Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen), unter anderemzu Namensvarianten siehe Friedrich-Ebert-Stiftung. auch Technische Hochschule Aachen (TH Aachen) genannt, ist eine staatliche Universität des Landes Nordrhein-Westfalen mit Stammsitz in Aachen. Sie ist eine der ältesten und führenden Technischen Universitäten in Deutschland (TU9) und ist mit über 44.000 Studierenden zugleich die zweitgrößte. Sie wurde 1870 als Königliche Rheinisch-Westfälische Polytechnische Schule zu Aachen in Preußen gegründet. Sie genießt eine hohe akademische Reputation als Eliteuniversität und wird als Teil der Exzellenzstrategie gefördert. Sie zählt heute als international bekannte RWTH Aachen University zu den Exzellenzuniversitäten im Land. Sie besteht aus 10 Fakultäten und 290 Instituten. Das Universitätsklinikum der RWTH Aachen ist das größte Krankenhausgebäude Europas.

Die RWTH Aachen unterhält zahlreiche Partneruniversitäten und ist Mitglied der IDEA League, einem strategischen Bündnis von fünf führenden Technischen Universitäten Europas, sowie ihres deutschen Pendants TU9, neben anderen Netzwerken, nämlich ACalNet, ALMA, CESAER, DFH, JARA, Netzwerk Hochschuldidaktik NRW, ENHANCE, TIME, UNITECH.

Die RWTH ist 2019 erfolgreich aus dem Finale der 3. Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder hervorgegangen. Sie war bereits 2007 und 2012 Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Die RWTH Aachen erreicht in nationalen und internationalen Rankings regelmäßig gute Plätze, insbesondere in den Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Bei dem Times Higher Education Ranking 2025 erreichte die RWTH Aachen weltweit Rang 36 in Ingenieurwissenschaften. Beim QS World University Ranking 2025 erreichte die RWTH im Fach Maschinenbau Platz 1 in Deutschland, Platz 8 in Europa und Platz 23 weltweit.

Die RWTH Aachen und ihre Schwesteruniversität ETH Zürich sind die einzigen beiden Universitäten im deutschsprachigen Raum, die trotz ihres vollständigen Universitätsstatus mit Promotions- und Habilitationsrecht den alten Begriff „Technische Hochschule“ in ihrem Namen beibehalten haben.

Geschichte mini|Gründungs-Gedenktafel im Hauptgebäude mini|Werbung für die neueröffnete Königliche Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen im Grazer Volksblatt vom 14. Juli 1870: „Programme der Vorlesungen, Aufnahmebedingungen etc. von dem Direktor, Baurath v. Kaven und den Aachener Buchhändlern“ mini|August von Brandis (links) mit Studenten der Architekturfakultät, 1920er-Jahre mini|Wege gegen das Vergessen Die Städte Köln und Aachen überboten sich zunächst gegenseitig an finanziellen Zusagen für die erste preußische technische Hochschule. Köln schien im Vorteil zu sein, weil „dort ein Museum besteht, das als mächtiger Hebel einer polytechnischen Schule angesehen wurde“. Dennoch scheiterte dort die Ansiedlung, sodass im Jahr 1870 die „Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen“ eröffnet wurde. Die Organisation folgte dem Statut des Wiener Polytechnischen Instituts. Sie nahm im Oktober als erste derartige Schule in Preußen ihren Betrieb auf. (Mit Abbildung des Hauptgebäudes.) Erster Direktor war August von Kaven.

