Frohnhausen ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Essen.
Seine Geschichte, dessen erste Spuren mit dem Geweihgerät von Essen-Frohnhausen in die Steinzeit weisen, begann als ländliche Ansiedlung von Höfen, und ist so über Jahrhunderte bezeugt. Erst im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung stark an, da mit der Entwicklung von Tiefbauzechen und der benachbarten Krupp-Gussstahlfabrik Arbeiter aus ganz Deutschland, dem Ausland und vor allem Polen hier ihr Auskommen zu verdienen suchten. Zwischen 1822 und 1895 hat sich die Frohnhauser Bevölkerung auf rund 5.700 Einwohner verzehnfacht. 1910 lag die Einwohnerzahl schon bei rund 27.300 Menschen. Dementsprechend entwickelte sich innerhalb eines Jahrhunderts, besonders von der Firma Krupp unterstützt, eine ländliche Gegend zu einem dichtbesiedelten Wohnquartier samt nötiger Infrastruktur. Noch heute wohnen mehr als fünf Prozent aller Essener Bürger in dem zweit-einwohnerstärksten Stadtteil der Stadt nach Altenessen. Allerdings ist Altenessen in die zwei Stadtteile Altenessen-Nord und -Süd gegliedert.
An Frohnhausen grenzen im Westen Mülheim an der Ruhr und Schönebeck, im Norden Altendorf, im Osten das Westviertel und Holsterhausen und im Süden die Margarethenhöhe und Fulerum.
Geschichte Erste Erwähnungen Die Bauerschaft Frohnhausen bildete mit den Bauerschaften Holsterhausen und Altendorf jahrhundertelang das Dreibauerschaftsquartier, das dem Oberhof Ehrenzell angehörte, einem der sechs Oberhöfe des Stiftes Essen. Das Stift ernannte den Schultheiß eines Oberhofes, der gleichzeitig Richter in erster Instanz war. Ein Oberhof war eine Verwaltungseinheit, ein Vermittler zwischen den Bauerschaften, also den Unterhöfen, und dem Stift. Die Bauern zahlten Abgaben an den Oberhof, der diese an das Stift weitergab. Dem Oberhof Ehrenzell waren 56 Unterhöfe unterstellt. Im Oberhof Ehrenzell lebte der Stand der freien Adeligen. Der nächste Stand waren die frondienst- und zinspflichtigen Bauern, also die Bewohner der Bauerschaft Frohnhausen, die man auch als gemeine Freie bezeichnete. Der dritte Stand waren Leibeigene und Hörige. Hier gibt es die verbreitete Vermutung, dass der Name Frohnhausen in den Frondiensten seinen Ursprung haben könnte.
Das Dreibauerschaftsquartier lag auf dem Gebiet des Stammesherzogtums Sachsen, dessen Grenze zum Ostfrankenreich das Mühlbachtal bildete. Im Jahre 966 wird der Oberhof Ehrenzell erstmals in einer Urkunde des Römisch-deutschen Kaisers Otto I. erwähnt, mit dieser der Oberhof samt Liegenschaften, Nutzungen und Rechten auf das Konvent des Damenstiftes Essen übertragen worden war. Eine Urkunde aus dem Jahr 1286 bezeugt, dass der Graf von Limburg das Vogteirecht des Oberhofes Ehrenzell an die Äbtissin Berta von Arnsberg verpfändet hatte. Eine weitere vor 1220 erstellte Urkunde erwähnt erstmals den Ort Frohnhausen mit neun Höfen, und als separate Siedlung Overrath mit vier Höfen. Die neun Höfe lagen westlich des ehemaligen Beerenbaches (Bärendelle). Auf der späteren historischen Karte Honigmanns von 1803/06 sind weiterhin einige Hofgebäude verzeichnet.
