Johann Josef „Hans“ Heyer (* 16. März 1943 in Mönchengladbach) ist ein ehemaliger deutscher Automobilrennfahrer und heutiger Unternehmer.

Herkunft Während seiner Schulzeit war Heyer in einem Internat in Adenau und besuchte häufig Autorennen auf dem Nürburgring, wo er sein Interesse am Motorsport entdeckte. Da er das mit einem großen Fuhrpark ausgestattete Asphalt- und Beton-Mischwerk seines Vaters, Matthias Heyer, übernehmen sollte, machte er bei Daimler-Benz eine Lehre als Kfz-Mechaniker und wurde dann Mitarbeiter des elterlichen Betriebes.

Motorsport Tourenwagen mini|hochkant=1.2|Hans Heyer 1973 im Ford Capri mini|hochkant=1.2|Hans Heyer 1974 im Ford Escort 1959, im Alter von 16 Jahren, baute Heyer sein erstes Kart, mit dem er Rennen in den Niederlanden bestritt, weil man in Deutschland damals erst ab 18 Jahren an Rennen teilnehmen durfte. Nachdem er 1962 in der Klasse bis 100 cm³ Hubraum und 1963 in der Klasse bis 125 cm³ Niederländischer Meister geworden war, fuhr er ab 1964 mit einem nationalen Ausweis Kartrennen in Deutschland. 1965, nach einigen erfolgreich beendeten Lizenz-Rennen, wurde er in die Deutsche Formel-K(arting)-Nationalmannschaft aufgenommen. Heyer absolvierte 1967 seine ersten Einsätze bei Läufen zur Europa- und Weltmeisterschaft, 1968 gewann er bereits die Deutsche Meisterschaft und die Europameisterschaft der Formel K. 1969 konnte er diesen Doppelerfolg wiederholen und bestritt obendrein seine ersten Autorennen auf einem BMW des Teams Koepchen. Nachdem er 1970 mit einem Hattrick zum dritten Mal den deutschen und europäischen Formel-K-Meistertitel errungen hatte, verlieh ihm der Bundespräsident das Silberne Lorbeerblatt. 1971 sicherte sich Heyer zum vierten Mal in Folge den Formel-K-Doppelerfolg. Im selben Jahr konnte der Wegberger weitere Erfahrungen bei Autorennen sammeln. Auf Fahrzeugen der Marke BMW war er für die Teams von Koepchen und Schnitzer Motorsport im Einsatz, für AMG steuerte er einen Mercedes-Benz 300 SEL (Spitzname „Rote Sau“), mit dem er beim 24-Stunden-Rennen in Spa 1971 zusammen mit Clemens Schickentanz zum Klassensieg und auf Rang zwei im Gesamtklassement fuhr.

Bei der Deutschen Rennsport-Meisterschaft errang Heyer gleich dreimal den Titel: 1975 und 1976 für das Team Zakspeed auf Ford Escort und 1980 für GS-Tuning auf einem Lancia Beta Montecarlo Turbo.

Sportwagen und Formel 1 Zwischen 1972 und 1986 nahm Heyer zwölfmal am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil, fiel aber jedes Mal aus. Beim Großen Preis von Deutschland 1977 startete er zum ersten und einzigen Mal in einem Formel-1-Rennen. Mit seinem ATS-Penske hatte er sich zwar nicht qualifizieren können, nahm aber dennoch am Rennen teil. Er sprang als dritte Reserve ein, nachdem alle anderen Fahrer seines Teams ausgefallen waren. Dies galt aber nicht als offizieller Start. Mit einem Defekt am Schaltgestänge schied er allerdings bereits nach neun Runden aus. Dadurch erreichte Heyer in diesem einzigen Rennen kurioserweise die Einstufungen DNQ, DNS, DNF und DSQ, was bedeutet, er qualifizierte sich nicht, galt nicht als offizieller Starter, er beendete das Rennen nicht und wurde obendrein disqualifiziert. Bisher ist Heyer der einzige Fahrer in der Geschichte der Formel 1, dem dies widerfuhr.

1984 sicherte er sich die Gesamtwertung des 12-Stunden-Rennens von Sebring

1997 fuhr Heyer nach eigenen Angaben sein insgesamt 999. und vorläufig letztes Rennen. 2004 hörte jedoch Volkswagen-Motorsportdirektor Kris Nissen davon und ließ den eingeladenen Heyer beim Norisring-Lauf zum VW-Polo-Cup seinen 1000. Renneinsatz bestreiten.

Sonstiges Heyer war als geschäftsführender Gesellschafter in Unternehmensgruppen im Straßen- und Betonbau tätig.Der Bootsbauer Seit vielen Jahren wohnt er innerhalb des Grenzlandrings in Wegberg am linken Niederrhein. Sein Sohn Kenneth Heyer ist ebenfalls Rennfahrer.

