Österreich ist der Name einer überregionalen Tageszeitung in Österreich. Herausgeber sind die Journalisten Wolfgang Fellner und Werner Schima. Die erste Ausgabe erschien am 1. September 2006.
Zeitung Im Juni 2006 wurde der Verlag Genossenschafter der Austria Presse Agentur. Mit einem Eigentumsanteil von 8,10 % ist Österreich der drittgrößte APA-Printeigentümer hinter dem Kurier und der Kleinen Zeitung.
In der Trafik kostet die Zeitung € 2,90. Am Sonntag wird Österreich durch Zeitungsständer, wie sie in Österreich üblich sind, verbreitet und kostet € 1,30. Zusätzlich bietet Österreich an verkehrsreichen Orten wie Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen dünnere Gratisexemplare an.
Zielgruppe sind 20- bis 49-jährige Leser. Wolfgang Fellner sagte in einem Interview in der Fernsehsendung Der Report im Juli 2006, er wolle mit seiner Zeitung die Zielgruppe des Radiosenders Ö3 ansprechen.
Im Juli 2013 kündigte Fellner an, dass das Internetangebot der Zeitung in naher Zukunft kostenpflichtig werden würde, und bekundete seinen Glauben daran, dass Leser bereit wären, für die Inhalte des Mediums zu bezahlen. mini|Gerichtlich umkämpfte Auslagekartons für die Gratiszeitungen Heute und Österreich in Wiener U-Bahn-Stationen, 2008.
Wie Der Standard berichtete, darf sich Österreich nicht mehr als die Nummer eins in Wien bezeichnen. Der Herausgeber der Gratiszeitung Heute erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen seinen Konkurrenten. Österreich warb im November 2018 in seinen Ausgaben mit Verweis auf die Zahlen der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) mit dem Slogan „Österreich ist die neue Nummer 1 in Wien“. Die verbreitete Auflagenzahlen der ÖAK gaben zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keinen Aufschluss, wie viele Personen die Zeitung tatsächlich lesen.
Auflage und Reichweite Die Startauflage wurde mit 250.000 Stück angegeben, an Wochenenden nach Eigenangaben mit 600.000 Stück. Im 1. Halbjahr 2014 lag die Druckauflage laut Österreichischer Auflagenkontrolle (ÖAK) montags bis freitags bei 566.823 Exemplaren (2009: montags bis samstags 323.892 Stück). Die verkaufte Auflage betrug rund 49.000 Exemplare (2009: 147.000), 464.000 Exemplare wurden gratis vertrieben. Sonntags wurden knapp 579.000 Exemplare (2009: 512.000) gedruckt und 426.000 (2009: 390.000) verkauft.
Da ein Großteil der Auflage durch Gratisverteilungen erzielt wurde, hatte Österreich keinen Anspruch auf Presseförderung. Im Juni 2018 trennte die Fellner-Gruppe die Gratis- von der Kaufvariante, die Gratiszeitung trägt seither den Namen Oe24. Die Medienbehörde lehnte einen Antrag auf Presseförderung dennoch ab, denn die Kaufvariante Österreich sei – „bis auf ein Extra-Buch und diverse Hochglanzbeilagen“ – großteils ident mit der Gratisversion Oe24.
Laut Arbeitsgemeinschaft Media-Analysen MA 2020 – Presse hatte Österreich zusammen mit seinem Gratisableger Oe24 im gesamten Bundesgebiet 564.000 Leser pro Ausgabe. Dies entspricht einer auf ganz Österreich bezogenen Reichweite von 7,5 %. Am Sonntag lag die Anzahl der Leser von Österreich bei 375.000 bzw. 7,1 %.
Gemäß Österreichischer Webanalyse (ÖWA) vom Dezember 2014 erreichte das Online-Dachangebot oe24.at 4,0 Millionen Unique Clients, 12,3 Millionen Visits und über 80,8 Millionen Seitenabrufe.
Aufbau der Zeitung Als Vorbild gilt die Zeitung USA Today. Österreichische Medienjournalisten bezeichnen das Blatt als eine Mischung aus Daily Mirror, Kronen-Zeitung und Bild.
Ursprünglich bestand die Zeitung aus mehreren extra gehefteten Teilen: Im Hauptteil fand man die Themen des Tages, Politik, Chronik, Wirtschaft und einen umfangreichen Sportteil. Der zweite Teil beschäftigte sich mit regionalen Themen, der Kultur sowie mit Meinungstexten. Hierfür gab es zuletzt in jedem Bundesland bis auf Vorarlberg eine eigene Ausgabe mit jeweils bis zu 16 Seiten. Dazu kam noch der dritte Teil namens Life and Style, der sich mit „Frauenthemen“ sowie Leuten und Kultur beschäftigt und auf Hochglanzpapier gedruckt war. Fellners Frau Ursula führte diesen Teil der Zeitung.
