Oman Air () ist die nationale Fluggesellschaft des Oman mit Sitz in Maskat und Basis auf dem Flughafen Maskat. Sie ist Mitglied der Arab Air Carriers Organization.
Geschichte
Gründung Die Gesellschaft wurde unter dem Namen Oman Aviation Services (OAS) mit königlichem Dekret Nr. 52/81 vom 24. Mai 1981 gegründet und nahm ihre Tätigkeit zum 1. Oktober 1981 auf. Das Unternehmen betätigte sich als Dienstleister für andere Fluggesellschaften und bot das Gepäckhandling sowie sonstige Dienstleistungen am Boden an. Zusätzlich kaufte die Gesellschaft 13 Maschinen von Gulf Air. 1982 nahm ein Joint Venture mit Gulf Air, das teilweise auch dem omanischen Staat gehörte, den Flugverkehr zwischen Maskat und Salala auf. 1993 wurde der Name der Gesellschaft in Oman Air geändert. Außerdem wurden im selben Jahr weitere Flugverbindungen nach Dubai und Thiruvananthapuram angeboten. In den nächsten Jahren wurde das Flugnetz mit Verbindungen nach Kuwait, Karatschi, Colombo, Mumbai, Dhaka, Abu Dhabi, Doha und Chennai, Gwadar, Dschidda, al-Ain, Peschawar, Kochi, Daressalam, Beirut, Mombasa und Kairo ausgebaut. Zunächst war die Laufzeit der Gesellschaft auf 20 Jahre begrenzt. Vor Ablauf der Handelsregistereintragung zu 31. Januar 2002 wurde durch eine außerordentliche Hauptversammlung am 27. Januar 2002 die Verlängerung auf unbestimmte Zeit beschlossen. Zunächst gehörte die Gesellschaft zu 41,7 % privaten Aktionären, zu 33,8 % der omanischen Regierung und zu 24,5 % privaten Unternehmen in Oman. In den Jahren 2003 bis 2007 wuchs die Fluglinie schwächer, da sich die omanische Regierung auf Gulf Air konzentrierte. 2004 zog sich Abu Dhabi aus dem Joint Venture zurück, um seine eigene Fluglinie Etihad Airways zu gründen. Dadurch erhöhte sich der Anteil des omanischen Staats an Gulf Air auf 50 %.The Report: Oman 2010, Oxford Business Group, S. 113 (ISBN 978-1-907065-13-2 ).
2007 änderte sich die Strategie, als sich die omanische Regierung entschloss, sich von ihrer Beteiligung an Gulf Air zu trennen und die Beteiligung an Oman Air zu erhöhen.
Rekapitalisierung durch den Staat Im März 2007 wurde die Gesellschaft durch die Regierung rekapitalisiert. Die omanische Regierung hält deshalb derzeit (31. Dezember 2017) mit 99,94 % der Anteile die Mehrheit, die restlichen 0,06 % halten private Anteilseigner. Mit der Anteilsänderung wurde auch die Strategie von Oman Air geändert. Das Flugnetz wurde seitdem auf Langstreckenverbindungen ausgebaut.
Im Mai 2007 trennte sich die omanische Regierung von ihren Anteilen an Gulf Air und konzentriert sich seitdem auf den Ausbau von Oman Air.
Erste Langstreckenflüge Am 26. November 2007 wurden die ersten Langstreckenflüge von Maskat nach London-Gatwick und Bangkok-Suvarnabhumi aufgenommen. Ende 2009 wurden die ersten vier eigenen Airbus A330 mit einer im Branchenvergleich großzügigen 1-2-1-Sitzanordnung in der Business-Klasse in Dienst gestellt.Flug Revue November 2011, S. 22–27, Klein aber fein - Oman baut nationale Airline auf
Aktuelle Lage Im Herbst 2013 wurden Pläne bekannt, wonach die seit Jahren defizitäre Gesellschaft ab 2014 privatisiert werden könnte,ch-aviation – Oman Air to be privatized next year?, 30. September 2013 (englisch), abgerufen am 30. September 2013. zu Beginn des Jahres 2016 war Oman Air aber weiterhin ein Kandidat zur Privatisierung.Mohammed Salih Al Hashemi: Is a wave of privatisation about to sweep the GCC?, The National Business vom 24. Januar 2016 Im August 2016 wurde eine Codesharingvereinbarung mit Saudi Arabian Airlines vereinbart.Oman Air, Saudia sign codeshare agreement, Arab News, 2. August 2016
Die Flotte wurde seither von 30 auf jetzt 46 Flugzeuge ausgebaut und soll bis 2020 auf 70 Flugzeuge erweitert werden.Zeitschrift Aero International Heft 3/2017, gelesen und eingetragen am 21. Februar 2017
Nachdem Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum ab Juni 2017 für Qatar Airways gesperrt hatten und Katar im Gegenzug seinen Luftraum für Emirates, Etihad Airways, Flydubai, Gulf Air und Saudia sperrte, war Oman Air eine der wenigen örtlichen Fluggesellschaften, die uneingeschränkt in allen Lufträumen operieren konnte.Die Profiteurin der Katar-Krise, abgerufen am 25. Juni 2017
Oneworld Oman Air unterhielt eine Reihe von Kooperationen mit anderen Fluggesellschaften, u. a. mit der Lufthansa. Oman Air ist am 1. Juli 2025 der Oneworld Alliance beigetreten.
