-Adrien-Jeannot de Moncey (1754–1842), von Napoleon Bonaparte zum französischen Herzog von Conegliano ernannt
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Einzelnachweise
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