Die Stadt Maribor, (vor allem in Österreich verwendet),Deutsche Bezeichnung gemäß Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) ist Hauptort der Stadtgemeinde Maribor im Nordosten Sloweniens und mit 113.000 Einwohnern in der Stadtgemeinde (2024) die zweitgrößte Stadt des Landes.

Maribor ist seit 1859 ein römisch-katholischer Bischofssitz, seit 2006 Erzbistum, und beherbergt seit 1975 die Universität Maribor. Die Stadt wurde zur Alpenstadt des Jahres 2000 gekürt und war 2012 Kulturhauptstadt Europas.

Name Maribor Maribor hieß bis vom Anfang des 13. Jahrhunderts bis Ende 1918 offiziell Marburg. Der Name Maribor wurde erst in den 1830er Jahren im Zuge des Aufkommens des slowenischen Nationalbewusstseins vom Dichter Stanko Vraz geschaffen. Der Kunstname unter Verwendung der Wortstämme "marati = mögen/gernhaben" und "boriti se = sich wehren/sich anstrengen/kämpfen" fand seine Verbreitung erst 30 Jahre später durch ein Gedicht mit dem Titel "Mar i bor" des Juristen und politischen Dichters Lovro Toman. Universität Maribor. Geografie Lage Maribor liegt am Fuße des Bachergebirges (Pohorje) südlich und der Windischen Bühel (Slovenske Gorice) nördlich der Stadt und am Ufer der Drau (Drava).

Die Stadt ist die größte der slowenischen Region Untersteiermark (Štajerska). Die nächstgelegene größere Stadt, Graz in der österreichischen Steiermark, liegt 60 km nördlich. Mit Graz (slow.: Gradec) hat Maribor heutzutage wieder enger werdende kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen. Ein Beispiel dafür ist die Europaregion Graz-Maribor.

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Stadtgliederung

Die Stadt Maribor gliedert sich in elf Stadtviertel (slow.: Mestne četrti, Abkürzung: MČ) und sechs Ortsgemeinschaften (slow.: Krajevne skupnosti, Abkürzung: KS). Beide Varianten erfüllen im Wesentlichen dieselben Aufgaben. Der einzige Unterschied ist, dass die Stadtviertel zumindest einen Teil der Kernstadt umfassen, während eine Ortsgemeinschaft ein Zusammenschluss ausschließlich aus Dörfern des Umlandes ist, die zur Stadtgemeinde gehören. Stadtbezirke (MČ): Brezje-Dogoše-Zrkovci, Center mit der historischen Altstadt, Ivan Cankar, Koroška vrata, Magdalena, Nova vas, Radvanje, Pobrežje, Studenci, Tabor, Tezno Ortsgemeinschaften (KS): Bresternica-Gaj, Kamnica, Limbuš, Malečnik-Ruperče, Pekre, Razvanje

Geschichte + Politische Zugehörigkeit Maribors seit 1164 Staat Zugehörigkeit zurVerwaltungseinheit von – bis Heiliges Römisches Reich Markgrafschaft Steiermark 1164–1180 Herzogtum Steiermark (ab 1282 habsburgisch, 1379/1411–1457 und1564–1619 Innerösterreich) 1180–1804 Österreich Herzogtum Steiermark 1804–1867 Österreich-Ungarn Herzogtum Steiermark (Cisleithanien) 1867–1918 SHS-Staat/Jugoslawien Provinz Slowenien 1918–1922 Oblast Maribor 1922–1929 Drau-Banschaft 1929–1941 Deutsches Reich CdZ-Gebiet Untersteiermark 1941–1945 Jugoslawien Volksrepublik Slowenien 1945–1963 Sozialist. Rep. Slowenien 1963–1990 Republik Slowenien 1990–1991 Slowenien Stadtgemeinde Maribor seit 1991

Unter den Habsburgern mini|Die Stadt Marchburg, Darstellung des Topografen Georg Matthäus Vischer, 1681 mini| Obermarburg mini|hochkant|Altstadt von Maribor, Weg hinunter zur Drau

Marburg geht auf eine 1164 erwähnte Markburg oder MarchburgKarl Wilhelm Mayer: Karl Mayers Versuch über steyermarkische Alterthümer, und einige merkwürdige Gegenstände. mit von Widmannstättenschen Schriften, Graz, 1782, S. 164 (). zurück, die der Siedlung ihren Namen gab. Mark bzw. March sind alte deutsche Bezeichnungen für „Grenze“. 1204 wird der Ort erstmals als Markt und 1254 als Stadt genannt.Meyers großes Taschenlexikon. 7. Auflage. Mannheim 1999, ISBN 3-411-11007-4, Band 14, S. 125. Die erste Erwähnung von Juden stammt aus dem Jahr 1270, es handelt sich um eine Urkunde, die den Kauf von Weingärten durch Juden bestätigt, zudem werden 1367 ein Friedhof und 1429 erstmals eine Synagoge erwähnt. 1497 mussten auf Befehl Maximilians I. die jüdischen Familien aus der Steiermark ihre Wohngebiete verlassen, somit auch die Juden Marburgs, was ein schwerer Schlag für die Wirtschaft Marburgs war.