Flugziele Oman Air bietet von Maskat hauptsächlich internationale Ziele in Afrika, Südasien und Europa sowie im Mittleren und Fernen Osten an. Außerdem werden im Inland Salala (mehrmals täglich) und Chasab sowie Duqm bedient.
Im deutschsprachigen Raum werden Frankfurt am Main, München und Zürich angeflogen. (englisch), abgerufen am 24. August 2016 Hinzu kommen in Europa London, Paris und Mailand.
Flotte mini|Boeing 737-800 der Oman Air mini|Embraer 175 der Oman Air Aktuelle Flotte Mit Stand Februar 2026 besteht die Flotte der Oman Air aus 36 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 6,7 Jahren:
Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätze (englisch), abgerufen am 19. März 2017(First/Business/Eco) Durchschnittsalter Boeing 737-800 4 mit Winglets ausgestattet 162 (-/12/150) 9,4 Jahre Boeing 737-900ER 2 mit Winglets ausgestattet; von Sun Country Airlines geleast 183 (-/12/171) 10,6 Jahre Boeing 737 MAX 8 18 eine inaktiv 162 (-/12/150) 5,3 Jahre Boeing 787-8 2 betrieben für Qatar Airways; eine inaktiv 267 (-/18/249) 10,4 Jahre Boeing 787-9 10 5 eine betrieben für Riyadh Air 264 (8/24/232)288 (-/30/258) 6,8 Jahre Gesamt 36 5 6,7 Jahre
Aktuelle Sonderbemalungen Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung Zeitraum Bild Boeing 737 MAX 8 A4O-MQ „oneworld“ seit Oktober 2025
Ehemalige Flugzeugtypen mini|Airbus A310-300 der Oman Air im Jahr 2000 In der Vergangenheit setzte Oman Air folgende Flugzeugtypen ein:Rzjets, Flugzeuge der Oman Air, abgerufen am 25. April 2017 Airbus A310-300 Airbus A320-200 Airbus A330-200 Airbus A330-300 ATR 42-500 Boeing 727-200 (von Nationwide Airlines geleast) Boeing 737-300, 737-400, 737-700 (737-300 und 737-400 von anderen Gesellschaften geleast) Boeing 737-800BCF Boeing 757-200 (von Royal Brunei Airlines geleast) Boeing 767-200ER (von Malév geleast) Embraer 175 De Havilland Canada DHC-6-300 Fokker F-27-500
Geschäftszahlen Die Gesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2008 durchgängig defizitär und weist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 einen kumulierten Verlustvortrag in Höhe von 997,495 Mio. RO aus.
Kennzahlen in Mio. 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Bilanzgewinn/ -verlust in (kRO) 4.020 −42.755 −64.281 −78.087 −109.860 −97.467 −113.345 −109.579 −86.333 −129.820 −180.146 Betriebsergebnis (in kRO) 4.898 −41.956 −63.145 −67.398 −96.598 −84.249 −100.715 −96.380 −66.451 −126.613 −160.921 Umsatz (in kRO) 110.589 153.248 164.255 230.418 287.541 347.042 381.709 408.400 467.712 449.552 523.186 beförderte Passagiere (in Mio.) 1.513 1.985 2.361 3.263 3.796 4.430 4.995 5.052 6.366 7.710 8.596 Sitzladefaktor (in Prozent) 74 % 64 % 61 % 72 % 73 % 77,0 % 75,7 % 74,4 % 71,4 % 74,4 % 74,7 %
Siehe auch Liste von Fluggesellschaften
Weblinks
Webpräsenz der Oman Air (arabisch, englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Fluggesellschaft (Oman) Kategorie:Maskat Kategorie:Unternehmensgründung 1993