mini|200px|Im Inneren des Ciccillo Matarazzo Pavillon, 2004 mini|200px|Einblick in die 27. Biennale von São Paulo, 2006
Die Biennale von São Paulo in São Paulo, Brasilien, offiziell , im Plural auch Bienais de São Paulo, kurz: Bienal de São Paulo, , ist eine seit 1951 veranstaltete Weltkunstausstellung und neben der Biennale von Venedig die zweitgrößte Kunstbiennale der Welt.
Geschichte Die Biennale wurde von dem italienisch-brasilianischen Industriellen Ciccillo Matarazzo (eigentlich Francisco Matarazzo Sobrinho, Junior), dem Herrscher über das Firmenimperium Indústrias Reunidas Fábricas Matarazzo (IRFM), gegründet. Seit 1957 findet sie im Ciccillo Matarazzo Pavillon (Pavilhão Ciccillo Matarazzo) im Parque do Ibirapuera statt. Der große Biennale-Pavillon wurde von einem Architektenteam unter der Führung von Oscar Niemeyer und Hélio Uchôa gestaltet und bietet eine Ausstellungsfläche von 30.000 m².
Sie ist die zweitälteste regelmäßige Kunstbiennale der Welt und befindet sich 2011 seit Gründung im 60. Jahr ihres Bestehens. Seit August 2009 besteht eine Partnerschaft mit der Biennale in Venedig.
Getragen und organisiert wird sie durch die Fundação Bienal de São Paulo.
Auf der São Paulo Biennale wird sowohl brasilianische wie internationale Kunst gezeigt. Wie in Venedig gibt es sowohl Länderkuratoren wie eine Ausstellung, zu der zentral eingeladen wird. Die Biennale von São Paulo zählt zu den bedeutendsten Kunstausstellungen des Landes und ist international anerkannt. Da der Eintritt kostenlos ist, werden regelmäßig enorme Besucherzahlen erreicht.
Für die Geschichte der Biennale zeichnet das Arquivo Histórico Wanda Svevo unter der derzeitigen Leitung von Adriana Villela verantwortlich.
Die Biennalen 1. Biennale 1951 Kunsthistorisch erwähnenswert ist die Verleihung eines Grafikpreises an Tetsuro Komai für eine Radierung und Saitō Kiyoshi (1907–1997) für einen Holzschnitt, die der Sōsaku-hanga-Bewegung zum internationalen Durchbruch verhalf.
2. Biennale 1953 Auf der zweiten Biennale von São Paulo gab es eine Sonderschau Paul Klee. 65 Arbeiten aus seinem Œuvre wurden im Deutschen Pavillon gezeigt. Weitere beteiligte Deutsche Künstler waren: Hubert Berke, Joseph Fassbender, Arnold Fiedler, Gerhard Fietz, Werner Heldt, Carl Hofer, Heinz Trökes, Ernest Weiers, Conrad Westphal, Georg Brenninger, Bernhard Heiliger, Otto Pankok und Rolf Nesch."Katalog der 2. Biennale von São Paulo". In: issuu.com. Abgerufen am 23. Januar 2025.
3. Biennale 1955 Den Ersten Preis in der Kategorie Druck erhielt der Japaner Shikō Munakata für seine Werke Zwei Bodhisattva und Zehn große Jünger des Shaka und Drei Frauen aufsteigend, Drei Frauen absinkend.
5. Biennale 1959 Auf der fünften Biennale war Deutschland mit Künstlern der Brücke wie Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, und Karl Schmidt-Rottluff sowie Emil Nolde vertreten. Das Werk Karl Hartungs war mit über vierzig Werken am stärksten vertreten. Weitere Künstler aus Deutschland waren Hermann Bachmann, Hubert Berke, Manfred Bluth, Joseph Fassbender, Rupprecht Geiger, Karl Hartung, Ernst Wilhelm Nay, Hans Platschek, Emil Schumacher, K.R.H. Sonderborg, Fred Thieler, Hann Trier, Heinz Trökes und Gerhard Wind.
7. Biennale 1963 Zur 7. Biennale war bereits zum zweiten Mal Werner Schmalenbach als deutscher Kommissar verantwortlich für die Auswahl der Künstler und ihre Präsentation. Schmalenbach hatte sich bewusst auf wenige Künstler konzentriert und präsentierte Emil Nolde als modernen Klassiker in einem Sonderraum. Als Vertreter der zeitgenössischen Malerei wählte er K.R.H. Sonderborg und Emil Schumacher.