Statistik Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1972 Team Schnitzer Motul BMW 2800 CS René Herzog Ausfall kein Öldruck 1973 Ford Motorenwerke Ford Capri RS Dieter Glemser John Fitzpatrick Ausfall Kurbelwelle 1974 Samson Kremer Team Porsche Carrera RSR Paul Keller Erwin Kremer Ausfall Motorschaden 1976 Porsche Kremer Racing Porsche 935 Juan Carlos Bolaños Eduardo Lopez Negrete Billy Sprowls Ausfall Wagenbrand 1977 Gelo Racing Team Porsche 935 Toine Hezemans Tim Schenken Ausfall Benzinpumpe 1979 Gelo Sportwear International Porsche 935 Manfred Schurti Ausfall Motorschaden 1980 Scuderia Lancia Corse Lancia Beta Montecarlo Bernard Darniche Teo Fabi Ausfall Motorschaden 1981 Martini Racing Lancia Beta Montecarlo Piercarlo Ghinzani Riccardo Patrese Ausfall Zylinderkopfdichtung 1982 Martini Racing Lancia LC1 Piercarlo Ghinzani Riccardo Patrese Ausfall Motorschaden 1983 Martini Racing Lancia LC2 Piercarlo Ghinzani Michele Alboreto Ausfall kein Benzindruck 1984 Martini Racing Lancia LC2 Paolo Barilla Mauro Baldi Ausfall Kurbelwelle 1986 Silk Cut Jaguar Jaguar XJR-6 Hurley Haywood Brian Redman Ausfall kein Benzindruck

Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1984 de Narváez Enterprises Porsche 935J Stefan Johansson Mauricio de Narváez Gesamtsieg

24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1971 Aufrecht-Melcher-Großaspach Mercedes-Benz 300 SEL 6.3 Clemens Schickentanz Rang 2 1972 Team Schnitzer Motul BMW 2800 CS John Fitzpatrick Ausfall Motorschaden 1973 Ford Köln Ford Capri RS 2600 LW Helmut Koinigg Ausfall Lenkungsbruch 1982 Bastos Joosen Juma BMW 528i Eddy Joosen Armin Hahne Gesamtsieg 1983 Bastos Juma Racing Team BMW 635 CSi Thierry Tassin Armin Hahne Gesamtsieg 1984 TWR Jaguar Racing with Motul Jaguar XJS Tom Walkinshaw Win Percy Gesamtsieg 1985 TWR Bastos Texaco Racing Team Rover Vitesse Tom Walkinshaw Win Percy Ausfall Verteilerwelle 1986 BMW Belgium Juma Team BMW 635 CSi Thierry Boutsen Enzo Calderari Ausfall Motorschaden 1987 Bastos Toyota Team Toyota Supra Turbo MA70 Eddy Joosen Frank Jelinski Ausfall Zylinderschaden 1989 AMG Motorenbau GmbH Mercedes 500 SEC Heiner Weiss Walter Mertes Ausfall Hinterachse

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 1971 Rheydter Club LBS 3 DNF 1972 Werner ChristmannKoepchen BMWSchnitzer Motorsport Porsche 911BMW 2002BMW 2800 10 DNF DNF 1973 Ford Deutschland Ford Capri DNF 1974 Kremer Racing Porsche Carrera RSR 11 6 5 DNF 10 10 15 1975 Juan Carlos BolanosKremer Racing Porsche 911 Carrera RSR DNF DNF 8 1976 Kremer Racing Porsche 935 2 DNF 2 DNF 2 1977 Jörg ObermoserZakspeedGelo Racing TOJ SC302Ford EscortPorsche 935 DNF DNF 11 1978 Gelo Racing Porsche 935 1 2 16 1 DNF 2 1979 Gelo RacingZakspeed Porsche 935Ford Capri 1 DNF DNF 1980 Lancia Lancia Beta Montecarlo 4 DNF 1 4 1981 LanciaGS-Tuning Lancia Beta MontecarloBMW M1 18 DNF 4 DNF DNF 1982 GS-TuningSauber MotorsportLanciaJoest Racing Sauber SHS C6Lancia LC1Porsche 936 DNF DNF DNF DNF 9 3 1983 Joest RacingLancia Porsche 956Lancia LC2 3 4 DNF DNF 5 DNF 1984 LanciaJoest Racing Lancia LC2Porsche 956 DNF DNF 3 1985 Joest RacingJaguar Porsche 956Jaguar XJR-6 9 DNF DNF DNF 1986 Jaguar Jaguar XJR-6 DNF DNF

Weblinks

Website von Hans Heyer Große Hans-Heyer-Biografie (engl.) Homepage von Kenneth Heyer

Einzelnachweise

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