mini|Farah Pahlavi (offizielles Porträt, 1973) rahmenlos|class=notpageimage skin-invert-image|rechts|Unterschrift Farah Pahlavis

Farah Pahlavi (* 14. Oktober 1938 in Teheran, Kaiserreich Iran; ; geborene Farah Diba ) ist die ehemalige Kaiserin von Iran. Sie wurde am 21. Dezember 1959 durch ihre Heirat mit Schah Mohammad Reza Pahlavi zur Königin und am 26. Oktober 1967 durch ihre Krönung zur Kaiserin (Schahbanu).

Leben Kindheit und Schule mini|Farah Diba (im Bild links) mit einer Gruppe iranischer Pfadfinder in Paris (1956) Farah Diba wurde am 14. Oktober 1938 (englisch) als einziges Kind von Sohrab Diba und Farideh Ghotbi geboren. Die Familie ihres Vaters war aserbaidschanischer Herkunft. Ihr Großvater väterlicherseits war persischer Botschafter im Russischen Kaiserreich und im Königreich der Niederlande.

Ihr Vater, Sohrab Diba, begann zunächst eine Ausbildung an der Kadettenschule in Sankt Petersburg (Russland), brach sie nach der Oktoberrevolution 1917 ab und floh nach Frankreich. Dort machte er sein Abitur und studierte Rechtswissenschaften, bis er in die Militärakademie in Saint-Cyr aufgenommen wurde. Nach seiner Rückkehr nach Iran diente er als Offizier in der im Aufbau befindlichen Armee des iranischen Herrschers, Reza Schah.Farah Diba-Pahlavi: Erinnerungen. 2004, S. 32. 1948 starb er an Krebs. Ihre Mutter Farideh stammte aus der Provinz Gilan.

Nach dem Tod ihres Vaters wuchs Farah unter der Obhut ihrer Mutter und ihres Onkels Mohammad Ali Ghotbi auf.Farah Diba-Pahlavi: Erinnerungen. 2004, S. 26. Zuerst besuchte sie, dem Wunsch ihres Vaters entsprechend, die italienische Schule in Teheran. Später wechselte sie auf die Jeanne-d’Arc-Schule, eine von Nonnen geleitete französische Schule. Im Basketballteam der Schule wurde sie Mannschaftsführerin und gewann in drei aufeinanderfolgenden Jahren die Meisterschaft von Teheran. 1953 wurde Farah Diba iranische Jugendmeisterin im Hochsprung. In der Jeanne-d’Arc-Schule trat sie den Pfadfinderinnen bei. Mit den Pfadfinderinnen unternahm sie 1956 ihre erste Auslandsreise, die sie nach Frankreich führte. Von der Jeanne-d’Arc-Schule wechselte sie in das im Süden Teherans gelegene französischsprachige Razi-Gymnasium, das sie mit dem Abitur als Klassenbeste abschloss.

Studium, Heirat und Ehe mini|Schah Mohammad Reza Pahlavi und Farah Pahlavi nach der Hochzeitszeremonie, 1959 Zum Studium zog Farah Diba 1957 nach Paris und immatrikulierte sich an der École spéciale d'architecture.

Im Frühjahr 1959 begegnete sie erstmals Schah Mohammad Reza Pahlavi, der zu einem Staatsbesuch nach Paris gekommen war. Der iranische Botschafter hatte iranische Studenten in die Botschaft eingeladen, um sie dem Schah vorzustellen, darunter Farah Diba. Nach mehreren Einladungen in den Schah-Palast in Teheran erfolgte am 21. November 1959 die offizielle Bekanntgabe der Verlobung,Farah Diba-Pahlavi: Erinnerungen. 2004, S. 99. rund anderthalb Jahre nach der Scheidung des Schahs von Soraya Esfandiary Bakhtiary.

Der Imam Djome vollzog die Hochzeitszeremonie am 21. Dezember 1959 im Marmorpalast. Zehn Monate nach der Eheschließung gebar Farah Pahlavi am 31. Oktober 1960 einen Thronfolger, Cyrus Reza Pahlavi. Aus der Ehe gingen drei weitere Kinder hervor: Farahnaz (* 12. März 1963), Ali Reza (* 28. April 1966; † 4. Januar 2011) und Leila (* 27. März 1970; † 10. Juni 2001).