Die Gründung war maßgeblich bedeutenden Aachener Persönlichkeiten zu verdanken, darunter der spätere Staatsmann Friedrich von Kühlwetter, der Versicherungsunternehmer Friedrich Adolph Brüggemann, der Handelsgerichtspräsident Johann Arnold Bischoff, der Geheime Kommerzienrat Leopold Scheibler, der Spinnereibesitzer Johann Friedrich Pastor und der Direktor der Chemischen Fabrik Rhenania in Stolberg Friedrich Wilhelm Hasenclever, die ab 1858 als „privates Komitee zur Errichtung einer polytechnischen Schule in Aachen“ den Bau des neuen Polytechnikums maßgeblich befürwortet, mitgeplant und unterstützt hatten, so dass es schließlich am 15. Mai 1865 zur Grundsteinlegung kam. Dazu erhielt die Hochschule neben einer staatlichen Prämie im Jahre 1870 einen Garantiefonds in Höhe von 1,3 Millionen Mark sowie einen Baukostenzuschuss von einer weiteren Million Mark, dazu jährlich 10.000 Taler als zweckgebundene Zuschüsse über den Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit. Diese Gelder stammten ursprünglich aus dem hälftigen Gewinn der damaligen Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschaft, der späteren AachenMünchener und heutigen Generali Deutschland, der im Sinne von David Hansemann über diesen Trägerverein für schulische und soziale Zwecke eingesetzt werden sollte. Im Hauptgebäude am Templergraben unterrichteten anfangs etwa 32 Dozenten rund 223 Studenten. Bereits ab Gründung gab es auch eine Malerei-Professur, die im Fachbereich Architektur angesiedelt wurde, die Stelle hatten (nacheinander) inne: Franz Reiff, Alexander Frenz, August von Brandis, Hermann Haas.

Im Jahre 1875 nahm die „in jeder Beziehung vorzüglich ausgestattete Polytechnische Schule zu Aachen“ als erste technische Hochschule Deutschlands die „elektrische Telegraphie unter die Zahl ihrer regelmäßigen Lehrfächer“ auf. Es wurden nicht nur Ingenieure, sondern auch Telegrafenbeamte ausgebildet.

1879 unterrichteten 46 Professoren, Dozenten und Assistenten 605 Studierende.

1880 wurde aus der Polytechnischen Schule mit einem Direktor an der Spitze eine „Technische Hochschule“ (TH) mit einer Rektoratsverfassung. 1899 erhielten die preußischen Technischen Hochschulen im Rahmen der Jahrhundertfeier der Berliner Technischen Hochschule durch Kaiser Wilhelm II. das bis dahin allein den Universitäten zustehende Promotionsrecht zur Verleihung eines eigenständigen Doktorgrades der Ingenieurwissenschaften, Abk.: „Dr.-Ing.“. Die Verleihung des Promotionsrechtes an die Technischen Hochschulen stellte einen wesentlichen Schritt der Emanzipation der Technischen Hochschulen gegenüber den traditionellen Universitäten dar.

Der Erste Weltkrieg bedeutete einen ernsten Rückschlag, aber zwischen 1925 und 1932 gab es einen Abschnitt des Wohlstandes und des Wachstums. Alte Studierendenzahlen wurden wieder erreicht und neue Gebäude errichtet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) wurde die RWTH – wie andere Hochschulen auch – politisch gleichgeschaltet, was bei den Aachener Hochschulangehörigen auf vergleichsweise wenig Widerstand traf. Monographie: Ulrich Kalkmann: Die Technische Hochschule Aachen im Dritten Reich (1933–1945). Aachen/Mainz 2003, ISBN 3-86130-181-4. Die Freiheit der Lehre und der Forschung wurde eingeschränkt, führenden Dozenten wurde die Lehrerlaubnis entzogen und viele Studenten mussten die RWTH verlassen. Wegen der Grenznähe zu den Niederlanden und Belgien war die Hochschule während des Zweiten Weltkriegs ein Jahr lang geschlossen.

Unmittelbar nach dem Krieg führte die RWTH ihren Lehrbetrieb weiter. Neue nichttechnische Fakultäten entstanden 1965 für Philosophie und 1966 für Medizin. So entstand aus der einst rein technischen Hochschule eine Universität. 1980 wurde die 1946 als Pädagogische Akademie gegründete Pädagogische Hochschule Aachen eingegliedert. Während sich andere bundesdeutsche Technische Hochschulen (TH) in Technische Universitäten (TU) umbenannten, hat die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen in bewusster Wahrung ihrer Wurzeln aus der polytechnischen Bewegung die traditionelle Bezeichnung als Technische Hochschule beibehalten.