Höfe und Kotten Den Frohnhauser Siedlungskern bildete ein Haufendorf etwa in Nord-Süd-Richtung verlaufend, grob der heutigen Lüneburger Straße und der Busehofstraße folgend. Zu den neun Höfen gehörten: der Stratmannhof, gegründet vor 1300, ursprünglich Gertrudis de Frohnhausen, ab 1818 zur Familie Bögel, Haus war bis 1940 erhalten der Busehof, gegründet vor 1300, ursprünglich Boderichsmühle, Abriss 1934 der Hackenhof, gegründet vor 1300, Kölner Straße der Niermannshof, gegründet vor 1300, ursprünglich Wennemar von Frohnhausen, auch Krusenhof, nach 1800 Familie Hegemann, 100 Morgen groß, lag an der heutigen Burckhardtstraße, 1902 an die Stadt Essen verkauft, Abriss 1913 der Pollerbergshof, gegründet vor 1300, 1904 als Bauland an die Stadt Essen verkauft, 1727 errichtetes Bauernhaus 1907 abgerissen, etwas später die Scheune aus dem Jahr 1834 der Pothof (andere Schreibweisen: Pothoff oder Potthoff), 1332 gegründet, ursprünglich Brendeken, stand auf dem Gebiet des nach dem Zweiten Weltkrieg angelegten Riehlparks, betrieb ab etwa 1870 die Gastwirtschaft Pothoff im Loch mit wichtigstem Veranstaltungssaal im Ort der Ridderhof, gegründet vor 1300, bis 1900 bewirtschaftet, dann an die Stadt Essen verkauft, 1910 ließ Ridder auf dem Hofgelände eine Villa errichten, heutige nordwestliche Ecke Frohnhauser-/Mülheimer Straße (ehemalige Tankstelle) der Wientgenhof, gegründet vor 1300, Scheune bis 1940 vorhanden der Hof Schulte-Frohnhausen, gegründet vor 1300, später Silberkuhl, Abriss 1934/1935
mini|links|hochkant|Höfekreuz des Overathhofes 2014 mini|Unter Denkmalschutz stehendes Bauernhaus des Grotenhofes der ehemaligen Siedlung Overrath mini|Kotten von Wilhelm Distelkamp, erbaut 1797, wurde 2013 grundsaniert Nördlich der neun Höfe lag das zu verschiedenen Höfen gehörende, in rechtwinklige Parzellen aufgeteilte Frohnhauser Feld. Vom Frohnhauser Platz bis zur Straße Pfingstfeldwende, die 1938 ihren Namen erhielt, lag das neun Morgen große Pfingstfeld, woraus der Holsterhauser Hof Kleinborg die Pflicht hatte, jährlich als Abgabe ein Huhn und ein Zehntel der Naturalfrüchte zu entrichten. In diesem Gebiet gab es mehrere Steinbrüche, unter anderem am heutigen Westpark. Das Langenfeld gehörte zum Bauern Pollerberg gen. Lange der dieses 1904 als Bauland an die Stadt Essen verkaufte.
Von der nordwestlich gelegenen Siedlung Overrath mit einst vier Höfen existiert noch das renovierte und denkmalgeschützte, 1771 entstandene Bauernhaus des Grotenhofes.Der Grotenhof in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF-Datei; 593 kB), abgerufen am 5. Januar 2017 Dieses brannte 1959 teilweise aus, wurde dann nach Leerstand und Vandalismus 1996 wiederhergestellt. Der Grotenhof (ursprünglich Johannes de Overrode) wurde vor 1220 gegründet, betrieb bis 1937 Landwirtschaft und hieß zuletzt Schulte-Silberkuhl. Der Overrathhof, der vor 1220 entstand und sich auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes der Helmut-Rahn-Sportanlage befand, wurde im Krieg 1944 zerstört. Das Höfekreuz des Overathhofes zeugt von der Frömmigkeit der bäuerlichen Frohnhauser Bevölkerung. In römischen Ziffern ist auf dem Fuß das Entstehungsjahr 1790 des Kreuzes eingraviert, dass ein ausländischer Gastarbeiter erschaffen und gestiftet hat. Nachdem das Höfekreuz seinen Standort vom Overrathhof zum Pottgießerhof wechselte, wurde es zeitweise im Zweiten Weltkrieg in einen Luftschutzbunker gebracht. Man stellte es später am Platz des ehemaligen Vereinshauses Eigene Scholle wieder auf, um es nach dessen Neubau 1960 am heutigen Standort vor der Nelli-Neumann-Schule an der Raumerstraße zu platzieren. Der ebenfalls vor 1220 entstandene Pottgießerhof, dessen Besitzer ab 1871 Familie Becker war, befand sich auf dem Areal des ehemaligen Vereinshauses Eigene Scholle. Hermann Becker verkaufte seinen Hof 1936 an die Firma Krupp, die hier die Siedlung Pottgießerhof errichtete und sich zum Erhalt des Höfekreuzes verpflichtete. Diese Verpflichtung ging 1957 an die Stadt Essen über, als sie das Gebiet der Siedlung übernahm. Seit 1979 ist das Höfekreuz fester Bestandteil einer Prozession am Palmsonntag und wurde nach einer Instandsetzung 1981 zum Missionskreuz ernannt.Lokalkompass vom 11. Januar 2014: Wer gewinnt: Frost oder Glaube? Zukunft des Höfekreuzes wankt Nach grundlegender Sanierung ist das Kreuz zum Palmsonntag 2014 wieder an seiner Stelle aufgestellt worden.
Das größte Waldgebiet im Bereich des Essener Damenstiftes war das Frohnhauser Holz, an dessen Rande im Spätmittelalter durch Erbteilung erste Kötteranwesen entstanden. 1835 wurde das Frohnhauser Holz aufgelöst. Auf dem gerodeten Land entstanden viele Kotten, also einfache Wohnhäuser. Ein noch bestehender Kotten befindet sich im Postreitweg, als Teil des ehemaligen Hellwegs. Dieses 1797 von Wilhelm Distelkamp errichtete FachwerkhausKotten Distelkamp von 1797 in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF-Datei; 487 kB), abgerufen am 5. Januar 2017 stand in unmittelbarer Nähe des Distelkampshofes. Der alte Kotten Auf der Lake, an der 1961 angelegten Wendeschleife der Straßenbahnlinie 109, musste im Jahre 2000 abgerissen werden, da er zu marode war, um ihn unter Denkmalschutz zu stellen.
Dieses alte Frohnhausen besaß keine eigene Kapelle oder Kirche, deshalb mussten die Frohnhauser über ein Feldkreuz bei der heutigen Apostelkirche nach Essen in die Kirche gehen.
17. bis 19. Jahrhundert mini|links|Rathaus der Bürgermeisterei Altendorf vor 1902 mini|hochkant|Älteste Kirche im Essener Westen: Lutherkirche 1689 wurde der Oberhof Ehrenzell nach ihrem Aufsitzer in Philipsenburg umbenannt.
Bereits im 15. Jahrhundert ist auf dem Gebiet Frohnhausens das älteste professionell betriebene Bergwerk des Ruhrgebietes nachgewiesen.ESSEN.IM WESTEN. – Ein starkes Stück Essen; Broschüre der Essen Marketing GmbH, 2006, S. 28. Im 16. und 17. Jahrhundert begann in Frohnhausen der Ruhrbergbau an den Hängen des Borbecker Mühlenbaches. In den Mühlenbach mündete die Voßbecke, entspringend am Westfriedhof, dem heutigen Gervinuspark, verlaufend vorbei an der 1908 erbauten Villa im Vosse (Ecke Oncken-/Dollendorfstraße), über die Raumerstraße und den Lepsiusweg zum Bahndamm. Ebenfalls mündete die Hustenbecke, mit Verlauf durch die Kleingartenanlage am Postreitweg, und die Piepenbecke, der Straße Frettholz folgend, in den Borbecker Mühlenbach. Der Bach, an dessen Lauf Frohnhausen sich ausbreitete, war der Beerenbach (genannt Bärendelle). Aus heutiger Sicht entsprang er beim Frohnhauser Platz, verlief entlang der Sybelstraße, durch den Riehlpark und durch die Siedlung Bärendelle nach Altendorf. Das Land an der Bärendelle galt als minderwertig und war noch um 1900 als Müllhalde genutzt worden. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich zwischen dem heutigen Gervinuspark und der Onckenstraße eine dichtere Ansammlung von Kotten, die Vogenbeck genannt wurde.
Das Dreibauerschaftsquartier, bestehend aus Altendorf, Holsterhausen und Frohnhausen, wurde nach der Säkularisation 1803 der Munizipalität Borbeck zugeteilt. Daraus 1874 ausgegliedert, bildeten Frohnhausen, Holsterhausen und Altendorf zusammen die Bürgermeisterei Altendorf, deren erster und einziger Bürgermeister Wilhelm Kerckhoff war. Das Rathaus wurde 1876 durch den Architekten Carl Wilhelm Theodor Freyse, Sohn des Architekten Heinrich Johann Freyse, erbaut. Das Baugrundstück war zuvor vom Gastwirt Johann Potthoff abgekauft worden. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.Hugo Rieth: Essen-West in alten Ansichten; 1984, Verlag Europäische Bibliothek, ISBN 978-9028829893 Es befand sich dort, wo seit 1952 die Kirche St. Mariae Geburt steht. Die Villa des Bürgermeisters stand auf einem Teil des heutigen Riehlparks. Hier befand sich in den ersten Monaten nach Gründung der Altendorfer Kreditbank im Jahr 1896 deren Geschäftsstelle. 1882 wurde mit Hilfe von Spenden der Firma Krupp die erste evangelische Kirche im Essener Westen, die Lutherkirche, gebaut. In diesem Jahr wurde auch die erste St.-Antoniuskirche fertiggestellt, die nach Kriegszerstörung 1956 durch den heutigen modernen Bau ersetzt wurde. Bis zum Jahre 1898 war Frohnhausen zwar landwirtschaftlich flächendeckend erschlossen, aber im Verhältnis zu den Nachbarorten Altendorf und Holsterhausen dünn besiedelt. In der Bürgermeisterei gab es aber bereits einen Plan, der ein dichtes Straßennetz, sich an der Falkensteinstraße (heute Berliner Straße) orientierend, zeigte.
Nach der Eingemeindung zu Essen 1901 1901 wurde Frohnhausen als Teil der Bürgermeisterei Altendorf, welche mit etwa 66.000 Einwohnern als größte preußische Landgemeinde galt, zur Stadt Essen eingemeindet.