Die Herzblättrige Schwertpflanze (Aquarius cordifolius . Syn.: Echinodorus cordifolius), auch bekannt als Großer Froschlöffel, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Aquarius innerhalb der Familie der Froschlöffelgewächse (Alismataceae). Als ansprechende und vielseitige Aquarienpflanze findet sie häufig in der Aquaristik Verwendung. Ihre großen, herzförmigen Blätter verleihen ihr ein markantes Erscheinungsbild. Diese Sumpfpflanze ist in der Neuen Welt verbreitet.

Beschreibung mini|Blüten mini|Blattspreite und Blüte mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstände Vegetative Merkmale Bei der Herzblättrigen Schwertpflanze handelt es sich um eine mittelgroße bis große und kräftig wachsende, ausdauernde krautige Pflanze, die Rhizome ausbildet. Unter normalen Bedingungen erreicht sie eine Wuchshöhe von 50 Zentimeter, bei guter Beleuchtung kann sie aber auch über 60 Zentimeter erreichen.

Die ei- bis herzförmigen Laubblätter stehen in einer Blattrosette zusammen. Die Blattspreite ist mittelgroß, ihr Durchmesser etwa 15 Zentimeter, und die Blätter haben eine grüne Grundfarbe, die unter optimalen Lichtbedingungen rötliche Flecken aufweisen kann. Die Blattspreiten weisen sieben bis neun leicht durchscheinende Nerven auf, die das Licht brechen und der Pflanze damit ein lebendiges Aussehen verleihen.

Generative Merkmale Der Blütenstand enthält Blüten. Die Blüte ist dreizählig.

Vermehrung Die Herzblättrige Schwertpflanze kann über der Wasseroberfläche Blüten bilden, aus denen Fruchtstände reifen. Sie kann sich über Samen in feuchtem Substrat oder durch Adventivpflanzen, die sich am Blütenstiel bilden, vermehren, indem man diese abtrennt, separat einpflanzt und kultiviert.

mini|Illustration aus Aquatic and wetland plants of southwestern United States, Tafel 140

Vorkommen Die Herzblättrige Schwertpflanze stammt aus der Neuen Welt von den zentralen und südöstlichen Vereinigten Staaten über Mexiko bis Kolumbien und Venezuela.

In ihrer Heimat wächst sie im Uferbereich größerer Flüsse, in Bächen und Gräben oder in Sumpfgebieten, wo sie teilweise aus dem Wasser herausragt. Dort gedeiht sie meist in feuchte oder leicht überflutete Lebensräumen und kann in Gebieten vorkommen, in denen das Wasser durch den Abbau von Pflanzenmaterial angesäuert wird und eine dunkle Färbung annimmt, das auch als Schwarzwasser bezeichnet wird.

Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Alisma cordifolium durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 343. Die Neukombination zu Echinodorus cordifolius wurde 1857 durch August Heinrich Grisebach in Abhandlungen der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Band 7, Seite 257 veröffentlicht. Das Artepitheton cordifolius bedeutet "herzförmig" und bezieht sich auf das Laubblatt. Weitere Synonyme für Aquarius cordifolius sind: Sagittaria cordifolia , Sagittaria radicans , Echinodorus radicans , Echinodorus fluitans , Echinodorus cordifolius subsp. fluitans , Echinodorus ovalis , Echinodorus schlueteri . Seit 2018 ist Aquarius cordifolius der akzeptierte Name und wurde 2018 durch Maarten Joost Maria Christenhusz und James W. Byng in Plant Gateway's the Global Flora, Band 4, Seite 53 veröffentlicht.

Aquaristik Die robuste und anspruchslose Herzblättrige Schwertpflanze ist ideal für Aquarienanfänger und für mittlere bis große tropische Süßwasseraquarien von mindestens 200 Litern geeignet. Sie gedeiht am besten bei Temperaturen zwischen 21 °C und 28 °C und in einem pH-Bereich von 5,8 bis 7,5. Hinsichtlich der Wasserhärte ist die Pflanze anpassungsfähig, sie kommt sowohl in weichem als auch in hartem Wasser (0 bis 20 °dH) zurecht.

Die Herzblättrige Schwertpflanze eignet sich als Mittel- und Hintergrund- sowie als Solitärpflanze. Der mittlere Lichtbedarf ermöglicht es, sie auch in halbschattigen Bereichen des Aquariums zu platzieren. Eine gute Nährstoffversorgung, insbesondere über das Substrat, ist für ein gesundes Wachstum essentiell. Eine zusätzliche Kohlenstoffdioxid-Düngung ist nicht erforderlich.

Um eine kompaktere Wuchsform zu erzielen, können langstielige Laubblätter entfernt werden. Um Wachstum und Farbintensität der Blätter zu fördern, ist eine regelmäßige Eisendüngung von Vorteil.

Da die Herzblättrige Schwertpflanze sehr robust ist, eignet sie sich auch für Aquarien, in denen pflanzenfressende Buntbarsche gehalten werden. Dort sollte sie nicht länger als 10 Stunden am Tag beleuchtet werden.

Besonderheiten und Zuchtformen Aus der Stammform der Herzblättrigen Schwertpflanze wurden verschiedene ansprechende Ausleseformen entwickelt, wie beispielsweise „Echinodorus cordifolius mini“ oder „Echinodorus cordifolius Yellow Sun“, die sich durch eine geringere Wuchshöhe und besondere Farbmerkmale auszeichnen. Ein virusinfizertes Pflanzenexemplar der Art Herzblättrige Schwertpflanze wurde als „Tropica Marble Queen“, die Marmorierte Schwertpflanze, gehandelt. In der Natur wächst die Herzblättrige Schwertpflanze oft teilweise oder vollständig über der Wasseroberfläche, was sie zu einer interessanten Wahl für die Gestaltung von Paludarien oder als Uferbepflanzung macht.

Quellen Literatur Bernd Greger: Pflanzen im Süßwasseraquarium. Birgit Schmettkamp Verlag, Bornheim 1998, ISBN 3-928819-16-X. Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2. Auflage 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 246 f. und 267 f. (Echinodorus schlueteri).

Einzelnachweise Rafaël Govaerts (Hrsg.): Christel Kasselmann: Pflanzenaquarien gestalten, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08518-X. Maarten J. M. Christenhusz, Michael Francis Fay, James W. Byng (eds): The Global Flora, Volume 4: Special Edition, GLOVAP Nomenclature Part 1. Plant Gateway Ltd., Bradford, 2018. ISBN 978-0-9929993-5-3

Weblinks

Herzblättrige Schwertpflanze im Wasserpflanzen-Lexikon von fischlexikon.eu. Herzblättrige Schwertpflanze im Aquarium Ratgeber.

Kategorie:Froschlöffelgewächse Kategorie:Aquarienpflanze