Offizielle Aufgaben mini|links|Schahbanu Farah Pahlavi in ihrem Büro mini|Farah Pahlavi (rechts, zum Mikrofon geneigt) auf einer Konferenz der unter ihrer Schirmherrschaft stehenden Organisationen, 1970 Neben der Erziehung der Kinder übernahm Farah Pahlavi offizielle Aufgaben. Sie stand zahlreichen medizinischen, erzieherischen und sozialen Vereinen sowie Kultur- und Sportvereinen vor. Ihr Hauptaufgabenbereich umfasste das Gesundheitswesen, die Erziehung und Bildung, das Sozialwesen und die Pflege kultureller und historischer Brauchtümer. Sie beschäftigte sich auch mit Fragen der Umwelt und der Entwicklung des traditionellen Handwerks und der ländlichen Kleinindustrie. Neben der Schirmherrschaft bei einzelnen Organisationen und Vereinigungen übernahm Farah Pahlavi den Vorsitz von Stiftungen und staatlichen Gesellschaften, die in den von ihr betreuten Bereichen tätig waren.

Farah Pahlavi unterhielt ein eigenes Büro, das im Lauf der Jahre auf 40 Mitarbeiter anwuchs. Das Büro war in vier Abteilungen gegliedert: Medizin und Gesundheit, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, soziale Angelegenheiten. Die Finanzierung der einzelnen Projekte erfolgte meist über die Pahlavi-Stiftung von Schah Mohammad Reza Pahlavi, die Farah-Pahlavi-Stiftung, die Nationale Ölgesellschaft (NIOC) und Spenden aus der Industrie und dem Privatsektor.

Farah Pahlavi war auch an den Planungen der 2500-Jahr-Feier der Iranischen Monarchie beteiligt.

Die folgenden Angaben über die Aufgaben der Kaiserin basieren überwiegend auf Veröffentlichungen des Büros Farah Pahlavis aus dem Jahr 1975.

Gesundheitswesen mini|Farah Pahlavi (rechts im Bild) eröffnet den 20. Medizinischen Kongress in Ramsar, 1971 Als eine ihrer ersten Aktivitäten im Gesundheitswesen gilt ihr Engagement für die Leprakranken mit der Gründung des Dorfes Behkadeh Raji im Jahre 1961. Das Dorf wurde als zentrale dörfliche Leprastation gegründet, um den Leprakranken Irans ein menschenwürdiges Leben und eine angemessene medizinische Versorgung zu ermöglichen. Bis zu diesem Zeitpunkt führten die Leprakranken in dezentralen Stationen ein völlig isoliertes Leben und waren medizinisch unzureichend versorgt. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), geheilte Leprakranke in ihre Dörfer zurückzuschicken, konnte nicht umgesetzt werden, da die Anwesenheit eines wenn auch geheilten Leprakranken die Vertreibung seiner Familie aus der Dorfgemeinschaft bedeutete.Farah Diba-Pahlavi: Erinnerungen. 2004, S. 158. In Behkadeh Raji konnten Betroffene mit ihren Familien eine neue Existenz aufbauen. Über dieses Dorf der Leprakranken drehte die Lyrikerin Forugh Farochzad einen Film mit dem Titel Chaneh siah ast („Das Haus ist schwarz“), der 1963 den Großen Preis der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gewann.

Der 1951 gegründete Kongereh Pezeschki-e Iran („Medizinischer Kongress Irans“) beschäftigte sich mit besonders in Iran auftretenden Krankheiten. Er initiierte Forschungsprojekte und organisierte den Informationsaustausch mit ausländischen Experten. Finanziert wurde die Arbeit des Kongresses von der Pahlavi-Stiftung. Den Vorsitz des Kongresses übernahm Farah Pahlavi. Jedes Jahr versammelte sich der Kongress in Ramsar (Mazandaran). Die medizinische Leitung lag bei vom Kongress gewählten iranischen Ärzten aus staatlichen medizinischen Einrichtungen und der Armee. Der Kongress unterhielt ein technisches Komitee aus Fachärzten, das die medizinischen Programme organisierte und überwachte.Veröffentlichung des Büros Ihrer Hoheit (Farah Pahlavi), 1354 (1975). S. 52.

Im März 1963 wurde unter der Schirmherrschaft Farah Pahlavis die Dschamiyat-e Melli-e Mobarezeh ba Saratan („Nationale Gesellschaft zum Kampf gegen den Krebs“) gegründet. Die Gesellschaft errichtete 34 Diagnosezentren mit einem Behandlungsangebot für die ambulante Behandlung von Krebspatienten. Die Zentren waren mit Abteilungen für Zytodiagnostik ausgestattet. Eine dem Gesundheitsministerium zugeordnete Abteilung entwickelte ein Beratungsangebot für die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs. In der Teheraner Universität wurde ein Zentrum für Hautkrebs und Schleimhautkrebs errichtet. Darüber hinaus wurde von der Gesellschaft in Teheran eine zentrale Rehabilitationsklinik für Krebskranke errichtet.Veröffentlichung des Büros Ihrer Hoheit (Farah Pahlavi), 1354 (1975). S. 136.

