Edgar Bessen (* 11. November 1933 in Hamburg als Edgar Beßen; † 2. Februar 2012 ebenda) war ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Hörspielregisseur.

Leben & Werk Nach einer Lehre als Tischler besuchte Edgar Bessen die Schauspielschule von Hildburg Frese in Hamburg. Anschließend erhielt er 1960 ein Engagement am Hamburger Ohnsorg-Theater, wo auch seine Onkel Henry Vahl und Bruno Vahl-Berg wirkten und das bis 1979 seine künstlerische Heimat war. Durch seine zahlreichen Rollen, insbesondere auch als Partner von Heidi Mahler, sowie viele Gastspiele und Fernsehübertragungen des Theaters im NDR wurde er bundesweit einem großen Publikum bekannt. Hier gehörte er zu den Publikumslieblingen und zeigte in vielen Stücken sein komödiantisches Talent.

Aufgrund seiner äußeren Erscheinung wurde Bessen häufig in wesentlich jüngeren Rollen eingesetzt. So spielte er etwa in dem Stück Kein Auskommen mit dem Einkommen den Sohn von Ernst Grabbe, der lediglich sieben Jahre älter war.

Rollen am Ohnsorg-Theater Unvergessen sind seine Rollen am Ohnsorg-Theater in Stücken wie 1961 Opa wird verkauft mit Henry Vahl, Heinz Lanker und Karl-Heinz Kreienbaum, 1962 Tratsch im Treppenhaus mit Erna Raupach-Petersen, Henry Vahl, Heidi Kabel und Gisela Wessel, 1963 Vater Philipp mit Henry Vahl, Heidi Kabel und Gisela Wessel, 1966 Kein Auskommen mit dem Einkommen mit Otto Lüthje, Heidi Kabel und Heidi Mahler, 1966 Die Königin von Honolulu, mit Otto Lüthje, Erna Raupach-Petersen und Jochen Schenck, 1968 Die Kartenlegerin mit Heidi Kabel, Otto Lüthje und Willy Millowitsch, 1968 Verteufelte Zeiten mit Heidi Kabel, Heidi Mahler, Henry Vahl, 1971 Mein Mann, der fährt zur See mit Christa Wehling, Herma Koehn, Werner Riepel und Ernst Grabbe, 1972 Hoppla, nu kommt Hannes mit Rolf Bohnsack, Hilde Sicks, Heidi Mahler; Regie: Alfred Johst, Heinz Lanker 1973 Vier Frauen um Kray mit Heidi Kabel, Jochen Schenk, Christa Wehling, Hilde Sicks, Gisela Wessel, 1975 Der Weiberhof mit Heidi Mahler, Heidi Kabel und Werner Riepel 1976 Wenn der Hahn kräht mit Karl-Heinz Kreienbaum, Hilde Sicks und Uwe Dallmeier, 1977 Die Venus von Müggensack mit Heidi Mahler, Heidi Kabel, Werner Riepel und Gisela Wessel, 1978 Der Etappenhase mit Fritz Hollenbeck und Herma Koehn.

Autor Darüber hinaus schrieb er für das Ohnsorg-Theater das Stück Heiratsswindel, das 1979 vom NDR im Fernsehen übertragen wurde. Freier Schauspieler Ab 1979 arbeitete Edgar Bessen vier Jahre lang als freier Schauspieler. In dieser Zeit spielte er u. a. am Ernst Deutsch Theater, an den Hamburger Kammerspielen und der Landesbühne Schleswig. 1984 und 1985 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses. Danach spielte er am Hamburger Theater im Zimmer, am Frankfurter Theater am Turm und am Berliner Theater am Kurfürstendamm.

1990 wurde er Ensemblemitglied des Hamburger Thalia-Theaters. Es folgten Verpflichtungen bei der Komödie Winterhuder Fährhaus, dem Ernst Deutsch Theater und dem Altonaer Theater. Er spielte unter anderem den Brabantio in Shakespeares Othello, den Manes in Hölderlins Der Tod des Empedokles, den Feldhauptmann in Brechts Mutter Courage und ihre Kinder und den Pastor Kimball in der Dreigroschenoper.