9. Biennale 1967 mini|200px|São Paulo 9 (1967) In der als „São Paulo 9“ bezeichneten Ausstellung von 1967 waren bedeutende Künstler aus der Anfangszeit der US-amerikanischen Pop Art vertreten, wie z. B. Edward Hopper, James Gill und Andy Warhol.
13. Biennale 1975 Die 13. Biennale fand vom 17. Oktober bis 15. Dezember 1975 unter Beteiligung von 42 Ländern statt. Deutschland wurde vertreten durch Georg Baselitz und Sigmar Polke, Österreich durch Cornelius Kolig, Gotthard Muhr und Hans Staudacher.Fundação Bienal de São Paulo: XIII Bienal de São Paulo. São Paulo 1975, S. 25–28, 43–50Bundesministerium für Unterricht und Kunst: , S. 3
25. Biennale 2002 Die 25. Biennale fand vom 23. März bis 2. Juni 2002 statt. Die Gruppe monochrom erschuf einen fiktiven Künstler namens Georg Paul Thomann und sandte ihn als offiziellen Vertreter Österreichs auf die Biennale.
26. Biennale 2004 Bei der von 25. September bis 19. Dezember 2004 dauernden Biennale war Österreich durch Leo Schatzl mit dem Projekt Autorotation vertreten, welches in Kooperation mit David Moises und Severin Hofmann durchgeführt wurde."Leo Schatzl vertritt Österreich mit der Installation Autorotation". Derstandard.at vom 28. September 2004. Abgerufen am 2. (?)
29. Biennale 2010 mini|200px|Das Innere des Pavillons im typischen Niemeyer-Stil Die 29. Biennale fand vom 25. September bis 12. Dezember 2010 unter der Hauptkuratierung von Moacir dos Anjos und Agnaldo Farias statt."Ein Glas voll Meer zum Segeln", Zitat nach Jorge de Lima. In: FAZ vom 27. November 2010, S. 38. Insgesamt stellten rund 160 weltweit bekannte Künstler aus.. Abgerufen am 29. Januar 2011
Deutsche Beteiligungen Maria Thereza Alves Andrea Büttner Filipa César Tacita Dean Harun Farocki Simon Fujiwara Isa Genzken Andrea Geyer Gustav Metzger Manfred Pernice Susan Philipsz Adrian Piper Anri Sala Yoel Vazquez Gabriel Acevedo Velarde
Schweizer Beteiligung Mira Schendel
Architekturbiennale Seit 1973 wird neben der Kunstbiennale im Biennale-Pavillon auch die Internationale Architekturbiennale von São Paulo (, kurz: BIA); , veranstaltet. Nach 1973 erfolgte bis zur zweiten Ausstellung 1993 eine lange Unterbrechung, die dritte fand 1997 statt und erst ab 2001 ist sie im regelmäßigen Zweijahresrhythmus.
Eine offizielle Beteiligung Deutschlands wurde erst zur sechsten Biennale 2005 eingerichtet. , abgerufen am 29. Januar 2011 Die 7. BIA 2007 stand unter dem Motto Ready for Take-Off. Der deutsche Beitrag wurde von Peter Cachola Schmal kuratiert und anschließend 2008 im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt gezeigt.Katalog: Ready for Take-Off. Aktuelle deutsche Exportarchitektur. Hatje Cantz, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-2146-2 Den österreichischen Beitrag bestritt die Gruppe feld72.Der Österreichische Beitrag zur Architekturbiennale Sao Paulo. auf: bmukkSubversiv auf der Architektur-Biennale Sao Paulo: "feld72". In: der Standard.at vom 26. Oktober 2007, abgerufen am 29. Januar 2011 Die 8. BIA 2009 hatte das Motto: Ecos Urbanos - Urbane Echos. auf www.detail.de/Architekturportal, abgerufen am 29. Januar 2011, Microsite der Bundesarchitektenkammer (BAK) zur 9. Internationalen Architekturbiennale São Paulo im November 2011
Literatur Agnaldo Farias (Hrsg.): Bienal 50 anos, 1951–2001. Fundação Bienal de São Paulo, São Paulo 2001. Ulrike Groos, Sebastian Preuss (Hrsg.): German art in São Paulo. Deutsche Kunst auf der Biennale. German art at the Biennial 1951–2012. Institut für Auslandsbeziehungen. Hatje Cantz, Ostfildern 2013, ISBN 978-3-7757-3694-7.
Weblinks
Fundação Bienal de São Paulo (brasilianisches Portugiesisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Kunstausstellung Kategorie:Veranstaltung in Brasilien Kategorie:Veranstaltung (Zeitgenössische Kunst)