→ Geschichte der Juden in der Steiermark

1480 und 1481 wurde die Stadt von Matthias Corvinus und vom Osmanischen Reich 1532 und 1683 vergeblich belagert. Die Herrschaft Marburg, die Obermarburg sowie die Stadtburg gehörte den Herren von Walsee, ab 1456 den Herren von Graben sowie ab 1564 deren Erben, den Herren von Stadl. 1620 erwarben die Grafen Zwickl genannt Khiesl die Herrschaft, ab 1727 gehörte sie den Grafen Brandis.

Ein Lexikon von 1896 fasste zusammen: Marburg besitze drei Brücken, eine Kathedrale, einen Stadtpfarrturm, eine gräfliche Burg, ein Kasino mit Theater, einen Stadtpark und rund 20.000 großteils deutschsprachige Einwohner. Fabriken, Wein- und Holzhandel, Kreditinstitute ergänzten das Bild, ebenso zwei Bezirksgerichte, der Sitz des Fürstbischofs von Lavant sowie Gymnasien und eine Lehrerbildungsanstalt. Marburg war Stadt mit eigenem Statut (unterstand also keinem Bezirk des Landes Steiermark), für die Umgebung der Stadt bestand eine eigene Bezirkshauptmannschaft.Meyers Konversations-Lexikon, 5. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1896, 11. Band, S. 901.

1882 gründete Hermann Goethe (1837–1911) die Wein- und Obstbauschule Marburg. Sie gab unter anderem Fachliteratur über die Rebsortenkunde, sogenannte Ampelographische Berichte, heraus, die über die Grenzen der Monarchie Bedeutsamkeit erreichten.Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Band 13, 2005, S. 175.

Marburg blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 als Teil des Herzogtums Steiermark und damit Österreich-Ungarns unter der Herrschaft der Habsburger. Während dieses Krieges kam es wegen vermuteter Staatsfeindlichkeit zu Zwangsinternierungen vieler Slowenen in Kärnten und in der Steiermark, was zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der deutschsprachigen und der slowenischen Volksgruppe führte.

Entscheidung 1918/19 mini|Stadtburg (Mariborski grad) mini|hochkant|Rathaus, 2015

Beim Zerfall der Habsburgermonarchie wurde die überwiegend deutschsprachige Stadt im Herbst 1918 von der neu gegründeten Republik Deutschösterreich, aber auch vom neu gegründeten Staat der Slowenen, Kroaten und Serben beansprucht. Die Slowenen, die im Umland siedelten, waren dabei strategisch im Vorteil: Das im Norden liegende, geschlossene deutschsprachige Siedlungsgebiet der Steiermark war circa fünfzehn Kilometer entfernt. Der in Marburg amtierende k.k. Landsturmkommandant Rudolf Maister erklärte sich Anfang November 1918, gestützt auf slowenische Truppenteile, zum Stadtkommandanten und wurde von der neuen Laibacher Regierung zum General befördert. Die deutschösterreichischen Stadtpolitiker wurden abgesetzt. Die verbliebene deutschösterreichische Garnison und die von Deutschösterreichern gebildete Bürgerwehr mussten nach wenigen Wochen aufgeben. Damit war die spätere Regelung im Vertrag von Saint-Germain (September 1919) bereits vorweggenommen.

Am 27. Januar 1919 wurden 13 deutsche Marburger, die auf dem Hauptplatz auf die US-Friedensdelegation warteten, von Maisters Soldaten erschossen, mehr als 60 verletzt (Marburger Blutsonntag). Was die Schüsse auf Unbewaffnete auslöste, blieb unklar. Dazu gab es stark auseinandergehende Aussagen; jedenfalls lag kein zentraler Befehl vor. Marburg wurde ohne Volksabstimmung und gegen den Willen der frei gewählten Gemeinderäte, Landtags- und Reichsratsabgeordneten als Teil der großteils slowenischen Untersteiermark dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat, später Königreich Jugoslawien) zugeordnet.