Im Jahr 2000 feierte Bessen sein 40-jähriges Bühnenjubiläum.

Fernsehserien und Fernsehspiele Seit den 1970er Jahren übernahm er Gastrollen in zahlreichen Fernsehserien und Fernsehspielen, in denen er seine schauspielerische Bandbreite auch jenseits der plattdeutschen Bühne unter Beweis stellte, so in dem Sozialdrama Wilhelmsburger Freitag von 1964 (ARD/NDR, Regie: Egon Monk), Dem Täter auf der Spur, Tatort, St. Pauli Landungsbrücken und Achtung Zoll!. Von Anfang der 1980er Jahre bis 1996 übernahm er in 18 Folgen der NDR-Krimi-Reihe Schwarz Rot Gold neben Uwe Friedrichsen die Rolle des Zollfahnders Globig. 1985 und 1987 spielte er in zwölf Folgen der Fernsehserie Ein Fall für TKKG den Kommissar Glockner. Außerdem lieh er seine Stimme derselben Rolle in der gleichnamigen Hörspiel-Reihe.

In den NDR-Produktionen der Tatort-Reihe spielte er zwischen 1973 und 1993 in sieben Filmen Nebenrollen – Polizeibeamte und unterschiedliche Charaktere. Weitere Fernsehauftritte hatte er in der Serie Hafenkrankenhaus mit Anneli Granget (1968), in dem ZDF-Mehrteiler Timm Thaler als Hafenmeister Rickert (1979), in den Mehrteilern Konsul Möllers Erben (1983) Die Bertinis (1989) und Die Staatskanzlei von Heinrich Breloer (1989), in den Serien Tante Tilly, Die Männer vom K3, Blankenese (1994), Ein Mann steht seine Frau (1997) und in Der kleine Dachschaden (1998) in Die Manns – Ein Jahrhundertroman (2001) von Heinrich Breloer und in der Krimifolge Das Duo – Totes Erbe (2002).

Film Auf der Kinoleinwand war er u. a. in dem Film Klein Erna auf dem Jungfernstieg (1969) mit Heidi Kabel zu sehen, in der Komödie Liebling, sei nicht albern! (1970), in Die Verrohung des Franz Blum (1974) von Reinhard Hauff in Im Herzen des Hurrican (1980) von Hark Bohm sowie in dem Dokumentarfilm Hundert Jahre Brecht (1997) von Ottokar Runze. Daneben arbeitete Bessen auch für den Hörfunk und hielt Lesungen. Außerdem führte er Regie in niederdeutschen Hörspielen, die von Radio Bremen produziert wurden. Wieder am Ohnsorg-Theater In der Spielzeit zum hundertjährigen Jubiläum kehrte Bessen 2002/03 für die Rolle des Jan Kreyenborg in Wenn de Hahn kreiht von August Hinrichs an das Ohnsorg-Theater zurück. Eine weitere Gastrolle hatte er dort fünf Jahre später in dem Stück Allens Böse to’n Geburtsdag. Seine letzte Rolle an dem Theater, an dem er seine Karriere begonnen hatte, war 2008 die des Friedrich Brammer in Mien Mann, de fohrt to See. mini|hochkant=0.8|Das Grab von Edgar Bessen auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg Letzte Rolle und 50-jähriges Bühnenjubiläum Zuletzt stand Edgar Bessen als zweite Besetzung des lebenslustigen Rentners Otto Staudach von 2009 an in dem Musical Ich war noch niemals in New York von Udo Jürgens auf der Bühne des Operettenhauses Hamburg. Hier feierte er 2010 auch sein 50-jähriges Bühnenjubiläum.

Ehrungen Anlässlich seines 70. Geburtstages erhielt Bessen 2003 die Biermann-Ratjen-Medaille der Freien und Hansestadt Hamburg. Er war seit April 2005 Ehrenmitglied der Hamburger Volksbühne.

