Trzcińsko-Zdrój () ist eine Kleinstadt mit Sitz einer Stadt- und Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Sie gehört zum Powiat Gryfiński (Kreis Greifenhagen) und hat etwa 2.100 Einwohner.

Geographische Lage Die Stadt liegt im Nordosten Polens an dem Flüsschen Rurzyca (Rörike), etwa 25 Kilometer südöstlich von Schwedt/Oder und 80 Kilometer südlich von Stettin (Szczecin). Die umliegende Landschaft ist geprägt durch eine Kette kleiner Seen, die sich nördlich und südlich der Stadt erstreckt. mini|300px|Marktplatz mini|300px|Stadtzentrum mit dem Rathaus im Hintergrund mini|300px|Rathaus (15. Jh.) mini|300px|Stadtkirche (14. Jh., bis 1945 evangelische Pfarrkirche von Schönfließ) mini|300px|Ehemaliges Gutshaus Scharsendorf (Gogolice)

Geschichte Am Ort der Stadt befand sich wohl in älterer Zeit eine slawische Siedlung an den Handelsstraßen Posen – Zantoch und Soldin – Königsberg (Neumark). Im Jahre 1281 kam die Ortschaft unter dem Namen Schowenfliet zu Brandenburg. Im 14. Jahrhundert erhielt der Ort das Recht zur Ausfuhr von Getreide, der Durchführung von Märkten und der Befreiung von Zöllen.

Im Jahre 1433 verwüsteten Hussiten die Stadt. Während des Dreißigjährigen Krieges erlitt sie starke Zerstörungen. 1870 wurden große Teile der Befestigungsanlagen der Stadt abgerissen und in Parkanlagen umgewandelt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Schönfließ zum Badeort (Moorbad), den Titel „Bad“ bekam es 1907 verliehen. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt ohne große Zerstörung.

Bis 1945 gehörte Bad Schönfließ zum Landkreis Königsberg Nm. im Regierungsbezirk Frankfurt der preußischen Provinz Brandenburg des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Stadt, welche zu etwa 20 % zerstört war. Der Ort wurde in der Folge als Trzcińsko-Zdrój Teil Polens. 1947 wurden 80 Deutsche ausgesiedelt. Heute ist die Stadt Sitz der gleichnamigen Gmina in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Stettin).

Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1719 1200 W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 413–415. 1750 1448 1800 1712 darunter 90 Juden (zehn Familien)Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, 1. Ausgabe, Brandenburg 1856, S. 402–404. 1840 2296 1850 2566 darunter fünf Katholiken und 101 Juden 1858 2728 darunter zehn Katholiken und 109 Juden 1867 2946 am 3. DezemberKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staats und ihre Bevölkerung. Teil II: Provinz Brandenburg, Berlin 1873, S. 118–119, Nr. 7 (online). 1871 3051 am 1. Dezember, darunter 3260 Evangelische, 26 Katholiken, 71 Juden 1875 2995 1880 3149 1905 2593 meist EvangelischeMeyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 18, Leipzig/Wien 1909, S. 3 ( online). 1910 2555 Bad Schönfließ Neumark, Stadt, an der Rörike, Kreis Königsberg neumark, Regierungsbezirk Frankfurt, Provinz Brandenburg. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Bad Schönfließ (meyersgaz.org). 1933 2854 1939 2644 1946 1346 Joachim Stephan, Städtebuch Historisches Ostbrandenburg, 2022 (Open Access) 1961 2550 1988 2581 2002 2505 2011 2485 2021 2173 Główny Urząd Statystyczny, Narodowy Spis Powszechny Ludności i Mieszkań 2021, abgerufen am 17. Juli 2026

Verkehr Zum Ort führt die Landesstraße 26 (droga krajowa 26), die ihn mit den Nachbarstädten Königsberg in der Neumark (Chojna) und Soldin (Myślibórz) verbindet.

Söhne und Töchter der Stadt Wilhelm Liebenow (1822–1897), Topograf und Kartograf Paul Billerbeck (1853–1932), Theologe und Wissenschaftler

Gmina Trzcińsko-Zdrój Allgemeines Die Stadt Trzcińsko-Zdrój ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde, die sich über eine Fläche von 170,34 km² erstreckt und nahezu 6000 Einwohner zählt. Bei Trzcińsko Zdrój entspringt das Flüsschen Rurzyca (Röhrike), das die Gemeinde in nördlicher Richtung durchzieht und in die Oder mündet. Beim Ortsteil Góralice (Görlsdorf) entspringt die Tywa (Thue), die das Gemeindegebiet in westlicher Richtung durchzieht und in die Regalica (Reglitz) mündet.

Die Gemeinde hat eine einheitliche Postleitzahl: 74-510.

Nachbargemeinden sind: Banie (Bahn), Chojna (Königsberg in der Neumark) und Mieszkowice (Bärwalde) im Powiat Gryfiński (Kreis Greifenhagen) sowie Dębno (Neudamm) und Myślibórz (Soldin) im Powiat Myśliborski (Kreis Soldin).

Gemeindegliederung Die Gemeinde untergliedert sich in 12 Ortsteile, in die 22 Ortschaften integriert sind: Ortsteile (Schulzenämter) Chełm Górny (Hohenwartenberg) Dobropole (Dobberphul) Gogolice (Scharsendorf) Góralice (Görlsdorf) Górczyn (Gehege) Klasztorne (Steineck) Piaseczno (Pätzig) Rosnowo (Rohrbeck) Stołeczna (Stolzenfelde) Strzeszów (Stresow) Tchórzno (Theeren) Trzcińsko Zdrój (Bad Schönfließ)

Übrige Ortschaften Antoniewice (Wernersfelde) Babin (Gut Babin) Chełm Dolny (Wartenberg) Cieplikowo (Sandkrug) Czyste (Weißensee) Drzesz (Falkenthal) Głębokie (Gerlachshoop) Osiecze (Neuhof) Ostrzewka (Preußische Windmühle) Rosnówko (Agneshof) Smuga (Neidfeld) Szarpatki (Engelkes Ziegelei) Wesoła (Vorwerk Schönlinde)

Verkehr Straße Die Gmina Trzcińsko-Zdrój liegt an der polnischen Landesstraße 26, die von der deutschen Grenze bei Schwedt/Oder (Anschluss: Bundesstraße 166) über Chojna bzw. Myślibórz bis nach Renice (Rehnitz) an der Landesstraße 3 führt und die westliche Neumark mit der so wichtigen Straße verbindet.

Schiene Seit 1992 ist die Gemeinde vom Bahnnetz abgekoppelt, nachdem die Staatsbahnstrecke Pyrzyce (Pyritz)–Godków (Jädickendorf) stillgelegt wurde. Außer Trzcińsko-Zdrój waren auch die Ortsteile Góralice (Görlsdorf) und Rosnowo (Rohrbeck) Bahnstationen an dieser Linie. Der nächste Bahnhof befindet sich in Chojna (Königsberg in der Neumark) an der wichtigen Nord-Süd-Strecke von Stettin nach Breslau.

Literatur

Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3, Berlin 1809, S. 100–102. Joachim Stephan, Städtebuch Historisches Ostbrandenburg, 2022 (Open Access)

Weblinks

Website der Stadt Stadt Bad Schönfließ Nm. (Territorial.de) Bad Schönfließ beim "Brandenburger Landstreicher"

Fußnoten

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern