Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) ist ein Kreditinstitut und ein Unternehmen für Finanzdienstleistungen mit einer mehr als 150-jährigen Geschichte. Es ist die zweitgrößte Bank in Spanien, eine der größten Banken Lateinamerikas, der USA und der Welt; sie hat ihren rechtlichen Sitz in Bilbao sowie den operativen Sitz in Madrid. Die Bank hat mehr als 120.000 Angestellte, ist in über 25 Ländern aktiv und hat rund 81 Millionen Kunden (Stand 2025).

Die Bank wurde von 2012 bis 2015 als Großbank vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (dt.: „systemisch relevantes Finanzinstitut“) eingestuft und in der Liste global systemrelevanter Banken erfasst.

Geschichte mini|Banknote 1000 Reales der Banco de Bilbao 1859

Die erste Bank der Gruppe, der Banco de Bilbao, wurde 1857 mit Unterstützung der Junta de Comercio de Bilbao gegründet. Die Bank arbeitete als Privatnotenbank und gab bis 1874 Banknoten aus.

Im Jahr 1988 fusionierte sie mit dem 1901 gegründeten Banco de Vizcaya zu Banco Bilbao Vizcaya (BBV). Der BBV fusionierte seinerseits 1999 mit Argentaria (Corporación Bancaria de España). Argentaria war 1991 aus der Zusammenlegung staatlicher spanischer Banken entstanden, darunter die spanische Auslandsbank Banco Exterior de España (u. a. für Exportkredite), die Postsparkasse Caja Postal de Ahorros und die staatliche Hypothekenbank Banco Hipotecario, und zwischen 1993 und 1998 privatisiert worden.

Im Januar 2019 wurde bekannt, dass der langjährige Vorstandsvorsitzende Francisco González Rodríguez 2004 eine private Detektei damit beauftragt hatte, Politiker abzuhören, darunter König Juan Carlos und Ministerpräsident José Luis Zapatero, um eine feindliche Übernahme des BBVA zu verhindern. Im März 2024 unterbreitete der Vorstand von BBVA seinerseits ein feindliches Übernahme-Angebot gegen Banco Sabadell.

Börsennotierung BBVA-Aktien werden an den spanischen Börsen, in London und Mexiko gehandelt. Darüber hinaus sind sogenannte American Depositary Receipts (ADR) an der New Yorker Börse (NYSE) und der Lima (Peru) Stock Exchange im Umlauf.BBVA Investor Relations Website: „Schlüsselinformationen zur BBVA Aktie“ Per 28. November 2010 besteht BBVAs Aktienkapital in Höhe von gut 2,2 Mrd. EUR aus 4.490.908.285 voll eingezahlten Aktien mit einem Nennwert von jeweils 0,49 EUR.BBVA Investor Relations Website: „Aktienkapital“ Die Aktie ist Teil des spanischen Indexes IBEX 35 sowie des Euro Stoxx 50. Weiterhin ist sie Teil diverser Nachhaltigkeitsindizes wie zum Beispiel der Dow-Jones-Sustainability-Indizes DJSI World, DJSI Stoxx und DJSI Euro Stoxx oder des ASPI Eurozone Index und des FTSE KLD Global Sustainability Index. Sie wird unter den Ticker-Symbolen BBVA und BBVAUS gehandelt.

Darüber hinaus werden Aktien der Tochtergesellschaften BBVA Banco Continental, S.A., Banco Provincial S.A., BBVA Colombia, S.A., BBVA Chile, S.A., BBVA Banco Frances, S.A. und AFP Provida an den jeweiligen lokalen Börsen und zum Teil auch an der NYSE und der Madrid Stock Exchange gehandelt.

Rating mini|hochkant|BBVA-Büros in Bilbao mini|hochkant|BBVA-Büros in Bilbao bei Nacht mini|hochkant|Torre del Banco de Bilbao – Unternehmenszentrale von BBVA in Madrid

BBVA wird wie die meisten großen Kreditinstitute regelmäßig von den Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch Ratings und DBRS im Hinblick auf die Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit bewertet.

Im ersten Halbjahr 2025 bewerteten die Agenturen BBVA wie folgt: Ratingagentur Long Term Rating Short Term Rating S&P A (Outlook: Stable) A-1 Moody’s A3 (Outlook: under review) P-2 Fitch BBB+ (Outlook: Rating Watch Positive) F-2 DBRS A (high) (Outlook: Stable) R-1 (middle)

Damit befindet sich BBVA bei allen Agenturen im „Investment Grade“-Bereich für das Long Term Rating und erzielt akzeptable Noten für das Short Term Rating.