Privates Edgar Bessen war seit 1969 mit seiner Frau Heidi (geb. Koehn) verheiratetSiehe Foto auf alamy.de und lebte mit ihr mehr als drei Jahrzehnte im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel. Seine letzte Ruhestätte fand der Schauspieler auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg.

Filmografie (Auswahl) 1961: Opa wird verkauft 1963: Stalingrad 1963: Hafenpolizei; Folge: Die Ausbrecher 1964: Wilhelmsburger Freitag 1964: Hafenpolizei; Folge: Die Polizei, dein Freund und Helfer 1966: Preis der Freiheit 1967: Dem Täter auf der Spur; Folge: Am Rande der Manege 1968: Hafenkrankenhaus; Folge: Sonny und die Kavaliere 1968: Das Kriminalmuseum: Der Bohrer 1969: Salto Mortale; Folge: Gastspiel in Hamburg 1969: Klein Erna auf dem Jungfernstieg 1969: Ein Jahr ohne Sonntag 1970: Liebling, sei nicht albern! 1971–1973: Hamburg Transit (3 Folgen) 1972: Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims 1972: Max Hölz. Ein deutsches Lehrstück 1973: Im Auftrag von Madame; Folge: Miss Lido 1973: Bauern, Bonzen und Bomben 1973: Supermarkt 1973: Tatort: Ein ganz gewöhnlicher Mord 1973: Polizeistation; Folge: Lütt' König 1974: Die Verrohung des Franz Blum 1974–1975: Aus Liebe zum Sport (2 Folgen) 1975: Sonderdezernat K1; Folge: Sackgasse 1975: Schließfach 763 1976: Alle Jahre wieder – Die Familie Semmeling 1978: Tatort: Himmelfahrt 1979: Timm Thaler 1980: Tatort: Streifschuß 1980: St. Pauli–Landungsbrücken; Folge: Der Lademeister 1980: Im Herzen des Hurrican 1980–1981: Achtung Zoll! (4 Folgen) 1981: Der Schatz des Priamos 1981: Kudenow oder An fremden Wassern weinen 1981: Der Fuchs von Övelgönne; Folge: Der plötzliche Reichtum 1982: Kreisbrandmeister Felix Martin; Folge: Zeitzünder 1982: Sonderdezernat K1; Folge: Das masurische Handtuch 1982–1995: Schwarz–Rot–Gold (18 Folgen) 1984: Tatort: Haie vor Helgoland 1985–1987: Ein Fall für TKKG (12 Folgen) 1986: Tante Tilly (2 Folgen) 1986: Tatort: Tod auf Eis 1986: Vom Fischer und seiner Frau 1987: Die Schwarzwaldklinik; Folge: Das Vermächtnis 1988: Tatort: Spuk aus der Eiszeit 1988: Die Bertinis 1988: Ein Fall für zwei; Folge: Der Mann auf dem Foto 1988–1994: Die Männer vom K3 (4 Folgen) 1989: Lukas und Sohn 1989: Die Staatskanzlei 1989: Geschichten hinterm Deich 1989–1990: Hotel Paradies 1990: Diese Drombuschs; Folge: Der falsche Weg 1990: Ein Heim für Tiere; Folge: Herrenlos? 1990: Wer zu spät kommt – Das Politbüro erlebt die deutsche Revolution 1991: Großstadtrevier – Gelegenheit macht Diebe 1992: Der Fotograf oder Das Auge Gottes 1992: Großstadtrevier – Revanche 1992–1993: Neues vom Süderhof (2 Folgen) 1993: Vater braucht eine Frau; Folge: Britta 1993: Tatort: Um Haus und Hof 1993: Freunde fürs Leben; Folge: Angstpartie 1993: Familie Heinz Becker; Folge: In der Bar 1994: Blankenese (2 Folgen) 1994: Imken, Anna und Maria oder Besuch aus der Zone 1995: Immenhof (2 Folgen) 1995: Großstadtrevier – Der Rächer 1995: Stadtklinik; Folge: Vater und Sohn 1995–1998: Heimatgeschichten (3 Folgen) 1995–2000: Stubbe – Von Fall zu Fall (2 Folgen) 1996–2007: Adelheid und ihre Mörder (2 Folgen) 1997: Ein Mann steht seine Frau (6 Folgen) 1997: Ende einer Leidenschaft 1997: Büttenwarder op Platt; Folge: Ufos 1997: Ein Vater sieht rot 1998: Die Kinder vom Alstertal (7 Folgen) 1998: Großstadtrevier – Der Koffer 1998: Hundert Jahre Brecht 1998: Der kleine Dachschaden 1998: Gegen den Wind; Folge: Harte Bandagen 1999: Der Landarzt (3 Folgen) 1999: OA jagt Oberärztin 1999: Küstenwache; Folge: Der Piratensender 1999: Die Cleveren; Folge: Die Ikone 2000: Großstadtrevier – Der Partner 2000: Die Schule am See (3 Folgen) 2001: Jud Süß – Ein Film als Verbrechen? 2001: Die Manns – Ein Jahrhundertroman 2002: Das Duo – Totes Erbe 2007–2011: Notruf Hafenkante (2 Folgen) 2009: Licht aus! Sketch an! 2011: Weihnachten … ohne mich, mein Schatz!