Seit dem 29. Juni 2009 erscheint die Tageszeitung Österreich in neuem Design. Eine wesentliche Neuerung war der tägliche Wirtschaftsteil Money.at, der unter der redaktionellen Leitung von Fellners Sohn Nikolaus steht. Das Hochglanzmagazin Life and Style erschien immer noch als Beilage. Der Regionalteil wurde jedoch in die Mantelzeitung integriert und mit Kulturberichterstattung erweitert.
Seit den olympischen Spielen von Vancouver im Februar 2010 wurden alle Zeitungsteile in den Hauptteil integriert. Der aktuelle Aufbau sieht folgendermaßen aus:
Die Zeitung hat meist einen Seitenumfang von 44 bis 56 Seiten. Auf den ersten sechs bis zehn Seiten werden die Tagesthemen aufbereitet. Hier findet man auch den Leitartikel Das sagt Österreich von Wolfgang Fellner oder einem Ressortleiter. Darauf folgen Doppelseiten, die sich jeweils mit den Themen Innenpolitik, Österreich-Chronik und Welt-Nachrichten beschäftigen. Am Beginn eines Ressorts befinden sich Kurzmeldungen und Meinungstexte. Isabelle Daniel, die früher beim Magazin News arbeitete, gestaltet eine tägliche Politik Insider-Box. Auf weiteren drei bis sechs Seiten werden lokale Themen der jeweiligen Regional-Ausgabe behandelt. Hier finden sich auch der Wetterbericht und das Horoskop. Darauf folgt der Wirtschaftsteil Money.at mit den Börsennachrichten. Im Mittelaufschlag der Zeitung ist das Fernsehprogramm untergebracht. Die zweite Hälfte der Zeitung beschäftigt sich mit Mode, Society, Kultur und Sonderthemen wie Gesundheit, Autos oder Literatur. Am Ende der Zeitung ist schließlich der Sport untergebracht.
Darüber hinaus existieren wöchentliche Beilagen. TV-Austria ist eine Fernsehzeitschrift, die jeden Freitag beigelegt ist. Am Samstag befindet sich das 100-seitige Frauenmagazin MADONNA in der Zeitung. Als Umschlag zur Sonntagszeitung gibt es eine 32-seitige Beilage mit den Themen der Woche. Schließlich erscheinen in unregelmäßigen Abständen Beilagen zu den Themen Umwelt, Immobilien und Multimedia.
Seit dem 28. April 2014 erscheint montags eine 32-seitige Beilage mit dem Namen „Sport am Montag“, die den üblichen Sportteil der Zeitung am Montag ersetzt.
Ab dem 28. November 2014 erscheint freitags und samstags eine 16- bis 32-seitige Beilage mit dem Namen „Sport Weekend“. Diese Beilage gibt Ausblicke auf die Sportveranstaltungen am Wochenende und ersetzt den üblichen Sportteil der Zeitung.
Auffällig ist, dass vor allem die ersten Seiten der Zeitung mit den Tagesthemen immer bildlastiger gestaltet werden. Viele Elemente der Zeitung, die anfangs angepriesen wurden, sind entfernt worden. So gibt es die Spalte Der Tag in 2 Minuten auf Seite 2 seit längerer Zeit nicht mehr. Auf der Rückseite, auf der sich anfangs die Sporttitelseite befand, ist nun nur noch Werbung zu sehen. Weiters wurde das Kinoprogramm und das tägliche Radioprogramm von Ö3 mit allen Songtiteln gestrichen.
Gedruckt wird Österreich im Tabloid-Hochformat von der Goldmann Druck AG in Tulln sowie in der Druckerei der Verlagsgruppe Passau. Die in Passau gedruckten Exemplare sind um bis zu zwei Zentimeter größer (Höhe und Breite) als jene von der Goldmann AG gedruckten, bei welchen auch die Schrift kleiner ist.
Redaktion mini|Redaktionsräume der Tageszeitung Österreich, Akademiehof am Karlsplatz (2008). Herausgeber sind Wolfgang Fellner und Werner Schima. Der langjährige Fellner-Vertraute Gert Edlinger startete das Projekt für Fellner. Er wurde für die Tageszeitung von der Styria Medien AG zurückgeworben. 2007 bis 2012 war Christian Nusser Chefredakteur, danach wechselte er zum Konkurrenzblatt Heute. Nach schweren Differenzen trennten sich Edlinger und Fellner im Winter 2008. 2011 wechselte Norman Schenz von „Österreich“ zur „Kronen Zeitung“.