1965 wurde unter der Schirmherrschaft Farah Pahlavis die Dschamiyat-e Hemayat Asibdidegan az Suchtegi (Gesellschaft zur Rettung von Brandverletzte) gegründet. Ziel war der Aufbau eines medizinischen Zentrums zur Versorgung von Brandverletzten. Mit den durch die Gesellschaft eingeworbenen Mitteln konnte ein Spezialkrankenhaus als Zentrum zur Versorgung von Brandverletzten gebaut werden. Das Zentrum unterhielt neben einer Abteilung zur Versorgung von Brandverletzten auch eine eigene Forschungsabteilung und eine Abteilung für die Schulung von Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Brandverletzungen. Die Gesellschaft errichtete weitere kleinere Krankenhäuser und Abteilungen insbesondere in Städten mit einem hohen Anteil an Industrie. Sie bot im Rahmen der Schwesternausbildung Kurse für die Pflege von Brandverletzten an.Veröffentlichung des Büros Ihrer Hoheit (Farah Pahlavi), 1354 (1975). S. 81.

Die Dschamiyat-e Tarafdaran-e Markaz-e Teb-e Kudakan (Gesellschaft zur Förderung der Pädiatrie) wurde im November 1966 unter der Schirmherrschaft Farah Pahlavis auf Anregung der Ärzte Mohammad Gharib und Hasan Ahary gegründet. Gharib und Ahary hatten 1958 den Plan, ein pädiatrisches Zentrum in Iran einzurichten. Mangels finanzieller Möglichkeiten wandten sich beide an Farah Pahlavi, die die Gesellschaft zur Förderung der Pädiatrie gründete, um entsprechende Mittel für den Bau und dauerhaften Betrieb eines pädiatrischen Zentrums einzuwerben. Die Gesellschaft wurde von Vertretern des Gesundheitsministeriums, des Bildungsministeriums, dem Rektor der Universität Teheran und dem Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Teheran geleitet. Das Zentrum besitzt sechs Abteilungen und 150 Betten und ist bis heute Teil der Medizinischen Fakultät der Universität Teheran.Veröffentlichung des Büros Ihrer Hoheit (Farah Pahlavi), 1354 (1975). S. 121.

1970 wurde unter der Schirmherrschaft Farah Pahlavis die Bonyad-e Irani Behdascht-e Dschahani (Iranische Stiftung für die Weltgesundheit) gegründet. Ziel der Stiftung war es, die Zusammenarbeit des iranischen Medizinwesens mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu koordinieren. Die Stiftung diente auch zur Einwerbung von Spendengeldern von der inländischen und ausländischen Industrie und privaten Institutionen für die Finanzierung von Projekten im iranischen Gesundheitswesen.Veröffentlichung des Büros Ihrer Hoheit (Farah Pahlavi), 1354 (1975). S. 143.

Kinder- und Jugendhilfe mini|Besuch einer Mädchenschule Die iranische Kinder- und Jugendhilfe wurde zunächst als rein karitative Tätigkeit verstanden. Erst mit Beginn der 1960er Jahre wurde die Kinder- und Jugendhilfe durch Farah Pahlavi als Teil der Freien Wohlfahrtspflege und als staatliche Aufgabe systematisch ausgebaut. Besonders zu nennen sind hier die Farah-Pahlavi-Stiftung (dschamiyat-e chayriyeh Farah Pahlavi), die Roter-Löwe-mit-Roter-Sonne-Gesellschaft Iran, die Gesellschaft zur Unterstützung von Müttern und Säuglingen (bongah hemayat madaran va nozadan), die Gesellschaft zur Unterstützung von Waisenkindern (Dschamiyat-e Hemayat-e Kudakan-e bi Sarparast) und die Nationale Gesellschaft zur Unterstützung von Kindern (andschoman-e melli-e hemadschat-e kudakan). Farah Pahlavi förderte den Bau von Waisenhäusern für die landesweit fast 10.000 Waisen und gründete die erste Fachschule für Erzieherinnen, um die bisherige notdürftige Versorgung durch ein Erziehungs- und Bildungsprogramm für Waisenkinder zu ersetzen. Um Jugendlichen und Erwachsenen ohne Schulausbildung eine berufliche Perspektive zu verschaffen, wurde 1959 das Zentrum für berufliche Bildung (Kanun-e Kaaramuzi-e Keschvar) unter der Schirmherrschaft von Farah Pahlavi gegründet. mini|Erwachsene beim Erlernen der Brailleschrift