Der Argalamarabu oder Argala-Marabu bzw. Großer Adjutant (Leptoptilos dubius) ist ein großer Schreitvogel aus der Familie der Störche. Im Verbreitungsgebiet wird er auch Hargila genannt.
Merkmale Der Argalamarabu wird 145–150 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 250 cm. Die grauen großen Oberflügeldecken und Schirmfedern kontrastieren deutlich zur ansonsten fast schwarzen Oberseite. Bauch und Schwanzunterseite sind hellgrau, die Halskrause ist weiß. Der Hals ist ockergelb gefärbt. Der unbefiederte Kopf ist rosa und der mächtige Schnabel hornfarben.
Vorkommen mini|hochkant|Verbreitungskarte des Argalamarabus Während der Argalamarabu früher in Südasien von Indien und Sri Lanka bis nach Borneo brütete, beschränkt sich heute das Brutgebiet auf Assam und Kambodscha. Der Vogel überwintert in Vietnam, Thailand und Myanmar. Er besiedelt Seeufer und Salzwassersümpfe, aber auch lichte Wälder und trockene Graslandschaften.
Lebensweise Die Nahrung besteht aus Fröschen, großen Insekten, Jungvögeln, Eidechsen und Nagern, aber auch Aas und menschlicher Müll werden von diesem Storch nicht verschmäht. Der Argalamarabu brütet in tropischen Feuchtgebieten oft in kleinen Brutkolonien mit bis zu 30 Nestern. Zwei bis drei Eier werden von beiden Elternvögeln 28–30 Tage bebrütet.
Bestandsentwicklung Während der Vogel im 19. Jahrhundert in Indien und Birma häufig war, ging die Zahl bis zum Jahr 2007 auf weniger als 1000 Tiere zurück. Gründe dafür waren die Zerstörung von Brut- und Futtergebieten durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, Einsatz von Pestiziden sowie Bejagung und das Sammeln von Eiern.
Einheimische Landfrauen, angeführt von der Zoologin Purnima Devi Barman,https://indianexpress.com/article/explained/purnima-devi-barman-honoured-uns-highest-environmental-award-unep-8284323/ kämpfen seit einigen Jahren für das Überleben der am stärksten bedrohten Storchenart Indiens. Sie nennen sich die Hargila Army und klären mit Musik, Tanz und Kultur ihre Mitmenschen über den Storch und seine Bedeutung für ihre Umwelt auf. Die Hargilas sind keine beliebten Nachbarn. Als Aasfresser haben sie das Image von unhygienischen Unglücksboten. Ihre Nester werden regelmäßig zerstört, wenn sie zu nahe an den Dörfern brüten.
Bis 2023 stufte die IUCN die Art als stark gefährdet ein, seither gilt er trotz einer nur niedrigen vierstelligen Zahl von erwachsenen Tieren als gering gefährdet.Greater Adjutant. iucnredlist.org, abgerufen am 29. August 2026.
Literatur Richard Grimmett, Carol Inskipp, Tim Inskipp: Birds of India, Pakistan, Nepal, Bangladesh, Bhutan, Sri Lanka and the Maldives. Christopher Helm, London 1998, ISBN 0-691-04910-6.
Weblinks
Eine Bewegung die Störche zu retten: https://www.arte.tv/de/videos/102291-000-A/hargila-der-storch-und-die-frauen/ https://www.bbc.com/future/article/20260128-the-protectors-of-indias-greater-adjutant-storks?at_objective=awareness&at_ptr_type=email&at_email_send_date=20260203&at_send_id=4540580&at_link_title=https%3a%2f%2fwww.bbc.com%2ffuture%2farticle%2f20260128-the-protectors-of-indias-greater-adjutant-storks&at_bbc_team=crm&at_audience_id=274172199
Einzelnachweise
Kategorie:Störche