Die Redaktionsräume der nationalen und der Wiener Ausgabe befinden sich im „Akademiehof“ in Wien, nahe der Secession beim Karlsplatz.
Chefredakteur der Zeitung ist Co-Herausgeber Werner Schima. Der Chefredakteur und Geschäftsführer von OE24.at ist Niki Fellner, der Sohn von Ursula und Wolfgang Fellner.
Namensstreit um Österreich Im Oktober 2006 stellte Hans Böck, der frühere Geschäftsführer des Fernsehmagazins Tele, beim Österreichischen Patentamt einen Antrag auf Löschung der Marke „Österreich“ für die Tageszeitung, da nach seiner Ansicht der Name Österreich ein Hoheitsmerkmal des Staates darstelle. Dieser dürfe damit als allgemeiner Begriff keiner privaten Markenbildung zur Verfügung stehen. Die Klage wurde mit der Begründung abgewiesen, dass der Name der Zeitung lediglich als Wort-Bild-Marke beantragt und geschützt worden sei.Tageszeitung Österreich siegt im Namensstreit Presseaussendung von „Österreich“-Zeitungsverlag GmbH auf ots.at, 7. März 2007
Hausdurchsuchungen 2021 Am 6. Oktober 2021 wurde bekannt, dass gegen die Mediengruppe Österreich sowie gegen Wolfgang Fellner, Helmuth Fellner, die ehemalige Familienministerin und Meinungsforscherin Sophie Karmasin, die Meinungsforscherin Sabine Beinschab und Personen in der ÖVP-Zentrale und im Bundeskanzleramt wegen des Verdachts „von Geldflüssen gegen geschönte Umfragen“ im Zuge der ÖVP-Korruptionsaffäre ermittelt wird. In diesem Zusammenhang fanden an diesem Tag Hausdurchsuchungen statt. Manipulierte Umfragen sollen in der Zeit vor der Übernahme der Kanzlerschaft durch die ÖVP im Jahre 2017 und in Zusammenhang mit Inseraten der Bundesregierung in der Tageszeitung Österreich veröffentlicht worden sein.ÖVP-Zentrale und Kanzleramt durchsucht, Webseite: orf.at vom 6. Oktober 2021. Die Mediengruppe Österreich sprach in diesem Zusammenhang von groben Missverständnissen.Stellungnahme der Mediengruppe Österreich zu den Ermittlungen der WKSta. OE24.at vom 6. Oktober 2021, abgerufen am 6. Oktober 2021.
Die Verlagsgruppe Österreich kündigte an, in diesem Zusammenhang gegen die Republik Österreich eine „Millionenklage“ als Schadenersatzklage und eine Amtshaftungsklage einzubringen. Sowohl die Hausdurchsuchungen als auch die angeblichen Handyüberwachungen im Auftrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) seien rechtswidrig gewesen.ÖVP-Ermittlungen: „Österreich“ klagt Republik, Webseite: orf.at vom 10. Oktober 2021. Am 10. Oktober 2021 widersprach die WKStA in einer „Klarstellung“ dieser Behauptung der Verlagsgruppe Österreich. Dies hätte auch der Rechtsvertreter des Medienunternehmens im Rahmen der Akteneinsicht feststellen können.Inseratenskandal - WKStA widerspricht Fellner, Webseite: orf.at vom 10. Oktober 2021.
Eine 2024 erschienene Studie kam zum Schluss, dass nach mutmaßlichen Absprachen zwischen Sebastian Kurz (ÖVP) und Oe24, Kurz zwischen 50 und 100 Prozent häufiger erwähnt wurde. Konkurrenten wurden tendenziell negativer dargestellt. Für diese Studie wurden 222.000 Nachrichtenartikel aus 18 österreichischen Medien untersucht.
Budget Finanziert wird die Zeitung über Kredite in der Höhe von 50 Millionen Euro von einem Konsortium aus acht österreichischen Banken. Größter Kreditgeber ist dabei die Bank Austria. Gelder kommen darüber hinaus unter anderem von der Raiffeisen Zentralbank, der 3-Banken-Gruppe (Oberbank, BKS, BTV), der Investkredit und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Die kolportierte Laufzeit der Kredite beträgt 13 Jahre.
Laut Austria Presse Agentur verfügt die Neugründung über ein Finanzierungsvolumen von 70 Millionen Euro. Dieses Volumen soll die Betriebskosten der Zeitung für 13 Jahre decken. Tatsächlich soll das Projekt aber bereits nach 5 bis 7 Jahren die Gewinnschwelle erreicht haben.
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