Hörspiele (Auswahl) Neben der Sprechertätigkeit führte Bessen auch Regie. Quelle: ARD-Hörspieldatenbank 1960: Gerd Lüpke, Karl A. Weidemann: Dat Köhlschapp (Ede) – Regie: Wolf Rahtjen (RB/NDR) – Erstsendung: 26. Dez. 1960 (niederdeutsch) 1961: Gudrun Münster: Üm Gott sien Gaav (Nils) – Regie: Heinz Lanker (NDR) – Erstsendung: 25. Mär. 1961 (niederdeutsch) 1961: Günther Siegmund: De Möhlenhoff (Heiko Henningsen) – Regie: Otto Lüthje (NDR) – Erstsendung: 29. Juli 1961 (niederdeutsch) 1961: Karl Otto Weise: Marschmusik för't Leben (Hans Klassen) – Regie: Hans Tügel (NDR) – Erstsendung: 4. Sep. 1961 (niederdeutsch) 1962: Rudolf Kinau: Uplopen (Henning Peters) – Regie: Werner Perrey (NDR) – Erstsendung: 6. Jan. 1962 (niederdeutsch) 1962: Adolf Woderich: De billige Köök (Sohn Rainer) – Regie: Günther Siegmund (NDR) – Erstsendung: 31. Mär. 1962 (niederdeutsch) 1962: Anonymus: Dat Düvelsspill (Tutevill) – Regie: Hans Tügel (NDR) – Erstsendung: 22. Apr. 1962 (niederdeutsch) ?: Walter Köster: Een ward fehlen ... (Karl Nattkämpfer, Gedingeschlepper) – Regie: Curt Timm (NDR) – Erstsendung: 30. Apr. 1962 (niederdeutsch) 1962: Heinrich Deiters: De Zampelbüdel – Regie: Günther Siegmund (NDR) – Erstsendung: 28. Mai 1962 (niederdeutsch) 1962: Jep Nissen Andersen: Vörbiknipst (Uwe Tetens) – Regie: Rudolf Beiswanger (NDR) – Erstsendung: 13. Okt. 1962 (niederdeutsch) 1962: Walther Kist: In't egen Nett (Kay Joost) – Regie: Walter Bäumer (NDR) – Erstsendung: 26. Nov. 1962 (niederdeutsch) 1962: Hans Balzer: Viola (Klaus Renken, Sohn des Cornelsenschen Geschäftsfreundes) – Regie: Günther Siegmund (NDR) – Erstsendung: 10. Dez. 1962 (niederdeutsch) 1963: Karl Hermann Cordt: De Richtkranz (Hannes, Arbeitsmann) – Regie: Heinz Lanker (NDR) – Erstsendung: 2. Feb. 1963 (niederdeutsch)