Über das Gruppen-Rating hinaus halten diverse Einheiten der Gruppe nationale Ratings in den jeweiligen Ländern (z. B. in Argentinien, Chile, Paraguay, Kolumbien und auch den USA).

BBVA in Deutschland, Österreich und der Schweiz Die Geschäftstätigkeit von BBVA konzentriert sich im deutschsprachigen Raum auf das Corporate- und Investmentbanking sowie das Kapitalmarktgeschäft. Sie unterhält Zweigniederlassungen in Frankfurt am Main und Düsseldorf. Die Mitarbeiter in diesen Zweigniederlassungen betreuen große internationale Firmenkunden und institutionelle Anleger in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von Spezialisten und Branchenteams in Spanien, London, New York, Paris, Lateinamerika und Asien.

Zu den angebotenen Leistungen im Corporate- und Investmentbanking zählen insbesondere die Beratung bei Fusionen und Übernahmen (historisch bedingt liegt der Schwerpunkt dieser Aktivität im spanischsprachigen Raum und durch die Kooperation mit der Garanti Bank nun auch in der Türkei) sowie Anleiheemissionen, das Risikomanagement, das Strukturieren und Bereitstellen großer syndizierter Unternehmenskredite, von Projektfinanzierungen und Handelsfinanzierungen sowie die Erarbeitung umfassender Cash-Management-Lösungen (ebenfalls schwerpunktmäßig für Spanien und Portugal sowie Mittel- und Südamerika).

Im Kapitalmarktgeschäft werden sowohl Staats- und Unternehmensanleihen sowie Zinsderivate als auch strukturierte Lösungen im Hinblick auf Devisen, Inflation und Rohstoffe angeboten. Darüber hinaus wird der Unternehmenskundschaft hierüber eine breite Palette von Risikoabsicherungsinstrumenten mit Bezug auf Zins-, Währungs- und andere Wertänderungsrisiken angeboten.

Seit Juni 2025 ist die Bank in Deutschland mit einer Online-Bank im Bereich Girokonto, Debitkarte und Spareinlagen aktiv.https://www.bbva.de/

Internationale Präsenz BBVA ist in über 30 Ländern mit insgesamt 7.978 Filialen präsent.„BBVA Jahresabschluss 2012“ Der historische Schwerpunkt befindet sich dabei in Spanien und Portugal sowie in Mittel- und Südamerika. In der jüngeren Vergangenheit hat sich BBVA jedoch auch bedeutende Marktstellungen in anderen Ländern, wie zum Beispiel den Vereinigten Staaten und der Türkei aufbauen können.

Europa BBVAs Präsenz in Europa ist schwerpunktmäßig auf den spanischen und portugiesischen Markt ausgerichtet. Der Bereich Corporate & Investment Banking und Global Markets ist darüber hinaus mit Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und der Schweiz sowie Repräsentanzen in Russland und Belgien vertreten.

BBVA in Spanien Im spanischen Heimatmarkt erfreut sich BBVA einer führenden Position in sämtlichen angebotenen Finanzdienstleistungsbereichen. Mit einem Marktanteil von 8,5 % bei Einlagen und 10,5 % der Darlehen belegt die Bank den zweiten Platz im Markt. Bei dem für Banken in der Regel besonders attraktiven Pensionsfondsmanagement belegt sie mit einem Marktanteil von 18,9 % sogar den ersten Rang. Insgesamt sind gut 29.000 Mitarbeiter in über 3.000 Filialen für BBVA in Spanien tätig.BBVA Website: „Internationale Präsenz und Marktpositionen“

Am 7. März 2012 übernahm BVVA die Unnim Banc, S.A. Sociedad Unipersonal vom spanischen Rettungsfonds FROB, dabei sollten auch Unoe und Banco Depositario integriert werden. Der Übernahmepreis betrug einen Euro.BBVA bleibt für einen Euro bei Unnim bei expansion.com, abgerufen am 12. September 2020. Unnim blieb nach dem Kauf ein Jahr lang ein unabhängiges Unternehmen innerhalb der BBVA-Gruppe. Am 15. März 2013 genehmigte die BBVA die FusionBBVA schließt den Kauf von Catalunya Banc ab und übernimmt die Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen bei elmundo.es, abgerufen am 12. September 2020. und der FROB übernahm weitreichende Garantien, wie zum Beispiel die Übernahme von 80 % etwaig anfallender Verluste aus den übernommenen Immobilienkrediten von UNNIM.BBVA Presseerklärung: Mit dieser Übernahme verdoppelte BBVA ihren Marktanteil in Katalonien, der am stärksten industrialisierten und einer der reichsten Regionen Spaniens.