Slowenen und Deutschösterreicher Die deutschösterreichische Bevölkerungsgruppe stellte bis zum Ende des Ersten Weltkrieges die große Mehrheit und dominierte das öffentliche Leben (die Volkszählung 1890 ergab 19.898 Einwohner, davon 2.653 slowenischsprachig). Das galt auch für die Nachbardörfer Brunndorf (Studenci), Pobersch (Pobrežje), Thesen (Tezno), Rothwein (Radvanje), Roßwein (Razvanje), Kartschowin (Krčevina) und Leitersberg (Košaki), die mit der Stadt Marburg eine deutsche Sprachinsel bildeten. Bei der Volkszählung von 1910 lebten hier 81 % deutsch- und 14 % slowenischsprachige Bewohner.

Das weitere Umland hingegen war – mit Ausnahme anderer kleinerer Städte, wie Pettau (Ptuj), St. Leonhard in Windischbüheln (Lenart v Slovenskih Goricah), Luttenberg (Ljutomer), Friedau (Ormož), Windisch-Feistritz (Slovenska Bistrica) und Pragerhof (Pragersko) – fast vollständig von Slowenen besiedelt. Obwohl nach dem Ersten Weltkrieg ein Teil der deutschösterreichischen Bevölkerung (vor allem das Beamtentum, teilweise schon unter General Maisters Militärherrschaft) nach Österreich vertrieben wurde und alle deutschen Schulen und Vereine zwangsaufgelöst bzw. beschlagnahmt wurden, betrug der deutsche Anteil in den 1930er Jahren nach Angaben der Minderheit noch immer etwa 25 %. Die Volkszählungen ergaben allerdings 1921 nur mehr 21 % und 1931 nur noch 7 % Deutschsprachige.

Untersteiermark und Nationalsozialismus mini|Von links: Sigfried Uiberreither, Martin Bormann, Adolf Hitler und Otto Dietrich auf der Draubrücke in Maribor (26. April 1941)

Nach dem Überfall des Deutschen Reiches auf das Königreich Jugoslawien am 6. April 1941 wurde der jugoslawische Teil der Steiermark als CdZ-Gebiet Untersteiermark vom Großdeutschen Reich annektiert. Hitler besuchte am 26. April 1941 die Stadt und forderte seine Anhänger in einer Rede bei einer großen Kundgebung auf, „dieses Land wieder deutsch zu machen“.Geschichte und Gegenwart. Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Gesellschaftsanalyse und politische Bildung. 4 (1985), Styria, S. 141. Wie aus der Umgebung wurden auch aus der Stadt in der Folgezeit Slowenen nach Serbien sowie zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt. Wer in den Verdacht geriet, die jugoslawischen Partisanen zu fördern, wurde hingerichtet; die Todesurteile wurden zur Abschreckung in der Stadt plakatiert. (Ein darauf Bezug nehmendes Denkmal befindet sich in der Altstadt.) Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt mehrere Male von alliierten Flugzeugen bombardiert.

1945 bis 1990 siehe Hauptartikel Massengräber in Maribor

In Maribor-Tezno befindet sich das größte Massengrab der Massaker von Bleiburg. Beim Autobahnbau wurden 1999 auf einer Länge von etwa 70 Metern Skelette bzw. Knochen von 1179 Menschen gefunden. Weitere Sondierungen von 2007 unter der Leitung von Mitja Ferenc ergaben, dass hier ein Panzergraben auf der Länge von 940 Metern gleichmäßig aufgefüllt wurde und somit auf eine Opferzahl von ca. 15.000 schließen lässt. Die Massenhinrichtungen in Tezno ereigneten sich vom 20. bis 26. Mai 1945.Mitja Ferenc: Tezno – the biggest hidden mass burial site in Slovenia. On the research of the hidden burial site in the antitank ditch in Tezno (Maribor). Časopis za suvremenu povijest, 2012.Mitja Ferenc: Delo, 19. August 2013.

Ab Sommer 1945 wurden nicht zuvor geflohene deutschsprachige Marburger nach Österreich vertrieben, ihr Eigentum konfisziert. Eine individuelle Feststellung ihrer Schuld oder Unschuld fand nicht statt.

Nach 1945 entwickelte sich die Stadt zu einem blühenden industriellen und kulturellen Zentrum für den gesamten Norden Sloweniens und Jugoslawiens.

Seit 1969 besteht eine Städtepartnerschaft mit der hessischen Stadt Marburg an der Lahn, seit 1987 mit der steirischen Landeshauptstadt Graz.

1975 wurde die Universität Maribor gegründet.

Seit 1991

mini|hochkant|Gedenksäule für die Opfer der Pest, 2015