Nach den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten, in denen die junge Bundesrepublik ihre totalitäre Vergangenheit oft verdrängte, kam es 1970 dazu, dass mit Hans Schwerte ein ehemaliger Offizier der SS (als Hans Ernst Schneider) zum Rektor gewählt und ernannt wurde, dessen NS-Vergangenheit erst 1995 unter aktiver Beteiligung von Historikern der RWTH, an erster Stelle Klaus Schwabe, aufgedeckt wurde.

Am 22. September 1965 wurde an der RWTH im Stadtteil Burtscheid ein Kernforschungsreaktor in Betrieb genommen. Dieser Siemens-Unterrichtsreaktor hatte eine thermische Leistung von 0,1 Watt. Im Jahr 2002 wurde der Reaktor abgeschaltet und im Oktober 2008 außer Betrieb genommen.Heiner Hautermans: Mitten in Burtscheid steht immer noch ein Unterrichtsreaktor. In: Aachener Nachrichten vom 23. März 2011. 2010 wurde Antrag auf Stilllegung gestellt.

Reputation Die RWTH Aachen bezieht die höchste Drittmittelförderung unter allen deutschen Universitäten. Beim Hochschul-Ranking des Magazins Wirtschaftswoche haben die Personalchefs der 500 größten deutschen Unternehmen die RWTH Aachen in den Kategorien Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Naturwissenschaften stets auf Platzierungen in den TOP 3 gewählt. Auch im aktuellen CHE-Ranking erreicht die RWTH 13-mal Platzierungen in der Spitzengruppe, kein Fach wird in eine Schlussgruppe einsortiert. Im Times Higher Education World University Ranking (THE Ranking) belegt die RWTH Aachen weltweit Platz 92 und im QS World Ranking 2025 weltweit Platz 99. 2025 erreichte die RWTH dort im Bereich Mineral & Mining den 21. Platz. Bundesweit ist die RWTH mit 13 Fächern in den TOP 3 vertreten. In fünf Fächern platziert sie sich auf Rang 1: Chemieingenieurwesen, Maschinenbau, Umweltwissenschaften, Materialwissenschaften sowie Statistics & Operational Research.

Am 19. Oktober 2007 war die RWTH Aachen im Rahmen der Exzellenzinitiative in der dritten Förderlinie Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung für ihr Zukunftskonzept RWTH 2020: Meeting Global Challenges (zu deutsch etwa: sich globalen Herausforderungen stellen) ausgezeichnet worden. Sie war damit eine von neun deutschen Spitzenuniversitäten. In der zweiten Förderlinie wurden 2006 und 2007 zudem drei Exzellenzcluster und in der ersten Förderlinie eine Graduiertenschule bewilligt. Ziel des Zukunftskonzeptes bis 2020 war unter anderem die Etablierung der RWTH Aachen als die beste deutsche Technische Universität und eine der fünf besten Europas im Hinblick auf wissenschaftliche Leistung, Qualität der Absolventen sowie der Drittmittel. Damit sollte langfristig die Attraktivität des Standortes Aachen für herausragende Wissenschaftler gesteigert und eine führende Position bei interdisziplinären Großprojekten eingenommen werden.RWTH: Strategie 2020 (PDF). Abgerufen am 9. März 2017.

Im Rahmen der zweiten Förderlinie der Exzellenzstrategie hat das von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder, kurz GWK, berufene internationale Expertengremium am 19. Juli 2019 positiv über den Exzellenzuniversitätsantrag der RWTH entschieden. Damit zählt die RWTH Aachen zu den nun elf deutschen Universitäten, die in der Förderlinie „Exzellenzuniversität“ erfolgreich waren und über die Dauer von mindestens sieben Jahren gefördert werden. Seitens der RWTH sind zudem die Clusteranträge „The Fuel Science Center – Adaptive Systeme zur Umwandlung von erneuerbarer Energie und Kohlenstoffquellen, Internet of Production“ und „ML4Q – Materie und Licht für Quanteninformation“ gemeinsam mit der Universität zu Köln und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn erfolgreich aus dem Wettbewerb hervorgegangen.