Am 21. Juli 2014 gelang es BBVA, Catalunya Banc im Rahmen eines Auktionsverfahrens für 1.187 Millionen Euro zu erwerben.BBVA zahlt bis zu 1.187 Millionen für Catalunya Banc, die 13.000 Millionen vom Staat erhalten hat bei elmundo.es, abgerufen am 12. September 2020. Am 24. April 2015 schloss BBVA den Kauf von Catalunya Banc ab, nachdem der Erwerb von 98,4 % des Grundkapitals für 1.165 Millionen Euro formalisiert worden war.BBVA schließt den Kauf von Catalunya Banc ab und übernimmt die Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen bei elmundo.es, abgerufen am 12. September 2020.

Am 31. März 2016 einigten sich die Verwaltungsräte von BBVA und Catalunya Banc darauf, den Prozess für ihre Fusion einzuleiten, damit die katalanische Bank in BBVA integriert wird.BBVA und Catalunya Banc beginnen den Prozess für ihre Fusion bei eleconomista.es, abgerufen am 12. September 2020. BBVA hat die Marke Catalunya Caixa in Katalonien im ersten Jahr beibehalten. Am 13. September 2016 wurden die beiden Computerplattformen jedoch vereinheitlicht, und alle Kunden von Catalunya Caixa wurden an BBVA übertragen, wodurch die Doppelmarkenstrategie des Unternehmens beendet wurde. Trotzdem hat BBVA beschlossen, bei den von Catalunya Caixa übernommenen Filialen das „BBVA CX“ -Logo hinzuzufügen.Kunden von CatalunyaCaixa werden ab morgen, Montag, von BBVA kommen bei valenciaplaza.com, abgerufen am 12. September 2020.

Am 12. Dezember 2016 wurde die Übernahme von Unoe abgeschlossen.BBVA bei archive.org, abgerufen am 12. September 2020.

Immobilien-Joint Venture Am 29. November 2017 gab BBVA eine Vereinbarung mit dem US-amerikanischen Fonds Cerberus bekannt, ein Immobilien-Joint Venture in Spanien zu gründen. Diese Transaktion erfolgte am 10. Oktober 2018. Der Abschluss des Immobiliengeschäfts hatte den Verkauf von 80 % des Grundkapitals an Cerberus zur Folge, BBVA behielt die restlichen 20 %.BBVA schließt den Verkauf seines Immobiliengeschäfts in Spanien an Cerberus ab bei bbva.com, abgerufen am 12. September 2020.

BBVA in Portugal Als Vorgängerin der BBVA Portugal, S.A. begann BBV seine Geschäftstätigkeit in Portugal im Juni 1991. Der Aufbau dieser Aktivität erfolgte in erster Linie durch die Übernahme der portugiesischen Filialen von Lloyds Bank Plc und Bilbao Vizcaya, Sociedade de Investimentos S.A. In den Jahren 2000 bis 2002 entstand BBVA Portugal durch die Fusion der portugiesischen BBV Aktivitäten mit Argentaria in Portugal und wuchs durch weitere Akquisitionen wie zum Beispiel dem Zukauf der portugiesischen Aktivitäten von Crédit Lyonnais, dem Erwerb von Midas und des Privatkundengeschäfts von Banco Efisa. Per Jahresende 2009 belief sich die Bilanzsumme der portugiesischen BBVA Einheiten, die mit mehr als 100 Filialen im Land vertreten sind, auf gut 7 Mrd. EUR.

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Nord- und Mittelamerika BBVA Bancomer in Mexiko In Mexiko ist BBVA über die Gesellschaften BBVA Bancomer und BBVA Afore Bancomer (Pensionsfondsmanagement) vertreten. Bancomer wurde im Jahre 1932 unter dem Namen Banco de Comercio gegründet und befindet sich seit dem Jahre 2000 im Mehrheitsbesitz von BBVA. Nach einem Übernahmeangebot für alle noch ausstehenden Aktien im Jahre 2004, hält BBVA 98,88 % an BBVA Bancomer.BBVA Bancomer Website: BBVA Bancomer ist mit mehr als 2.000 Geschäftsstellen, einem Marktanteil von gut 28,2 % bei Einlagen und 30,1 % bei Darlehen in beiden Geschäftsaktivitäten eindeutig das größte Kreditinstitut des Landes. Beim Pensionsfondsmanagement belegt sie mit einem Marktanteil von 15,9 % den zweiten Rang.

BBVA Puerto Rico